Museumsreif: französische Adrian-Stahlhelme aus dem ersten Weltkrieg

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Der Erste Weltkrieg ist mittlerweile hundert Jahre her, doch er übt auf Historiker und Sammler noch immer eine ungebrochene Faszination aus. Vor allem Uniformen und Helme jener Zeit sind heute heiß begehrte Sammlerstücke – darunter die berühmten französischen Adrian-Stahlhelme.

 

Stählerne Kopfbedeckung statt Mütze: Die Entwicklung zur modernen Soldatenausrüstung

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, zogen die deutschen Soldaten noch mit der ledernen Pickelhaube in den Krieg, die später zum Klischee des militärischen Preußen schlechthin werden sollte. Sie schützte die Soldaten jedoch genauso wenig vor dem Artilleriebeschuss des Feindes wie das klassische Kepi die französischen Soldaten auf der anderen Seite des Konfliktes.

 

Neuer Schutz gegen grausame Granatsplitter und Geschosse

Es war der französische General August-Louis Adrian, der als erster erkannte, dass nur ein Stahlhelm seine Männer halbwegs zu schützen vermochte und so ließ er nach dem Vorbild der Pariser Feuerwehrmänner einen neuartigen Helm entwickeln – den Adrian-Helm, der rund zwei Drittel aller für schwere Verwundungen und Todesfälle verantwortlichen Granatsplitter abwehrte.

 

Schnell kopiert auf allen Seiten: Der Adrian-Helm

War die erste Serie des Adrian-Helms noch eine einfache Stahlkappe, die unter dem Kepi getragen wurde, kamen ab Mitte 1915 zum ersten Mal echte Helme aus ein mm dickem Stahl zum Einsatz, die mit Krempen vorne und hinten zusätzlichen Schutz boten. Nach dem Vorbild der Franzosen entwickelte auch die britische Armee schon bald einen ähnlichen britischen Stahlhelm, der Mk-I-Helm oder nach seinem Erfinder Brodie-Helm genannt wurde. Deutsche Stahlhelme kamen erst ab 1916 in Verdun zum Einsatz.

 

Speicherfund oder Nachbildung? – Worauf zu achten ist

Wer einen historischen französischen Adrian-Helm bei eBay ersteigern oder eine ganze Sammlung anlegen will, sollte darauf achten, dass es sich um historische Helme handelt und nicht um eine Nachbildung. Diese werden zumeist als Speicherfund beworben oder auch als Bodenfund – dabei kann es sich durchaus um Adrian-Helme handeln, die viele Jahre im Erdboden gelegen haben. In beiden Fällen erzählen die Helme ihre eigene wahre Geschichte vom Ersten Weltkrieg.

Sammler von Militaria finden eine große Auswahl verschiedener Adrian-Helme, da sie nicht nur für die französische Armee produziert wurden, sondern auch für die Armeen Belgiens, Serbiens, Russlands, Rumäniens und Italiens. Dazu kommen die unterschiedlichen Modelle der französischen Truppen selbst von den ersten Stahlkappen bis zu den späteren Helmen, die wiederum mit unterschiedlichen Wappen geschmückt waren.

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