Mystisch, alt und geheimnisvoll – Bedeutung und Hintergründe von keltischem Schmuck

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Mystisch, alt und geheimnisvoll – Bedeutung und Hintergründe von keltischem Schmuck

Die Kelten sind auch heute noch voller Geheimnisse und Rätsel für uns. Denn dieses Volk, das einst den gesamten europäischen Kontinent bewohnte, hat keine schriftlichen Überlieferungen hinterlassen. Dadurch liegen viele Bereiche seiner Lebensweise und Kultur im Dunkeln. Besonders der keltische Glaube und ihre Weltanschauung bleibt weiterhin mystisch und geheimnisvoll. Viele archäologische Funde wie Schmuck oder Kultgegenstände zeichnen ein diffuses Bild über das Leben dieser Hochkultur aus der Bronze- und Eisenzeit. Nachbildungen dieser Fundstücke haben inzwischen den Weg in die Schmuckproduktion gefunden. Ob maschinell- oder handgefertigt, die verschlungenen Symbole und Figuren sind als attraktiver Blickfang bei Jung und Alt beliebt. Dennoch bleibt die Frage nach dem Sinn und der Bedeutung der einzelnen Motive. Im Folgenden erfahren Sie Deutungsmöglichkeiten und Hintergründe zu keltischem Schmuck sowie interessante Details zum keltischen Weltbild und ihrem Glauben.

Die Kelten – ein wanderfreudiges Volk

Der Begriff 'Kelten' stammt von dem griechischen Wort „Keltoi“ ab und bedeutet so viel wie „die Tapferen“. Die Römer übernehmen später diesen Begriff und nennen die Kelten auf Latein „Celtae“ oder auch „Galli“. Unter dem Namen „Gallier“ sind die Kelten dank der Comics von René Goscinny und Albert Uderzo in unserer modernen Zeit weltbekannt geworden.

Doch auch zu ihren Lebzeiten sind die Kelten schon ein spektakulärer Volksstamm. Die erste Besonderheit ist ihr lockerer Zusammenschluss aus unabhängigen Stämmen. Die einzelnen Stämme sprechen zwar dieselbe Sprache und pflegen auch dieselben Bräuche und Traditionen, doch gibt es bei den Kelten kein Königreich, in dem die einzelnen Splittergruppen unter einem gemeinsamen Herrscher vereint gewesen wären. Stattdessen schalten und walten die einzelnen Häuptlinge frei nach ihrem Ermessen.
Herausragend ist auch die keltische Wirtschaft. Für damalige Zeit sind die Kelten sehr fortschrittlich und betreiben erfolgreich Handel mit Vieh, Werkzeugen, Schmuck und Waren des täglichen Bedarfs. Die Römer schätzen die hochwertigen Produkte der Kelten und beziehen von ihnen vor allem edle Stoffe, Wein und andere Spirituosen. Die Kelten erschließen sich mit dem Aufbau ihres Handelsnetzes stetig neue Gebiete. Siedler lassen sich dort nieder und bauen neue Dörfer. So breiten sich die Kelten mit der Zeit auf einem Großteil des gesamten europäischen Festlandes aus. Ihr Einflussgebiet reicht in ihrer Blütezeit von Norddeutschland bis hinunter zu der Iberischen Halbinsel und von Slowenien bis Kroatien und dem gesamten Mittelmeerraum mit Griechenland, Italien und Frankreich. Später kommen sogar Irland und die britischen Inseln dazu.

Kriegerisch, unerschrocken, trinkfest – die Kelten aus der Sicht der Römer

Trotz ihrer Handelsbeziehungen mit den Kelten stehen die Römer diesem Volk eher ablehnend gegenüber. Auch der Volksstamm der Germanen ist ihnen nicht freundlich gesinnt. Ursache ist wahrscheinlich die aggressive, kriegerische Art der Kelten und ihre rücksichtslose Art der Landeroberung und -besetzung. Berühmte Geschichtsschreiber aus Griechenland und dem Römischen Reich bezeichnen die Kelten seit jeher als grausame Barbaren mit blutrünstigen Bräuchen. Als die Kelten ca. 400 v. Chr. In Rom einmarschieren und die Tempel plündern, stehen sich beide Parteien offen feindlich gegenüber. Julius Cäsar schlägt die Kelten schließlich im Gallischen Krieg 58 – 52 v. Chr. vernichtend und gliedert ihr Hoheitsgebiet in das Römische Reich ein. Das keltische Volk wird gezwungen, die römische Lebensweise und Religion anzunehmen. Wie schon in der Comic-Serie Asterix und Obelix zu lesen ist, gibt es vereinzelt Widerstand gegen die römischen Eroberer, die jedoch bald endgültig niedergeschlagen werden. Einzig Großbritannien und Irland bieten den Kelten etwas länger Schutz, bevor auch sie erst den Römern und dann der Ausbreitung des Christentums zum Opfer fallen.

Glaube und Religion der Kelten

Als sehr naturverbundenes Volk sehen sich die Kelten als fester, vorherbestimmter Teil der Natur. Jedes Mitglied eines keltischen Stammes versucht, diesen ihm vorbestimmten Lebensweg so gut als möglich zu gehen. Dabei richten sie sich an die Gesetze der Natur und folgen ihrem endlosen Kreislauf aus Entstehung, Wachsen und Sein sowie dem allmählichen Vergehen. Wichtige Figuren sind hierbei die „Große Mutter“, die die allumfassende Natur darstellt, sowie die drei verschiedenen Reiche Land, See und Himmel.

Neben dem individuellen Glauben des Einzelnen steht die keltische Religion. Sie beinhaltet den Glauben an bestimmte Naturgottheiten, die sich in Form von Naturereignissen wie Feuer, Blitz oder Donner offenbaren. Die Vermittler zwischen Himmel und Erde werden Druiden genannt. Sie kommunizieren mit den Göttern und deuten ihre Zeichen. Sie sind aber auch für viele andere Lebensbereiche zuständig. So kann ein Druide außerdem ein Heiler sein, ebenso ein Barde, Lehrer oder Streitschlichter. Auf jeden Fall gehört er zu den bedeutenden Mitgliedern eines keltischen Stammes und wird dort aufgrund seines breit gefächerten Wissens sehr geschätzt.

Keltischer Schmuck – mehr als einfacher Zierrat

Schmuck hat für die Kelten eine tiefe Bedeutung, denn er dient ihnen zum einen als Glücksbringer und schützendes Amulett. Zum anderen können die Schmuckstücke auch spirituelle Bedeutung haben und der eigenen Entwicklung und erfolgreichen Lebensführung dienen. Hier finden Sie die gebräuchlichsten keltischen Schmuckstücke und ihre Bedeutung erklärt:

Der Baum des Lebens – Keltisches Symbol der Erneuerung

Das bekannteste und wichtigste Symbol der keltischen Kultur ist der Lebensbaum, denn Bäume gelten dem keltischen Glauben nach als Vermittler zwischen Himmel und Erde. Ursprung dieser Sichtweise ist das alte keltische Weltbild. Demnach bildet ein großer Baum die bekannte Welt. Unten befindet sich das Erdreich mit den Wurzeln und oben bildet die weite Baumkrone das Himmelsgewölbe. Daher ist der Baum das Symbol für Ausgleich und Harmonie. Gleichzeitig gilt der Lebensbaum als Zeichen für das Leben und die Wiedergeburt. Damit ist dieses Symbol ein starkes, schützendes Zeichen und Sinnbild für die richtige Balance im Leben.

Das keltische Kreuz – Himmelsachse und Brücke zu anderen Welten

Ähnlich wie der Baum steht auch das keltische Kreuz mit seinem Ring für die Verbindung zwischen den einzelnen Reichen oder Himmel und Erde. Außerdem werden ihm Dinge wie der Lauf der Jahreszeiten sowie der vier Himmelsrichtungen als Bedeutung zugeschrieben.

Knoten, Fäden und Labyrinthe

Ein weiteres tief greifendes Symbol der keltischen Mythologie ist der Lebensweg, das Schicksal des Einzelnen. Er wird gerne in Form von verschlungenen Fäden, Keltischen Knoten sowie Labyrinthen und Irrgärten dargestellt. Die Abbildungen zeigen das Leben mit seinen verschlungenen Pfaden, Winkelzügen und plötzlichen Wendungen. In der Regel bestehen die Symbole aus einem einzigen Faden ohne Anfang und Ende. Damit stehen diese Anhänger, Ringe und Spangen zusätzlich für die immerwährende Erneuerung und den ewigen Lebenskreis der Natur.

Bei den Labyrinthen gibt es zweierlei Arten. Die einen folgen gleichmäßig einem verschlungenen Pfad, der auf seinen Schleifen ohne sich zu überkreuzen zielstrebig zum Mittelpunkt hin verläuft. Andere Stücke zeigen eine andere Form von Labyrinth: Den Irrgarten. Hier endet der Weg je nach Abzweigung und Richtungsänderung in einer Sackgasse oder führt zu einem früheren Standort zurück. Wer sich in diesem Labyrinth befindet, wird zwangsläufig „in die Irre“ geschickt. Vermutlich bezeichnen Labyrinthe und Irrgärten ebenfalls den unergründlichen Lebensweg und sollen dem Träger dieses Schmucks Rat und Hilfe bei anstehenden Entscheidungen sein. Auch die Verwendung als Glücksbringer ist denkbar. Der Träger findet mithilfe dieser Amulette sicher seinen Weg und wird davor bewahrt, sich zu verirren oder sein Ziel aus den Augen zu verlieren.

Eine Sonderform der Labyrinthe stellen die Spiralen dar. Anders, als die verschlungenen Pfade der übrigen Symbole wird dieses Zeichen meist als Energie- und Sonnensymbol interpretiert. Auch als Zeichen für das Wachstum von Körper und Seele ist die Spirale denkbar.

Triskele und Triquetta – ein keltisches Dreigestirn

Diese dreiarmigen Kreuze mit den typisch verschlungenen Bändern haben vermutlich viele Bedeutungen. Sie stehen zum einen für den Lebenskreis aus Geburt, Sein und Vergänglichkeit sowie für die drei keltischen Reiche. Auch die Dreieinigkeit der großen Mutter und der ewige Wechsel des Geschicks können gemeint sein.

Tiersymbole der keltischen Mythologie

Bei einem eng mit der Natur verbundenen Volk wie den Kelten spielen auch Tiere in der Symbolik eine große Rolle. So steht beispielsweise die Eule für große Weisheit und Klugheit, wohingegen der Hund vor allem Schutz und Erfolg bei der Jagd verkörpert. Der Falke gilt als Vermittler zwischen Himmel und Erde und kann dadurch die himmlischen Geschicke positiv beeinflussen, während der Adler als mächtigster Greifvogel die Seelen in die andere Welt geleiten soll. Er steht allgemein für Würde und Macht. Dagegen sind Drachen und Eber mächtige Kriegssymbole. Sie bringen ihrem Träger Erfolg in der Schlacht und bringen zusätzlich Unverwundbarkeit und Tapferkeit.

Auch für den Hausgebrauch gibt es bei den Kelten passende Amulette. Viele symbolisieren Fruchtbarkeit und Glück für den Hausstand, aber auch Mut und Entschlusskraft in schwierigen Zeiten. Außer Tieren haben auch bestimmte Pflanzen und Gegenstände wirkungsvolle Kräfte. So ist den Kelten besonders der Apfelbaum heilig. Er bestärkt die Liebe und Reue zweier Menschen und sorgt für eine glückliche Verbindung. Auch das Ei sowie die Darstellung eines Kessels sind in der keltischen Symbolik häufig vertreten. Das Ei steht wiederum für Fruchtbarkeit und Wachstum, während der Kessel die Große Mutter verkörpert und damit ein weiteres Zeichen für Wachsen und Vergehen.

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