Moderne Badezimmerarmaturen: Wie funktionieren Infrarot-Wasserhähne?

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Moderne Badezimmerarmaturen: Wie funktionieren Infrarot-Wasserhähne?

Ein edles glänzendes Waschbecken aus Marmor, goldene Wasserhähne und schlichtes Design. In einem Hotel, einer gut gepflegten Bahnhofstoilette oder an ähnlichen Orten hat sie sicher jeder schon einmal gesehen: Infrarot-Wasserhähne. Ohne den Wasserhahn überhaupt berühren zu müssen, fließt das Wasser wie aus dem Nichts fast magisch aus dem Wasserhahn. So muss es zumindest so manchem Kind vorkommen. Die Erwachsenen wissen, dass der Sensor im Wasserhahn Bewegungen erkannt hat und daraufhin der Wasserstrom freigegeben wurde.

Ein Infrarot-Wasserhahn wirkt edel und modern zugleich und kann den Eindruck, den Ihr Badezimmer macht, deutlich anheben. Zudem vermeidet er das Berühren des Wasserhahns, der dadurch keine unschönen Flecke durch fettige und schmutzige Hände bekommt oder mit kalkhaltigem Wasser oder Seife bespritzt wird. Der Putzaufwand sinkt enorm, der Wasserhahn sieht stets wie neu und frisch poliert aus.

Bei Infrarot-Wasserhähnen von minderer Qualität hat allerdings auch jeder schon einmal vor dem Waschbecken gestanden und lange mit den Händen gewedelt, bevor sich etwas tat. Oft passiert auch erst etwas, wenn die Hände zurückgezogen werden. Wenn Sie sich einen Infrarot-Wasserhahn anschaffen wollen, dann sollten Sie also auf die entsprechende gute Qualität achten, um so etwas zu vermeiden.

Dieser Ratgeber wird Ihnen wertvolle Tipps beim Kauf von Infrarot-Wasserhähnen geben, Ihnen die grundlegende Technik der Geräte erläutern und auf alles eingehen, was es sonst zum Thema Infrarot-Wasserhahn zu wissen gibt.

Die Vorteile eines Infrarot-Wasserhahns

Was manch ein Besucher eines Hotels als Spielerei betrachten mag, ist in Wirklichkeit weit mehr. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt. In Krankenhäuser und an vielen anderen Orten, an denen sich gewerbliche oder öffentliche Sanitäranlagen befinden, sind solche Armaturen nämlich längst Pflicht. An normalen Wasserhähnen sammeln sich gefährliche Bakterien und Viren, da sie ständig von verschiedenen Personen berührt werden. Wo es unbedingt nötig ist, dies zu verhindern, zum Beispiel in Krankenhäusern, kommen daher elektronisch gesteuerte Wasserhähne zum Einsatz, die nicht angefasst werden müssen. Das ist auch ein Vorteil für den privaten Haushalt. Gerade in Familien, wo jede winterliche Erkältung oder ansteckende Krankheiten sofort die Runden durch die ganze Familie macht, können Sie das Ansteckungsrisiko mit Infrarot-Armaturen senken. Auch Arbeitgeber tun Gutes daran, Infrarot-Wasserhähne zu installieren bevor eine Erkältung die ganze Abteilung betrifft.

Unter den elektronisch steuerbaren Armaturen (Radar, Magnetfeld, Infrarot) sind die praktischsten, wassersparendsten und sichersten die Infrarot-Wasserhähne. Mit der Anschaffung eines Infrarot-Wasserhahns reduzieren Sie also nicht nur den Putzaufwand an Ihren Armaturen und haben eine elegant und modern aussehende Armatur, sondern senken auch das Krankheitsrisiko. Da Infrarot-Wasserhähne auch kontrollieren, wann der Wasserfluss wieder abgestellt wird, sparen Sie zudem auch noch Wasser.

Der Aufbau eines gewöhnlichen Wasserhahns ohne Infrarot

Um den Aufbau eines Infrarot-Wasserhahns zu verstehen, muss man zunächst wissen, wie eine handelsüblicher Standard-Wasserhahn aufgebaut ist. Die meisten Wasserhähne in Haushalten sind Mischbatterien, die es erlauben, kaltes und heißes Wasser nach gewünschter Temperatur zu mischen, entweder in Form von Einhebelmischern oder als Zweigriffmischer. Der Einfachheit halber erklären wir hier aber den grundlegenden Aufbau eines Wasserhahns mit nur einer Wasserleitung, wie man ihn zum Beispiel in Gärten für den Gartenschlauch findet. Wasserhähne bestehen aus einem Ventil mit Außengewinde in einem Gehäuse. Daran befestigt ist der Hahn, der über eine Spindel mit der Dichtung des Ventils verbunden ist.

Die Ventildichtung kann durch Drehen des Hahnes gesperrt werden und so den Wasserzulauf unterbinden.  Beim Öffnen des Hahns wird die Dichtung angehoben und lässt dann Wasser nach oben in den Hahn laufen. Je nachdem wie groß die Steigung der Spindel ist, kann der Hub pro Umdrehung geringer oder stärker ausfallen, wenn der Wasserhahn aufgedreht wird. Entweder tropft es dann nur oder Wasser schießt mit mehr Druck aus dem Hahn. In Wasserhähnen für den Haushaltsgebrauch findet man häufig noch eine Düse, einen sogenannten Strahlregler. Um den Wasserstrahl angenehmer zu machen, mischt er etwas Luft bei, wodurch dieser nicht so „hart“ wirkt. Der Strahlregler verringert dadurch auch den Wasserverbrauch.

Der Aufbau eines Infrarot-Wasserhahns: Wie funktioniert der Sensor?

Wie sicher jeder, der schon einmal vergeblich versucht hat den Wasserfluss an einer Infrarot-Waschtischarmatur auszulösen, weiß, werden diese mit einem Sensor ausgestattet. Man erkennt den Sensor meist als kleine Linse am Wasserhahn. Der Sensor ist ein Infrarot-Sensor, der mit einer Sendediode ausgestattet ist. Diese Diode sendet ständig Infrarotlicht aus, welches für den Menschen nicht sichtbar ist, um festzustellen, ob sich ein Objekt vor dem Wasserhahn befindet. Den Bereich, den die Sonde auf diese Art „abtastet“ nennt man Schaltkeule, da er keulenförmig ist. Kommt nun zum Beispiel eine Hand in diesen Bereich der Schaltkeule reflektiert sie das Infrarotlicht. Eine Empfangsdiode bemerkt dies und löst dann die Öffnung des Magnetventils aus. Dafür wird die Magnetspule des Magnetventils für einen Moment unter Strom gesetzt. Das Prinzip ist also ähnlich wie bei einem Bewegungsmelder, der häufig zum Einschalten von Licht verwendet wird.

Wird die Hand wieder weggenommen und die Empfangsdiode empfängt kein Infrarotlicht mehr, wird der Vorgang umgekehrt ausgelöst und das Magnetventil wieder geschlossen. Bei einigen Modellen wird dies auch schon nach Ablauf einer bestimmten Zeit ausgelöst, egal ob sich noch Hände vor der Sonde befinden oder nicht.

Infrarot-Wasserhähne benötigen Strom: Ist das gefährlich für mich?

Wie Sie gesehen haben, benötigt der Infrarot-Wasserhahn Strom, um zu funktionieren. Mancher Nutzer mag bei dem Gedanken von Wasser und Strom erst einmal erschrecken. Bei Infrarot-Wasserhähnen besteht aber kein Grund zur Sorge. Auch wenn der Sensor und das Magnetventil mit Strom versorgt werden müssen. Der Betrieb erfolgt mit Schwachstrom, der für den Menschen nicht zu Schäden führen kann. Es kann also nicht passieren, dass der Wasserhahn unter Strom steht, der gefährlich werden könnte.

Die Stromversorgung von Infrarot-Wasserhähnen kann unterschiedlich geregelt sein. So gibt es Modelle, die mit einer 6-Volt-Lithiumbatterie betrieben werden. Diese Methode empfiehlt sich überall da, wo kein Anschluss an das normale Stromnetz möglich ist oder dies einen aufwendigen Umbau erfordern würde. Solche Batterien halten bei normaler Benutzung in etwa 3 oder 4 Jahre bevor Sie ausgetauscht werden müssen. Bei sehr häufiger Benutzung entsprechende weniger und bei eher seltener Verwendung länger.

Wenn Sie wissen, dass Sie die Armatur sehr oft benutzen werden und die Möglichkeit haben sie an das Stromnetz anzuschließen, sollten Sie diese Variante allerdings bevorzugen. Um den benötigten Schwachstrom zuzuführen wird hier noch ein Netzteil dazwischen geschaltet, welches die normale Spannung von 230 Volt auf für die Armatur geeignete 6 Volt herunterregelt.

Gute Qualität finden: Anfälligkeiten in der Technik vermeiden

Wer sich einen Infrarot-Wasserhahn für das eigenen Heim oder den Betrieb kauft, möchte natürlich keine Funktionsausfälle erleben. Dennoch hat sicher fast jeder schon einmal ein Erlebnis gehabt, bei dem der Sensor einfach nicht so reagiert wie er sollte. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, die sich beim Kauf mit etwas Geduld und Nachforschen vermeiden lassen. In manchen Infrarot-Armaturen ist ein Sensor verbaut, der helfen soll Strom zu sparen. Eigentlich eine gute Sache sollte man denken. Doch dies kann zu Funktionsausfällen oder frustriertem Wedeln vor den Sensor führen. Um Strom einzusparen wird einfach die Häufigkeit reduziert mit der der Sensor „nachschaut“, ob sich etwas in seinem Sichtfeld befindet. Das spart zwar Strom, kann aber auch dazu führen, dass Ihre Hand vor dem Waschbecken sekundenlang nicht bemerkt wird, weil der Sensor gerade Pause macht. Dann hilft kein Wedeln und Fuchteln, egal wie oft. Dies lässt sich vermeiden, indem Sie sich vor dem Kauf informieren, ob solch ein Stromsparer verbaut ist.

Weitere mögliche Ursachen für einen nicht funktionierenden Sensor

Der Sensor kann auch durch andere Ursachen nicht perfekt funktionieren. So kann es vorkommen, dass andere Eindrücke im „Blickfeld“ des Sensors für Hände gehalten werden. Das kann schon bei durch Spritzwasser oder zu stark reflektierende, helle Waschbecken passieren. Der Sensor löst dann einen Wasserstrom aus, obwohl gar keiner gebraucht wird und verschwendet Wasser. Das gegenteilige kann bei zu schwachen Sensoren mit geringer Reichweite vorkommen. Einmal ausgelöst, kann es passieren, dass die sich waschenden Hände aus der Reichweite des Sensors verschwinden und der Wasserfluss plötzlich abgestellt wird. Eingeseifte Hände ohne Wasser zum Abspülen kommen vor, wenn der Sensor alt ist und an Reichweite verliert oder er einfach generell eine geringe Reichweite hat. Beachten Sie beim Kauf also auch die angegebene Reichweite des Sensors. Besonders bei älterer Technik kann diese gering ausfallen.

Modernes Design und moderne Technik vereint in Infrarot-Wasserhähnen

Infrarot-Wasserhähne sind nicht nur praktische Wassersparer, sie sehen auch gut aus. Es gibt viele Modelle in modernem Design, die zu modernen Technik, die in ihnen Anwendung findet, passen. Wie alle Armaturen im Bad- und Küchenbereich können auch Infrarot-Wasserhähne in verschiedenen Materialien und Designs gewählt werden. Häufig gibt es sie aus Chrom oder verchromtem Messing im Handel, aber auch reines Messing oder Edelstahl sind anzutreffen. Auch bei den Designs können Sie ganz nach persönlichem Geschmack und dem Stil Ihres Badezimmers auswählen.

Die Wartung eines Infrarot-Wasserhahns

In aller Regel sind Wasserhähne mit Infrarottechnik pflegeleicht und wartungsarm. Nur die Batterie muss bei Modellen mit dieser Stromversorgung ausgetauscht werden, wenn sie nach Jahren das Ende Ihrer Lebenszeit erreicht. Dies erfordert aber nicht viel Aufwand und ist schnell erledigt. In seltenen Fällen kann die Elektronik ausfallen, ist aber ebenfalls sehr schnell ersetzt, da sie im Ganzen ausgetauscht wird. Abgesehen von diesen Maßnahmen, die allenfalls alle 4 oder 5 Jahre vorkommen sollten, sind Infrarot-Wasserhähne mit keinem zusätzlichen Wartungsaufwand belastet.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden