Motive, Länder, coole Sprüche – ein Ratgeber zum Sammeln von Ansichtskarten

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Motive, Länder, coole Sprüche – ein Ratgeber zum Sammeln von Ansichtskarten

Der Eiffelturm von Paris, der Himalaja, die Oper in Sydney und die Freiheitsstatue- das ist Ihnen mit Sicherheit alles ein Begriff. Hat Ihr Briefkasten einen dieser Dinge schon gesehen? Sie haben richtig gehört. Denn die Zuhausegebliebenen werden häufig mit Ansichtskarten aus aller Welt beglückt. Neid, doch größtenteils Freude über die zuteilwerdende Aufmerksamkeit dürften die häufigsten Reaktionen sein. Lesen Sie im folgenden Ratgeber, was Sie mit den Ansichtskarten machen können und welche Sammelleidenschaft daraus bei vielen erwächst.

Was ist eine Ansichtskarte?

Ansichtskarten sind Postkarten mit einem Motiv oder einem Spruch auf der einen Seite, die andere ist frei für Glückwünsche, Urlaubsgrüße oder sonstige kurze Nachrichten, die zum Bild passen. Sie bestehen zumeist aus Pappe und sind in der Regel rechteckig. Die Ansichtskarte kann und wird in den meisten Fällen offen, ohne Umschlag, verschickt.

  • Zu den erwähnten Motiven ist zu sagen, das meist …
  • die beliebteste Sehenswürdigkeit der jeweiligen Stadt oder Region abgebildet ist.
  • viele Highlights der Innenstadt nebeneinander oder sich überschneidend angeordnet sind.
  • der Name der Stadt, des Landes oder des Gebiets mit abgedruckt ist.
  • der Slogan, der für das Land typisch ist, zu lesen ist.

Ansichtskarten in bunten Farben gewählt werden. Das unterstreicht den Urlaubseffekt und den Spaß, den man dort erlebt hat.

  • schwarz-weiße Postkarten ein verträumtes Bild zeichnen, was in Städten wie Paris oder London angebracht ist.
  • witzige Sprüche nicht zwingend etwas mit der Stadt zu tun haben müssen, sondern eher auf den Empfänger zutreffen.

Die Passion des Sammelns geht auch bei Ansichtskarten um

Wer im Laufe der Jahre in den Genuss gekommen ist, immer wieder eine Ansichtskarte bekommen zu haben, fragt sich, wo man die Stücke bestmöglich zur Geltung bringen kann. Für eine Schublade sind sie zumeist zu schade. Viele Menschen haben aus diesem Grund Alben angelegt. Zunächst für den Eigengebrauch, sind die Sammler- und Tauschbörsen von Ansichtskarten immer mehr aus dem Boden geschossen.

Der Unterschied: Viele Sammler sind vor allem an Karten interessiert, die nicht beschrieben sind. Das steigert häufig den Wert. Allerdings ist das nicht die Regel. Denn es gibt spezielle Sammler, die vor allem auf alte Zeugnisse, die vor oder während des Zweiten Weltkrieges geschrieben wurden, erpicht sind.

Postkartensammeln ist begehrter, als man annehmen will

Wer bei  Ansichtskarten immer an die letzte Nachricht von der Oma aus Südtirol denkt, stößt bei leidenschaftlichen Sammlerfreunden auf wenig Gegenliebe. Denn rare Sammlerstücke kosten nicht 75 Cent, sondern sind mit bis zu 5000 € wahre Geldanlagen.

Es gibt unterschiedliche Ansichtskarten, die ein Sammlerherz höher schlagen lassen, die folgende Auswahl zeigt nur einen Teil an:

  • Karten aus unterschiedlichen Kontinenten. Darauf zu sehen sind Menschen in außergewöhnlichen Posen oder Gebäude, von denen viele in heutiger Zeit nicht mehr existieren.
  • Karten, die aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, kurz DDR, stammen. Sie sind deshalb so begehrt, weil sie bei vielen Menschen Erinnerungen an vergangene Tage wecken.
  • Karten von verschiedenen Tierarten, die möglicherweise in der eigenen Umwelt nicht bekannt sind.
  • Karten mit spektakulären Naturgewalten, die faszinieren.
  • Unterschiedlichste Pflanzen und Bäume, die durch einen einzigartigen Wuchs oder eine hervorstechende Farbe auffallen.
  • Gebäude, Häuser und Hütten, die nicht alltäglich sind.

Besonders begehrt sind Ansichtskarten, die alte Fernsehserien zeigen. Der Wert steigt, wenn die Karte aus der Originalzeit stammt. So ist Mecki, der Igel ein beliebtes Sammelobjekt.

Philokartie ist ein Forschungszweig

Was manche Menschen nur als Hobby nebenbei betreiben, ist für viele der Hauptberuf. Es gibt hierzu:

  • Tausch- und Sammelbörsen, die deutschlandweit und auch im Ausland vielfach wöchentlich angeboten werden. Echte Sammler scheuen keine Kosten und Mühen, um daran teilzunehmen. Für gewerbetreibende Ansichtskartenfreunde sind solche Veranstaltungen Pflicht. Sie können hier nicht nur ihre Schätze verkaufen, sondern sind auch für den Ankauf interessieren. Kundenpflege und –akquise ist das oberste Gebot.
  • Foren im Internet sowie Privatseiten: Wer nur nebenher mit Postkarten handelt bzw. sich ein Taschengeld hinzuverdienen möchte, hat mit dem World Wide Web die optimale Plattform gefunden. Eine eigene Homepage mit passender Domain ist schnell eingerichtet. So entfallen weite Wege zu den genannten Veranstaltungen. Der Kunde seinerseits kann sich in Ruhe die Auswahl ansehen und gleichzeitig Preise vergleichen.
  • Die Philokartisten beschränken sich nicht auf das Sammeln von Postkarten, sie forschen vielmehr. Alte Ansichtskarten werden hierbei genau analysiert und katalogisiert. Sie sind meist eine wertvolle Quelle für die Historiker, aber auch für Heimatforscher und Archäologen. Die Philokartie ist nicht als professionelle Wissenschaft anerkannt. Vielmehr kann sich jeder, der einige Postkarten vergangener Zeiten zu Hause hat und diese gerne genauer überprüft, mit diesem Titel schmücken.
  • Sammler von modernen Postkarten oder Kunstdrucken erwerben die Karten vor Ort. So wird der Urlaub zum Kauf der Ansichtskarten genutzt, die natürlich nicht verschickt werden, sondern in die Sammlung gelangen. So wird sichergestellt, dass die Karten weder beschriftet noch geknickt sind.

Mit dem Sammeln von Postkarten Geld verdienen

Haben Sie einige Schätze, die durch bereits vollbrachte Preisvergleiche finanziell lukrativ sind? Dann sollten Sie den aktuellen Marktwert bestimmen. Dies kann durch folgende Kriterien geschehen:

  • Das Alter: Als moderne Karten werden diejenigen ab 1955 bezeichnet. Sie bringen nicht viel Geld ein. Es gilt: Je älter, desto besser.
  • Wie ist der Zustand Ihrer Karte? Auch hier gilt: Ist die Karte gut erhalten (und gleichzeitig älter) wird sie mehr einbringen.
  • Welche Sammlerstücke sind besonders begehrt? Es gibt für jede Art von Postkarte ein bestimmtes Klientel. Jedoch sind Massenanfertigungen und leicht erhältliche Ansichtskarten eher ein Cent-Artikel.
  • Lithografien sind heiß begehrt. Dies ist eine Drucktechnik, die früher für farbige Drucke angewandt wurde und heute eher nicht mehr für die Massenanfertigung verwendet wird, da sie zu teuer ist.
  • Das Material ist in jedem Fall immer entscheidend. So sind seltene Stoffe oder heute nicht mehr verfügbare Produkte ein Garant für einen guten Verkaufserfolg.

Die verschiedenen Sammelgebiete der Postkartenfreunde

Nicht jeder Sammler ist auch an jeder Art von Ansichtskarte interessiert.

  1. Es gibt diejenigen, die sich nur um geschichtliche Karten kümmern. Hierbei wird wiederum in der Epoche unterschieden als auch in der räumlichen Abgrenzung. Manche Sammler legen Wert auf heimatnahe Bilder, während andere einen Überblick über geografische Veränderungen in ganz Europa beispielsweise in Postkarten festgehalten haben möchten.
  2. Andere sammeln Postkarten, die mit lustigen Sprüchen versehen sind. Hierbei geht es ihnen in erster Linie um den Text, ebenso spielt die Farbzusammensetzung eine Rolle.
  3. Motivsammler werden pauschal die Personen genannt, die Gegenstände, Menschen oder die Natur als ihr Hauptgebiet ansehen. Dieses Feld ist äußerst umfassend.
  • So kann man ein Faible für Windmühlen vorweisen, aber auch für Autos oder Nähmaschinen.
  • Nur Männer mit Bart sind das bevorzugte Motiv oder auch Frauen mit Hüten.
  • Es wird beispielsweise nur Interesse am Zeigen der Sonne gehegt. Alle anderen Naturerscheinungen sind nicht wichtig.
  4.  Moderne Ansichtskartensammler unterscheiden ihre „Beute“ wiederum dadurch:
  • Es soll lediglich ein/müssen zwingend mehrere Motiv auf der Karte sein
  • Die Farben müssen passend zueinander sein, das Motiv interessiert weniger
  • Die Karte darf keine/soll Text auf dem Motiv haben

Die Aufbewahrungsorte variieren nach Aussehen und Platzangebot

Wer keinerlei finanziellen Hintergedanken beim Sammeln von Postkarten hegt, dem stellt sich die Frage, wo man am besten die oft liebevoll gestalteten Karten von Freunden aufbewahrt. Es gibt heutzutage auch Ansichtskarten, die man sich selbst kauft, nur weil ein aufmunternder Spruch oder eine erholsame Landschaft durch den Alltag helfen.

  • Der Fotokoffer: Wer wenig Platz hat, kann sich Koffer aus Aluminium besorgen. Diese sind sehr stabil, darum finden die Karten hier einen guten Platz. Sie sind vor Schmutz und Rissen geschützt. Zudem sind spezielle Einteilungen vorgegeben, welche im Boden verankert sind. Beim Öffnen werden die Karten dem Besitzer präsentiert und es ist ein Leichtes, eine ganz bestimmte schnell zu finden. Viele dieser Koffer haben ein zusätzliches Extra dafür: Leitkarten aus stabilem, durchsichtigen Material mit passenden Etiketten zum Beschriften, machen die Suche leichter.
  • Das Fotoalbum: Ein Relikt aus alten Zeiten? – Nicht unbedingt! Ihre liebsten Stücke werden hier sicher aufbewahrt. Durch die Klebestrips können sie jederzeit durch leichtes Ziehen entnommen werden. Zusätzlich ist viel Platz, um die Karte zu beschriften oder durch passende Aufkleber zu verschönern.
  • Beschriftete Schuhkartons: Diese sind zwar bei weitem optisch nicht so ansprechend wie der Koffer, können aber leicht zu einem Highlight gemacht werden. Mit entsprechenden Farben oder Beklebungen (mit Geschenkpapier, der Serviettentechnik oder Stickern) ist ein Lieblingsstück mehr im Regal vorhanden.
  • Taschenvorhänge: Sie können ebenso als Abgrenzung in einem großen Zimmer dienen. Sie bestehen aus stabilem Kunststoff und haben kleine Taschen im Format 10x15, also das einer Ansichtskarte. Je bunter die Karten sind, desto mehr fällt diese Art der öffentlichen Präsentation auf.

Es gibt noch zahlreiche weitere Ideen, die je nach Motiv des Bildes besser passen und auch den jeweiligen Geschmack treffen.

Postkarten sind zeitlos

Selbst oder gerade in Zeiten des Internets scheinen Postkarten wie aus einer anderen Zeit zu sein. Jedoch sind sie um einiges persönlicher als eine E-Mail. Durch die Handschrift, das kleine Entgelt und das sorgfältig ausgewählte Motiv, das häufig gut zum Empfänger passt, entsteht eine andere Verbindung als zu einer maschinell geschriebenen Nachricht. Außerdem hält man die Pappe in Händen, vor einem versehentlichen Löschen ist sie gefeit.

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