Motorsägen CSM 4500, Flywheel, Tarus etc. 2,4 PS 45ccm

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Hallo zusammen,bei diesen Sägen ( Tarus 4500, Güde KS 400 B, Timbertech, Timberboss, Stenson, Flywheel , Boomag, HGH, Aram Trade Tools, Einhell, Atika etc.) handelt es sich um Nachbauten der berühmten und sehr zuverlässigen:

Zenoah Kamatsu G455AVS

Da unsere chinesischen Freunde nicht nur das Design kopierten sondern auch den kompletten Inhalt, Motor etc. sollte man davon ausgehen können, dass es ähnlich zuverlässig funktionieren sollte wie beim Original.
Leider Utopie - denn den Preisunterschied (Original ca. 640 Eur zu Clones ca. 80Eur) kann man nur aufgrund des verbauten Materials erklären...! Auch den Sommer/Winterschieber gibts nicht am Clone, lässt sich jedoch mit ein wenig Bastlergeschick leicht machen - was aber nicht wirklich nötig ist.

Nun zu den CloneSägen:

Habe 3 der Clones ( alle zus. für 190Eur Gesamtkosten ersteigert) ausgiebig getestet - auch in extrem harten Einsatz! Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Starteigenschaften geradezu traumhaft sind. Sprit rein (sollte schon die Mischung 1:25 mit sehr gutem Öl verwendet werden) zweimal ziehen, spätestens beim 3. "Riss" liefen sie! Auch die Vergasereinstellungen sind nahezu traumhaft gewesen. Eine musste leicht korregiert werden, sie lief nicht hoch genug, dass war alles. Die Sägen haben zwar schon gut Kraft, aber die mitgelieferten Schwerter sind definitiv zu groß. Diese Leistung wird vom Motor leider nicht bereit gestellt. Auch die Höchstdrehzahl von ca. 10.000U/m ist nicht doll, 12-13.000 drehen die Profisägen in der Kategorie. Hätte man sich am Original orientiert und statt dem 18'' Schwert das 16er dazugepackt wärs auch gut gewesen. Lässt sich aber mit einem Nachkauf mit ca. 40Eur ausgleichen. ;-) Mit Halbmeiselketten ist jedoch der Gebrauch des 18'' Schwertes recht annehmbar.
Auch die Kettenbremsen funktionierten tadellos bei allen 3 Modellen.

Schlecht:

Eine Säge quittierte ihren Dienst. Stellte sie im Standgas laufend auf dem Waldboden ab,  kurz drauf  stand sie schlagartig. kurzer Blick auf den Sprit - noch drin,  Neustart - Fehlanzeige, fest!
Nach Demontage der Motorkomponenten musste ich feststellen, das nicht der Kolben im Zylinder fest saß, auch die Kurbelwelle oder die Lager keine vermuteten Schäden aufwiesen - nein, ein "Chinese" muß wohl bei der Montage der Lüfter/Unterbrecher/Schwungscheibe den leichten Weg gegangen sein, und den Kolben, zum Festziehen der Mutter an der Lüfterscheibe mit einem Schraubenzieher arretiert haben. Also sowas wie einen Schraubenzieher in den Ansaugkanal gesteckt haben, um dem den Kolben zu halten (Unterseite des Kolbens). Diese Schaden, bzw. die Späne dieses Schadens lößte dann den Schaden im Kurbelgehäuse aus und blockierte irgendwann den Weg der Kurbelwelle. Bekam die Säge wieder zum laufen, jedoch mit dem "geschwächten Kolben", etc. sagte ich mir, probieren wir mal nach einem Jahr, wie es mit der Garantie aussieht.
Um es zu verkürzen: traumhaft! Kurze Mail an den Verkäufer - Antwortmail kam sofort mit Mängelschein - Motorausgebaut, Mängelschein ausgefüllt - 4 Tage später hatte ich einen komplett neuen Motor, auf Garantie!

Fazit: Würde ich jemandem diese Sägen empfehlen - absolut! Preis/Leistung is unerreichbar für den privaten Einsatz. Für Profis ist es nichts, weil das Material nicht für den Hochleistungsbereich ausgelegt ist und der Vibrationsschutz für Dauerbetrieb nicht ausreichend ist - kommt schon vor, dass man taube Hände bekommt! ;-) Auch das Gewicht ist für Dauerarbeiten einfach zu hoch. Verbrauch ist annehmbar, sowie auch die Leistung. Das sind große Sägen für den privaten Holzsammler! Habe mit "Baumarktsägen" da ganz andere Erfahrungen... Inzwischen sieht es da auch besser aus...
Bei Pflege, gehört nun auch zu jedem Werkzeug dazu, sollten sie lange Spaß an diesen Sägen haben:

Sägekettenöl = Haftöl!!! Also ->

1. Sägekettenöl nach Arbeitsende ablassen, durch dünnflüssiges Mineralöl (z.B. einfaches Getriebeöl 15-40) ersetzen.
2. Säge laufen laufen lassen, Schwert auf den Boden richten, ist eine deutliche Schmierölspur zu sehen wurde das Haftöl vom Getriebeöl ausgewaschen.
3. Schwertpflege -> Ölkanäle warten,  Schmieröffnung  am Schwert reinigen,  blanke Flächen mit Öl abreiben, Umlenkstern ölen, ebenfalls mit Getriebeöl, oder wer hat - Fettpresse benutzen!!!
4. Den Bereich des Kettenritzels, Kettenfängers, Kupplung und Kettenölung nicht vergessen - am Besten ausblasen (Kompressor) und mit einem ölgedrängten Lappen abreiben. Alte Sägespäne und das Haftöl gehen über den Winter eine recht feste Verbindung ein - aber einen guten (Hobby) - Handwerker erkannt man an seinen gepflegten Werkzeugen!!! ;-)
5.Bevor die Säge wieder eingesetzt wird, natürlich das dünnflüssige Öl gegen das Haftöl tauschen!

Diese Tipps gelten für alle Kettensägen (auch Elektro)..., Sägekettenöl ist Haftöl wenn das zu lange irgendwo verbleibt, verkleben und verharzen bewegliche Teile!!! Ölpumpen mit Plastikgehäusen und Plastikbauteilen, Ritzeln verzeihen sowas nicht - vermeidbarer, teilweise recht teurer Schaden.

Man sollte über diese Sägen nicht schimpfen, wenn man Werkzeug in einem Preissegment kauft, in dem man nicht mal gute Handsägen bekommt, sollte man nicht den Olymp erwarten - jedoch ist der Preis der originalen Zenoah für meine Sicht NICHT gerechtfertigt. Man kann auch bei den China Chain Saw Geräten Glück haben, ich hatte bei 4 Sägen ->  4x Glück!!!

Meine getesteten Sägen sind:
Tarus 4500
CSM 4500
Flywheel 4500
Tarus 5200 (nicht kräftig genung für 50cm Schwert)

In meinem weiterem Bestand sind diverse Stihl's und Husqvarna's - von Solo hab ich komplett Abstand genommen...!

Wer sich für eine solche Säge entscheidet - viel Spaß, denn den macht es garantiert - wenn man ihnen nicht zu viel zumutet!
Trotzdem sollte gesagt sein - diese Sägen sind kein Spielzeug und können genauso "gefährlich" sein wie Markenprodukte und die Kraft dazu haben sie! Lesen sie sich vorher in die Materie ein und besuchen sie ein Kurs...!
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