Naturdiamanten – strahlendes Highlight aus dem Herzen der Erde

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Naturdiamanten – strahlendes Highlight aus dem Herzen der Erde

Der Diamant ist das härteste natürlich vorkommende Mineral der Welt. Schon seit dem Altertum hat dieser König der Edelsteine die Menschen mit seiner reinen, klaren Optik begeistert. Inzwischen ist es möglich, Diamanten künstlich herzustellen. Diese synthetischen Verwandten sind von Naturdiamanten aus dem Erdinneren kaum zu unterscheiden. Dennoch bevorzugen Kenner Naturdiamanten, die im Laufe der Zeit unter hohem Druck im Erdinneren entstanden. Es fasziniert sie, dass die Natur so etwas Perfektes und Dauerhaftes hervorbringen kann. Hier erfahren Sie, wie genau Naturdiamanten entstehen, wie sie abgebaut und zu funkelnden Schmuckstücken verarbeitet werden.

Hart, kristallklar und voller Mythen – Naturdiamanten in der Antike

Diamanten werden seit jeher als wertvolle Schmucksteine geschätzt. Besonders detaillierte Aufzeichnungen über diesen Edelstein sind von den Griechen und Römern erhalten geblieben. Diese beiden alten Hochkulturen haben Diamanten als Himmelsgeschenk verehrt. Für die Römer waren sie Splitter gefallener Sterne, während die Griechen sie gar als Tränen der Götter bezeichneten. Sie gaben dem unglaublich harten, durchsichtigen Stein auch seinen Namen. Diamant ist eine Kombination aus den altgriechischen Wörtern diaphainein (= das Durchscheinende) und adamantos (= das Unbezwingbare), sie beschreiben recht genau die beiden Hauptmerkmale dieses Edelsteins: seine klare, fehlerlose Struktur und seine unvergleichbare Härte. Außerdem leiten sich von diesen griechischen Wörtern auch veraltete Namen wie Adamant oder Diamas ab.

Auch in Indien ist der Diamant seit Langem bekannt. Aufgrund seiner Seltenheit ist er dort den königlichen Herrschern vorbehalten. Der Besitz eines Diamanten galt als Zeichen großer Macht, denn die Inder glaubten, der Stein verleihe magische Kräfte. Als im 13. Jahrhundert entdeckt wurde, wie Naturdiamanten bearbeitet werden können, lehnten die Inder diese neue Kunst strikt ab, da sie fürchteten, die geheimen Kräfte des Edelsteins würden dadurch verloren gehen.

Hoher Druck und große Hitze: Ein Diamant entsteht

Der Diamant ist ein Stein der Superlative. Er entsteht in 150-700 Km tiefen Erdschichten und damit in wesentlich größerer Tiefe als andere Edelsteine. Dazu benötigt er auch Spitzentemperaturen von über 1000 °C Hitze und einen enormen Druck von 65-70 Kilobar. Diese Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit aus dem Mineral Grafit durch Kristallisation der Kohlenstoffatome ein Diamant werden kann. Im Labor werden diese Voraussetzungen nachgestellt, um synthetische Diamanten zu produzieren. Besonders das Max-Planck-Institut in Stuttgart perfektioniert diese Fertigungsmethode immer weiter. So gelingt heute schon die Kristallisation des Kohlenstoffs bei weitaus geringeren Temperaturen und Druckverhältnissen mithilfe von Elektronenbestrahlungen.

Sind die Diamanten entstanden, liegen sie vorerst im sogenannten Tiefengestein in den Gesteinsschichten, die den flüssigen Erdkern umgeben. Sie werden auch Peridoit und Eklogit genannt. Erst vulkanische Aktivitäten reißen die Rohdiamanten aus diesen Schichten mit sich, wenn bei einer Eruption flüssiges Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche geschleudert wird.

So kommt es, dass sich die Diamantvorkommen heute in geringerer Tiefe befinden. Moderne Abbaumethoden ermöglichen es inzwischen, im Untertagebau Tiefen bis zu 1 Km zu erreichen. Es gibt aber auch Diamanten, die direkt an der Erdoberfläche gefunden werden können. Hier wurden die Steine durch Erosion und Auswaschungen durch Wasser freigelegt und von Flüssen abtransportiert, bis sie sich im Sediment des Uferschlamms anlagern konnten. Werden Diamanten direkt in den Ablagerungen des Lavagesteins gefunden, werden diese Lagerstätten als primär bezeichnet. Die neuen Lagerstätten weitab dieser primären Bereiche bezeichnet man dagegen sekundäre Fundorte.

Unterschiedliche Vorkommen und Abbaumethoden von Naturdiamanten

Die meisten Naturdiamanten werden im Tagebau gewonnen. Ein bekanntes Beispiel sind die ertragreichen Minen von Kimberly in Südafrika. Die Mine ist auch unter dem Namen „Big Hole“ (= großes Loch) bekannt, denn die Erde wird hier mithilfe von Spezialbaggern weiträumig um die Lagerstätte herum abgetragen. Da sie vulkanischen Ursprungs ist, besteht sie in der Regel aus senkrecht nach unten führenden erloschenen Vulkanschloten, auch Pipes genannt. An ihren Rändern sind die Diamanten in das umliegende Gestein eingeschlossen.

Manche Pipes werden jedoch auch im Untertagebau erschlossen. Dazu wird das diamanthaltige Gestein mithilfe von waagerechten Stollen abgebaut, die durch die Pipes verlaufen. In seltenen Fällen erfolgt auch ein Abbau unter Wasser wie zum Beispiel bei Vorkommen an den Meeresküsten.

Sekundärlagerstätten werden auf den Flüssen erschlossen, in denen sich der diamanthaltige Kies befindet. Er wird mit Flößen und Schwimmbaggern gefördert.

Ist das Erz schließlich gewonnen worden, beginnt der langwierige Prozess des Zerkleinerns, Waschens und Siebens um schließlich die Naturdiamanten von dem übrigen Gestein zu trennen.

Neben Afrika werden Diamanten heute überwiegend in Sibirien abgebaut. Auch in Brasilien gibt es reichhaltige Vorkommen.

Der letzte Schliff – ein Naturdiamant wird zum Schmuckstück

Die wahre Schönheit eines Naturdiamanten kommt erst zum Vorschein, wenn er entsprechend geschliffen wird. Dadurch wird die Lichtbrechung optimiert und der Edelstein erhält sein einzigartiges Feuer, also das Farbenspiel, das entsteht, wenn Licht auf ihn trifft. Auch das im Inneren des Steins reflektierte weiße Licht ist hier von großer Bedeutung. Es ist für das faszinierende Glitzern und Funkeln, die sogenannte Brillanz, verantwortlich.

Von alledem ist bei einem Naturdiamanten noch nichts zu sehen. Die einzelnen Stücke besitzen ein gelblich-silbrigen Schimmer und lassen noch nicht erahnen, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Erst ein erfahrener Fachmann weiß durch genaue Begutachtung des jeweiligen Diamanten, mit welchem Schliff er Brillanz und Feuer perfekt zur Geltung bringt. Je nach Aufbau und Form des Edelsteins können dies ganz verschiedene Arten sein.

Die Entwicklung der Schleiftechniken für Rohdiamanten

Nachdem Schmuckliebhaber im 13. Jahrhundert entdeckt hatten, wie sich die harten Oberflächen der Diamanten bearbeiten lassen, war der Schritt zur Veränderung seiner Form nicht mehr weit. Es begann mit der einfachen Politur der Naturdiamanten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Technik immer weiter perfektioniert und die Diamanten in unterschiedlichen geometrischen Formen populär. Dazu zählt zum Beispiel der Oktaeder, bei dem der Diamant acht Flächen in Form von gleichseitigen Dreiecken erhält. Im Ganzen bildet der Stein somit zwei an der Grundfläche verbundene Pyramiden. Ab dem 16. Jahrhundert gingen die Edelsteinschleifer allmählich ins Detail und verliehen Diamanten einen ersten richtigen Schliff. Er wurde unter dem Namen „einfaches Gut“ bekannt. Daraus entwickelten sich schnell weitere Schliffformen wie der Princess-Schliff, Oval-Schliff, der Tropfen oder der Smaragd-Schliff.

Der gebräuchlichste Schliff beim Diamanten ist der Brillant-Schliff

Wie der Name schon sagt, verbessert er vor allem die Brillanz eines Edelsteins. Abgeleitet ist dieser Begriff von dem französischen Wort brillant (= strahlend, glänzend). Dazu wird der Diamant ringsum mit Facetten versehen oder facettiert. Ein vollfacettierter Brillant besitzt 58 einzelne Facetten, die stets nach einem speziellen Schema angeordnet sind. So entsteht die klassische Brillanten-Form: Die obere Hälfte wird in der Fachwelt als Krone bezeichnet und schließt mit einer waagerechten Fläche, der Tafel, ab. Der breiteste Teil des Brillanten wird als Rundiste bezeichnet, während die spitz zulaufenden Facetten der unteren Hälfte Pavillon genannt werden. Dabei muss der Brillant exakte Proportionen aufweisen, da zu niedrige oder zu hohe Stücke nicht ihre volle Lichtwirkung entfalten können. Dazu gilt es, verschiedene Komponenten wie Größe, Anzahl und Anordnung der Facetten perfekt aufeinander abzustimmen, um ein ausgezeichnetes Ergebnis zu erzielen.

Vom Rohdiamanten zum Brillanten

Normalerweise benötigt ein Experte mehrere verschiedene Arbeitsgänge, um einem unscheinbaren Naturdiamanten Brillanz und Feuer zu entlocken.
Bevor er mit dem Schliff beginnt, wird der Stein genau untersucht und dann in zwei Hälften geteilt. Dies geschieht durch das Spalten mit einer exakt angesetzten Klinge. Diamanten lassen sich in einer Richtung sehr gut spalten, wogegen sie quer zu dieser spaltbaren Richtung kaum spaltbar sind. Daher werden solche Trennungen mithilfe der Säge vorgenommen

Dies ist ein äußerst langwieriger Prozess, da Diamanten sehr hart sind. Bei großen Steinen kann dieser Vorgang mit Laser oder Trennscheibe mehrere Wochen oder gar Monate dauern. Das Spalten und Sägen bringt den Diamanten seiner endgültigen Form schon ein gutes Stück näher. Diese Prozesse werden auch genutzt, um Beschädigungen oder Einschlüsse auszusparen, damit der fertige Edelstein möglichst fehlerfrei und lupenrein erstrahlen kann. Es erfordert viele Jahre Übung, bis ein Diamantschleifer beurteilen kann, wie und wo er einen Stein spaltet oder sägt. Dabei ist jederzeit große Vorsicht geboten, denn bei unsachgemäßer Handhabung kann der Stein durch auftretende Spannungen platzen und wäre für immer zerstört.

Die entscheidende Phase: das Schleifen

Nach dieser Phase folgt die Vorbereitung zum eigentlichen Schliff: das Reiben. Diese Arbeit erfordert ebenfalls einiges an Fingerspitzengefühl, denn hier der Rohling mithilfe einer Maschine an einem anderen Diamanten gerieben. Nur ein anderer Diamant besitzt die nötige Härte, um dem Rohdiamanten Stück für Stück seine ursprüngliche Form zu geben. Das Ergebnis ist die Rohfassung des fertigen Brillanten, jedoch noch ohne die Facetten. Diese werden nun Stück für Stück geschliffen. Dazu verwenden die Fachleute eine mit Diamantstaub besetzte Schleifscheibe. Oftmals werden für diesen Arbeitsgang mehrere Schleifer benötigt. Jeder hat sich dabei auf einen bestimmten Teil des Brillanten spezialisiert. Misslingt ihnen auch nur eine Facette, sinkt der Diamant sofort erheblich an Wert oder ist sogar komplett unbrauchbar. Daher herrscht gerade beim Schleifen äußerste Konzentration.

Zum Schluss wird jeder Brillant noch einmal mit einer feinen Schleifscheibe geschliffen. Dazu muss jede einzelne Facette ein weiteres Mal in genau dem richtigen Winkel dagegen gedrückt werden. Erst wenn diese letzte Prozedur überstanden ist, ist der Diamant endgültig zum Brillant geworden und kann durch eine Fassung ein einem Ring, Anhänger oder Diadem befestigt werden.

Die Beurteilung von fertig bearbeiteten Diamanten

Als Maßstab für die Güte und Qualität der Edelsteine ist in Fachkreisen die sogenannte „4C-Methode“ üblich. Sie besteht aus diesen vier zu prüfenden Qualitätsmerkmalen:

  • Colour (=Farbe)
  • Clarity (= Reinheit)
  • Cut (= Schliff)
  • Carat (= Gewichtseinheit für Edelsteine)

Je größer, farbloser und reiner ein Diamant ist, desto wertvoller ist er. Auch die Güte des verwendeten Schliffs spielt bei der Beurteilung eine Rolle. Je nach Einstufung des Diamanten ergibt sich der jeweilige Marktpreis.

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