Mountainbikes bei Ebay: No-Name=No-Go?

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Ebay-Bikes: Was steckt dahinter?

Schaut man sich die aktuellen Auktionen bei Ebay an, so stellt man fest, dass die meisten gewerblicher Herkunft sind und vorwiegend Fahrräder unbekannten Fabrikates angeboten werden. In den verwandten Materialien weichen einige No-Name-Räder allerdings nicht von Markenrädern ab. So sind Alu-Räder oder auch nur Rahmen bereits für wenig Geld zu erstehen. Als Ausstattung finden sich im Niederpreissegment oft auch gute Anbauteile, wie z.B. die Shimano Deore-Gruppe und die LX- und XT-Komponenten. Darüber hinaus warten verschiedene Modelle mit Federgabeln der Hersteller RockShox, Marzocchi, Fox oder Manitou auf. Bei Gabeln des Herstellers RST oder anderen Low-Budget-Gabeln ist auf das Model zu achten. Am besten dabei vorher nach Warentests recherchieren. Auch Scheibenbremsen sind mittlerweile für relativ wenig Geld zu haben und sind jeden Euro wirklich wert. Herkömmliche Felgenbremsen gehören bei Mountainbikes zur aussterbenden Generation, werden nur noch von Bikern bevorzugt, die das Gewicht ihres Rades reduzieren oder den Preis des Drahtesels niedrig halten möchten. Die Vorteile überwiegen: Hervorragendes Ansprechverhalten auch bei Nässe, größere Bremsfläche. Aktuell empfehlenswert sind ohne Zweifel für Scheibenbremsen die Hersteller Magura, Formula, Shimano und Hayes. Von Billig-Bremsen ist aber abzuraten, denn schließlich sind sie oft (über)lebenswichtig. Bei Schaltungen sollte darauf geachtet werden, ob an dem Fahrrad an den entscheidenden Stellen auch wirklich die im Angebot genannten Teile verbaut sind. Gerne wird mit Shimano XT oder Sram gelockt, weiter unten in der Artikelbeschreibung sieht der geneigte Käufer aber mit erstaunen, dass nicht etwa das Schaltwerk oder die Bremshebel aus der XT-Gruppe sind, sondern "nur" der Umwerfer und die Naben. Anstelle dessen verstecken sich Teile aus der Acera-Gruppe (Shimanos unterste) an den neuralgischen Punkten, wo es tatsächlich auf Verlässlichkeit ankommt.

Worauf Sie allgemein achten sollten:
- Was ist für ein Rahmen verbaut? Alu ist absolut zeitgemäß bei Neurädern. Auch Chrom-Molibdän ist bei älteren Fahrräder zu finden, steht Alu aber nur im Gewicht nach.
- Haben Sie Garantie auf den Rahmen und die Teile? (Bei No-Name sehr wichtig)
- Welche Bremsen, welche Schaltung? (Acera, Altus, Alivio Einsteiger; Deore, LX und XT/XTR Fortgeschrittene und ambitionierte/professionelle Fahrer
- Bei Scheibenbremsen: Welcher Hersteller, welche Scheibengrößen (normal 160mm für Touren, im schweren Gelände besser 180mm oder 200mm)
- Welche Federgabel ist verbaut, welcher Dämpfer (bei Fullies)? (Federweg für Touren ab 80mm, 100-130mm fürs Gelände; bei Hinterrad-Dämpfern auf Markenhersteller achten, wie z.B. Rockshox, Manitou, Fox, Marzocchi etc.)

Bei Gebrauchten: Auf Schäden am Rahmen achten, bei Dellen oder Haarrissen sofort Abstand nehmen. Wenn ein Rahmen so zugerichtet ist oder für Rennen gebraucht wurde, ist der Bruch evtl. schon vorprogrammiert.

Ganz wichtig: Die richtige Rahmenhöhe ermitteln: Die Schrittlänge des Fahrers mit dem Faktor 0,226 multiplizieren. Der ermittelte Wert ist die angebrachte Rahmenhöhe in Zoll. Multipliziert mit 2,54 ergiebt sich daraus die Rahmenhöhe in Zentimetern.

Generell ist zu sagen, dass alle gewerblichen Anbieter bei Ebay den normalen Handelsgrundsätzen unterliegen. So ist z.B. ein Rückgaberecht von 14 Tagen bei Haustür- und Fernabsatzgeschäften gesetzlich vorgeschrieben. Auch eine Garantie auf Neuware von min. 2 Jahren ist obligatorisch. Wer sich ein wenig mit Fahrrädern auskennt und selber Reparaturen durchführen kann, darf getrost über einen Kauf bei Ebay nachdenken. Wer unbedingt Service braucht, sollte sich dies gut überlegen. Preislich liegen gute Einsteiger-MTBs mit Federgabel bei etwa 600-1000 € je nach Ausstattung. Für Fortgeschrittene empfehlen sich Preisklassen ab 1000 €, von denen man natürlich dann auch etwas mehr erwarten darf. Meistens ist die beste Entscheidung jedoch eine gute Grundlage zu schaffen (mit einem soliden Alu-Rahmen z.B.) und nach einiger Zeit die Anbauteile zu wechseln, wenn denn das Mountainbiken sich zum wirklich konstanten Hobby herausstellt.
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