Moto Guzzi - eine italienische Legende

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Legendärerweise fährt in den Don Camillo und Peppone-Romanen von Autor Giovanni Guareschi der Hauptcharakter Peppone eine Moto Guzzi. Auch wenn der Bürgermeister aus den Romanen kein Rennfahrer ist, so wurde Moto Guzzi doch als Marke vor allem durch den Rennsport bekannt. Schon im Jahr 1924 gewann eine Moto Guzzi die 500cm³-Europameisterschaft und im EM-Rennen von Monza wurde das Modell C4V nicht nur Erster, sondern auch Zweiter und Fünfter.

Dabei hatte die Geschichte von Moto Guzzi ganz bescheiden angefangen, als der Flieger Giorgio Parodi 1921 mit seinem Freund Carlo Guzzi, einem Flugzeugtechniker, die Aktiengesellschaft Moto Guzzi gründete. Das erste Motorrad wurde gar im Keller der Guzzis zusammenmontiert. Als Firmenzeichen wählten die beiden den bis heute bekannten Adler mit Schwingen, um einen im Ersten Weltkrieg abgestürzten Kameraden zu ehren. Schon im ersten Jahr baute Moto Guzzi dann aus dem Keller heraus 17 Motorräder, das Modell „Normale“. 1928 konnte die Firma dann mit einer neuartigen Hinterradfederung in Führungsstellung gehen, denn die Dreiecksschwinge mit Federpaket übertraf die sonst gebräuchlichen Federungen der Zeit bei Weitem. Das Modell G.T. Fuhr damit bis nach Norwegen an den Polarkreis und erhielt den Spitznamen „Norge.“

Eine Erfolgsgeschichte bis in die Neuzeit

Moto Guzzi wurde eine Erfolgsgeschichte und im Jahr 1934 war das Unternehmen bereits der größte Hersteller von Motorrädern in Italien. Bis heute produziert Moto Guzzi beliebte Motorräder. Ende der Neunziger geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Seit dem Jahr 2004 gehört die Firma, genauso wie Aprilia,  zum Motorradpool Piaggio-Gruppe. In Europa stellt die Piaggio Gruppe beinahe ein Viertel des Marktanteils. Wenn auch Sie sich für den Kauf einer Moto Guzzi interessieren, werden Sie im vorliegenden Ratgeber interessante Kaufinformationen zu Moto Guzzi erfahren. Wir stellen Ihnen die Besonderheiten dieser Motorräder vor und gehen näher auf die beliebtesten Modelle ein.

Die Besonderheiten der Motorräder von Moto Guzzi

Moto Guzzi hat im Laufe der Zeit einige technische Neuerungen im Bereich Motorrad eingeführt. Unter anderen die bereits erwähnte Federung. Nachdem Ire Stanley Woods im Jahr 1935 auf einer hinterradgefederten Maschine das Senior-TT-Rennen gewonnen hatte, stellten plötzlich alle Rennteams auf diese Federung um. Ende der 60er Jahre wurde Moto Guzzi dann bekannt für seine V2-Motoren, die über eine längs liegende Kurbelwelle verfügten. Erstmals wurde dies im Modell V7 vorgestellt, was dadurch eine wesentlich bessere Schräglagenfreiheit aufwies und einen günstigeren Massenausgleich hatte als die typischen Maschinen mit Boxermotor. Absolut typisch für Moto Guzzi war auch lange Zeit eine Ventilsteuerung mit unten liegender Nockenwelle an den V2-Motoren, die dadurch eine Stoßstange erforderten. Ab 1999 verfügten allerdings manche Modelle auch über Nockenwellen, die oben liegen.

Ebenfalls typisch für Moto Guzzi: das Integralbremssystem

Jahrzehnte bevor ABS in Autos bekannt wurde, verwendete Moto Guzzi schon in den 70er Jahren dieses System. Bei diesen Modellen konnte der Fahrer mit dem Handhebel die rechte Bremsscheibe betätigen, mit dem Fußhebel jedoch die linke vordere Scheibe und die Heck-Bremsscheibe. Ab dem Jahr 2006 stieg dann aber auch Moto Guzzi auf elektronisches ABS um. Ganz charakteristisch für Moto Guzzi Motorräder sind auch die v-förmigen Zylinderköpfe, die seitlich aus dem Profil herausragen, was an einem quer eingebauten 90°-V-Zweizylinder liegt. Er wurde schon in den 60er Jahren von der Rennabteilung des Unternehmens vom Auto an ein Motorrad angepasst.

Die Modelle von Moto Guzzi im Laufe der Zeit: vom Motorrad zum Dreirad

Heute stellt Moto Guzzi nicht nur Motorräder her, sondern auch Mofas, Motorroller, Dreiräder und Kleinmotorräder. Es finden sich Hubraumgrößen von nur 125 cm³ bis zu satten 1000 cm³. Wenn Sie sich für eine Moto Guzzi interessieren, muss es also kein großes Rennmotorrad sein. Sie finden auch einen kleinen Stadtflitzer in Form eines Mofas oder Motorrollers sowie spritzige Sport- oder Tourenmodelle. Für praktisch jeden Verwendungszweck hat Moto Guzzi ein passendes Modell in seiner Palette.

Zwei Produktionslinien, eine für Tourenmaschinen und eine für Sportmaschinen werden innerhalb der Firma unterschieden. Das Modell Californium gehört zu den Tourer, die Modelle Centauro und Daytona, sowie Le Mans vertreten dagegen die Sportmaschinen.

Das richtige Modell finden: Tourer, Chopper, Naked Bike und Co.

Die erste Überlegung beim Kauf einer Moto Guzzi sollte daher sein, welcher Art von Motorrad Sie überhaupt kaufen möchten. Je nach Verwendungszweck empfehlen sich natürlich andere Modelle und am Besten suchen Sie gleich von Anfang an nach der richtigen Motorradart. Fahren Sie gerne Touren mit dem Motorrad oder möchten Sie ein Sportmotorrad haben? Sind Sie an Tuning interessiert oder an einem Naked Bike, einem Chopper oder einem Cruiser? Es finden sich in allen Bereichen die passenden Moto Guzzi Motorräder. Wir listen kurz auf, zwischen welchen Arten von Motorrädern Sie die Auswahl haben:

Entscheiden Sie sich gleich für eine dieser Varianten und erleichtern Sie sich damit die Suche. So werden Ihnen gleich passende Modelle angezeigt, ohne, dass Sie lange nach den richtigen Eigenschaften suchen müssen.

Hubraum und Leistung Ihres neuen Moto Guzzi Motorrads auswählen

Neben der Art des Motorrads ist die sicher wichtigste Entscheidung die für die Größe des Hubraums und der Leistung der Maschine. Nicht nur, wenn Sie gerne Rennen fahren und das Motorrad im Sportbereich einsetzen wollen. Auch für Tourer ist dies wichtig und selbst ein kleiner Stadtflitzer soll natürlich nicht zu langsam sein. Auch wenn hier der Preis in der Abwägung gegen mehr Geschwindigkeit gewinnen muss. Das Modell mit dem größten Hubraum ist die California 1400 mit 1380 cm³, gefolgt von der Stelvio 1200 mit 1151 cm³ und der Griso 8V, der 1200 Sport 4V und der Norge 1200 mit ebenfalls jeweils 1.151 cm³.

Den kleinsten Hubraum weisen Modelle wie Nevada, V7 Stone, V7 Special und V7 Racer mit 744 cm³ auf. Diese kleinen Flitzer schaffen dementsprechend nicht mehr als 50 PS.

Der richtige Startertyp: Elektrostarter oder Kickstarter an der Moto Guzzi

Die meisten Moto Guzzi Fahrzeuge verfügen über einen Elektrostarter, doch bis in die 1970er hinein waren die meisten Motorräder mit Kickstartern ausgestattet. Wenn Sie nach einem nostalgischen älteren Modell mit Kickstarter suchen, können Sie auch bei Moto Guzzi fündig werden. Die Wahl ist hier eher eine Frage Ihres persönlichen Geschmacks als praktischer Erwägungen.

Die Moto Guzzi California: ein Touren-Cruiser aus dem Hause Moto Guzzi

Die California ist ein großer Tourer, dem man auch ansieht, wie viel Kraft dahinter steckt. Das Motorrad wiegt ganze 318 Kilogramm. Trotzdem ist die Maschine mit 74 cm Höhe auch für kleinere Fahrer geeignet und ein ausgezeichneter Gleiter. Der Motor, den Moto Guzzi hier verbaut hat, ist der größte, den es in einem Motorrad dieser Firma je gab. Ein 1,4-Liter-Motor mit V2-Aggregat schafft dementsprechend auch 96 PS. Die California ist dabei ziemlich vibrationsarm und bequem zu fahren, denn ein Doppelschleifenrahmen fängt einen guten Teil der Vibrationen des Getriebes ab. Zudem gibt es zwei Federbeine mit Ausgleichsbehälter, die ebenfalls für größeren Komfort sorgen.

Verschiedene Programme für verschiedene Fahrstile können eingestellt werden. Möchten Sie bei voller Leistung cruisen, bietet das Motorrad das Programm „Turismo“, ist das Wetter nicht so gut fahren Sie besser mit dem Programm „Pioggia“ - hier wird die Leistung etwas heruntergefahren. Soll es richtig schnell gehen, können Sie den Modus „Veloce“ einstellen. Das alles wird am LCD-Instrument möglich, an dem der Fahrer alles bequem einstellen kann.

Für Tourer und Cruiser handelte es sich bei der California eindeutig um einen Motorradtraum im amerikanischen Stil. Das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder.

Die Moto Guzzi Stelvio: Zweizylindrige Reiseenduro mit Luftkühlung

Seit 2008 hat Moto Guzzi die Reiseenduro Stelvio im Angebot, passend benannt nach dem Stilfser Joch (Passo dello Stelvio), dem höchsten Gebirgspass Italiens. Der Antrieb ist luftgekühlt, was ihn in der heutigen Zeit zu etwas Besonderem macht und schafft 108 PS mit seinem längs eingebauten Zweizylindermotor. Obwohl dieses Modell recht groß und schwer ist und viel Leistung schafft, sieht es äußerlich nicht wuchtig aus. Mit dem 2-in1-Auspuff und einem Drei-Wege-Katalysator ist die Stelvio zudem im Schadstoffbereich sehr gut, sie unterbetet noch die Abgasnorm Euro-3. Serienmäßig verbaut sind eine Antriebsschlupfregelung, die sich bei Bedarf abschalten lässt, ABS und Motorschutz.

Die Ausstattung ist im gehobenen Bereich anzusiedeln, es gibt Endschalldämpfer aus Aluminium, einen Lenker aus konifiziertem Aluminium und eine hydraulische Kuppelbetätigung. Die Stelvio ist etwas für Sie, wenn Sie das Motorrad zum Cruisen oder für den Sport fahren möchten.

Moto Guzzi Griso: Ein Naked Bike aus den Hause Moto Guzzi

Seit 2005 gibt es von Moto Guzzi auch ein Naked Bike mit dem Griso. Es wurde nach einer Figur im Roman „I Promessi Sposi“ benannt. Zunächst gab es den Griso als Griso 850 und Griso 1100, jeweils mit 877 cm³ und 1064 cm³ Hubraum. Später unterzog man den Motor allerdings einigen Veränderungen und der Hubraum wurde größer – nämlich 1151 cm³ in der Griso 8V von 2007. Zusätzlich gab es 2009 dann noch eine Sonderedition, die sich zwar im Motorbereich nicht von ihren Vorgängern unterschied, aber mit mattgrünem Lack aufwartete und braune Speichenräder und Sitzbänke hatte. Eine weiter Sonderedition im Jahr danach war dann schwarzer Sitzbank und rotem Lack versehen.

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