Motorrad-Schutzkleidung richtig auswählen

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So finden Sie im Internet die passende Herrenbekleidung

Jeder begeisterte Motorradfahrer weiß das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit zu schätzen, die das Motorrad ihm geben kann. Denn was gibt es Schöneres, als eine Motorradtour zu machen? Die Faszination mit den zwei Rädern und der Fahrspaß haben allerdings auch ihren Preis. Im Straßenverkehr ist ein Motorradfahrer wesentlich schlechter geschützt als ein Autofahrer. Klar, denn er ist ja auch nicht rundum von Stahl umgeben und mit Sicherheitsgurten und Airbags ausgestattet.

Als Motorradfahrer sind Sie generell einem höheren Risiko für Unfälle und Verletzungen ausgesetzt als Autofahrer. Umso wichtiger und unerlässlicher ist es daher die richtige Schutzkleidung zu besitzen, um Ihrem Hobby zu frönen. Eine hochwertige Motorradkleidung ist ein Muss, an dem nicht gespart werden sollte und zwar egal ob Sie mit einem großen Motorrad oder mit einem kleinen Pocketbike unterwegs sind! Neben Helm, Nierengurt und Handschuhen kommt es vor allem auf schützende Hosen und Jacken bzw. eine gute Kombi an.

Wir stellen in diesem Ratgeber Tipps und Tricks zum Kauf von Herrenbekleidung für Motorradfahrer vor und erklären, worauf es wirklich ankommt. Damit Sie sicher und geschützt mit dem Motorrad unterwegs sein können.

Schutzkleidung für Motorradfahrer: Schutz vor Verletzungen, Wind und Wetter

Außer den Hauptbestandteilen einer Schutzkleidung für Motorradfahrer wie Helm, Handschuhe und Nierengurt soll es hier vor allem um die Bekleidung für den restlichen Körper gehen. Die Hauptaufgabe dieser Kleidung besteht darin, den Motorradfahrer vor Verletzungen zu schützen, die bei einem Unfall oder Sturz entstehen können oder solche Verletzungen wenigstens abzumindern. Moderne Schutzkleidung wirkt zudem auch als Wetterschutz. Sie verhindert ein Auskühlen des Fahrers durch den Fahrtwind, besonders an den Stellen des Körpers, die diesem am meisten ausgesetzt sind – wie etwa die Knie.

Schutzkleidung schützt nicht nur besser vor Wind und Wetter als normale Lederkleidung, Bomberjacken oder ähnliches, sondern ist in vielen Fällen auch bequemer geschnitten. Sie besteht aus einem abriebfesten Material um Verletzungen vorzubeugen, die entstehen können, wenn der Fahrer auf der Fahrbahn entlangrutscht – bei einem Sturz oder Unfall entstehen sonst schwerste Verletzungen. Zudem gehören spezielle Protektoren zur Kleidung, die an besonders empfindlichen Körperstellen den harten Aufprall abmildern sollen oder die Kollision mit harten Gegenständen abpuffern.

Schutzkleidung aus Leder oder aus Textil? Ein Vergleich zeigt Schwächen und Stärken

Bei der Entscheidung für eine Motorradkleidung stehen Sie als Käufer zuerst vor der Auswahl des Materials. Es gibt neben der klassischen Lederbekleidung mittlerweile auch viel Motorradkluft aus Textil sowie Kombinationskleidung aus einem Leder-Textil-Mix. Was ist besser? Motorradkleidung aus Textil ist leichter als solche aus Leder, hält auch gut bei schlechtem Wetter und weist auch einen ziemlich guten Schutz bei Stürzen auf. Der luftige, leichte Tragekomfort sagt natürlich vielen Motorradfahrern zu.

Trotzdem hat Leder immer noch die bessere Abriebfestigkeit, an die kein Textilgewebe herankommt. Bei Schutzkleidung aus Leder sitzen die Protektoren auch besser, weil Sie enger geschnitten sind als die lockere Textilkleidung. Im Sommer wird es unter dem Leder freilich wärmer als unter der Textilkleidung. Hersteller versuchen dem entgegenzuwirken, indem sie spezialbehandeltes Leder anbieten, das die Sonnenstrahlung abweist – sogenanntes „Cool Leather.“ Auch Perforierungen sollen für die nötige Luft an der Haut sorgen.

Ebenso ist wasserabweisendes Leder zu finden (hydrophobiertes Leder), welches innen über eine Funktionsmembran verfügt und eindringendem Wasser entgegenwirkt.

Kombinationskleidung aus Leder und Textil: Ein Mittelweg zwischen beiden Materialien

Die Frage nach Leder oder Textil ist eine Grundsatzfrage, die Sie klären sollten, bevor Sie anfangen, nach einer neuen Bekleidung fürs Motorradfahren zu suchen. Letztendlich mag die Entscheidung aufgrund Ihres Fahrverhaltens fallen. Wenn Sie ein Sportfahrer sind, wird Ihnen Leder womöglich mehr zusagen. Es bietet den höheren Schutz, wenn auch nicht die gleiche Wasserdichte und Bequemlichkeit wie Textilkleidung. Für Fahrer, die lange Touren machen, für Cruiser und solche, die bei jedem Wetter fahren, sind die bequemen, wasserdichten Textilbekleidungen sicher attraktiver, auch wenn Sie weniger Aufprallschutz bieten.

Es gibt aber auch einen Mittelweg. Nämlich die Kombinationskleidung aus Leder und Textilien. Diese Kombis vereinen die positiven Eigenschaften der beiden Stoffe. An den Stellen, auf die es bei einem Sturz ganz besonders ankommt, weil sie die empfindlichsten und verletzlichsten sind, befindet sich das abriebfeste Leder. In anderen Bereichen wird Textil verwendet, das die Bequemlichkeit erhöht und über die reichhaltigere Ausstattung verfügt.

Polsternde Protektoren gehören dazu

Bei der Suche nach hochwertiger Motorradbekleidung im Internet sollten Sie ganz besonders auf eines achten: die Protektoren in der Kleidung. Dabei handelt es sich um Schutzpolster an besonders empfindlichen und verletzungsgefährdeten Körperteilen. Eine gute Schutzkleidung sollte an den Schultern, an den Ellbogen, am Rücken, an Hüfte, Gesäß und Knien, sowie Schienbeinen und Fußknöcheln über solche Protektoren verfügen.

Die Aufgabe dieser Protektoren? Im Falle eines Sturzes die Aufprallenergie auf eine größere Fläche verteilen und dadurch Verletzungen abzumildern. Ein Knochenbruch kann so zu einer Prellung abgemildert werden, eine Prellung zu blauen Flecken. Das funktioniert aber nur, wenn die Qualität der Protektoren stimmt und sie an der richtigen Stelle sitzen, ohne zu verrutschen.

Das Prüfzeichen für optimal funktionierende Protektoren mit maximaler Schutzfunktion

Für Protektoren gibt es den europäischen Standard 1621. Wenn Sie bei eBay suchen, können Sie diese geprüften Protektoren daran erkennen, dass sie als „CE-geprüft“ bezeichnet werden. Neben diesem Kriterium können Sie auch anhand der Fläche und der Dicke abschätzen, wie gut der Protektor ist. Je größer und dicker, desto besser. Es gibt hier High-Tech-Schaumstoffe, die trotzdem bequem zu tragen sind und sich biegen können. Sie verhärten sich erst bei einem Aufprall. Vorsicht hier vor zu billigen Schaumstoff-Protektoren, die dünn sind und kaum etwas taugen.

Achten Sie auf das Prüfzeichen, die Dicken und die Fläche, um abschätzen zu können, wie gut die Protektoren sind. Lieber zu einer etwas teureren Kombi greifen, als billige schlechte Protektoren in Kauf zu nehmen, die ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen. Hochwertige Protektoren können oft auch nachgekauft werden und nachträglich in die Schutzkleidung eingebracht werden. Wie auch Helme sollten Sie nach einem Unfall unbedingt ausgewechselt werden, auch wenn sie äußerlich nicht beschädigt aussehen.

Sie haben die Wahl: Kombikleidung oder Jacke und Hose

Neben der Wahl des Materials und der richtigen Protektoren stehen Sie als Käufer noch vor der Wahl der Kleidungsart. Auf eBay wird Motorradkleidung in verschiedener Form angeboten. Es gibt sie als Kombi zu kaufen, was nichts weiter als einen Ganzkörper-Overall bedeutet. Oder Sie können einzelne Jacken, Hosen und Westen miteinander kombinieren. Es gibt für Kombis ebenfalls eine Prüfnorm, die EN 13595, welche Aufbau, Abriebfestigkeit und Festigkeit der Nähte überprüft. Kleidung, die ein solches Prüfzertifikat hat, gewährleistet auf jeden fall hohe Sicherheit. Kombis haben den Vorteil, dass es keine Stellen gibt, an denen Zugluft eindringen kann und bei einem Sturz kann nichts verrutschen und so vielleicht den Schutz mindern.

Wenn Sie sich für eine Jacke und Hose entscheiden statt für eine Kombi, achten Sie darauf, dass diese mit einem Reißverschluss verbunden werden können. Das verhindert ein Verrutschen und Eindringen von Wind, lässt aber immer noch ein getrenntes Anziehen und Ablegen zu.

Ein Motorradanzug sollte unbedingt richtig sitzen, um den optimalen Schutz zu gewährleisten. Wenn Sie bei eBay bestellt haben und feststellen, dass die Kleidung zu groß oder zu eng ist, schicken Sie sie lieber zurück und bestellen das nächst größere oder kleine Exemplar. Falsch sitzende Motorradkleidung bietet keinen guten Schutz bei Unfällen.

Die Motorradjacke mit Airbag: Aufprallschutz mit dem bekannten Luftsack

Airbags gibt es nicht nur für Autos. Schon 1976 wurde in Ungarn an einer Methode geknobelt, die es erlaubt einen Airbag in eine Motorradjacke einzubauen. Motorradjacken mit Airbag sind mittlerweile keine Kuriosität mehr, sondern echter Schutz. Vor Antritt der Fahrt verankert der Fahrer ein Kabel mit CO2-Patrone am Rahmen seines Motorrads. Kommt es zu einem Unfall, löst dieses Kabel durch das ruckartige Ziehen ein Aufblasen der Luftkammern in der Jacke aus. Dies dauert gerade einmal 400 Millisekunden. Beim Aufprall des Körpers können die Luftkammern dann Aufprallenergie abfangen und schützen damit den Brustkorb, die Rippen, den Rücken und vor allem auch den Nacken des Fahrers.

Die Farbe von Schutzkleidung auf dem Motorrad

Was zunächst eine Frage des Geschmacks zu sein scheint, ist auch eine Frage der Sicherheit. Die Farbe der Kleidung auf dem Motorrad sollte auch unter Sicherheitsaspekten betrachtet werden. Wie überall im Straßenverkehr gilt: Je dunkler, desto schlechter werden Sie gesehen. Motorradkleidung gibt es in allen möglichen Farben, vom klassischen Schwarz über grau und bunt bis hin zu silber und weiß. Wenn Sie keine rein weiße Kombi haben möchten, auf der schnell Schmutz und Staub zu sehen sind, kann es dennoch eine gute Entscheidung sein, eine Kombi mit weißen oder silbernen Streifen zu nehmen. Auf diese Art sind Sie im Straßenverkehr immer noch gut zu erkennen und vermindern Ihr Unfallrisiko.

Wenn Sie sich online neue Bekleidung für Ihr Motorrad kaufen möchten, dann sollten Sie auf die Hinweise in unserem Ratgeber achten. In den meisten Fällen ist es sicherer etwas mehr Geld auszugeben und nicht das günstigste Angebot zu nehmen, das am Ende nicht den optimalen Schutz gewährleisten kann. Textil- oder Lederkleidung oder eine Kombination daraus erfüllen unterschiedliche Eigenschaften und können je nach Ihren Fahrgewohnheiten gewählt werden.  Gute Protektoren sollten aber immer dabei sein und die Kleidung sollte auch optimal sitzen, um Ihnen den besten Schutz zu gewährleisten.

So können Sie unbesorgt und sicher den Fahrspaß auf Ihrem Motorrad genießen.

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