Nahe am perfekten Gehäuse

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Danach habe ich lange gesucht: Ein Midi-Tower, der nicht nur halbwegs ansehnlich und dabei preisgünstig ist, sondern etwas mehr bietet als die meisten anderen. Denn mal ehrlich: Die meisten Gehäuse variieren seit Einführung des AT-Formats immer das gleiche Thema ein bißchen, ein paar sehr teure Exemplare ausgenommen. Aber über 100 Euro für einen Blechkasten mit zwei Tastern und drei LEDs ausgeben?

Erstens mag ich keine engen Gehäuse. Wenn die (große) Grafikkarte mit den Platten kollidiert, der aufwändige Lüfter an die linke Seitenwand stößt oder sich optische Laufwerke und Kabelbaum des Netzteils ins Gehege kommen, bekomme ich Pickel.
Zweitens stehe ich auf leise Rechner. Nach langjährigen Versuchen mit verschiedenen gedämmten Gehäuse, aber immer heißerer Hardware (und einer grundsätzlichen Abneigung gegen Wasser in der Nähe von Elektronik, also auch Wasserkühlungen), soll's am besten luftig zugehen.
Drittens gute Verarbeitung (vor allem entgratete Kanten wegen der sonst leicht blutenden Hände) und sinnvolle Details.

All das bietet Sharkoons Rebel9 Economy. Und mehr.

Zuerst die Pflicht: Das Blech ist nicht sonderlich dick, aber auch nicht wabbelig. Ich habe nicht eine scharfe Kante gefunden, die Spaltmaße sind für ein so günstiges Gehäuse in Ordnung.

Hinten ist alles normal: Oben Platz für's Netzteil, unten für ein ATX-Mainboard mit Überbreite (auch E-ATX passt), daneben Platz für zwei rausblasende 80mm- oder einen 120mm-Lüfter. Damit ist auch schon die Breite klar: Viele Towerlüfter passen, ohne ein Loch in die Seitenwand flexen zu müssen.
Dort befinden sich zwei Blowholes für 120mm-Lüfter, äußerst sinnreich der obere auf Prozessor-, der untere auf Grafikkartenunterseiten-Höhe und pustet damit eben dort hin, wo sich bei vielen passiven Grafikkarten der größte Teil des Kühlkörpers befindet. So weit, so relativ normal.
Schön wird's vorne: Von oben bis unten durchgehend 5,25"-Einbauschächte, neun an der Zahl. Festplatten oder Floppy lassen sich nur mit Adapterschienen einbauen - davon liegen vier Paar bei. Das kommt mir sehr gelegen, denn ich verbaue Festplatten nur ungern ohne Entkopplung - die sich auf das Gehäuse übertragenen Vibrationen nerven, gerade bei modernen, schnellen Exemplaren.
Für guten Durchzug gibt es den sogenannten "Fan Frame" für einen 120mm-Lüfter, der vor je drei Einbauschächte eingebaut wird, einer ist dabei, für etwa 2,50 Euro kann man sich noch einen weiteren holen.
Die komplette Front läßt sich abnehmen, jede Einbauschachtabdeckung besteht aus einem recht stabilen Plastikrahmen mit Lochblechfront ("Mesh") und Staubfilter.
Vorne am Gehäuse: Links unten und mittig vier USB-Ports und 2x3,5mm-Klinke für Sound, die internen Kabel reichen auch dann lässig aus, wenn, wie in meinem Fall, die internen Soundanschlüsse an der hinteren Blende liegen. Ach ja, die obligatorischen LEDs, die blaue Power-LED reicht als Leselampe, schwarzer Edding mildert die Helligkeit etwas.

Darauf aufbauend mein leises Rechnerkonzept: Eine Menge unhörbare (800U/min oder langsamer, ich benutze Noiseblocker 1000U/min auf 9,5 und 7 Volt) 120mm-Lüfter verteilen sich auf: Zwei vorne (Fan Frames), einer davon kühlt auch meine Platten, zwei in der Seitenwand, einer zieht hinten die Luft raus. Im Netzteil sitzt natürlich auch einer und zwei nochmal auf meinem "Gemin II" von Cooler Master, die kühlen nochmal zusätzlich Spannungswandler und Northbridge. Die unvermeidlichen Samsung-Platten (2x 400GB) sind entkoppelt.
Damit ist mein System mit einem auf 3,2 GHz laufenden Core2Duo (400MHz x8), einer passiv gekühlten GF 8600 GTS, 2GB HyperX-RAM (800MHz, 4-4-4-12) selbst bei Volllast sehr gut gekühlt (Prozessor Idle bei 32°, nie über 44° C beim gleichzeitigen packen und encoden, Northbridge um 36°, bei 25° Raumtemperatur) und unhörbar, außer bei ausufernden Plattenzugriffen und selbst dabei extrem leise.

Für normale und bessere Rechner mit maximal fünf Festplatten verbaue ich nichts anderes mehr.

Ach ja: Sharkoon Rebel9 in der Value Edition hat mich nicht so überzeugt. Der 250mm-Lüfter ist beeindruckend, aber auch hörbar und trägt recht üppig auf. Da ist mir die freie Auswahl an 120mm-Lüftern (versucht mal, einen 25cm-Lüfter zu bekommen...) wesentlich lieber.
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