Motorradtransportanhänger - Ihr Zweirad sicher im Schlepptau

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Motorradtransportanhänger - Ihr Zweirad sicher im Schlepptau

Mit dem Motorrad zu fahren ist das Hobby vieler Motorradfahrer im Sommer. Denn wenn milde Luft, grüne Landschaften und gutes Wetter winken, macht das Motorradfahren ganz besonders viel Spaß. Und die besten Biker-Treffen sind auch stets in dieser Jahreszeit. Das hat natürlich Gründe: Im Sommer sind Sie sicherer mit dem Motorrad unterwegs. Es gibt keine vereisten oder verregneten Straßen bei eiskalten Temperaturen, die beim Motorradfahren ein großes Sicherheitsrisiko darstellen.

Aber was ist in den kälteren Jahreszeiten? In den meisten Teilen Mitteleuropas und Nordeuropas hört der Motorradspaß dann auf. Kein Biker will bei Eisglätte oder Dauerregen auf dem Motorrad zittern oder auf der spiegelglatten Fläche rutschen und stürzen. Deshalb zieht es Jahr für Jahr Motorradfahrer gen Süden in wärmere Gefilde. Allerdings kann allein der Anreiseweg nach Italien und Co. auf dem Motorrad schon zur unschönen Schlechtwettertour werden und viele Biker ziehen es deshalb vor, nicht auf dem Motorrad anzureisen. Aber wie erreicht man das Ziel, wenn nicht auf dem geliebten Zweirad?

Sicher und bequem in den Süden mit einem Motorradtransportanhänger für den Pkw

Neben so aufwendigen Methoden wie Transport per Flugzeug, Schiff, Autozug oder mit einer Lkw-Spedition, gibt es auch den Motorradtransportanhänger für Ihren eigenen Pkw. Das hat auch den Vorteil, dass Sie im Pkw leicht anderes Gepäck für die Reise unterbringen können.

In diesem Ratgeber finden Sie wertvolle Informationen zum Thema Motorradtransportanhänger - damit Sie und Ihr Zweirad sicher und bequem Ihr Reiseziel erreichen.

Hersteller und Marken: Anhänger für den Motorradtransport vom Fachmann kaufen

Anhänger für Pkws werden von vielen Firmen hergestellt, die sich auf Anhänger jedweder Art spezialisiert haben. Die Expertise dieser Marken erlaubt es ihnen auch, professionelle Anhänger für den Motorradtransport herzustellen und diese in verschiedenen Ausführungen anzubieten.

Zu den beliebtesten Herstellern von Motorradanhänger gehören:

Vielleicht haben Sie mit der ein oder anderen Firma aus dieser Liste ja schon einmal gute Erfahrungen gemacht und möchten sich nun deren Anhänger für den Motorradtransport ansehen. Wenn nicht, dann erhalten Sie nun einen kleinen Überblick über die gängigen Marken in diesem Bereich.

Wie schnell dürfen Sie mit einem Anhänger für das Motorrad fahren?

Wenn Sie mit einem Anhänger hierzulande fahren möchten, sollten Sie beachten, dass auf Landstraßen ein Tempolimit von 80 km/h besteht, auf Autobahnen 100 km/h. Für die Reise sollten Sie also gleich ein bisschen Zeit mitbringen, denn schneller ist nicht erlaubt. Und auch die 100 km/h dürfen Sie nur fahren, wenn Sie eine entsprechende Zulassung dafür haben.

In dem Land, in dem Ihr Urlaubsziel liegt, können die Tempolimits dann auch noch einmal anders sein. Es ist also wichtig, dass Sie sich möglichst vorher informieren, um nicht später Strafe zahlen zu müssen. Der ADAC zum Beispiel gibt einen Überblick über die Tempolimits für Gespanne (also Pkw mit einem Anhänger) in vielen beliebten Urlaubsländern.

Um eine Zulassung für 100 km/h zu bekommen, sind bestimmte Voraussetzungen nötig. Solch ein Fahrzeug muss ABS haben und je nach Gesamtgewicht oft auch eine eigene Bremse und hydraulische Stoßdämpfer. Zudem dürfen die Reifen nicht älter als 6 Jahre sein und müssen einer bestimmten Geschwindigkeitskategorie entsprechen. Erhalten Sie eine Erlaubnis für 100 km/h, muss die 100-Plakette am Anhänger angebracht werden, wo sie gut sichtbar ist.

Suchen Sie zum Beispiel nach einem gebrauchten Transportanhänger mit 100 km/h Zulassung, dann achten Sie darauf, dass er über eine solche Plakette verfügt.

Das Bremssystem: Gebremste und ungebremste Transportanhänger für das Motorrad

Wie Sie bereits im vorangehenden Abschnitt erkennen konnten, gibt es Transportanhänger, die über eine eigene Bremse verfügen (also „gebremst“ sind) und solche, die als „ungebremst“ bezeichnet werden. Welche dieser beiden Arten Sie brauchen, hängt in allererster Linie davon ab, wie viele Motorräder Sie transportieren möchten und wie schwer das Gesamtgewicht des Anhängers sein wird. Wiegt der Anhänger weniger als 750 kg, ist es erlaubt, ihn ohne eigene Bremse zu führen. Ab einem Gewicht von mehr als 750 kg jedoch sieht der Gesetzgeber eine Bremsenpflicht vor. Dies sollten Sie beim Kauf unbedingt beachten.

Aber auch, wenn Sie nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind, einen Anhänger mit Bremse zu betreiben, haben solche Bremsen trotzdem Vorteile für die Sicherheit Ihres Gespanns. Ein Anhänger ohne Bremse wird bei einem Bremsmanöver nicht selbst abgebremst, sondern Sie drücken mit voller Kraft auf die Anhängerkupplung. Das führt dazu, dass der Anhänger von hinten den Pkw nach vorne schiebt, dessen Bremse dann doppelte Arbeit leisten muss. Und dies verlängert natürlich den gesamten Bremsweg des Gespanns.

Bis zu einem Gewicht von 3,5 t werden in Deutschland daher zumeist Auflaufbremsen verwendet. Ein mechanischer Hebel verhindert bei diesen Bremsen, dass die Kraft des Anhängers sich auf die Kupplung überträgt und leitet sie stattdessen auf die Bremse des Anhängers. Der Bremsweg wird dadurch kürzer und das gesamte Gespann ist bei Bremsmanövern einfacher zu handhaben.

Die Anzahl der Achsen: Einachsiger Anhänger oder Anhänger mit Tandemachse

Bei der Auswahl eines Anhängers für Ihr Motorrad werden Sie häufig über den Begriff Tandemachser oder Tandemanhänger stoßen. Dies bezieht sich auf die Anzahl der Achsen, mit denen der Anhänger ausgestattet ist. Bei sehr großen Anhängern werden häufig mehrere Achsen verwendet, die hintereinanderliegen und mithilfe eines Drehschemels an der vordersten Achse gelenkt sind. Im Bereich der Anhänger für Pkw, zu denen auch die Motorradtransportanhänger gehören, ist dies aber eher ungewöhnlich.

Hier kommen Einachser oder Tandemanhänger zum Einsatz. Bei Tandemanhängern werden zwei Achsen sehr eng hintereinander verbaut, sodass kein Drehschemel benötigt wird. Die Achsen sind nicht lenkbar, da die Deichsel mit dem Chassis des Anhängers fest verbunden ist. Wenn die beiden Achsen nicht über einen Meter Länge hinauskommen, gelten sie nach deutschem Gesetz übrigens noch als einachsig. Tandemachser fahren sich ähnlich wie Einachser.

Einachser sind, wie der Name besagt, auf einer einzelnen Achse konstruiert, mehr Achsen ermöglichen mehr Transportfläche und damit ein größeres Volumen. Ihre Wahl hängt hier in erster Linie davon ab, wie viele Motorräder Sie transportieren möchten.

Im Regen stehen oder nicht: Ein offener oder ein geschlossener Anhänger für das Motorrad?

Eine der wichtigsten Fragen bei der Wahl des Transportanhängers wird für Sie die Wahl zwischen einer geschlossenen und einer offenen Variante sein. Die meisten Motorräder sind an sich natürlich den Wetterbedingungen nicht schutzlos ausgeliefert und werden durch Regen oder Ähnliches nicht beschädigt. Ein geschlossener Anhänger ist aber auf jeden Fall ein effektiver Schutz vor Diebstahl und Beschädigungen durch Hagel oder Verschmutzung durch Staub und Matsch. Aus einem geschlossenen Anhänger kann natürlich auch kein Motorrad herausfallen.

In jedem offenen Anhänger befinden sich allerdings entsprechende Gurte, Schienen und andere Vorrichtungen, um Ihre Motorräder ordnungsgemäß zu sichern. Offene Anhänger sind zudem oft günstiger als geschlossene und daher eine Überlegung Wert, wenn Sie nicht so viel Geld ausgeben möchten.

Kippanhänger oder Kofferanhänger: Unterschiedliche Arten der Beladung sind möglich

Abgesehen von der offenen oder geschlossenen Form, gibt es noch zu überlegen, ob Ihnen ein Kippanhänger oder ein Kastenanhänger lieber ist. Kofferanhänger sind natürlich geschlossen und benötigen eine ausklappbare Rampe, um die Motorräder hineinzufahren. Bei Kippanhängern gestaltet sich das Aufladen einfacher, weil dieser sich einfach nach hinten ankippen lässt und die Motorräder leicht darauf gefahren werden können. Welche Art der Beladung für Sie bequemer oder einfacher zu handhaben ist, sollten Sie einmal ausprobieren. Vielleicht haben Sie auch bei anderen Besitzern solcher Anhänger schon einmal zugesehen.

Ausfahrbare Rampen sind mitunter relativ schwer für eine einzelne Person, so kann es günstiger sein, einen Kippanhänger zu verwenden. Vor allem wenn Sie alleine aufladen möchten.

Die nötige Führerscheinklassen: Welchen Führerschein Sie für den Betrieb eines Gespanns brauchen

Seit einer Gesetzesreform in den 90er Jahren ist es in Deutschland möglich, mit einem Führerschein der Klasse B Gespanne mit bis zu 3,5 t Gewicht zu fahren. Mit einem Gespann ist im Amtsdeutsch ein Zugfahrzeug (meist ein Pkw) mit einem Anhänger gemeint. Mit einem Motorradtransportanhänger werden Sie sicher kein Gewicht von über 3,5 t erreichen. Ab dieser Größenordnung wäre dann nämlich eine andere Führerscheinklasse vonnöten.

Gesamtmasse, Stützlast und Anhängelast: Die relevanten begriffe vor dem Kauf kennen

Bei der Auswahl eines Anhängers sollten Sie noch mehr als die richtige Führerscheinklasse kennen. Masse des Pkw und des Anhängers müssen aufeinander abgestimmt sein. Besonders zu beachten ist hier die erlaubte Anhängelast Ihres Pkw. In den Papieren Ihres Pkw werden Sie die erlaubte Anhängelast finden, die er maximal ziehen darf. Ihr Anhänger darf dann im leeren Zustand nicht mehr wiegen. Auch zu beachten ist die Stützlast, die die Kupplung maximal tragen darf.

Eine Beispielrechnung: Haben Sie einen Pkw mit maximal zulässiger Anhängelast von 1000 kg und eine Stützlast von 50 kg, dann dürfen Sie einen Anhänger mit der Masse 1050 kg anhängen.

Wählen Sie Ihren Anhänger entsprechend der erlaubten Anhängelast Ihres Pkw aus, und achten Sie dann auch eine geschlossene oder offene Form, zum Kippen oder nicht, je nach Bedarf. Überlegen Sie sich auch, ob Sie eine Bremse am Hänger haben wollen. Dann kann Ihrem Urlaubsspaß im warmen, sonnigen Süden mit dem geliebten Motorrad nichts mehr im Weg stehen.

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