Mobile Klassiker: Von Game & Watch zum Klapp-Game-Boy

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Kaum ein Kind der 90er hatte ihn nicht zuhause und auf dem Schulhof in der Hand: den Gameboy. Zahlreiche Varianten und Spezialeditionen machen ihn heute zu einem wertvollen Sammlerstück. Noch teurer und wertvoller sind jedoch ältere Handheld-Exemplare, die echte Urgesteine der mobilen Spielkonsolen sind. Von Segas Zaxxon über Game & Watch bis zum klappbaren Game Boy: Wir stellen euch die beliebtesten Game-Handhelds vor und sagen, was sie heute wert sind.
Nintendos 60 G&W-Geräte sind heute teuer. Unter 50 Euro gibt's nur No.61, ein Remake von "Ball". (© Gameandwatch.at)
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Nintendos 60 G&W-Geräte sind heute teuer. Unter 50 Euro gibt's nur No.61, ein Remake von "Ball". (© Gameandwatch.at)
Seit 35 Jahren bewirbt Nintendo mobilen Chic mit Klappe – oben G&W-, unten DS-Spielerin des 21. Jhd. (© Nintendo)
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Seit 35 Jahren bewirbt Nintendo mobilen Chic mit Klappe – oben G&W-, unten DS-Spielerin des 21. Jhd. (© Nintendo)

Heute sind zahlreiche Games „free to play“ oder kostenlos auf Handy, iPad und Laptop spielbar.  Bis 2000 sah das noch ganz anders aus. Da war das mobile Zocken ein sehr teures und exklusives Vergnügen, für das man  Gaming-Handhelds benötigte. Je ein simples Action- oder Geschicklichkeitsspiel enthalten die frühen LED- und LCD-Handhelds ab den 1970er-Jahren, bevor Nintendo mit dem Game Boy die Mobiltechnik revolutioniert und mit winzigen, austauschbaren Spielmodulen einen weltweiten Boom auslöst. Von Nintendos Game & Watch No.1, das im April 1980 erscheint, bis zu limitierten Editionen der praktischen Klappkonsole Game Boy Advance SP, die ab 2003 für ein Handheld-Revival sorgt – tragbarer Spielspaß von damals floriert heute auf dem Gebrauchtmarkt. Es locken zahlreiche, begehrte Sammlerstücke.
Netz-unabhängige "Tabletops" mit LED oder LCD, hier Tomys „Puckman“, boomen in den 1980ern. (© Gameplan.de)
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Netz-unabhängige "Tabletops" mit LED oder LCD, hier Tomys „Puckman“, boomen in den 1980ern. (© Gameplan.de)

1976 – 1982: Die ersten Handhelds

Nach Ataris „Pong“-Automaten, aber noch lange vor dem PC-Durchbruch erscheinen die ersten Videospiele, die man mitnehmen und unterwegs daddeln kann: Fortschritt in Design und Fertigung von Schaltkreisen, Dioden und anderen Komponenten und die rasante IT-Miniaturisierung ermöglichen Game-Handhelds, die unabhängig von Steckdose und TV, klein und tragbar sind - die 70er-Jahre-Jugend ist begeistert. Mit Batterie-betriebenen Spielen wie „Auto Race“ oder „Football“ (1977) profiliert sich der amerikanische Major Mattel, bekannt durch „Barbie“, als Handheld-Pionier; die Rivalen Parker und MB folgen mit ähnlichen Geräten, die piepsen und blinken, aber noch keine Computertöne- und -Grafik ausgeben. Ab 1980 dominieren den Markt technisch ausgefeilte Baller- und Rennspiele japanischer Firmen wie Bandai, Tomy und Gakken, die große Manga- und Anime-Namen tragen oder prominente Arcade-Hits auf Taschen-Format schrumpfen. Exemplarisch für frühe Handhelds ist Colecos Serie niedlicher Batterie-Automaten: Die abgespeckten Nachbauten von „Donkey Kong“, Namcos „Pac-Man“ und Segas „ Zaxxon“ (1982) kosten heute gebraucht und zerkratzt über 50, in gutem Zustand über 100 Euro. Achtet darauf, dass der Mini-Joystick, das zerbrechlichste und flüchtigste Element solcher Ur-Handhelds, noch an Bord und intakt ist, und nutzt Jaro Gielens Nachschlagewerk „ Electronic Plastic“ als Führer durch die LED- und LED-Welt!
Game-&-Watch-Elemente wie das D-Pad-Steuerkreuz verbaut Nintendo später auch im Game Boy. (© Gameplan.de)
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Game-&-Watch-Elemente wie das D-Pad-Steuerkreuz verbaut Nintendo später auch im Game Boy. (© Gameplan.de)

Mobil mit Stil: Game & Watch

Nintendo erfindet 1980 mit Game & Watch (G&W) eine Serie pfiffiger Taschengeräte, die global erfolgreich sind, und macht sie technisch immer besser. Nach dem Debüt „Ball“ erscheinen bis 1990 weitere 59 G&W-Geräte, die sich schnell auch auf deutschen Pausenhöfen verbreiten. Für Sammler reizvoll ist G&W wegen der unterschiedlichen Gehäuse-Varianten. Die ersten acht Geräte,  die Serien „Silber“ und „ Gold“, sind super-flach und recht schmucklos, mit roten Feuer- und kleinen Auswahlknöpfen, erst schwarz-weiß-, dann Farb-Display, ebenso zehn „Widescreen“-Titel bis Ende 1982. Aufwendiger sind „Oil Panic“ und 14 weitere „Multiscreen“-Geräte, die sich wie moderne 3DS-Handhelds zuklappen lassen; „ Zelda“ ist Ende 1989 Nintendos (vorerst) letztes Gerät mit Doppel-Screen. 
Bis 1991 läuft die „New Wide Screen“-Reihe („Super Mario Bros.“, „Donkey Kong Jr.“ und sechs weitere), nur ein Jahr lang die „Table Top“-Serie (drei Mini-Automaten). Prächtig sind sechs G&Ws mit verstellbarem „Panorama Screen“, die beiden „Super Color“-Hochkant-Geräte und drei „Micro Vs. System“-Geräte, an denen runde Joypads hängen. Als Juwelen gelten die „Crystal Screen“-Titel „Climber“, „Balloon Fight“ und „Super Mario Brothers“, für die Sammler zwischen 500 und 1000 Euro hinlegen, wenn die Verpackung dabei ist. Noch teurer ist die erste (von bis heute zwei) Spezialeditionen: „Super Mario Bros.“ erscheint 1987 auf 10.000 Stück limitiert in ulkig geformter, gelber Box und ist nackt ab 600 Euro, OVP so gut wie nie (und wenn, dann jenseits der 1500 Euro) zu finden.
2000 überrascht uns „Pocket Pikachu“, 2001 „Pokémon Mini“ – fürs Mikro-Handheld gibt’s 10 Winzmodule. (© Gameplan.de)
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2000 überrascht uns „Pocket Pikachu“, 2001 „Pokémon Mini“ – fürs Mikro-Handheld gibt’s 10 Winzmodule. (© Gameplan.de)

Nintendo vs. der Rest der Welt

Um die Jahrtausendwende noch günstig zu haben, steigt der Wert aller genannten Handhelds seither stetig. Das Gleiche gilt für Nintendos Ur-Game-Boy (der gebraucht mit Verpackung rund doppelt so viel kostet wie ein nacktes Gerät) und für dessen Schwarz-Weiß-Spiele, vor allem der Top-Hersteller Konami, Square und Capcom. Günstiger, obwohl technisch stärker sind Game-Boy-Color-Hard- und Software, die Nintendo & Co. ab 1998 produzieren. Zwischen den beiden Generationen und nur in Japan erscheint der Game Boy Light: Dessen „Pokémon Center Tokyo“-, Astro-Boy- und Kimba-Gehäusevarianten zählen zu den seltensten Handhelds des letzten Jahrtausends! 
Dass Nintendo-Spiele besonders wertstabil sind und welche Klassiker heute vierstellige Beträge kosten, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Viel billiger (aber nicht halb so spaßig) sind die Game-Boy-Clones und -Nachahmungen kleinerer Anbieter, der Bit Gamate, den Minifirmen wie Cheetah und Yeno, oder das Watara Supervision, das z.B. Hartung und Quickshot Anfang der 90er-Jahre nach Europa bringen. 
Die Game-Boy-Evolution: Vom Ur-Gestein zum Micro-Modell. (© Wikipedia / JCD1981NL)
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Die Game-Boy-Evolution: Vom Ur-Gestein zum Micro-Modell. (© Wikipedia / JCD1981NL)
Keine GB-SP-Variante ist rarer und begehrter als die schwarze Rockstar-Special-Edition. (© Gameplan.de)
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Keine GB-SP-Variante ist rarer und begehrter als die schwarze Rockstar-Special-Edition. (© Gameplan.de)

Die Klassiker des 21. Jahrhunderts...

… streifen wir zum Abschluss nur kurz: Nach konventionellen Game-Boy-Advance-Modellen (links D-Pad, rechts zwei Feuerknöpfe, LCD dazwischen) präsentiert Nintendo 2003 das Hardware-Update SP. Die laut Gameplans Buch der  Spielkonsolen und Heimcomputer praktischste und beste Variante des Dauerbrenners lässt sich auf Westentaschenformat falten - wie „Multi Screen“-Oldies oder heutzutage Nintendo 3DS.
Als Verbeugung vor der Konsolen-Urzeit gibt's den Bestseller GBA SP im Retro-Design als Famicom Mini. (© Gameplan.de)
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Als Verbeugung vor der Konsolen-Urzeit gibt's den Bestseller GBA SP im Retro-Design als Famicom Mini. (© Gameplan.de)

Während von älteren Handhelds kaum Farbvarianten existieren, beginnt mit dem Game Boy Advance SP der Reigen charmanter Spezialeditionen: Als stabile Geldanlage in quadratischer Verpackung erweisen sich Sonderausgaben zu Zelda und Pokémon, Mario und Donkey Kong sowie Hardware und Spiele im Retro-Design. Letztere gibt’s in Japan („Famicom Mini“) und im Westen („Classic NES“) einzeln oder als Komplettset im luxuriösen Schuber – für die Modulsammlung zahlt man drei- bis 500 Euro! Die seltenste und teuerste Hardware-Fassung? Das ist nach Meinung internationaler Spezialisten Take 2s "Rockstar"-Edition, die Ihr – egal ob lose oder in „Max Payne“-Verpackung - auf eBay nur mit viel Glück, alle paar Jahre sichtet.
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