NZXT Apollo

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Das NZXT Apollo ist ein Gehäuse der gehobenen Klasse, das sich vor allem an Gamer und Computerenthusiasten wendet. Seine Front ist ansehnlich und das Fenster gibt den Blick auf die wahren Werte des Rechners frei. Im inneren ist es sinnvoll aufgeteilt und gut belüftet. Das Material ist solide und gut verarbeitet, und weist auf den ersten Blick wenig Schwächen auf. Mit Platz für insgesamt drei 120mm-Lüfter, von denen zwei schon mitgeliefert werden, ist das Gehäuse auch für Freunde moderaten Overclockings durchaus geeignet. Fünf 5 1/4"-Bays und 5 31/2"-Bays, von denen eine nach aussen geführt ist, lassen auch genügend Raum für alle Laufwerke, Displays und Lüftersteuerungen,die das Herz begehrt.

 1. Erstkontakt
Das Apollo wirkt vom ersten Augenblick an gediegen und solide. Kleine Unschönheiten wie unverdeckte Angüsse an einigen Teilen stören die Optik nur leicht. Der Lack ist gut verarbeitet und frei von Schatten und Schlieren, dürfte aber ruhig noch etwas mehr Glanz und Glätte haben. Auch die Plastikteile der Vorderfront sind lackiert - bis auf das Fenster aus Rauchplastik natürlich. Die Kanten der Plastikteile sind leider nicht ganz makellos - allerdings für ein Gehäuse dieser Preisklasse einhundertprozentig ausreichend. Als nächstes wäre wohl ein Blick ins innere recht. Das ist dank der mitgelieferten (übrigens hochwertigen) Rändelschrauben kein Problem. Im Inneren finden wir zunächst einen kleinen Pappkarton, der das Zubehör enthält. Darin widerum findet sich neben dem unvermeidlichen Beutel mit Schrauben auch ein Bündel mit Schienen für die Laufwerkseinschübe im unteren Käfig. Neben dem Pappkarton fällt ein dickes Bündel ins Auge, die zu den USB-Anschlüssen, dem FireWire-Anschluss, den Audioanschlüssen und den Frontpanel-Anschlüssen führen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass all diejenigen Anschlüsse, deren Belegung nicht vereinheitlicht ist, mit mehreren Steckern ausgestattet sind,  zusätzlich sind auch noch Einzelstecker für die Exoten unter den Mainboards vorhanden. Weniger angenehm fällt dagegen auf dass die beiden mitgelieferten Lüfter keine Drehzahlsensoren haben und auch nur über Hülsenlager verfügen.

2. Genauere Betrachtung
Das Apollo verfügt in seinen oberen sieben Einschüben (5x 5 1/4", 2x 3 1/2") über herausnehmbare Verriegelungsschieber, die den Einsatz von Schrauben beim Laufwerkseinbau überflüssig machen. Bei einem Gehäuse dieser Preisklasse ist das allerdings auch zu erwarten.  Der untere Laufwerkskäfig ist um 90° gedreht, so dass die Öffnung nach vorne schaut. Der Käfig ist auch herausnehmbar, jedoch erfordert dies einiges bastlerische Geschick und das komplette Zerlegen des Gehäuses - Dieser Teil der Konstruktion könnte besser gestaltet sein. Hier werden die Laufwerke mit Hilfe von Schienen montiert, die einfach in die Schraublöcher des Laufwerks gesteckt werden. Wie sich das wohl auf das Gewinde im Laufwerk auswirkt? Leider besteht hier auch keine Alternative, die Stifte lassen sich aus den Schienen leider nicht entfernen. Nach dem Einbau des Laufwerkes ist zwischen Laufwerk und Fenster auch nicht mehr übermässig viel Platz - Wer so wie ich geschirmte SATA-Kabel bevorzugt, kommt da schon ins grübeln. Im Inneren des Gehäuses sind alle Kanten versäubert und/oder umgebördelt, so dass weder unseren Kabeln noch unserer Haut von dieser Seite Gefahr droht. Die Bohrungen für das Mainboard sind übersichtlich und klar beschriftet, so dass die Befestigungsschrauben ohne umständliches blättern im Handbuch verteilt werden können.

3. Zusammenbau
Wie schon erwähnt, ist der Zusammenbau dank durchdachter Konstruktion, guter Beschriftung und guter Anleitung nicht wirklich ein Problem. Das Netzteil liegt beim Apollo klassisch oben. Neben den vier Schrauben wird es nach unten noch durch eine schmale Stützkonsole gesichert - Einziger Wehrmutstropfen ist, dass eben diese Konsole das einzige Teil am Gehäuse ist, bei dem die Kanten nicht versäubert waren. Beim EInbau des Mainboards gab es eine kleine Verwirrung: ein Teil der Befestigungsmuttern hatt ein anderes Gewinde. Nachdem jedem Befestigungsbolzen die richtige Mutter zusortiert war, ging es problemlos. An Laufwerken war ein Festplattenlaufwerk und ein CD/DVD-Laufwerk geplant. Ursprünglich sollte die Festplatte in den oberen Käfig. Leider stellte sich aber heraus, dass bei Einbau einer großen Graphikkarte (im Test eine Saphire Radeon HD4870) für Anschlüsse der Festplatte nicht wirklich Platz war. Das ist definitiv ein eindeutiger Mangel, zumal viele Gamer, an die sich NXTZ ja wendet, leistungsstarke und damit auch große Graphikkarten verwenden dürften. Also musste die Platte in den unteren Käfig. Nach dem Einbau des Laufwerkes ist zwischen Laufwerk und Fenster auch nicht mehr übermässig viel Platz - Wer so wie ich geschirmte SATA-Kabel bevorzugt, kommt da schon ins grübeln, ob er seinen Kabeln (von den oft auch nicht übermässig stabilen SATA-Anschlüssen ganz zu schweigen) diese Biegeradien wirklich antun will . Mit den unsterblichen Worten der Toten Hosen: es geht, doch es geht nicht gut - Ich würde in diesem Fall Kabel mit abgewinkelten Steckern sehr empfehlen. Da nicht viele Menschen geschirmte SATA-Kabel verwenden, würde ich das nicht als Mangel ansehen, lediglich als kleine Unbequemlichkeit. Absolut nützlich dagegen ist die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe des Festplattenkäfigs einen zusätzlichen einblasenden Lüfter anzubringen. Leider muss dazu das gehäuse aber weitgehend zerlegt werden, weshalb es nachträglich nur schwer zu bewerkstelligen ist, aber es dürfe den Platten im unteren Käfig genügend Frischluft zur Verfügung stellen, dass dort wahrscheinlich sogar schnelldrehende SAS-Platten nicht ins schwitzen kommen würden - Wenn mir jemand ein paar davon schenkt, probiere ich es gerne mal aus.

4. Betrieb
Entgegen allen Befürchtungen sind die mitgelieferten Lüfter trotz ihrer Hülsenlager und fehlender Drehzahlregelung angenehm leise. Etwas unangenehm wirkt sich aus, dass die Frontklappe immer die Tendenz hat, zuzufallen. Hier wäre eine Feder recht. Nach etwa zwei Wochen mussten die Türmagnete nachgeklebt werden. Es finden sich nirgends im Gehäuse Staubablagerungen, was darauf hindeutet, dass nirgends Zonen mit zu geringer Luftströmung bestehen. Die Komponenten bleiben auch im Betrieb auf konstant niedriger Temperatur. Der Klavierlack erweist sich im Betrieb als überraschend robust. Trotz wiederholten "Auffahrunfällen" mit dem Bürostuhl sind keine Schäden entstanden. Sehr unpraktisch wirkt sich aus, dass die Frontsideanschlüsse auf der dem Fenster abgewandten Seite angebracht sind. Wenn man das Gehäuse so aufstellt, dass das Innenleben sichtbar ist, muss man um das Gehäuse herumgreifen, um einen USB-Stick oder einen Kopfhörer einzustecken.

5. Fazit:
Das Apollo ist ein sehr schönes und absolut robustes Gehäuse. Leider hält sein Design mit der Größenentwicklung der Computerteile nicht ganz mit - 3cm länger würden viel ausmachen. Trotzdem ein prachtvolles Gehäuse, das mit seiner blauen Beleuchtung und seinen Chromapplikationen ein echter Hingucker ist, den ich mir immer wieder ins Haus holen würde. Ein paar kleine Kinderkrankheiten können die Freude da nicht wirklich trüben
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