Motorsägen Noname vs. Marke - eigene Erfahrung

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Aufgrund des Preises habe ich mich vor einem guten Jahr dazu verleiten lassen, eine Noname-Einhandsäge über Ebay zu kaufen. Der Preis lag mit rund 70 Euro deutlich unter dem von Markenprodukten. MeineVergleichsmodelle sind eine Stihl 024 die Baujahr 1985 ist, eine ebenso alte Stihl 045 aus BW-Bestand (deshalb vermutlich eine 056)  und eine rund 10 Jahre alte Husqvarna.

Beim Auseinanderbau fällt auf, dass die Kunststoffsteile der Noname-Säge nicht entgratet sind und der Kunststoff optisch billiger wirkt, wobei es bisher noch zu keinerlei Brüchen kam. Der Griff ist kunststoffummantelt, von Stihl bin ich gummierte Griffe gewohnt.

Das Schwert wird bei der billigen Säge über zwei Inbus-Schrauben geführt, eine Konstruktion, die billig bzw. labil anmutet, doch funktioniert.

Nach rund einem Jahr Nutzungsdauer hat sich bei meiner Säge das Schwert an der Kettenführungsnut aufgebogen und es waren deutliche Verschleißspuren daran zu erkennen. Ein Zurückbiegen brachte nichts, kurze Zeit später war das Schwert erneut defekt. Hier scheint zu weiches Material verwendet worden zu sein.  Abhilfe schaffte ein Ersatzschwert. Da die Kettenteilung der Noname-Säge identisch mit der von Stihl Elektrokettensägen und Hochentastern ist, habe ich ein für Stihl passendes Schwert gekauft. Da das Nonameschwert andere Aufnahmen hatte (diese waren etwas weiter vorne als bei Stihl), wäre eine Option das Bohren weiterer Löcher gewesen. Da jedoch die Spannbolzenmechanik -geführt in einem Langloch- rund 1/2 cm Toleranz zwischen Langloch und Kunststoffführung darunter hatte, genügte ein Erweitern des Langloches, um das Stihlschwert unverändert benutzen zu können.

Auffallend ist noch die fehlende Einstellungsmöglichkeit für das Schmieröl und dass die Säge von Beginn an einen leichten Flüssigkeitsverlust hat.

PRO:

- Preis-Leistung: Sehr gut! Die Säge funktioniert und sägt wie sie es soll!

- Gewicht: Die Säge ist sehr leicht.

- Mit leichten Änderungen sind Stihl-Schwerter verwendbar

- Kettenteilung in der üblichen Größe

KONTRA:

-Kein Komfort: Griffe sind nur kunststoffummantelt.

- Keine Schmierölmengeneinstellung vorhanden.

- Leichter Flüssigkeitsverlust bei gefüllter Säge schon ab Kauf.

- keine entgrateten Kanten

 

FAZIT:

Wer mit den genannten Nachteilen leben kann, erhalt für wenig Geld eine funktionierende Säge. Mittlerweile werden diese Einhandsägen etwas teuerer (ca. 100 Euro, Stand 3/2013) unter anderem Namen verkauft. Ob sich an der Qualität der Schwerter etwas getan hat, wäre interessant. Dass man Abstriche bezüglich Qualität und Verarbeitung machen muss, dürfte jedem anhand des Preises bewusst sein.

Zuletzt ein Hinweis zur Ersatztreilversorgung: Vermutlich wird man für die meisten Noname-Sägen spätestens nach 5-10 Jahren keine Ersatzteile mehr bekommen (wenn überhaupt!). Aufgrund des geringen Anschaffungspreises ist es auch aus wirtschaftlicher Sichtweise fraglich, ob dann eine Reparatur noch Sinn macht oder gar die Neuanschaffung einer neuen Noname-Säge günstiger ist.

Dagegen erhält man bei Markenherstellern wie beispielsweise Stihl selbst nach über 25 Jahren Ersatzteile (eigene Erfahrung!), was der Nachhaltigkeit zu Gute kommt und je nach Einsatzzweck langfristig unter Umständen günstiger ist.

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