Münzen der Alliierten-Besatzung - besondere Zahlungsmittel nach dem Krieg

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Münzen der Alliierten-Besatzung - besondere Zahlungsmittel nach dem Krieg

Reichsmark und Militär-Mark in Deutschland

Seit dem 30. August 1924 war das offizielle Zahlungsmittel in Deutschland die Reichsmark. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 war nicht nur Deutschland, sondern auch die Reichsmark besiegt. Um die Kosten des Krieges in Deutschland zu finanzieren, wurde so viel Geld gedruckt, dass die Reichsmark keinen Wert mehr hatte. Hinzu kam, dass die Bürger gegenüber diesem Zahlungsmittel verunsichert waren und es vorzogen, ihr Geld unmittelbar in den Geschäften gegen Lebensmittel oder andere Waren einzutauschen. Alle Besatzungsmächte arbeiteten auf Hochtouren daran, eine stabile Währung in Deutschland einzuführen. Bis zu einer Lösung wurde in Deutschland die Alliierte Militär-Mark herausgegeben. Die Militär-Mark (Allied Military Currency) war in Deutschland in der Zeit von 1945 bis 1948, neben der Reichsmark, gültig. Die Banknoten, die bereits 1944 in den USA und im sowjetischen Goznak gedruckt wurden, hatten Nennwerte von 0,50 Mark bis 1000 Mark und galten als gesetzliches Zahlungsmittel für die Abgeltung von Markschulden aller Art.

Die Saar-Mark und der Saar-Franken kommen

Im Saarland, französisches Saarprotektorat, wurde vom 16. Juni bis 19. November 1947 die Saar-Mark als Übergangslösung veröffentlicht. Am 20. November 1947 wurde der Saar-Franken, so nannte man den französischen Franc im Saarland, herausgegeben. Am 06. Juli 1959 löste die Währung Deutsche Mark den Franc dort ab.

Einführung der Deutschen Mark in Westdeutschland

Die Länder der westlichen Besatzungszonen Hamburg, Hessen, Baden, Bremen, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern wurden am 18. Juni 1948 über die Einführung einer neuen Währung in Kenntnis gesetzt. Für die Deutsche Mark trat am 20. Juni 1948 das neue Währungsgesetz in Kraft und sie wurde am darauf folgenden Tag eingeführt. Die Bürger hatten die Pflicht, bis zum Ablauf des 26. Juni 1948 vorhandenes Bargeld der Reichsmarkwährung zu tauschen. In extra geschaffenen Ausgabestellen erhielt der Bürger die neue Währung in Form von Lebensmittelmarken. Im Zuge der Währungsreform wurde die Bank deutscher Länder gegründet und damit beauftragt für einen reibungslosen Umtausch zu sorgen. Jeder Bürger erhielt ein sogenanntes Kopfgeld in Höhe von 60 Deutschen Mark, welches in zwei Etappen in Form von Lebensmittelmarken ausgezahlt wurde. Die erste Münze der Deutschen Mark wurde am 24. Januar 1949 herausgegeben.

Die Deutsche Demokratische Republik erhält die Mark

Die sowjetische Besatzungszone reagierte und markierte alle Reichsmark-Noten mit Klebemarken. Dadurch entstand kurzfristig die „Klebemark“. Am 24. Juli 1948 wurde auch in der Sowjetischen Besatzungszone die Währung reformiert. Die neue Währung „Deutsche Mark der Deutschen Notenbank“ wurde veröffentlicht und blieb die offizielle Währung bis zum 31. Juli 1964. In der Zeit vom 1. August 1964 bis zum 31. Dezember 1967 wurde die Währung in „Mark der Deutschen Notenbank“ umbenannt, damit sie sich von der westlichen „Deutschen Mark“ deutlicher unterscheiden ließ. Die letztgültige Währung in der DDR war vom 1. Januar 1968 bis 30. Juni 1990 die „Mark der Deutschen Demokratischen Republik“. Ab dem 1. Juli 1990 wurde in der gesamten Bundesrepublik Deutschland die Deutsche Mark offizielles Zahlungsmittel.

Münzen in Westdeutschland in der Zeit der westlichen Alliierten-Besatzung

In der westlichen Alliierten-Besatzung wurde am 20. Juni 1948 die Währung Deutsche Mark eingeführt. Die erste Münze war eine 1-Pfennig-Münze, welche mit Datum vom 24. Januar 1949 herausgegeben wurde. Die Ausgabe der Münzen erfolgte in Etappen, bis alle veröffentlich waren. Nach der 1-Pfennig-Münze folgte am 21. Mai 1949 die 10-Pfennig-Münze. Beide wurden mit dem Schriftzug „Bank Deutscher Länder" versehen, der im Jahr 1950 einheitlich in den Schriftzug „Bundesrepublik Deutschland" geändert wurde. Die nächsten Münzen waren die 5-Pfennig-Münze, die am 02. Januar 1950, und die 50-Pfennig-Münze, die am 14. Februar 1950 herauskamen. Besonderheit bei diesen beiden Münzen war, dass sie im Jahr 1950 erschienen, jedoch als Prägejahr 1949 hatten. Am 23. Oktober 1950 wurde die 2-Pfennig-Münze, am 18. Dezember 1950 die 1-DM-Münze veröffentlicht. Die 2-DM-Münze und die 5-DM-Münze wurden zuletzt herausgegeben. Auf den Münzen der Währung waren Motive wie der Bundesadler oder ein Eichenzweig zu sehen. Auf der 50-Pfennig-Münze war das Motiv einer knienden Frau, die einen Eichenzweig pflanzt und damit den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg symbolisierte, zu sehen. Die Deutsche Mark wurde an insgesamt 5 Prägestandorten hergestellt, wo die Münzen durch Buchstaben gekennzeichnet wurden. A stand für die Staatliche Münze Berlin, D erhielt das Bayerische Hauptmünzamt, F deutete auf die Staatliche Münze Stuttgart hin, G stand für Staatliche Münze Karlsruhe und J verwies auf die Hamburgische Münze.

Münzen im Saarland in der Zeit der französischen Besatzungszone

Am 16. Juni 1947 erschien im Saarland die Währung Saar-Mark. Es gab ausschließlich Banknoten mit den Nennwerten 1-Saar-Mark, 2-Saar-Mark, 5-Saar-Mark, 10-Saar-Mark, 50-Saar-Mark und 100-Saar-Mark. Die Saar-Mark war bis zum 19. November 1947 gültig. Am 20. November 1947 wurde der Saar-Franken eingeführt. Dieser war rechtlich keine offizielle Währung und daher nichts anderes als ein Französischer Franc. Die Nennwerte betrugen 5-Centimes, 10-Centimes, 20-Centimes, 50-Centimes, 1-Franc, 2-Francs, 5-Francs, 10-Francs und 20-Francs. Die offizielle Währung Französischer Franc wurde am 06. Juli 1959 von der Deutschen Mark abgelöst. Ab diesem Zeitpunkt war die Deutsche Mark auch hier offizielles Zahlungsmittel.

Münzen in Ostdeutschland in der Zeit der sowjetischen Besatzungszone

In der sowjetischen Besatzungszone wurde die Reichsmark am längsten als Zahlungsmittel genutzt. Erst am 24. Juli 1948 wurde hier mit der Währung Deutsche Mark, die von der Deutschen Notenbank herausgegeben wurde, ein neues offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Bei der ersten Münzserie bis 1950 wurde für 1-Pfennig-Münze, 5-Pfennig-Münze und 10-Pfennig-Münze auf der Motivseite eine Ähre auf einem Zahnrad geprägt. In den Jahren 1952 und 1953 wurden diese Motive durch einen Hammer mit Zirkel ersetzt. Die Währung der Deutschen Demokratischen Republik wurde zwei Mal umbenannt, damit sie sich von der westlichen Deutschen Mark absetzte. Die letzte offizielle Bezeichnung war Mark der Deutschen Demokratischen Republik, welche bis zum Mauerfall Gültigkeit hatte. Bis auf die 20-Pfennig-Münze aus Messing waren alle Münzen aus Aluminium gefertigt. Die Nennwerte von 1-Pfennig, 5-Pfennig, 10-Pfennig, 20-Pfennig, 50-Pfennig, 1-DDM und 2-DDM waren in der Zeit vom 24. Juli 1948 bis zum 30. Juni 1990 stets identisch. An drei Prägestandorten wurden die Münzen hergestellt. Auch hier wurde der Prägestandort mit einem Buchstaben gekennzeichnet. A für Berlin, A für Sankt Petersburg (fertigten nur die 1-Pfennig-Münze), E für Muldenhütten. Am 01. Juli 1990 wurde in Ostdeutschland die westliche Deutsche Mark offizielles Zahlungsmittel.

Sammler- und Gedenkmünzen aus der Alliierten-Besatzung

In unterschiedlichen Zeitabständen und zu verschiedenen Themen wurden Sammler- und Gedenkmünzen herausgegeben. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die Gedenkmünzen in 5-DM-Münzen und 10-DM-Münzen veröffentlicht. In der Deutschen Demokratischen Republik wurden die Gedenkmünzen in 5-DDM-Münzen, 10-DDM-Münzen und 20-DDM herausgegeben. Alleine die Deutsche Demokratische Republik veröffentlichte 122 dieser Münzen. In der Bundesrepublik Deutschland wurden 87 Gedenkmünzen ausgegeben. Diese haben mit den herkömmlichen Umlaufmünzen nichts gemeinsam und dienen als reine Sammlermünzen. Die Auflagen sind sehr unterschiedlich und der Ausgabekurs kann weitaus höher sein als der eigentliche Nennwert. Mit einer geringen Auflage brachte die Deutsche Bank der Bundesrepublik Deutschland am 26. Mai 2001 die 1-DM-Münze aus 999er-Feingold heraus, deren Ausgabepreis 250 DM betrug.

Wie errechnet sich der Preis einer Gedenkmünze?

Der Preis einer Gedenkmünze errechnet sich anhand der Auflage und des Materials wie Gold oder Silber, aus welchem sie gearbeitet wurde. Bei jeder Bundesbank in Deutschland können Sie nachfragen, welche dieser Münzen herausgebracht wurden, denn dort sind alle existierenden Gedenkmünzen für die Bundesrepublik und die Demokratische Republik registriert. Das Sammeln von Münzen der Alliierten-Besatzung, der Deutschen Mark und der Mark der Deutschen Demokratischen Republik begeistert Sammler jeden Alters. Eine sehr beliebte Münze für Sie als Sammler könnte die 50-Pfennig-Münze aus der Bundesrepublik Deutschland sein. Diese stammt aus der Prägestätte Staatliche Münze Karlsruhe aus dem Prägejahr 1950. Hiervon existieren lediglich 30 000 Exemplare mit der Prägung der „Bank Deutscher Länder“.

Was Sie beim Kauf von Münzen aus der Alliierten-Besatzung beachten sollten

Eine gewisse Vorkenntnis kommt Ihnen beim Kauf von Münzen aus der Alliierten-Besatzung zugute. Diese schützt Sie vor dem Erwerb von existierenden Münzfälschungen. Eine Informationsquelle für Sie kann das gültige Geld- und Währungsgesetz sein, in welchem alle Erfordernisse der Währungen aus der Alliierten-Besatzung festgelegt sind. Des Weiteren können Sie Fachkataloge für Münzen zurate ziehen. Die regelmäßige Aktualisierung dieser fachspezifischen Kataloge erfolgt durch die Herausgeber und sorgt dafür, dass Sie sich über den aktuellen Wert belesen können.

So bewahren Sie Ihre Münzsammlung richtig auf

Im Handel erhalten Sie auch ein breit gefächertes Sortiment an Münzalben, in denen Sie Ihre wertvollen Münzen zur Aufbewahrung unterbringen können. In diesen Alben sortieren Sie Ihre Sammlung nach Serien. Durch eine professionelle Aufbewahrung schützen Sie Ihre Sammlung vor Kratzern und Beschädigungen und erhalten deren Wert.

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