Mundharmonika & Akkordeon: Ratgeber zum Kauf von Durchschlagzungeninstrumenten

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Mundharmonika & Co: Ratgeber zum Kauf von Durchschlagzungeninstrumenten

Fast jeder hat schon einmal die Situation erlebt, dass ein Bekannter oder Freund abends am Lagerfeuer seine Mundharmonika herausholt und spielt. Sofort ergibt sich die typische gemütliche Stimmung. Auch Akkordeon-Spieler sind in einer geselligen Runde sehr gern gesehen und in Heimatfilmen oder romantischen Filmen sind diese Instrumente immer wieder zu sehen. Jeder kann mitsingen, und die Instrumente haben einen sehr eingängigen Klang. Im Gegensatz zum Klavier können Sie Akkordeon und Mundharmonika auch leicht transportieren und so fast überall mit hinnehmen. Wenn Sie nun auch davon träumen, solch ein Instrument zu erlernen, ist es wichtig, sich im Vorfeld genau zu informieren, worauf es beim Kauf eines solchen Instruments ankommt. Akkordeon und Mundharmonika gehören zur Familie der Durchschlagzungeninstrumente:  Dieser Ratgeber informiert sie darüber, was es damit auf sich hat.

Was ist ein Durchschlagzungeninstrument und welche Instrumente gehören zu dieser Instrumentenfamilie?

Bei Durchschlagzungeninstrumenten wird der Ton durch Metallzungen erzeugt. Diese schwingen frei im jeweiligen Instrument. Dabei sind die Instrumente so konstruiert, dass jeweils ein oder zwei Töne einen eigenen Luftkanal haben. Die Luft wird entweder mechanisch oder direkt zugeführt. Um einen Ton anzuschlagen, werden nicht gewünschte Luftkanäle, beispielsweise durch das Drücken einer Taste oder eines Knopfes, abgedeckt. Zu den bekanntesten Durchschlagzungeninstrumenten gehören die Mundharmonika und das Akkordeon. Daneben zählen noch das Harmonium und die ostasiatischen Mundorgeln zu den Durchschlagzungeninstrumenten. Diese Instrumentenfamilie fand erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Westen Verbreitung. Im asiatischen Raum dagegen sind schon seit circa 3.000 Jahren Durchschlagzungeninstrumente verbreitet. Im Gegensatz zu diesen Instrumenten werden in der Orgel Aufschlagzungen als Register benutzt.

Das sollten Sie beim Kauf einer Mundharmonika für Einsteiger beachten

Mundharmonikas sind bei Groß und Klein sehr beliebt. Wenn Sie sich zum ersten Mal eine Mundharmonika kaufen, dann ist eine Blues Harp empfehlenswert. Mit diesem Modell lässt sich das Spielen sehr einfach erlernen. Die Blues-Harp-Mundharmonika ist in der Tonart C-Dur gestimmt und aufgrund der sehr umfangreichen Einstiegsliteratur besonders empfehlenswert. Dabei ist es zweitrangig, von welcher Marke die Mundharmonika ist. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie eine Marken-Mundharmonika kaufen, da diese hochwertiger sind, als billige Importe aus Fernost. Diese Modelle sind meist weniger gut verarbeitet und nicht so strapazierfähig. Auch der Klang ist bei diesen Modellen sehr viel schlechter als bei hochwertigeren Instrumenten. Bekannte und hochwertige Marken sind Hohner und Seydel.

Welche Tonart und Stimmung der Mundharmonika für welchen Zweck geeignet ist

Eine Mundharmonika ist in verschiedenen Tonarten erhältlich. Für welche Tonart Sie sich entscheiden, ist abhängig von der Musikrichtung, die Sie spielen wollen. Denn bestimmte Tonarten harmonieren mit bestimmten Musikrichtungen besser oder schlechter. Für Einsteiger ist ein C-Dur-Modell empfehlenswert, weil die meisten Lehrbücher und Mundharmonika Lernkurse in dieser Tonart geschrieben sind. Wenn Sie das Spiel in einer Musikschule lernen wollen, dann sollten Sie vor dem Kauf den Lehrer fragen, auf welche Tonart er seinen Unterricht aufbaut. Denn nur, wenn Sie auch ein solches Instrument besitzen, werden Sie dem Unterricht folgen und schnelle Lernerfolge erzielen können.

Die Mundharmonika zum Gitarrenspiel

Wenn Sie bereits Gitarre spielen können, besteht die Möglichkeit, dass Sie sich beim Mundharmonika spielen auf der Gitarre begleiten. Auch in diesem Fall ist eine C-Mundharmonika die richtige Wahl. Denn bei dieser Tonart sind die Noten für Gitarre und Mundharmonika übereinstimmend. Viele Musiker, die diese beiden Instrumente gleichzeitig spielen, setzen spezielle Mundharmonikahalter ein. Dadurch ist die Mundharmonika fixiert und in der idealen Höhe für den Musiker.

So kommen Sie in Country-Stimmung

Neben der Tonart kann eine Mundharmonika auch nach der Stimmung bezeichnet werden. Für Country Musik ist eine Mundharmonika in Country-Stimmung bestens geeignet. Wenn Sie sich zukünftig eher im volkstümlichen Bereich bewegen möchten, dann sollten Sie sich eine Oktav- oder Tremolo-Mundharmonika ansehen. Diese Modelle klingen voller, da bei jedem Ton zwei Stimmzungen erklingen. Damit klingen diese Instrumente ähnlich wie ein Akkordeon und sind auch in geselliger Runde sehr beliebt.

In Jazz und Klassik kommt die chromatische Mundharmonika zum Einsatz

Eine Besonderheit ergibt sich bei der Mundharmonika für die Stilrichtungen Jazz und Klassik. Alle bisher erwähnten Modelle sind in einer festen Tonart gestimmt. Dies bezeichnet man als diatonische Stimmung. Dadurch können andere Tonarten nur sehr schwer gespielt werden, da die Halbtöne nicht vorhanden sind. Diese Halbtöne können nur durch eine spezielle Spieltechnik erzeugt werden, die allerdings sehr schwer erlernbar ist. Für klassische Musik und Jazz-Musik sind deswegen chromatische Mundharmonikas empfehlenswert. Durch einen Schieber können hier alle Töne um einen Halbton erhöht werden und so die komplette Bandbreite genutzt werden.

Mundharmonikas für Kinder

Wenn Sie mit der Mundharmonika Ihrem Kind eine Freude machen wollen, bieten sich spezielle Kinder-Mundharmonikas an. Diese sind meistens in auffälligen Farben oder mit kindgerechten Motiven verziert. Allerdings sollten Sie auch hier darauf achten, dass Sie eine Marken-Mundharmonika und keinen billigen Import kaufen.

Das Akkordeon - diese verschiedenen Modelle sind im Angebot

Beim Akkordeon gibt es genauso wie bei der Mundharmonika verschiedene Arten. Deshalb sollte vorab immer geklärt sein, ob das Instrument universal eingesetzt werden soll oder ob Sie nur eine ganz bestimmte Musikrichtung möglichst optimal spielen wollen. Um möglichst alles spielen zu können, bieten sich am besten chromatische Piano- oder Knopfakkordeons an. Diese Instrumente haben einen sehr guten Klang und die meisten Musikrichtungen sind damit sehr gut spielbar. Während ein Pianoakkordeon auf der rechten Seite eine Tastatur und nur auf der linken Seite Knöpfe, hat ein Knopfakkordeon auf beiden Seiten Knöpfe zur Tonerzeugung.

Pianoakkordeon oder Knopfakkordeon?

Der Vorteil eines Pianoakkordeons ist es, dass es immer gleich aufgebaut ist. Auch beim Wechsel auf ein größeres Modell ist der Umstieg leicht möglich. Außerdem ist durch die Tastatur ein späterer Wechsel auf Klavier oder Keyboard gut möglich. Bei einem Knopfakkordeon müssen Sie dagegen beachten, dass es verschiedene Griffarten gibt. Am weitesten verbreitet sind Knopfakkordeons mit dem C-Griff. Daneben ist der B-Griff vor allem in Süddeutschland sehr beliebt. Die linke Seite des Akkordeons, sprich der Bass, ist mit dem Pianoakkordeon identisch. Neben diesen Varianten gibt es noch in der Tonart eingeschränkte Instrumente. Diese Akkordeons sind meistens für eine bestimmte Musikrichtung optimiert.

Ein vor allem im Alpenraum sehr verbreitetes Modell ist die Steirische Harmonika. Bei der Steirischen Harmonika steht jede Knopfreihe für eine Tonart, das heißt, bei einer vierreihigen steirischen Harmonika kann der Spielende vier Tonarten spielen. Die Steirische hat den typischen volkstümlichen Klang und ist recht leicht zu erlernen. Dadurch ist dieses Akkordeon auch für gesellige Abende sehr beliebt.

Für Tangomusik werden hauptsächlich Concertinas und Bandoneons eingesetzt. Allerdings sind diese recht schwer erlernbar und es gibt kaum Lehrbücher, um diese Instrumente im Selbststudium zu lernen. Auch in Musikschulen wird nur sehr selten Unterricht für diese Instrumente angeboten. Bei der Tonbelegung gibt es viele verschiedene Modelle.

Diese Akkordeonmodelle sind für den Einsteiger und den Profi am besten geeignet

Kinder, die mit dem Akkordeonspiel beginnen wollen, sollten am besten ein 48-bässiges Akkordeon wählen. Zwar sind auch kleinere Akkordeons im Handel erhältlich, allerdings sind bei diesen die musikalischen Möglichkeiten eingeschränkt, was einen späteren Umstieg erschwert. Beginnen können die Kinder in einem Alter von fünf bis acht Jahren. Allerdings ist es wichtig, dass das Kind schon recht groß für sein Alter ist, da ein Akkordeon ein verhältnismäßig schweres Instrument darstellt.

Instrumente für Anfänger

Für erwachsene Anfänger ist dagegen ein 72-bässiges Akkordeon am besten geeignet. Zwar gibt es auch noch Instrumente mit 96 oder sogar 120 Bässen, allerdings sind diese auch sehr schwer und es fällt schwerer, auf diesen Instrumenten das Spiel zu erlernen. Grundsätzlich sollte man gerade bei Anfängerinstrumenten zu einem Instrument einer gängigen Marke greifen. Denn diese lassen sich leichter wiederverkaufen, wenn Sie auf das nächstgrößere Instrument umsteigen oder sich weiter spezialisieren wollen. Auch bei Kinderinstrumenten ist dies empfehlenswert, da die Kinder nach durchschnittlich zwei bis vier Jahren das nächstgrößere Instrument benötigen. Auch ein gut gebrauchtes oder generalüberholtes Akkordeon kann durchaus empfehlenswert sein. Hier kommt es darauf an, in welchem technischen Zustand das Akkordeon ist. Wenn ein Akkordeon länger nicht gespielt wurde, sollten Sie vorsichtig sein. Eventuell wurde es zudem noch falsch gelagert und dann besteht die Gefahr, dass sich Rost an den Stimmzungen gebildet hat.

Instrumente für Fortgeschrittene

Wenn Sie dagegen schon länger spielen und auf der Suche nach einem neuen Akkordeon sind, dann sind Sie im Normalfall bereits auf einen Modelltyp festgelegt. Wahrscheinlich haben Sie schon das Akkordeonspiel auf dieser Instrumentenart, beispielsweise Piano-, Knopf- oder diatonischem Akkordeon erlernt. In diesem Fall sollten Sie auch wieder ein Akkordeon dieser Instrumentenart wählen, damit Sie sich möglichst leicht an das neue Instrument gewöhnen können. Des Weiteren ist entscheidend, ob Sie in einem Orchester oder einer Gruppe mitspielen. Denn dann muss der Klang des Instruments mit der restlichen Gruppe harmonieren. Beispielsweise sind Cassotto-Akkordeons meistens die erste Wahl in Akkordeonorchestern. Auch diese Instrumente finden Sie bei eBay. Ist das Akkordeon dagegen für gemütliche Stunden am Lagerfeuer gedacht, dann ist die beste Wahl ein 72- bis 96-bässiges Akkordeon, das drei bis vier chörig ist. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit verschiedene Instrumente von Freunden oder Musikerkollegen auszuprobieren. So bekommen Sie ein Gefühl, welches für Sie das Optimale sein könnte.

Mit diesem Zubehör schützen Sie Ihr Akkordeon und haben lange Freude daran

Damit Sie lange Freude an Ihrem Akkordeon haben, ist auch das richtige Zubehör wichtig. Für einen schonenden Transport und eine optimale Aufbewahrung Ihres Instruments ist ein Akkordeonkoffer wichtig. Diese Koffer sind meistens mit Samt ausgelegt, wodurch das Akkordeon geschützt wird. Daneben brauchen Sie auf jeden Fall einen Notenständer, um Ihre Noten abzulegen. Dieser Ständer sollte breit genug sein, damit Ihr Notenheft beim Umblättern nicht herunterfallen kann. Wenn Sie ein gebrauchtes Akkordeon kaufen, kann es auch sein, dass Sie neue Riemen benötigen, weil diese bereits zu stark abgenutzt sind oder weil Sie ein anderes Modell bevorzugen. Hier gibt es auch spezielle gepolsterte Riemen. Dadurch werden Ihre Schultern auch beim Spielen im Stehen nicht so stark belastet.

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