Münzen aus der römischen Kaiserzeit kaufen

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Münzen aus der römischen Kaiserzeit kaufen

Die Entstehung der Währung im Römischen Kaiserreich

Als die römische Kaiserzeit bezeichnet man die Zeit von 27 vor Christus bis 284 nach Christus. Sie beginnt mit dem Prinzipat, einer neuen Herrschaftsstruktur im Römischen Reich, in der Augustus sich zum ersten Kaiser Roms ernennen lässt, und endet mit der Reichskrise im 3. Jahrhundert. In diese Epoche fällt unter anderem die Zeit, in der das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreichte. Dies geschah im Jahre 117 nach Christi, als Rom seinen Machtbereich von der Tigrismündung über Nordafrika im Süden sowie das heutige Frankreich und England im Norden bis hin zur Atlantikküste in Portugal ausdehnen konnte. Essenziell für das Wachstum und den Handel innerhalb des großen Reiches war eine stabile und gleichförmige Währung, die in Form von Bronzestücken und Barren bereits seit dem 4. Jahrhundert vor Christus im Römischen Reich geläufig war. Diese „Aes rude“ und „Aes signatum“ genannten Bronzestücke schufen de facto zwar eine Art Währung, waren aber weder einheitlich geprägt noch existierten Gewichtsvorgaben. Sie ersetzen jedoch die Wertberechnung in der Wirtschaft, die bis dato auf Rindern basierte.

Die ersten römischen Münzen

Im Jahre 289 vor Christus fand dann eine Währungsreform statt, und der erste Münzmeister wurde in Rom mit der Herstellung von einheitlichen Münzen beauftragt. Rund 250 Jahre später, als Augustus die Herrschaft übernahm, existierte bereits ein umfangreiches System von römischen Münzen, das von ihm alsbald reformiert werden und bis zum Ende der Kaiserzeit Bestand haben sollte. Die Münzen aus dieser Zeit werden als wichtiges Stück Zeitgeschichte der römischen Kultur angesehen. Falls Sie mit dem Sammeln von Münzen aus der römischen Kaiserzeit erst beginnen oder Ihre bestehende Sammlung von römischen Münzen erweitern wollen, bieten sich die Lots als Startobjekt an, welche Sie auch bei eBay in zahlreichen Varianten angeboten bekommen.

Das System der römischen Münzen in der Kaiserzeit

Mit der Währungsreform von Kaiser Augustus, die bereits von Caesar zu seinen Lebzeiten begonnen wurde, änderte sich neben den Werten auch die Darstellungsform der Münzen. So wurden jeweils Münzen mit dem Abbild des aktuellen Kaisers geprägt. Die ersten und ältesten Münzen dieser Serie sind jene mit dem Abbild von Augustus. Rom kontrollierte dazu die Münzprägung sehr stark, nur Kupfermünzen durften teilweise von Städten selbst geprägt werden. Gold- und Silbermünzen, also die wertvollsten, wurden nur in Rom und Lugdunum – dem heutigen Lyon – in eigens dafür eingerichteten, staatlichen Münzstätten geprägt.

Die Werte der römischen Münzen ab Augustus

Die Währungsreform führte zugleich auch eine neue Stufe von Relationen zwischen den Münzen ein, was einen Umtausch zwischen Gold-, Silber-, Bronze- und Kupfermünzen ermöglichte. Die kleinsten Münzen im Reich waren die Quadranten, danach folgten die Semis. Ein Semis hatte dabei den Wert von zwei Quadranten. Im gleichen Verhältnis standen Semis und As, die nächsthöhere Münze, zueinander. Ergo war ein As vier Quadranten wert. Diese drei Münzen bildeten die Grundlage für kleine Geschäfte sowie den täglichen Handel und waren aus Kupfer, der Semis teilweise auch aus Bronze, gefertigt. Diese Münzen durften zudem auch von vielen Städten selbst herausgegeben werden, sodass Sie Münzen dieser Typen mit regionalen Unterschieden in Form und Gewicht finden können. Aus Bronze und später Messing wurde der Dupondius gefertigt, welcher einen Wert von acht Quadranten hatte. Ebenfalls aus Messing wurde der Sesterz geprägt, welcher gegen 16 Quadranten getauscht werden konnte. Die beiden höchsten Münzen im Währungssystem des kaiserlichen Roms, der Denar und der Aureus, hoben sich von dem Schema, immer doppelt so viel wert wie die nächstkleinere Münze zu sein, ab. So ist der silberne Denar vier Sesterze wert, was 64 Quadranten ergibt. Der Aureus, der seinen Namen dem Material Gold verdankt, besitzt gar einen Wert von 25 Denarii, war also 1600 Quadranten wert. Diese Umrechnungstabelle hatte während der gesamten römischen Kaiserzeit Bestand.

Der Aureus – die wertvollste Münze im Römischen Kaiserreich

Die wichtigste Münze war, wie bereits erwähnt, der goldene Aureus. Anhand des abgebildeten Kaisers können Sie, wie auch bei allen anderen Münzen dieser Zeit, das Alter der Münze abschätzen. Mit der Währungsreform unter Augustus wurde sein Gewicht auf 8,19 Gramm festgelegt und die Münze wurde aus fast reinem Gold geprägt, bestach also durch ihren hohen Feingehalt.

Der Aureus zu Zeiten Neros

Als Nero im Jahre 54 nach Christus Kaiser des Römischen Reiches wurde, begann er, sowohl Goldgehalt als auch Gewicht des Aureus zu senken. Dies tat er, um der Inflation Einhalt zu gebieten und aus der gleichen Menge Gold mehr Münzen fertigen zu können. Der Münze wurde zunehmend Kupfer beigemischt, um den Verlust am Goldgewicht aufzuwiegen. Zum Ende der Kaiserzeit in Rom, als Gallienus das Reich regierte, betrug das Gewicht der Münze nur noch 6,12 Gramm. Durch die zunehmende Beimischung von Kupfer und Silber erscheinen Aureus-Münzen der späteren Kaiserzeit auch dunkler als die ersten Prägungen. Heutzutage zählen Aurei zu den seltensten Münzen aus der Zeit der Römer und werden dementsprechend gehandelt. Achten Sie vor dem Kauf unbedingt auf die Echtheit der Münze, die Sie über viele Faktoren bereits eingrenzen können: Das Abbild des Kaisers muss mit der Prägung übereinstimmen und das Gewicht muss ebenfalls zu dieser Epoche passen. So wird es sich bei einer acht Gramm schweren Münze mit dem Abbild von Gallienus höchstwahrscheinlich um eine Fälschung handeln, denn die Aurei zu dieser Zeit waren bereits deutlich leichter.

Silbermünzen des Römischen Kaiserreiches

Der Denar war über 500 Jahre lang die wichtigste Silbermünze im Römischen Reich. Anhand des Kaiserporträts und der ausführlichen Titulatur, die Sie auf der Vorderseite finden, lässt sich das Alter der Denare aus der Kaiserzeit gut bestimmen. Die Rückseite der Denare zeigte verschiedenste Motive und oftmals Heldentaten der römischen Kaiser oder Allegorien auf diese. Heutzutage finden Sie Denarii in sehr unterschiedlichen Erhaltungsstufen. Dies liegt vor allem daran, dass die Prägequalitäten bei diesen Silbermünzen wie bei sonst keiner anderen Münze des Römischen Kaiserreiches schwankten. Gut erhalten sind vor allem die in Rom von den offiziellen Münzprägern gefertigten Denarii - viele dieser Münzen wurden aber auch auf Feldzügen geprägt und besaßen eine dementsprechend schlechtere Qualität.

Der Denar zu Zeiten Neros

Auch der Denar wurde teilweise Opfer der Inflation. So wurde der anfangs fast reinen Silbermünze zunehmend mehr Kupfer und andere Metalle beigemengt, bis um 200 nach Christus der Silbergehalt unter 50 Prozent gesunken war. Das Gewicht des Denar wurde im Laufe der Kaiserzeit ebenfalls stufenweise reduziert. Betrug es zu Zeiten von Augustus noch 4,55 Gramm, lag es unter der Regentschaft von Kaiser Nero zum Beispiel nur noch bei 3,4 Gramm. Dennoch finden Sie bei eBay noch zahlreiche, gut erhaltene Denarii für Ihre Sammlung.

Messingmünzen aus der römischen Kaiserzeit

Eine der bekanntesten Münzen aus dem Römischen Reich und damals bereits die Hauptrecheneinheit sind die Sesterzen. Unter Kaiser Augustus bekam der Sesterz seine endgültige Form und wurde von da an genormt fabriziert. Ein Sesterz wog immer eine Unze, was 27,3 Gramm entspricht. Der Durchmesser der aus einer Kupfer-Zink-Legierung geprägten Münze betrug zwischen 27 und 35 Millimetern. In der Zeit der Inflation ab ungefähr 200 nach Christus überstieg der Materialwert des Sesterz relativ schnell den Nominalwert der Münze, sodass man sich genötigt sah, das Gewicht zu verringern und den Zinkanteil zu senken. Im Jahre 264 wurde die Prägung derart unrentabel, dass der Sesterz abgeschafft wurde und somit der Inflation zum Opfer fiel. Einen noch größeren Verfall musste der Dupondius miterleben. Betrug sein Gewicht zunächst noch 655 Gramm, schrumpfte er im Laufe der Jahrhunderte auf 17 Gramm zusammen. Da der Dupondius den gleichen Durchmesser wie der As besaß, aber aus Messing statt aus Kupfer gefertigt wurde, kann man diese beiden Münzen leicht verwechseln. Deshalb befindet sich auf der Rückseite des Dupondius seit der Zeit von Marcus Antonius ein „B“ als Wertezeichen. Auch er fiel im 3. Jahrhundert der Inflation zum Opfer und die Münzprägung des Dupondius wurde eingestellt.

Die Kupfer- und Bronzemünzen der römischen Kaiserzeit

Diese machen den weitaus größten Teil des römischen Währungssystems aus und waren besonders für die einfachen Leute und Händler von Bedeutung. Während Staatshaushalt und Außenhandel in Silber- und Goldmünzen abgewickelt wurden, bediente sich das Volk den einfacheren Münzen. Die wertvollste unter den Kupfermünzen war der As, welche dazu eine der ältesten Münzen im Römischen Reich war und schon lange vor der Kaiserzeit existierte. Augustus legte auch für diese Münze eine gängige Form und das Gewicht fest: so wog der As ab dieser Zeit zehn bis zwölf Gramm und hatte einen Durchmesser von 23 bis 27 Millimetern. Das As war bis in das zweite Jahrhundert hinein sehr stabil in seiner Kaufkraft und so sagte man lange Zeit, dass man mit zwei Assen pro Tag seinen Unterhalt bestreiten könne. Obwohl selbst nicht, aufgrund des günstigen Prägematerials, von der Inflation betroffen, überholte der As zum Ende des 3. Jahrhunderts sogar den silbernen Denar im Wert, obwohl dieser nominal den 32fachen Wert besaß. Dies war der Grund dafür, dass auch die Prägung der Asse eingestellt wurde. Der Quadrans war nominal die kleinste Währung in der römischen Kaiserzeit und wurde relativ selten geprägt. Auch heutzutage ist er nur noch selten zu finden oder die Exemplare sind aufgrund der minderwertigen Prägequalität nur schlecht erhalten. Der Quadrans war die erste Münze, welche der Inflation im Römischen Kaiserreich zum Opfer fiel - sie verschwand bereits zur Mitte des 2. Jahrhunderts komplett aus dem Gebrauch. Sie hatte ein Gewicht von rund 2,8 Gramm und wurde aus Kupfer oder Bronze gefertigt.

Die Quadrans zu Zeiten Neros

Eine Ausnahme bilden die Quadrans, die zur Zeit von Kaiser Nero geprägt wurden, denn Nero ließ den Quadrans aus Messing schlagen. Einen ebenfalls kurzen Auftritt hatte der Semis. Er wurde von Augustus im Zuge seiner Währungsreform eingeführt, lag nominal genau zwischen Quadrans und As und wurde bereits nach wenigen Jahrzehnten wieder abgeschafft. Obwohl nur aus Kupfer gefertigt und ohne besondere Bedeutung, ist der Semis bei Sammlern beliebt. Diesen Stellenwert verdankt er mit Sicherheit seiner Seltenheit.

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