Münzen aus Tibet

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Geschichte

Tibet prägte eigene Münzen von 1791 bis 1953. Vor 1791 zirkulierten in Tibet in Nepal geprägte Mohar/ Tamkas.
1953 endete die Prägetätigkeit aufgrund der "friedlichen Befreiung" durch die VR China und die tibetische Währung wurde von dem chinesischen Yuan abgelöst.

oben links Chinesische cash Münze, oben rechts nepalesischer Mohar, unten 2 tibetische Tamkas
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oben links Chinesische cash Münze, oben rechts nepalesischer Mohar, unten 2 tibetische Tamkas

Ursprung tibetischer Münzprägung

Die ersten tibetischen Münzen, die frühen Kongpar Tamkas ebenso wie die späteren Ganden Tamkas sind in Design, Größe, Gewicht, Material und Herstellung den nepalesischen Mohars nachempfunden (und nicht etwa chinesische Münzen).
  • Design: 8 Lotos Blütenblätter, 8 buddhistische Glückssymbole, Lotos, kein Loch in der Mitte wie chinesische cash Münzen
  • Größe: ca. 26-28 mm wie der nepalesische Mohar
  • Gewicht: ca. 5,2 - 5,4 g wie der nepalesische Mohar
  • Material: Silber (Nicht Bronze, wie chinesische Münzen)
  • Herstellung: geprägt, gehämmert (nicht in Formen gegossen wie chinesische Münzen)
  • Datierung: die frühen Kongpar Tamkas sind datiert (chinesische Münzen sind nicht datiert, sie tragen lediglich den Namen des Kaisers und seiner Regierungsdevise)
  • Beschriftung: tibetisch (keine chinesische oder manjurische Schrift) 
Vor allem von Nepal für Tibet geprägte Mohars, aber auch Kongpar Tamkas, Ganden Tamkas und Ranjana Tamkas wurden entlang ihrer 8 Lotosblüten zu Kleingeld gehackt. 3 Lotosblüten entsprechen einem 2/3 Tamka (5 Kar/ ½ Sho), 4 Lotosblüten entsprechen einem halben Tamka (7½ Kar), 5 Lotosblüten entsprechen einem Sho (10 Kar). Diese Hacknennwerte an die die Tibeter über Jahrhunderte gewöhnt waren werden in den späteren dezimalen Nominalen ab 1909 von 2½ Kar, 5 Kar, 7½ Kar reflektiert. Auch Nennwerte wie 3 Sho (2 Tamkas), 1½ Srang (10 Tamkas), 3 Srang (20 Tamkas) belegen, dass das eigentliche Münzsystem Tibets auf dem Mohar/ Tamka basiert.
Einige sog. „sinotibetische“ Münzen mit bilingualen Beschriftungen in chinesisch und tibetisch wurden vor allem in kurzen Zeiten starker chinesischer Dominanz, wahrscheinlich nur in kleineren Mengen (wenn wir vom heutigen Vorkommen ausgehen, sie sind alle selten!) möglicherweise primär für in Lhasa stationierte chinesische Soldaten geprägt.
Beschriftung tibetischer Münzen
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Beschriftung tibetischer Münzen

Beschriftung tibetischer Münzen

Die meisten Münzen ab 1840 tragen die Aufschrift
dga’ ldan pho brang phyogs las rnam rgyal
ausgesprochen: „Ganden phodrang tschogle namgye "
 
Die dezimalen Münzen ab 1909 zeigen einen Löwen, oft vor Schneebergen, manche drei brennende Juwelen, sowie manche die 8 buddhistischen Glückssymbole.
Weiterhin sind Datum der Prägung und Nennwert angegeben. Lediglich der Ganden Tamka zeigt weder Prägedatum noch Nennwert.
Einige sogenannte sinotibetische Münzen sind biligual und zeigen Beschriftungen in chinesisch und tibetisch.
einige häufigere Nennwerte
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einige häufigere Nennwerte

Nennwerte der Münzen

Der ursprung tibetischer Münz Nominale liegt bei den von Nepal für Tibet geprägten Mohars mit dem Tamka Standard (ca. 5,4 g) und seinen durch Hacken produzierten Unterteilungen.
Ab 1909 wurde ein dezimales System Eingeführt, dessen Nominale aber immernoch oft den Tamka und dessen durch Hacken produzierte Unterteilungen reflektieren.
 
100 Kar = 10 Sho = 1 Srang
15 Kar oder 1,5 Sho = 1 Tamka

Tibetische Münzen wurden in folgenden Werten geprägt:
Ohne aufgeprägten Nennwert (Silber):
½ Sho (entspricht 5 Kar), ¾ Sho (entspricht ½ Tangka), 1 Sho und 1½ sho (entspricht 1 Tangka), 1 Tamka, 2 Tamka.
Mit Nennwert:
Kupfer: ½ Kar, 1 Kar, 2½ Kar, 5 Kar, 7½ Kar, ⅛ Sho, ¼ Sho, 1 Sho, 3 Sho, 5 Sho
Silber: 1 Sho, 2 Sho, 5 Sho, 1 Tam Srang, 1½ Srang, 3 Srang, 10 Srang.
Gold: 20 Tam Srang.
Weiterhin gab es einge Probeprägungen mit teilweise anderen Nennwerten.

Tibetische Zahlen von 1-10
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Tibetische Zahlen von 1-10

Tibetische Zahlen

Tibetische Zahlen als Datum bzw. Denomination können mit Buchstaben ausgeschrieben sein oder mit Ziffern wiedergegeben werden.
Hier eine Tabelle der Zahlen von 1-10.
Der hier benutzte Computer-tibetisch Font gibt manche Zahlen anders wieder als die Fonts auf den Münzen! (vor allem die 5).

Erklärung zur Datierug tibetischer Münzen
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Erklärung zur Datierug tibetischer Münzen

Datierung tibetischer Münzen

Die Datierung tibetischer Münzen erfolgt meist nach dem tibetischen Kalender. Dieser startet im Jahr 1026 und verläuft in 60 Jahres-Zyklen. Im tibetischen Datum werden daher die Nummer des Zyklus sowie das innerhalb des Zyklus genannt.
Eine Münze datiert 16er Zyklus Jahr 2 wäre daher aus dem Jahr: 1026 + 15 volle Zyklen zu je 60 Jahren (= 900 Jahre) + 2 Jahre des 16. Zyklus: also 1026 + 900 + 2 = 1928.
15. Zyklus Jahr 55 wäre: 1026 + (14 x 60) + 55 = 1921.
Die sino-tibetischen Münzen sind nach dem Thronjahr der chinesischen Kaiser datiert, z.B. Qianlung Jahr 60, oder Xuanthong Thronjahr 1.
Die älteste datierte tibetische Münze ist aus dem Jahr 13-45 also: 1026 + (12 x 60) + 45 = 1791.

indische Rupie und Szechuanesische Nachprägung
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indische Rupie und Szechuanesische Nachprägung

Von anderen Ländern für Tibet geprägte Münzen

Nepal (die Königreiche Kathmandu, Bhatgaon und Patan ... Nepal gab es damals nicht) prägte über einige Jahrhunderte Münzen für Tibet, vor allem die Malla und Shah Dynastien. Tibet lieferte Silber nach Nepal und erhielt Silbermünzen (nicht ohne eine ordentliche Beimengung von Kupfer!) zurück.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts als die britisch indische Rupie in Asien weit verbreitet war sah China sich genötigt dieser beliebten Silbermünze etwas entgegenzusetzten und prägte für den Handel mit Tibet sogenannte Sichuan Rupien, die in Design, Größe, Gewicht und Material der indischen Rupie entsprachen.
In den 1950er Jahren während des Einmarsches der Volksbefreiungsarmee in Tibet prägte die junge chinesische kommunistische Regierung Silbermünzen mit dem Portrait Yuan Shi Kais (der sog. „Dayang“ eine beliebte Silbermünze in Tibet) nach, um Proviant und Dientleistungen von Tibetern, z.B. Strassenarbeiter zu bezahlen und nicht den Unmut der Bevölkerung und Aristokratie zu erregen.

Besonderheiten und Attraktivität tibetischer Münzen

Tibetische Münzen sind anziehend und attraktiv durch ihre buddistische Symbolik,  und ihre tibetische Schrift (tibetisch beschriftete Münzen gibt es sonst nur noch in Bhutan sowie einige wenige Yuan Dynastie mongolisch-chinesische Münzen). Tibet hat als eigenständiges Land aufgehört zu existieren und stellt daher ein abgeschlossenes Sammelgebiet dar.  Weitere Besonderheiten sind "Hackmünzen", zu Kleingeld gehackte und oft beschnittene Münzen, ebenso gibt es Münzen mit chopmark. Weiterhin gibt es bilinguale (chinesisch tibetische) und sogar eine trilinguale Münze (tibetisch, chinesisch und mandjurisch).

Fälschungen

Es gibt Fälschungen der 20 Srang Goldmünze KM Y#22, der 1 Srang Silbermünzen KM Y#9 und Y#12, der Sichuan Rupien KM Y#3 und anderer, vor allem  der 1/4 und 1/2 Rupie (Y#1 and Y#2). Oft gibt es auch auf echten Sichuan Rupien KM Y#3.3 und 4 nachträglich aufgebrachte chopmarks. Ebenso gibt es Fälschungen der frühen sinotibetischen Münzen unter Qianlung, Jiaqing und Daoguan KM Y#72, Y#72.2 (vor allem Jahr 61), Y#83 und Y#93. Weiterhin gibt es gefälschte Kupfermünzen, z.B. KM Y#A4, Y#B7, Y#A19. Häufig werden solche Münzen aus China angeboten. Es ist daher wichtig Münzen von einem Händler Ihres Vertrauens zu kaufen.
 

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