Mofarally Tag 3

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ag 3 der Mofarally.
Der Arm ist geschient und macht keine Probleme
beim Festhalten des Lenkers, zumindest im Augenblick nicht. Leider
will der Chinaschroller nicht anspringen. Selbst mit dem Kickstarter
gibt er keinen Ton von sich.
Also die Verkleidung ab und den Zündkerzenschlüssel suchen. Der liegt
natürlich wieder neben dem Computerbildschirm,weil ich es nicht lassen konnte,
gestern noch einige Top Rategeber zu verfassen. Ja,ja, was tut man nicht alles,
um die anderen von seinem reichen Erfahrungsschatz profitieren zu lassen.
Das Zündkerzenschrauben gestaltet sich schwieriger als ich gedacht habe,
da der geschiente Arm für die notwendigenVerrenkungen so gar nicht zu
gebrauchen ist. Schließlich ist es geschafft.
Versifft ist gar kein Ausdruck, da muss ich selbst den Kopf schütteln, als
ich den ersten Blick auf die Zündkerze werfe. Ersatz ist erfreulicherweise
da aber auch nur mit Mühe eingeschraubt.
Jetzt der spannende Moment.
Mist, die Batterie ist leer, doch mit dem Kick gehts schließlich,
der Schroller läuft.  Mao sei dank, schießt es mir durch den Kopf aber
dann fällt mir ein, dass der ja schon lange nicht mehr lebt, für dieses
Fahrzeug auch nicht mehr verantwortlich sein kann. Aber ich will ja
nicht über Politik philosophieren sondern Rally fahren. Die nächste
Rallytour mit 3000 Runden ist dran.
Es läutet 12 Uhr vom naheliegenden Kirchturm, als ich durch die
dritte Runde rausche. Der Motor hört sich gesund an, der Helm ist da,
wo er hingehört, auf dem Kopf, nur die Vaseline habe ich heute
vergessen und gewässert ist die Strecke auch nicht. Es staubt, was das
Zeug hält, aber genau das gibt einem das richtige Rallygefühl : hart
am Limit fahren. Mitten im Wegestaub muss ich mich konzentrieren,
um nicht mangels schlechter Sicht wieder meine Wäschestange zu
treffen, der jetzt schmerzende Arm hält die Erinnerung daran wach.
In Runde 1803 kommen die ersten Gedanken an Aufgabe. Im Mund schmeckt
er nur noch nach Erde, die Nasenflügel sind mit Feinstaub schon fast ver-
klebt und das Atmen fällt schon ganz schön schwer, besonders , da ich den
Hustenreiz permanent unterdrücken muss. Junge, Junge, das ist heute aber
ein Strapaze. In Runde 1825 habe ich irgendwie den Eindruck laute
Stimmen zu hören aber das Schrollergekreische unter Volllast lässt eine
genauere Differenzierung nicht zu. Plötzlich kommt etwas großes weißes
angeflogen und hüllt mich fast komplett ein. Bei dem Versuch das Ungetüm
wieder los zu werden,verliere ich die Kontrolle über das Fahrzeug und gehe
unsanft zu Boden.
 Runde 1927, das ist mein letzter Gedanke, dann bekomme ich einen Schlag auf
meinen behelmten Kopf und bin im Reich der Träume.

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Alpenblick

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