Movie Park Germany Erlebnisbericht 2010

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Wir waren Anfang August 2010 mit 2 Erwachsenen und 1 Kind im Movie Park Germany. Wir haben die Aktion 2 Tage für einmal zahlen genutzt.  Den Park kennen wir seit den guten alten "Warner" Zeiten und hat uns immer viel Spass bereitet. Nun, mit Kind (6), haben sich die Prioritäten natürlich ein wenig verschoben, hier unser Bericht:

Anreise: problemlos und gut ausgeschildert, Park liegt direkt an der A31. Trotz recht früher Tageszeit am 1. Tag (10 Uhr) bereits kleine Schlange am Parkplatz 1, war aber noch erreichbar. Schlange an beiden Einlässen (Ticketkauf und Ticketkontrolle), dazu noch eine Schlange an dem Stand, an dem man sich die Tickets für den 2. Tag besorgen kann (innerhalb des Parks), somit war die 1. Stunde schon mal ohne Besuch einer Attraktion rum.

Dann sofort ins sogenannte "nickland", dem Kinderbereich. Sehr groß mit vielen kindgerechten Attraktionen. Zuerst haben wir den "Jimmy Neutron Flyer" besucht. Trotz noch mäßigen Andrangs (Reihe 3/4) ca. 45 Minuten Wartezeit für 45 Sekunden Spass. Bahn ist aber insbesondere für Kinder ein Riesenspaß.

Dann zur anderen Seite, in den "Ghost Chaser", einer gewöhnlichen "Wilden Maus", wie man sie vom "Rummel" kennt. Da immer mehrere Wagen gleichzeitig unterwegs sind, baut sich die Warteschlange ziemlich schnell ab, auch, wenn diese unglaublich lang aussieht.

An dieser Stelle ein Tipp: Viele Bahnen sind mit Größenbeschränkungen versehen! Und das Personal achtet peinlichst genau auf Einhaltung, d. h. 1,20 m sind auch 1,20 m!!! Überall sind entsprechende Meßmittel vorhanden, Schummeln is' nicht. Aus Sicherheitsgründen absolut richtig, allerdings sollte man sich und seine Kinder entsprechend darauf einstellen. Alternativen gibt es genügend.

Dann gibt es noch einen Autoscooter, allerdings nichts besonderes, gilt auch für diverse andere Fahrgeschäfte, die es noch im nickland gibt, ist aber sicher auch Geschmackssache.

Die Indoor-Bahn "Ice Age Adventure" ist absolut enttäuschend. Lange anstehen für eine enttäuschende Fahrt. Sicherlich ist der Versuch erkennbar, eine kindgerechte Attraktion zu schaffen, allerdings bewegen sich die Puppen hölzern, die Texte sind kaum zu verstehen und insgesamt riecht es muffig und alt. Hier merkt man dem Park an, dass er schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Noch schlimmer ist die benachbarte Bahn "Mystery River", ehemals "Die unendliche Geschichte". War damals noch sowas wie ein roter Faden vorhanden, sucht man den hier vergebens. Auch hier langes Warten, trotz mäßiger Temperaturen war es in den Gängen drückend warm, dazu die Enge, immer schön den Blick zum nächsten Notausgang richten... Die Krönung ist ein Raum, in dem früher die Vorgeschichte zur Fahrt erzählt wurde. Hier läuft jetzt eine extrem mies gemachtes, ca. 20 sekündiges Video von Standbildern der Puppen, die man auf der Fahrt sehen wird. Zur weiteren Unterhaltung dreht sich dazu eine Glitzerkugel. Die Fahrt selbst ist eine Wildwasserfahrt, auf der man gute Chancen hat, leicht bis mittelprächtig nass zu werden. Besser nicht links und rechts sehen, die Gestaltung ist sowas von peinlich und man fragt sich, was sich der Veranstalter wohl dabei gedacht hat. Der Drache hat sogar noch den alten Spruch des ehemaligen Fuchur aus der unendlichen Geschichte auf den Lippen ("Kinder, benutzt eure Fantasie" - sollte man mal dem Parkbetreiber eintrichtern), die kindliche Kaiserin wurde mal kurzerhand als Geschichten-Oma umgestaltet. Wer die alte Fahrt kennt, wird aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen, peinlich, peinlich... Auch dieser Attraktion sieht man ihr Alter an allen Ecken und Enden an.

Dann mal kurz Pause gemacht, Toiletten aufgesucht, fast vor lauter Fliegen den Ausgang nicht gefunden. Ekelhaft auch die Toilettenanlage(n) an sich, trotz regelmäßiger Reinigungen (zumindest laut Protokoll). Noch ein kleiner Tipp: Die Burgerbude im nickland besser meiden, lieber zum Schnellimbiss am Anfang vom nickland. Currywurst + Pommes sind noch einigermaßen erträglich (auch preislich), die Burger im nickland definitiv nicht.

Der Spielplatz im nickland ist ok, auch gibt es recht viele Attraktionen für die ganz kleinen Besucher.

SpongeBob und die Wildwasserbahn sind die Bahnen im nickland, wo definitiv wasserdichte Klamotten angesagt sind! Nass wird man in der Wasserbahn auf jeden Fall, und das nicht wenig! Beherzigt den Tipp: Niemals in eine Wasserbahn zu Beginn des Parkbesuches! Anschließend braucht man ziemlich viel Zeit, um wieder zu trocknen, man wird wirklich komplett nass, und zwar alles, quasi bis auf die Knochen!!! Bei SpongeBob steht und fällt dieses mit den Personen, die ausserhalb der Bahn an diversen Wasserkanonen die Möglichkeit haben, die Besucher der Attraktion mit Wasser zu "beschießen". Sind da ein paar "Wahnsinnige" dabei, hat man ziemlich schlechte Karten. Man kann sich zwar mit Wasserkanonen auf den Booten wehren, aber da ist gutes Zielen angesagt. Man kann sich eine Ganzkörperplastiktüte beim Anstehen für 1 EUR kaufen, die hält aber wirklich nur die eine Fahrt durch.

Stunt- und Actionshows haben wir uns geschenkt, deswegen können wir dazu keine Auskunft geben.

Auch zu den Achterbahnen für die "Großen" können wir keine Aussage treffen, die "Bandit" kennen wir noch aus den Anfangstagen, die ist definitiv nichts für kleinere Kinder, auch, wenn die Größenangabe ab 1,20 m gilt. Freifallturm und Transformer ist ebenfalls nichts für kleinere, daher haben wir hier auch keine Fahrt unternommmen.

Ganz brauchbar, auch mit Kindern, ist der relativ neue "Santa Monica Pier". Hier ist endlich mal sowas wie ein Konzept erkennbar. Schönere Spielplatz, kleines Riesenrad, Kettenkarussell und natürlich so Attraktionen wie "Jet Ski" (macht super viel Spaß) und natrülich der "Crazy Surfer", beides auch für Kinder > 1,20 m geeignet. Neben "Jimmy Neutron" und "Ghost Chaser" waren das für uns definitiv die Highlights, die wir auch mehrfach gefahren sind und auch immer wieder Spaß machen.

Enttäuschend ist die Attraktion gleich zu Beginn des Parks, das Bermuda Dreieck (oder Alien Encounter). Das war mal ein echtes Highlight mit langen Anstehzeiten. Wir konnten fast ohne Wartezeit durchlaufen. Die Monitore, auf denen mal sowas wie eine Vorgeschichte abgespielt wurde, waren fast alle außer Betrieb, bzw. krankten an nicht verständlichem Ton oder verzerrtem Bild. Die Attraktion ist so gut wie unverändert geblieben, allerdings löst sich bei näherer Betrachtung aus dem fahrenden Boot heraus so langsam die Farbe vom Vulkan. Dieser spukt auch nur noch manchmal Feuer, das Wasser rauscht nicht mehr aus allen Rohren und insgesamt ist die Fahrt eher langweilig, ganz kleine Besucher werden sich wohl eher vor den Puppen fürchten. Nasswerdfaktor ist entgegend dem Schild beim Einlass eher klein.

Shrek in 4D ist sicherlich ganz gut gemacht, allerdings ist das Kino an sich schon in die Jahre gekommen. Die 3D Technik ist eher von gestern, funktioniert aber. Ekelig waren die Brillen, die werden wohl nach der Vorstellung nicht mehr ordentlich gesäubert, hatten wir den Eindruck. Effekte sind ganz brauchbar, aber einmal gesehen reicht auch.

Time Riders ist der alte Batman-Ride, ist ok von den Effekten her und man hat aus der alten "Bat-Cave" das herausgeholt, was möglich war und noch eine sinnfreie Geschichte ergibt.

Abschließend noch ein Fazit:

Insgesamt sieht man dem Park bei genauerer Betrachtung einen erheblichen Investitionsstau an. Des weiteren fehlt es den Parkbetreibern an Kreatitivät und Fantasie - und an Professionalität, betrachtet man die teilweise hinimprovisierten Attratkionen, nachdem man nach Umfirmierung und Abgabe der Warner Lizenzen die Fahrgeschäfte abändern musste. Den Fahrgeschäften fehlt es teilweise ordentlich an einem roten Faden, der einem die Wartezeit erträglich gestalten könnte, das war früher deutlich besser. Das bekäme man mit etwas gutem Willen auch sicherlich wieder hin.

Es fehlt überall ein Hinweis, wie lange man in der Warteschlange (und die sind selbst bei nicht vollständig gefülltem Park recht ordentlich) noch ca. warten muss, bis man an der Reihe ist. Die Wartezeiten, die teilweise auf im Park verteilten Monitoren zu einzelnen Fahrgeschäften angezeigt werden, sind unbrauchbar und entbehren jeglicher Realität.

Zu den Eintrittspreisen ist schon ein Beitrag vorhanden, deswegen dazu nichts mehr (nur ein Tipp: Tageszeitungen oder Internet nach Gutscheinen durchforsten). Wer mit dem Auto anreist, sollte beim Ticketkauf schon das Parkticket (5 EUR, natürlich nicht kostenlos) mit kaufen oder direkt am Automaten beim Eingang kaufen. Beim Verlassen vielleicht nicht unbedingt bis 19:30 Uhr bleiben (da haben die meisten Fahrgeschäfte den letzten Einlass), anschließend wollen wirklich ALLE zu den Autos und man steht schon auf dem Parkplatz im Stau (irgendein Idiot hat garantiert vergessen ein Parkticket zu lösen).

Allerdings ist die Abzocke im Park eine Frechheit. 0,5 L Mineralwasser für 2,85 EUR ist eine Unverschämtheit, nichts anderes! Besser eigene Getränke und eigenes Essen mitbringen, da weiß man, was man bekommt und dass es schmeckt. Abstellmöglichkeiten für Rucksäcke o. ä. sind bei allen Fahrgeschäften vorhanden.

Auch die in den diversen Shops erhältlichen Spielzeuge usw. sind überteuert für die gebotenen Qualität, aber das ist ja an sich nichts neues. SpongeBob & Co. gibt es in mehreren Shops (was es nicht alles gibt...), aber auch diverse andere bekannte Sachen aus Film & Fernsehen. Allerdings gibt es auch Dinge aus dem Bereich Nintendo (Mario, Luigi & Co.), die kann man nicht kaufen, sondern nur gewinnen (in der Westernstadt) - wer einmal in die enttäuschten Augen eines Kindes gesehen hat, weil es ziemlich unmöglich ist, bei den Spielen zu gewinnen (natürlich auch nur gegen extra Cash), zieht diese "Politik" des Parkbetreibers schon in Zweifel.

Am Ende bleibt das Gefühl, dass der Park wirklich nur noch als "cash cow" dient und die Besucher wirklich nur dazu da sind, die Kassen zu füllen. Unfreundliches Personal haben wir zum Glück nicht erlebt, allerdings auch kein hochmotiviertes (sicher verständlich angesichts der hochqualifizierten Jobs im Park). Erbärmlich ist wirklich der Zustand einiger Attraktionen (insbesondere, wenn man den Park noch zu "Warner" Zeiten erlebt hat) und die vollkommene Konzeptlosigkeit, die einem überall begegnet. Wenn das so weiter geht, bleiben sicher auch irgendwann mal die zahlreichen (und gut zahlenden!!!) Niederländer dem Park fern. Da gehört dringend einmal etwas unternommen!
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