Motorradkleidung: Daran erkennen Sie defekte Protektoren

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Daran erkennen Sie defekte Protektoren

Motorradfahrer setzen sich im Straßenverkehr einer besonderen Gefahr aus. Im Ernstfall schützt keine Karosserie den Körper, sodass nur eine geeignete Motorradkombi diesen Sicherheitsaspekt übernehmen kann. Der Unterschied zu einer normalen Freizeitjacke: Spezielle Motorradjacken verfügen über integrierte Protektoren. Sie minimieren die Verletzungen bis zu einem gewissen Punkt und beugen großflächigen Abschürfungen oder Verbrennungen der Haut vor. Die Protektoren sind am Rücken, den Schultern und den Ellenbeugen in die Kleidung eingearbeitet und lassen sich bei hochwertigen Modellen sogar austauschen. Die geforderte Schutzfunktion übernehmen sie allerdings nur, wenn sie nicht beschädigt und nicht zu alt sind. Eine 10 Jahre alte Motorradkleidung ist umgehend auszutauschen im Hinblick auf die eigene Sicherheit. Außerdem sollten Sie alle Protektoren nach einer gewissen Zeit oder nach einem Unfall genau überprüfen. Kleinste Risse mindern ihre Funktion, sodass nur ein Austausch umfassend Schutz. Der folgende Ratgeber erklärt, woran Sie defekte Protektoren erkennen und was Sie beim Kauf von neuen Modellen beachten müssen.

Was sind Protektoren und wie funktionieren sie?

Protektoren sind spezielle Schutzelemente in der Motorradbekleidung. Sie dämpfen Schläge, verhindern Schürfwunden und sichern den Fahrer bei einem Unfall umfassend ab. An folgenden Stellen kommen die Protektoren in der Kleidung zum Einsatz:

  • Schultern
  • Hüften
  • Knie
  • Rücken
  • Ellbogen
  • Gesäß
  • Fußknöchel
  • Schienbein

Bei einem Sturz nehmen sie die Energie des Aufpralls deutlich besser ab und verteilen sie auf eine größere Fläche. Außerdem verhindern sie das Durchschlagen von spitzeren Gegenständen und Komponenten, die sich möglicherweise bei einem Unfall lösen. Gänzlich vor Knochenbrüchen und blauen Flecken bleiben Motorradfahrer nicht bewahrt. Hinsichtlich ihrer Bauart gibt es verschiedene Typen von Protektoren. Man unterscheidet zwischen visko-elastischem Schaumstoff, Hartschaum-Protektoren und Hartschalen-Protektoren. Die Modelle können entweder fest in der Motorradkleidung integriert oder als zusätzlichen Schutz getragen werden. Beide Varianten bieten Vorteile. Eingearbeitet in der Kleidung neigen manche Protektoren zum Verrutschen und sitzen dann nicht an passender Stelle. Mit zusätzlich angelegten Protektoren engen Sie meist ihre Bewegungsfreiheit ein, sorgen jedoch für einen festsitzenden Rundum-Schutz.

Hartschalen- versus Weichprotektoren

Gerade Hartschalen-Protektoren verrutschen leicht bei nicht passender Kleidung. Unbequemlichkeit und ein erhöhtes Verletzungsrisiko sind hier die Folge. Da es sich um Protektoren aus festem Kunststoff handelt, sind verrutschte Protektoren an ihren unangenehm scharfen Kanten zu spüren. Teilweise verhindern sie dabei das Abwinkeln der Arme und Beine. Sogenannte Weichprotektoren sind aus speziellem Schaumstoff gearbeitet und zwischen dem Innenfutter und dem Außenmaterial der Kombi eingenäht. Es schützt auf gleiche Weise und steht den härteren Komponenten in nichts nach. Da diese Protektoren keine scharfen Kanten besitzen, verringern Sie das Verletzungsrisiko zusätzlich. Einziger Nachteil: Sie lassen sich nicht aus der Kleidung entnehmen. Hartschalen-Protektoren sind zum Austausch gedacht und nicht fest mit der Motorradkombi verbunden. Bei einem defekten Protektor oder nach einem Unfall sind verschiedene Komponenten zu wechseln. Nur so sichern Sie sich den optimalen Schutz für die nächste Fahrt. Der erste Einsatz von Protektoren in der Motorradkleidung geht auf das Land Schweden zurück. Versicherungen boten den Fahrern mit besonderem Schutz auch niedrigere Beiträge an. Damit sollten Motorradfahrer selbst zum Sicherheitsbewusstsein gebracht werden.

Normierung von Protektoren – welche Schutzpolster sind erlaubt?

Seit den 90er Jahren gibt es eine europaweite Normierung von Protektoren für Motorradfahrer. Sie ist unter dem Kürzel EN 1621-1 bekannt und steht bei vielen Motorradfahrern in heftiger Kritik. In ganz Europa dürfen nur noch Protektoren zum Einsatz kommen, die nach dieser Norm geprüft sind. Der Prüfung liegen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen zugrunde. Unabhängige Institute oder der TÜV bemühen sich um diese Kontrolle und statten die Protektoren dann mit einem CE-Siegel aus. Nur derart geprüfte Modelle dürfen sich als Protektoren bezeichnen. Allerdings bieten nicht alle Varianten den gleichen Schutz. Nicht nur die Auswahl des Protektors, sondern auch die Kombination mit der Motorradkleidung spielt eine wichtige Rolle. Der sicherste Protektor bringt nichts, wenn er bei einem Aufprall verrutschen kann oder dem Fahrer selbst Verletzungen durch scharfe Kanten zuführt.

Tipps und Tricks: Darauf müssen Sie beim Kauf von Protektoren achten

Dicke und große Protektoren decken eine deutlich größere Fläche auf dem Körper ab und erhöhen damit den Sicherheitsaspekt bei einem Unfall. In gut ausgestatteten Motorradkombis befinden sich die Protektoren bereits an der richtigen Stelle, ohne dabei die Beweglichkeit des Fahrers einzuschränken. Hochwertige Schaumstoffe erweisen sich beim Tragen als flexibel und verhärten sich bei einem Aufprall schnell. In günstiger Motorradkleidung kommen nur minderwertige Weichschäume zum Einsatz, die bei einem Sturz deutlich weniger Schutz bieten. Gerade Rückenprotektoren sollten einen großen Bereich auf dem Körper abdecken. Bestenfalls reichen sie von den Nackenwirbeln bis hin zu den Lendenwirbeln. Günstige Protektoren decken hier nicht alle wichtigen Bereiche ab. Entscheiden Sie sich für eine günstige Motorradkombi, sollten Sie zum Schutz spezielle Westen oder andere Protektor-Lösungen tragen. Sie sitzen fest am Körper und schützen dort, wo sie gebraucht werden. Denken Sie daran: Selbst wenn Ihre Kinder mit Pocket Bikes übers Feld fahren sollten sie dementsprechend geschützt sein!

Material in und um Protektoren

Eine Besonderheit weisen viskoelastische Schäume auf. Sie sind temperaturabhängig und werden von der Körpertemperatur in ihrer Arbeitsweise beeinflusst. Bei der Anprobe müssen Sie einige Minuten warten, bis die Schäume ihre Temperatur erreicht haben. Nur so lässt sich der Tragekomfort genauer beurteilen. Beim Kauf stellt sich nicht nur die Frage nach den Protektoren, sondern auch nach dem Außenmaterial. Leder oder Textil stehen dabei zur Auswahl. Bei der Anprobe stellen sie schnell fest, ob die Protektoren alle richtig sitzen. Bewegen Sie sich in der Kleidung und nehmen Sie sich vor dem endgültigen Kauf genügend Zeit für die Anprobe. Eine besonders langlebige Kombi erhalten Sie, wenn diese nach einem Unfall repariert werden kann. Die Protektoren lassen sich alle über kleine Taschen im Inneren entnehmen und gegen neue Modelle austauschen. Achten Sie dabei auf Passgenauigkeit der einzelnen Komponenten.

Defekte Protektoren stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar

Protektoren dienen als schlagdämpfende Kunststoff- oder Schaumstoffteile. Sie können Verletzungen des Fahrers nur verhindern, wenn sie unbeschädigt und vollkommen intakt sind. Prüfen Sie deshalb die einzelnen Komponenten nach jedem Aufprall. Eine Verformung der Teile bringt meist ein schlechtes Tragegefühl mit sich. Dadurch sitzen sie nicht mehr richtig in der Kombi und bieten bei einem nachfolgenden Aufprall weniger Schutz. Im schlimmsten Fall sind die Protektoren angerissen und beschädigt. Ein Austausch ist dann dringend notwendig. Andernfalls legen Sie die Energie beim nächsten Aufprall nicht mehr sicher um. Kommt es zu einem Sturz, bricht der Protektor komplett und die restliche Energie geht an den Körper des Fahrers über. Am besten ausgerüstet sind Sie mit einer Kleidung, bei der sich die Protektoren wechseln lassen. Dies trifft meist nur harte Protektoren aus speziellem Schaumstoff oder Kunststoff. Überprüfen Sie nach jedem Aufprall dessen Tauglichkeit und tauschen Sie die Komponenten vorzeitig aus. Damit sorgen Sie für einen optimalen Sicherheitsaspekt. Bei eingearbeiteten Protektoren funktioniert der Austausch nicht. Hierbei handelt es sich um spezielle Schaumstoffe, die fest mit Jacke und Hose verbunden sind. Durch ihre weiche Beschaffenheit können sie weder brechen noch Risse erhalten. Solange die Kleidung äußerlich intakt ist und keine Schadstellen zu erkennen sind, darf sie weiterhin zum Einsatz kommen.

Montage und Position der Protektoren in der Kleidung

Die gewählten Protektoren müssen so angebracht sein, dass sie bei einem Sturz nicht verrutschen. Andernfalls ist der Schutz nicht umfangreich genug. Montieren Sie die Protektoren deshalb an die richtige Stelle, insbesondere bei einem Austausch oder beim Nachrüsten der Komponenten. In der Gebrauchsanweisung des Herstellers finden Sie alle wichtigen Informationen. Jeder Protektor ist mit einer Kennzeichnung versehen, mit der sich die Montage leicht vornehmen lässt. Achten Sie bereits bei der Auswahl auf ein leichtes Handling und Anlegen der Protektoren. Das gilt sowohl für externe Modelle als auch für Komponenten für die Motorradkleidung. Die Befestigung erfolgt entweder über eingearbeitete Taschen oder über einen Klettverschluss. Beide Methoden sind nicht zu 100 Prozent sicher und können ein Verrutschen der Teile verursachen. Bei hochwertigen Modellen sind die Taschen so eng geschnitten, dass der Protektor im Inneren nicht viel Bewegungsspielraum hat. Natürlich muss er sich noch bequem in die Tasche hineinlegen lassen.

Externe Protektoren sitzen deutlich sicherer am Körper. Sie sind mit Klettbändern oder einem Gummizug am Fahrer selbst befestigt. Sie dürfen nicht zu dick sein, da sie noch unter die Kleidung passen müssen. Mit dieser Variante umgehen Sie allerdings eine zu großzügig sitzende Kombi. Die Protektoren verrutschen deutlich seltener und schützen genau an der Stelle, wo Sie selbst den Schutz benötigen.

Protektoren in Handschuhen und Schuhen für Motorradfahrer

Bei einem Defekt gilt es nicht nur, die Protektoren in der Kleidung selbst auszutauschen. Auch Handschuhe und Motorradstiefel sind mit diesem Schutzmechanismus ausgestattet. Reflexartig nutzen wir Arme und Beine bei einem Sturz, um den Körper abzufangen und zu schützen. Deshalb benötigen diese Körperteile besondere Protektoren. Sie bestehen aus hitzefesten Materialien und sind fest um die Knöchel und Gelenke gelegt. An den Handschuhen gibt es spezielle Polster im Handrücken. An den Füßen werden die Knöchel gesondert geschützt. Diese Protektoren erzeugen eine Verbindung mit dem Material und sind fest vernäht. Nach einem Sturz sollten deshalb Handschuhe und Stiefel ausgetauscht werden. Achten Sie beim Kauf der Handschuhe darauf, dass die Stulpen die Jackenärmel auch bei ausgestreckten Armen gut überdecken. Motorradstiefel sind mindesten zwei Millimeter dick und reichen bis über die Wade. Es gibt Verstärkungen im Zehenbereich sowie einen Schutz für Fersen und Knöchel. Inzwischen gibt es auch einen Schutz der Schienbeine für normale Straßenstiefel. Andere Schuhe halten bei einem Sturz die Energie des Aufpralls nicht ab und provozieren dadurch Schürfwunden und schwere Knochenbrüche.

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