Mobile Sat-Anlagen: Finden Sie die Richtigen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Mobile Sat-Anlagen: Finden Sie die Richtigen

Das Satellitenfernsehen ist neben dem Antennen- und dem Kabelfernsehen die wichtigste Form des Rundfunks. Im Zuge der Digitalisierung erweiterte sich sein Funktionsumfang stark. Programmvielfalt, Bild- und Tonqualität entwickeln sich permanent weiter. Viele Haushalte haben eine eigene Satellitenanlage auf ihrem Balkon oder an ihrem Haus. Neben den fest installierten Modellen gibt es tragbare Geräte, die den Empfang unterwegs ermöglichen. Im vorliegenden Ratgeber erfahren Sie allerlei Wissenswertes über mobile Sat-Anlagen. Ihre Funktionsweise wird dabei ebenso thematisiert wie Kauf- und Nutzungshinweise. Ein kurzer Überblick über besondere Eigenschaften und die wichtigsten Hersteller rundet die Einführung ab. Bei der Auswahl eines passenden Geräts stehen ihnen die Informationen als erste Orientierung hilfreich beiseite.

Wie funktioniert Satellitenfernsehen?

Mobile Sat-Anlagen weisen gegenüber normalem Satellitenfernsehen einige Besonderheiten auf. Damit Sie diese bei der Auswahl besser beurteilen können, erörtern wie einleitend die wichtigsten Bestandteile des Satellitenfernsehens.

Ausstrahlung des Satellitensignals

Die Rundfunkanstalten senden ihr Signal über eine Uplink-Station zu einem Satelliten. Es enthält alle Informationen, die zum Empfang des Programms notwendig sind. Auf dem Satelliten befindet sich ein Transponder. Dieses Kommunikationsgerät nimmt die Signale auf und beantwortet sie selbstständig.

Der Transponder strahlt das Signal zurück auf die Erde. Die fächerförmige Ausbreitung der elektromagnetischen Wellen bestrahlt den größtmöglichen Bereich der Erde. Man bezeichnet ihn als Ausleuchtungszone. Alle Menschen darin können das ausgestrahlte Satellitensignal empfangen.

Reflexion und Bündelung des Signals durch die Satellitenschüssel

Um das Satellitensignal in der Ausleuchtungszone zu empfangen, brauchen Sie eine Satellitenschüssel. Ihrer Form wegen bezeichnet man sie als Parabolantenne. Auf eBay finden Sie eine große Anzahl verschiedener Modelle von etablierten Herstellern.

Eine Parabolantenne besteht aus zwei Bestandteilen, dem linsenförmigen Spiegel und dem rauscharmen Signalumsetzer. Der Spiegel reflektiert die Satellitensignale und bündelt sie in seinem Brennpunkt. An dieser Stelle ist der Signalumsetzer montiert. Er nimmt die Signale auf und leitet sie weiter.

Der Spiegel besteht aus Stahl oder Aluminium. Zum Schutz vor Witterung und Korrosion ist er mit einer Pulverbeschichtung oder matten Lackschicht versehen. Die Verwendung klarer Lacke ist nicht zu empfehlen, da sie das Sonnenlicht reflektieren und zur Überhitzung des Signalumsetzers führen.

Parabolspiegel haben einen Durchmesser von 60-120 cm. Die Empfangsqualität ist abhängig von der Größe. Je größer die Fläche, desto höher ist die Empfangsenergie. Der Spiegel filtert durch die Reflexion das Signal aus dem Rauschen der kosmischen Hintergrundstrahlung heraus. Dadurch ist es besser nutzbar.

Aufnahme des Signals durch den rauscharmen Signal­umsetzer

Mit einem Metallarm ist der Signalumsetzer am Parabolspiegel befestigt. Er fängt die reflektierten Signale auf und leitet sie über ein Koaxialkabel an den Receiver weiter. Er besteht aus einer kegelförmigen Öffnung mit einer Kunststoffabdeckung. Die Form begünstigt die Signalaufnahme. Die Abdeckung verhindert das Eindringen von Staub und Wasser. Auf eBay finden Sie Signalumsetzer unter ihrer englischen Bezeichnung (LNB – Low Noise Block). Der LNB erfüllt über die Weiterleitung hinaus weitere Aufgaben. Deren erste ist die Verstärkung des Signals. Sein Attribut rauscharm bezieht sich auf die Verstärkerleistung. Die zweite ist die Modulation des Signals. Er setzt es aus dem hohen Frequenzbereich in einem Zwischenbereich um, der vom Receiver verarbeitet werden kann. Er passt dabei die Impedanz (Wechselstromwiderstand) des Signals an die Impedanz des Antennenkabels an. Damit verhindert er Reflexionen, die die Bildqualität beeinträchtigen würden.

Es gibt verschiedene Arten von LNBs. Sie unterscheiden sich durch die Anzahl ihrer Ausgänge zum Receiver. Die wichtigsten Modelle sind die folgenden vier:

  • Single-LNB: Er stellt den Grundtypus dar. Er hat einen Ausgang und wird mit einem einzigen Receiver verbunden.
  • Twin-LNB: Diese Form hat zwei Ausgänge und einen eingebauten Multischalter. Er verteilt das Signal. Sie können damit zwei Receiver anschließen.
  • Quad-LNB: LNB mit 4 Anschlüssen und eingebautem Multischalter.
  • Quattro-LNB: LNB mit 4 Anschlüssen ohne eingebauten Multischalter. Er wird über Kabel mit einem externen Multischalter verbunden. Von diesem aus lässt sich das Signal auf beliebig viele Receiver                                   aufteilen.

Mit diesen vier Varianten ist ein erster wichtiger Unterschied zu mobilen Sat-Anlagen genannt. Sie verfügen lediglich über einen LNB. Der Anschluss mehrerer Receiver ist nicht vorgesehen. Die Befestigung des LNB über einen Metallarm ist bei mobilen und stationären Sat-Anlagen gleich. Durchgesetzt hat sich eine Form, die Offset-Antenne genannt wird. Der Parabolspiegel wird nicht direkt, sondern versetzt auf den Satelliten ausgerichtet. Der LNB ist in dem entsprechenden Winkel in die andere Richtung gedreht, um sich noch im Brennpunkt zu befinden. Der Vorteil besteht darin, dass der Metallarm keinen Schatten auf den Spiegel wirft. Der Empfang wird nicht gestört. Die senkrechte Position des Spiegels erschwert zudem Schnee- und Schmutzansammlungen.

Welche Besonderheiten haben mobile Sat-Anlagen

Die erste Auffälligkeit ist die Größe des Spiegels. Der Durchmesser ist etwa halb so groß wie bei der stationären Satellitenschüssel. Bei der Befestigung haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist die Verwendung eines Dreibeins. Sie stellen die Satelliten­schüssel darauf auf den Boden und verschieben es nach Bedarf. Ein Nachteil dieser Methode ist die Instabilität. Bereits stärkere Windstöße oder eine unachtsame Bewegung reichen aus, um die Ausrichtung zu verstellen. Stabiler ist die Befestigung per Klemme am Mast des Wohnwagens. Mit Saugnäpfen kann sie auch an der Scheibe erfolgen.

Die mobile Sat-Anlage ähnelt mit ihrem grundlegenden Aufbau der stationären. Sie besteht aus einem Spiegel, einem LNB, einem Koaxialkabel und einem Receiver. Der Funktionsumfang ist allenfalls marginal geschmälert. Auch mit mobilen Receivern können Sie HDTV empfangen. Sie benötigen hierfür lediglich einen HD-Fernseher und einen HD-fähigen Receiver. Auch Pay-TV empfangen Sie mit mobilen Receivern. Einzige Voraussetzung ist ein Receiver mit Kartenslot. In diesen führen Sie ihre Smart-Card ein. Sie dient zur Entschlüsselung von zugangsbeschränkten Programmen.

Mobile Sat-Anlagen werden wie die großen Varianten über den Receiver und das Koaxkabel gespeist. Der Receiver selbst steckt im Zigarettenanzünder. Bei der Benutzung auf einem Campingplatz ist auch Netzbetrieb möglich.

Wie wird die mobile Sat-Anlage aufgebaut?

Beim Aufbau weist die mobile Anlage Vor- und Nachteile auf. Grundlegend gestaltet er sich wie zuhause. Sie suchen einen möglichst freien Platz und richten die Schüssel grob nach Süden aus. Die Linie vom LNB zum Himmel muss frei sein. Bäume und Sträucher stören den Empfang. Haben Sie die Anlage fixiert, beginnen Sie mit der Feineinstellung. Hierfür nutzen Sie im Lieferumfang oder Internet enthaltene Tabellen. Diesen entnehmen Sie, wie die Schüssel entsprechend der Ausleuchtungszone ausgerichtet werden muss. Horizontaler Winkel (Azimut) und vertikaler Winkel (Elevation) müssen exakt eingestellt werden, um Empfang zu haben. Einige mobile Anlagen verfügen über LEDs, die bei gutem Empfang grün, bei schlechtem Rot aufleuchten. Die Ausrichtung wird dadurch erleichtert.

Zur genauen Positionierung nutzen Sie optional einen Sat-Finder. Sie schließen ihn zwischen LNB und Receiver. Er zeigt über eine Prozent- oder Messanzeige den Empfang an. Bewegen Sie den Spiegel, bis Sie den Punkt des höchsten Ausschlags erreicht haben. Schwächen Sie anschließend das Signal ab und bewegen den Spiegel erneut, bis der Ausschlag sich nicht mehr steigert.

Achten Sie beim Ausrichten darauf, dass Sie den richtigen Satelliten anpeilen. Im deutschen Raum sind die wichtigsten Satellitengruppen Astra und Eutelsat. Wenn Sie auf den falschen Satelliten ausrichten, erhalten Sie auch bei guter Empfangsanzeige kein Bild. Hochwertige Sat-Finder haben aus diesem Grund einen Kompass integriert.

Der Lieferumfang einer mobilen Sat-Schüssel umfasst mitunter auch eine Wasserwaage und verschiedene Werkzeuge. Achten Sie beim Kauf darauf. Sie erleichtern den Aufbau.

Welchen Anforderungen muss eine mobile Sat-Anlage genügen?

Ein einfacher Auf- und Abbau ist wichtig. Entscheidend trägt hierzu eine verständliche Bedienungsanleitung bei. Achten Sie bei Testberichten im Internet darauf. Die Verständlichkeit der Anleitung ist häufig ein Qualitätskriterium. Länger als 30 Minuten dauern Auf- und Abbau im Idealfall nicht.

Ein solider Transportkoffer ist ebenfalls wichtig. Nur er schützt die empfindlichen Geräte dauerhaft vor Witterungseinflüssen und mechanischer Beanspruchung.

Insgesamt sollten Sie ihre Ansprüche bei einer mobilen Sat-Anlage nicht zu hoch ansetzen. Sie kann nicht den gleichen Anforderungen genügen wie eine feste Anlage. Das liegt schon in der geringen Größe begründet. Je kleiner der Durchmesser des Spiegels, desto schlechter ist der Empfang.

Da Spiegel auf einem Stativ oder am Campingwagen in verstärktem Maße äußeren Einflüssen ausgesetzt sind, sollten sie entsprechend robust gefertigt sein. Winde verändern die Ausrichtung. Eine gute Anlage hat mehrere Zentimeter Spiel. Hierbei ist die geringe Größe von Vorteil. Mobile Anlagen sind weniger empfindlich gegen geringfügige Beeinflussungen von außen.

Die wichtigsten Schnittstellen für externe Geräte sollten vorhanden sein. Hierzu zählen neben HDMI- auch USB-, Audio- und Video-Cinch-Ausgänge. Ob eine receiverinterne Festplatte notwendig ist, hängt von ihrem konkreten Bedarf ab.

Auf eBay finden Sie viele Modelle, die ihren Ansprüche in vollem Umfang genügen werden. Folgende bekannte Anbieter sind vertreten:

Welche Vorteile haben mobile Sat-Anlagen?

Sie sind flexibel einsetzbar und erlauben in unwegsamem Gelände Satellitenempfang. Die kleinen Geräte können leicht verstaut werden. Sie stellen einen guten Kompromiss zwischen Funktionalität und Bildqualität dar. Wer seine Ansprüche ein wenig heruntersetzt, erhält mit diesen Geräten gute Qualität für sein Geld.

Ein weiterer Vorteil besteht in der Erweiterbarkeit. Sie können mit mobilen Anlagen die gleichen Sonderfunktionen wie mit festen Geräten nutzen. Pay-TV zählt hierzu ebenso wie HD-Fernsehen.

Der Preis ist ein Pluspunkt. Sat-Anlagen für unterwegs sind preisgünstig. Ein höherer monetärer Aufwand für gute Qualität lohnt sich allerdings immer.

Welche Nachteile gibt es?

Die Instabilität vieler Stative wirkt sich bei böigem Wetter schlecht auf den Empfang aus. Bei ruhigem Wetter können Sie ohne Probleme genutzt werden. Die Schraubklemmen für den Mast halten bei Modellen des unteren Preissegments oft nur bedingt. Die zugehörigen Schrauben brechen bei zu starker Befestigung häufig. Die Wasserfestigkeit lässt mit der Zeit nach.

Bei vielen Modellen des unteren Preissegments wird an Extras gespart. Teilweise fehlen Ausschalter. Auch die Umschaltzeiten sind lang.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden