Nach dem Schrebern duschen: Wissenswertes über Garten- und Solarduschen

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Nach dem Schrebern duschen: Wissenswertes über Garten- und Solarduschen

Sie kennen das sicher auch – nach einem anstrengenden Tag voller Gartenarbeit wünscht man sich nichts sehnlicher, als eine erfrischende Dusche zu genießen, um den Schweiß des Tages abzuwaschen. Nicht immer hat man diese allerdings sofort einsatzbereit. Gerade kleinere Schrebergärten im Stadtgebiet besitzen neben der obligatorischen kleinen Laube mit eventuell eingebautem WC häufig keine eigene Dusche. Hier haben sich in den letzten Jahren sogenannte Gartenduschen als flexible Lösung präsentiert. Häufig sind sie schnell zu installieren, flexibel zu positionieren und können bereits in kurzer Zeit Erfrischung bringen.

Waren die Geräte in der Vergangenheit noch recht simpel gehalten, haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich Qualität, Ausstattung und Verarbeitung verbessert, sodass sie inzwischen auf eine Vielzahl von Duschen zurückgreifen können. In Sachen Komfort und Preis gibt es dabei inzwischen nach oben wenig Grenzen. Die folgende Übersicht soll Ihnen daher alle benötigten Informationen geben, welche sie über den Komplex benötigen.

Unterschiedliches Material bedingt auch unterschiedliche Preise

Es gibt inzwischen viele verschiedene Formen und Größen von Gartenduschen. Als Materialien sind sowohl Kunststoff als auch Stahlrohr oder Edelstahl gängig. Die Ausstattung und Beschaffenheit definiert dabei sozusagen den Preis. Vom unteren Segment um die 30 Euro bis hin zu über 1.000 Euro teuren Exemplaren ist dabei alles verfügbar. Es gilt dabei aber zu beachten, das mit zunehmender Größe auch Flexibilität und Transportmöglichkeit der Dusche abnehmen. Große Edelstahlduschen müssen so beispielsweise fest im Boden verankert werden, um die enorme Last zu tragen. Sie sollten sich daher stets fragen, wo genau Ihre Präferenzen bei den Duschen liegen. Generell gilt, dass Outdoor-Duschen überaus resistent gegenüber Schmutz sind.

Wie ist eine handelsübliche Gartendusche aufgebaut?

Im Allgemeinen sind die Gartenduschen recht simpel aufgebaut. Sie bestehen aus einem bis zu zwei Meter langen Rohr, an welchen der Gartenschlauch als Wasserquelle angebracht wird. Am oberen gebogenen Ende des Rohres wird der Duschkopf angebracht. Dieser unterscheidet sich in seiner Form und dem Aufbau leicht von herkömmlichen Duschköpfen, wie sie diese beispielsweise aus Ihrer normalen Wohnung kennen. Es gibt sowohl Standbrausen als auch Handduschen. Bei ersterer wird der Brausekopf in einer Höhe von rund zwei Metern fest installiert und ist dabei noch höhenverstellbar. 
Handbrausen sind flexibel abnehmbar und können einzelne Körperteile dabei gezielter abbrausen. Gerade für Kinder ist diese Variante dankbarer, da diese in der Regel nicht an die höher gelegenen Standbrausen herankommen. Einige qualitativ höherwertige Duschen besitzen auch die Möglichkeit, den Wasserdruck oder die Streuung der Brause manuell zu regulieren. Prinzipiell sind Sie aber auf das Kaltwasser aus dem Gartenschlauch angewiesen. Moderne Solarduschen bieten allerdings die Möglichkeit, die Wassertemperatur zu regulieren. Einige der hochwertigen Modelle besitzen zudem auch zusätzlich einen separaten Wasserhahn oder eine zusätzliche Wand um die Dusche herum.

Die Montage der Dusche und was Sie dabei beachten müssen

Der klassische Aufbau der Duschen bedingt auch eine traditionelle Montage. Dabei befindet sich bei den leichteren Modellen am unteren Ende des Rohres in der Regel eine Spitze, welche fest in den Boden gesteckt wird. Achten Sie auf einen sicheren Halt, damit die Dusche nicht aus heiterem Himmel umfällt und so Schaden anrichten kann. Berücksichtigen Sie in ihrer Planung dabei stets die Beschaffenheit des Bodens. Durch den regelmäßigen Wasserfluss wird dieser zusätzlich kontinuierlich aufgeweicht, sodass es zur Instabilität kommen kann.

Größere Edelstahlduschen werden auf festen Untergrund geschraubt. Achten Sie darauf, die richtigen Schrauben und Dübel zu benutzen. Versenken Sie die Schrauben dabei auch vollständig im Boden, um Verletzungen zu vermeiden. Die Verankerung im Fußboden kann wahlweise durch Bodenplatten, aber auch Holzroste geschehen. Die stabilen Bodenplatten sind meist im Lieferumfang enthalten und garantieren festen Halt. Außerdem wird so vermieden, dass sie während des Duschens im Matsch stehen und der Boden dabei aufgeweicht wird. Diese Modelle sind allerdings in Sachen Transport weniger flexibel.

Die Wahl des richtigen Standortes

Bei aller Flexibilität und mobiler Kernkompetenz, welche die Duschen besitzen, sind Sie dennoch nicht willkürlich im Garten aufzustellen. Prüfen Sie daher mittels der folgenden Checkliste, inwiefern die angedachten Kriterien in ihrem Garten erfüllt werden.

  • Je größer die Dusche, desto stabiler muss der Untergrund sein. Vermeiden sie brüchigen Boden und Huckel. Besser sind, gerade bei Edelstahl- oder Solarduschen, Stein- und Betonplatten. Häufig muss die Dusche nämlich noch im Boden verschraubt werden. Gegebenenfalls können Sie auch ihr eigenes Fundament gießen. Informieren Sie sich darüber allerdings im Vorfeld.
  • Platzieren Sie die Duschen nicht im Schatten. Dies gilt vor allem für Solarduschen, da diese sonst nicht die benötigte Sonnenenergie erhalten können.
  • Der Abfluss des Wassers muss gewährt werden können. Bei regelmäßigem Gebrauch der Dusche darf es nicht zu Überschwemmung oder Wasserstau kommen. Achten Sie daher auch drauf, dass das Wasser nicht in den Keller läuft oder ihre Terrasse flutet.
  • Berücksichtigen Sie stets den Abstand der Dusche zum Wasseranschluss. Nichts stört im Garten aus logistischer und ästhetischer Sicht mehr, als ein zu langer Gartenschlauch. Hier empfehlen sich eventuell Schlauchanker für die Abringung am Gartenzaun oder auch ein einfaches Vergraben des Schlauchs im Boden. Letzteres sollte allerdings nicht tiefer als 20 cm sein.

Edelstahlduschen

Kleinere Standduschen stehen oft mittels Spikes im Gartenboden, größeren Modellen genügt diese auf Dauer relativ instabile Variante allerdings nicht. Edelstahlduschen kommen häufig in Kombination mit witterungsbeständigem Holz und bieten dabei eine Kombination aus Kopf- und Handtusche. Mit Messing verchromte Armaturen und individuelle Designs sorgen dafür, dass Sie ihre ganz eigene und individuelle Gartendusche finden. Bei Modellen, die sich dem vierstelligen Preissegment annähern, sind optional auch Warmwasseranschlüsse enthalten.

Zu den wichtigsten Herstellern im Segment der Edelstahlduschen zählen:

  • Gardena
  • Garvida
  • Mals
  • Extremis
  • Delfin
  • Viteo

Solarduschen speichern Wasser und Wärme und sorgen für mehr Komfort

So erfrischend die Vorstellung auch sein mag, sich nach einem heißen Sommertag im eigenen Garten abzubrausen, so kalt ist oft die Realität. Das Wasser aus dem Gartenschlauch ist oft nicht wärmer als 10 Grad Celsius. Die immer beliebteren Solarduschen schaffen hier Abhilfe. Ein spezieller Solartank, meist aus Aluminium, hilft dabei, das Wasser bei entsprechender Sonneneinstrahlung aufzuwärmen. Die Größe dieses Tanks variiert je nach Modell zwischen 30 und 60 Litern. Bequem lässt dann die Temperatur mittels Thermostatventil regulieren. Diese Duschen besitzen darüber hinaus auch in der Regel einen separaten Anschluss für Warmwasser, sollte dieser in unmittelbarer Nähe der Dusche vorzufinden sein.

Die Tankgröße entscheidet auch über die Schnelligkeit der Temperaturregulation. Große Tanks benötigen etwas mehr Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Da das System von Sonnenenergie abhängig ist, sind der Grad und die Dauer der Erwärmung auch stets abhängig von der jeweiligen Wettersituation. Im Winter sollte der Tank hingegen leer sein, um dauerhafte Schäden durch Frost zu vermeiden. Achten Sie daher darauf, ob ein separates Ablaufventil vorhanden ist.

Was Sie bei der Pflege Ihrer Gartendusche beachten müssen

Auch wenn die Outdoor-Duschen standortbedingt gut gegen Witterung und verschiedene Wetterlagen ausgerüstet sind, so ist gute Pflege auch hier sehr wichtig, um dem Produkt ein langes Leben zu bescheren. Auch wenn die Wetterbeständigkeit vorausgesetzt wird, so sollten Sie diese noch einmal gesondert vor dem Kauf Ihres Exemplars überprüfen. Behandeln Sie die Oberfläche Ihrer Gartendusche dabei regelmäßig. Bei der Holzoberfläche sind spezielle Pflege-Öle ratsam. Die Edelstahlkomponenten können mithilfe einer Chrompolitur behandelt werden, wie diese auch bei Autos angewendet wird.
Achten Sie darauf, dass die Dusche nach jeder Benutzung optimal trocknen kann und die Umgebung nicht zu feucht ist. Dies beugt Schimmelbildung vor. Kleinere und transportable Duschen sollten im Winter bei Nichtbenutzung abgebaut und sicher gelagert werden. Bei fest installierten Duschen empfiehlt es sich, diese mittels Gartenfolie in den Wintermonaten abzudecken. In jedem Fall sollten die Wasserleitungen, Schläuche sowie der Tank einer Solardusche in den kalten Monaten geleert werden, um so zu verhindern, dass diese bei Frost platzen.

Neuer Trend bei den Outdoor-Duschen - das Wasser kommt von unten

Neben den klassischen Brausevarianten mit Rohr und Duschkopf haben sich in den letzten Jahren auch neuere Konzepte durchgesetzt. So gibt es inzwischen Varianten, die komplett auf den klassischen Duschkopf verzichten und stattdessen mit Wasserdüsen aus dem Fußboden funktionieren. Optisch sehen diese Varianten aus, wie normale Platten aus Holz oder Kunststoff. An diese wird allerdings direkt der Gartenschlauch montiert. Mit einem Tritt auf die Platte öffnen sich die Ventile und sofort schießen feine Wasserfontänen aus dem Fußboden.

Diese können bis zu drei Meter hoch sein und auch häufig variabel eingestellt werden. Dadurch decken Sie die gleiche Wassermenge ab, wirken dabei allerdings wesentlich komfortabler und kompakter. Dies ermöglicht einen besseren Transport und erlaubt mehr Flexibilität, wenn es darum geht, die Dusche im Winter einzulagern. Auch wird der Wasserhaushalt intelligenter geregelt.

Gartenduschen sind nichts für Lang- und Warmduscher

Eines sollten Sie im Vorfeld wissen. Wenn Sie lang anhaltende Duschfreuden suchen, sind Sie mit Gartenduschen sicher nur bedingt gut bedient. Die Geräte eignen sich in erster Linie zum kurzen Abbrausen nach getaner Gartenarbeit oder nach dem Poolbesuch. Auch stellen Sie eine günstige Alternative zum Pool da, wenn es darum geht, sich an heißen Tagen oder nach dem heimischen Besuch der Sauna zu erfrischen.

Wenngleich neuere Modelle stückweise mehr Komfort bieten, sind die Preise entsprechend hoch und erreichen dabei auch gern den Wert einer handelsüblichen Einbaudusche. Ob Sie bereit sind, diesen Preis dann auch für eine Gartendusche zu zahlen, müssen Sie selbst entscheiden.

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