Münzen der römischen Republik - Ein Leitfaden für Sammler

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Münzen der römischen Republik - Ein Leitfaden für Sammler

Das Währungssystem zur Zeit der römischen Republik

Im Jahre 509 vor Christus trat das Römische Reich in eine neue Ära ein. Der letzte König von Rom, Lucius Tarquinius Superbus, wurde aus dem Amt vertrieben und an seine Stelle trat eine Regierungsform bestehend aus Konsulat und Senat. Geographisch war Rom damals ein eher kleiner Staat, der sich von Capua im Süden bis zum Gebiet des heutigen Venedig im Norden Italiens erstreckte. Eine Währung in Form von Münzen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die ersten Münzen mit festgelegten Werten und Bildprägungen wurden im Jahre 289 vor Christus gefertigt. Im Jahre 211 vor Christus fand der erste größere Umbruch in der Währung der Römer statt, welche dann eine gewisse Stabilität in das Münzsystem brachte. Zu dieser Zeit hatte sich der Einflussbereich der römischen Republik bereits über weite Teile des Mittelmeerraumes ausgestreckt und die Technik der Münzprägung wurde aus griechischen Kolonien, die sich im Süden von Italien befanden, adaptiert. Die Epoche der römischen Republik ging 27 vor Christus zu Ende, als Octavian den Bürgerkrieg in der Seeschlacht von Actium entschieden hatte und sich zum Alleinherrscher über das Römische Reich ernennen ließ.

Von Bronzebarren zu den ersten Münzprägungen

Bevor im Römischen Reich die ersten Münzen eingeführt wurden, benutzte man Bronzebarren als Zahlungsmittel. Diese Aes rude genannten Brocken besaßen keine genormten Gewichte und man bestimmte ihren Wert rein über das jeweilige Gewicht. Dieses schwankte zwischen zwei und 2500 Gramm. Um 280 vor Christus begannen die Römer damit, das Gewicht der Gussbrocken zu standardisieren und ihnen einfache Motive einzuprägen. Diese wurden aes signatum genannt. Zu dieser Zeit wurde auch in Rom der erste Münzmeister eingestellt. Nach dem Vorbild der griechischen Münzen wurden erste Prägungen in sehr kleinen Auflagen hergestellt, von denen heutzutage kaum noch welche erhalten sind. Die ersten Münzen, die von Form und Wertstellung dem heutigen Geld ähneln, werden in der Numismatik unter dem Begriff Aes Grave zusammengefasst. Dieser ersten Serie von Münzen, die den Grundstein der römischen Währung bildete, gehörten sechs verschiedene Münzen an. In der Reihenfolge ihrer Werte waren dies As, Semis, Triens, Quadrans, Sextans und Uncia. Wie Sie diese und weitere Münzen aus der Zeit der römischen Republik identifizieren und von Späteren unterscheiden können, wird in diesem Ratgeber erklärt.

Das Münzsystem zwischen 280 und 211 vor Christus

Bis zum Jahre 241 vor Christus existierte das System mit sechs Münznominalen, jedoch waren diese nicht besonders stark verbreitet und wurden nur selten geprägt. Aus diesem Grund finden Sie auch nur sehr wenige Münzen aus dieser frühen Zeit der Römischen Republik. Ändern sollte sich dies mit der Einführung des Quadrigatus. Diese Silbermünze wurde in hoher Anzahl gefertigt und erhielt ihren Namen von der Darstellung einer Quadriga, einem römischen Streitwagen, auf der Rückseite der Münze. Auf der Vorderseite der Münze finden Sie den Januskopf. Die Münze hatte ein Gewicht von 6,8 Gramm und orientierte sich im Wert an den griechischen Drachmen. Ein Quadrigatus besaß den Wert von zwei Drachmen beziehungsweise einer Didrachme. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Didrachmen, die eigentlich in das Münzsystem der Griechen gehörten, in der Römischen Republik geprägt.

Zu dieser Zeit war eine der zentralen Münzen noch der Quadrans. Diese besaß den Wert eines viertel Asses und hatte ein Gewicht von 2,8 Gramm. Im Verlaufe der römischen Republik sank die Kaufkraft dieser Münze jedoch rapide und ab 90 vor Christus war sie zum kleinsten Münznominal geworden. Ebenfalls wie die nächsthöhere Münze, der Semis, wurden diese Münzen sehr selten geprägt und wurden zunehmend unwichtig. Semis aus Messing und Quadrans aus Kupfer sind aufgrund ihrer Seltenheit nur in geringer Zahl erhalten und dementsprechend selten zu finden.

Römische Bronzemünzen - As und Depondius

Öfter anzutreffen sind die Asse. Diese ebenfalls um 280 vor Christus eingeführte Münze war zum Beginn der Römischen Republik das Grundnominal und die wertvollste Münze. Anfangs wog die Münze genau ein römisches Pfund, was 327,45 Gramm entspricht. Die Münze wurde aus Bronze gefertigt und anfangs nicht geprägt, sondern gegossen. Im Verlauf des 3. Jahrhunderts vor Christus sank das Gewicht des As auf rund 273 Gramm und die Münze wich im Zuge der Münzreform 211 vor Christus den Goldmünzen und dem Denar als Leitwährung in der Römischen Republik. Immer mehr Münzen wurden in das römische Währungssystem aufgenommen, die sich von den Werten aber weiterhin am As orientierten. So erschien 215 vor Christus erstmals der Dupondius.
Er hatte den doppelten Wert eines Asses und wurde aus Bronze gefertigt. Wie kaum eine andere Münze litt der Dupondius im Laufe der Jahrhunderte unter der Inflation. Für Sie als Numismatiker hat dies auch Vorteile, denn die Unterscheidungsmerkmale dieser Münze aus den unterschiedlichen Epochen sind so auffällig wie sonst bei kaum einer Münze. Die ersten Duponiden aus dem 3. Jahrhundert vor Christus wogen beachtliche 655 Gramm. Ihr Gewicht fiel rapide und lag zum Ende der römischen Republik um die Zeitenwende bei nur noch 17 Gramm. Marcus Antonius, der 44 vor Christus Kaiser wurde, ließ auf den Duponiden erstmals ein Wertezeichen anbringen. Diese Markierung finden Sie in Form des Buchstabens B. Duponiden, die aus der Zeit nach der Römischen Republik stammen, wurden dazu nicht mehr aus Bronze, sondern aus Messing gefertigt. So können Sie die Duponiden schnell und einfach einer Epoche zuordnen.

Erste Goldmünzen in der römischen Republik

Mit dem Stater und dem Halbstater führte die römische Republik im Jahre 216 vor Christus die ersten Goldmünzen ein. Diese waren eine Kopie des griechischen Staters, die dort bereits seit dem 4. Jahrhundert vor Christus in Gebrauch waren. Die Motive auf den Statern wurden jedoch durch römische Motive ersetzt und als Prägeort finden Sie den Hinweis auf die Stadt Rom. Auf dem Avers der Münze befindet sich der Kopf der Dioskuren und auf dem Revers sind drei Menschen aufgeprägt. Jedoch wurde der goldene Stater in der römischen Republik nur für rund zwei Jahrzehnte geprägt, dann löste ihn das Gold-As ab.

Die Währungsreform im Jahre 211 vor Christus

Im Jahre 211 vor Christus war das Münzsystem in der römischen Republik bereits sehr unübersichtlich geworden. Neben den vielen Münzen, die von Rom selbst eingesetzt wurden, hatten sich viele griechische Münzen wie der Stater oder die Drachmen eingebürgert und wurden ebenfalls von römischen Münzprägestätten gefertigt. So kam es im Jahre 211 vor Christus zur ersten Währungsreform, infolgedessen viele Münznominale ersatzlos gestrichen wurden. Im Gegenzug wurden einige Münzen neu eingesetzt, die teilweise über Jahrhunderte das Währungssystem prägen sollten.

Die neuen Silbermünzen ab 211 vor Christus

Zu einer dieser wichtigen Münzen sollte der Denarius werden. Diese Silbermünze gliederte sich unterhalb der wertvolleren Goldmünzen ein und besaß anfangs eine mittlere Kaufkraft. Er ersetzte die silberne Quadrigatus und andere Silbermünzen mit ähnlichen Werten, wie zum Beispiel die Drachmen. Als Motiv finden Sie auf den frühen Prägungen das Kopfprofil eines der römischen Götter. Dies waren entweder Mars, Roma, Bellona oder Diana. Spätere Münzen aus dem Römischen Reich zeigten zumeist lebende Kaiser, was in der Zeit der römischen Republik aber noch nicht Usus war. Das Gewicht lag Anfangs bei 4,5 Gramm und die Münze besaß einen hohen Silberanteil. Das Raugewicht sollte über den Verlauf der gesamten römischen Republik beständig sinken. Im Jahre 206 vor Christus lag das Gewicht eines Denarius bei 4,2 Gramm, 190 vor Christus waren es nur noch 3,9 Gramm. Um 170 vor Christus wog ein Denarius dann 3,7 Gramm. Das Feingewicht blieb hingegen relativ beständig und lag zwischen 95 und 90 Prozent. Gewicht und Münzbild sind also zwei der Hauptmerkmale, mit deren Hilfe Sie die Prägezeit eines Denarius identifizieren können.
Ebenfalls hilfreich ist die Wertangabe, die sich auf allen frühen Denarii findet. Der Wert eines Denarius lag in der römischen Republik bei zehn Assen, was durch ein X gekennzeichnet ist. Ab 130 vor Christus kam es zu einer Neubewertung der Denarii und der Asse, sodass ein Denarius nun den Wert von 16 Assen hatte. Folglich finden Sie auf Denarii, die nach 130 vor Christus geprägt wurden, den Wertaufdruck XVI. Ab circa 100 vor Christus wurde die Wertprägung dann komplett weggelassen. Als zweite Silbermünze wurde zur gleichen Zeit der Sesterz eingeführt. Er hatte den Wert von 2,5 Assen und wurde zu einer der wichtigsten Münzen im täglichen Handel. Sein Gewicht betrug in der ersten Zeit der römischen Republik rund ein Gramm. Ab 130 vor Christus betrug sein Wert vier Asse.

Die Veränderungen an den Münzen im Verlauf der römischen Republik

Als Folge der Inflation kam es zu immer drastischen Abwertungen bei den Münzen. Dies wurde in den meisten Fällen, besonders bei den Silbermünzen, über das Feingewicht geregelt. Kupfer- und Bronzemünzen hingegen schrumpften meistens in ihrem Gesamtgewicht, wie es zum Beispiel bei den Duponiden der Fall war. Dies führte dazu, dass die kleinsten Münzen im Währungssystem faktisch im Nichts verschwanden. Sextans und Uncia, die beide seit 280 vor Christus existierten und zu den ältesten Münzen gehörten, fielen der Inflation komplett zum Opfer. Die Uncia als kleinstes Nominal wurde letztmalig um 100 vor Christus geprägt, der Sextans verschwand nur 10 Jahre später aus dem Gebrauch.

Als Julius Caesar 59 vor Christus zum Herrscher über das Römische Reich wurde, ordnete er an, die Sesterzen künftig aus Bronze zu prägen. Damit wurden die Sesterzen zur Massenmünze. Dies war aber nicht die einzige Änderung, die unter der Herrschaft Caesars stattfand. Er war der erste Herrscher, der zu Lebzeiten auf Münzen abgebildet wurde. Dies setzte sich auf Münzen aller Arten ab dieser Zeit durch, bis dahin fanden sich nur Abbildungen von Göttern und andere Darstellungen aus der römischen Kultur auf den Münzen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden