Mountainbikekauf - man bekommt, was man bezahlt

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Auf ebay, bei Discountern und in großen Supermärkten findet man zahlreiche Angebote von superbilligen Mountainbikes, die verlockend aussehen aber auf die Dauer sehr teuer werden können.

Da stehen Dirtjump-Bike genannte Räder, die mit einer Federgabel unter 60mm Federweg ausgestattet sind. Da findet man "Fullys", deren Gewicht nahe an der 20 kg Marke liegt. Für die Fahrt zum Einkaufen vielleicht OK - aber im Gelände?

Wir alle müssen heute sparen, aber die meisten von uns dürften nicht genug verdienen, um sich ein Fahrrad zu kaufen, welches nach kürzester Zeit hinüber ist.

Vergleicht man diese billigen Bikes mit Markenfahrrädern, dann wird schnell klar, dass man nur minderwertige Qualität bekommen kann:

Alle Mountainbikes sind heute eigentlich mit Schaltgruppen von 2 Herstellern ausgestattet: Shimano und SRAM.

Bei Shimano haben ernstzunehmende Bikes nur die Gruppen Deore, Deore LX, Deore XT und XTR an Bord  (und zwar jeweils komplett), die Billigbikes locken oft mit einem XT-Schaltwerk, welches dann mit no-name Plastikhebeln und Teilen, die unter der Alivio Gruppe von Shimano liegen. Das hintere Schaltwerk ist aber eines der preiswertesten Teile einer Baugruppe. Ein XT-Schaltwerk kostet im Laden um die 40 Euro, die Kurbelgarnitur ohne Pedale schon über 120,- Euro. Ein "sparsamer" Freund von mir brauchte bei seinem 200 Euro Ausflug nach dem ersten Ausflug in leichtes Gelände  eine neue Kurbel, weil die alte einfach abfiel. Bei der Reparatur, die der Fachhandel sehr ungern vornimmt, kann man dann gleich die hinteren Ritzel mittauschen und hat dann schnell den Preis für ein besseres Rad augegeben.

Ein ebenso wichtiges Thema sind die Federgabeln. Bei Markenbikes sind Federwege von 80 bis 100mm im Cross Country Bereich Standard. Diese Gabeln lassen sich oft vom Lenker aus blockieren, um an Anstiegen ein Wippen des Rades zu vermeiden. Dies tritt jedoch selten auf, da Markengabeln immer gedämpft sind. Das bedeutet, dass sie nach dem Einfedern nicht ruckartig ausfedert, sondern - meist durch Öl, gedämpft zurück kommt. Eine sehr hilfreiche Angelegenheit auf Wurzelpfaden - das Rad bleibt ruhig und hoppelt nicht wie ein Hase....

Aber diese Technik hat wie alles ihren Preis: die unterste Preisklasse bei guten Federgabeln liegt so um die 200 Euro, Topmodell kosten leicht 800 und darüber.

Vor allem bei sogenannten Fullys, also Rädern die vorne und hinten gefedert (und hoffentlich gedämpft, sonst schaukelt man nur noch, wenn es steinig wird) sind, kommt den Bremsen eine entscheidende Bedeutung zu. Heute haben viele Mountainbikes Scheibenbremsen und auch die Billigangebote locken oft damit. Der Unterschied liegt wieder im Detail: gute Mountainbikes haben hydraulische Bremsen, bei denen die Kolben über im System befindliches Öl betätigt werden. Das hat den Vorteil fast völliger Wartungsfreiheit und absoluter Zuverlässigkeit. Wem bei einer Abfahrt einmal die Bremse versagt hat oder ein Zug gerissen ist, der weiss wovon die Rede ist. Billige Scheibenbremsen können nur mechanisch sein - dazu kommen oft aberwitzig billige Plastik- oder Aluhebel, mit denen gar kein Druck aufgebaut werden kann.

So, nun kann jeder ausrechnen, was er bei vermeintlich preiswerten Angeboten bekommt.

Mein Tip: erst einmal nachdenken, was man mit dem Rad eigentlich anstellen will. Angebote mit denen des Fachhandels vergleichen. Fragen, fragen, fragen. Das kostet nämlich garnichts. Gewichtsangaben vergleichen! 14 Kilo für ein Rad ist schon eine Menge. Schaltung anschauen: 8- oder nur 7 Ritzel hinten: das war 1990 vielleicht Standard aber heute haben alle der vorgenannten Gruppen hinten ein 9-fach Ritzel.

Fazit: etwas mehr ausgeben spart auf die Dauer viel Geld und noch mehr Ärger.






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