Mit welcher 3D-Brille habe ich den ultimativen Filmgenuss?

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Mit welcher 3-D-Brille habe ich den ultimativen Filmgenuss?

Bereits in den 1950er-Jahren wurde in den Kinos mit 3D-Brillen experimentiert, wobei damals die Technik noch nicht ausgereift war. Im Zuge des technischen Fortschritts kommen 3D-Brillen jedoch mittlerweile in vielen verschiedenen Bereichen zur Anwendung. So sind immer mehr Fernseher, Computer und Spielekonsolen 3D-fähig und auch auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets findet diese Technik mittlerweile Verwendung. Zudem wird das Angebot an Filmen und Computerspielen in 3D immer größer. Und nicht zuletzt setzen Multiplexkinos verstärkt auf 3D-Filme.

Zur Funktionsweise des 3D-Verfahrens

Die 3D-Brille funktioniert über stereoskopische Verfahren. Hierbei werden für beide Augen getrennte 2D-Ansichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln produziert, die das Gehirn zu einer 3D-Gesamtansicht zusammenrechnet. Es gibt sowohl aktive als auch passive 3D-Verfahren. Bei den aktiven Verfahren sind Ausgabegerät (Projektor, Fernseher, Computer) sowie 3D-Brille in Betrieb, bei den passiven Verfahren hingegen nur das Ausgabegerät. Zu den passiven Verfahren gehören die Farbfilter- und Polfilterbrillen, zu den aktiven Verfahren die Shutter- und Videobrillen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Ansätze wie Interferenzfilter-, Pulfrich-, ChromaDepth- und Prismengläserbrillen.

Kauf von 3D-Brillen

Eine große Auswahl an 3D-Brillen aller möglichen Art finden Sie bei eBay. Ebenso können Sie dort die passenden Ausgabegeräte und Speichermedien wie DVD und Blue-Ray-Disc in 3D finden. Beim Kauf ist zu beachten, dass Sie neben der Brille ein 3D-fähiges Ausgabegerät, also 3D-Fernseher, Computer, 3D-Monitor etc. benötigen. Ferner müssen Brille und Ausgabegerät miteinander kompatibel sein. Dies können Sie anhand der Kompatibilitätslisten der Hersteller überprüfen. Beim Kauf sollten Sie immer mit berücksichtigen, dass die Qualität des 3D-Sehens nicht nur von der Brille, sondern auch von Ausgabegerät und Speichermedium abhängt.

Eine kostengünstige Variante: 3D-Farbfilterbrillen

Die sicherlich einfachste und kostengünstigste Form der 3D–Brille ist die Farbfilterbrille oder Anaglyphenbrille. Diese Brillen enthalten Farbfilter, das heißt, beide Gläser sind in unterschiedlichen Komplementärfarben gefärbt, sodass für jedes Auge ein Teil des Lichtspektrums blockiert wird. Durch den Einsatz der Farbfilter werden für beide Augen getrennte Ansichten produziert, die das Gehirn zu einer Gesamtansicht zusammenrechnet. Zunächst wurden rot-grüne Anaglyphenbrillen verwendet, also Brillen mit rotem Glas auf der linken und grünem Glas auf der rechten Seite. Dieses Verfahren ist (in verbesserter Form) zum Teil noch heute im Einsatz. Ein grundsätzliches Problem beim Einsatz von Farbfiltern ist, dass es immer wieder zu Verfälschungen der Farbtöne kommt, sodass die Bilder im schlimmsten Fall blass und irreal aussehen. Die Farbqualität wird insbesondere eingetrübt, soweit die Farben des Bildes mit denen der Filter identisch sind. Deswegen wurde das Farbfilterverfahren im Laufe der Zeit mehrmals überarbeitet.

Ende der 1970er-Jahre wurde das sogenannte Deep Vision System eingeführt, das auf den Farbtönen Cyan (links) und Rot (rechts) beruht. Cyan vermittelt einen natürlicheren Farbeindruck, da es zu gleichen Anteilen aus den Farben Grün und Blau besteht. Dies führt zu einem farbigeren Bildeindruck sowie einem besseren Helligkeitsempfinden, weswegen die Augen weniger schnell ermüden. Ein anderes bekanntes Verfahren wurde von der dänischen Firma Color Code 3D entwickelt. Hier sind die Filter in den Farben Gelb (links) und Blau (rechts) gehalten. Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass die Farbe Rot in die Gestaltung des 3D-Bildes miteinbezogen werden kann. Hierdurch werden realitätsnahe Farben ermöglicht. Das 2008 in England eingeführte Verfahren „TrioScopics“ verwendet schließlich die Filterfarben Grün (links) und Magenta (rechts). Dieses Verfahren wird für bestimmte 3D-Filme auf DVD und Blue-Ray-Disc verwendet und eignet sich besonders für die Bildschirmdarstellung.

Bei dem Einsatz von Farbfilterbrillen handelt es sich um ein recht einfaches Verfahren, weswegen die Brillen in der Regel sehr günstig sind. Außerdem sind Farbbrillen sehr leicht und handlich und können deswegen häufig auch zusammen mit einer Lesehilfe aufgesetzt werden. Wie bei allen passiven Verfahren benötigen die Brillen keine Stromzufuhr und müssen mit den Ausgabegeräten (TV, Monitor) nicht verbunden oder synchronisiert werden. Deswegen sind sie auch relativ gut mit verschiedenen technischen Geräten kompatibel. Trotzdem empfiehlt sich - soweit vorhanden - ein Blick in die Kompatibilitätslisten der Hersteller. Nachteilig fällt ins Gewicht, dass es zu Verfälschungen der Farben des Bildes kommen kann. Ferner bestehen zum Teil große Helligkeitsunterschiede zwischen den Gläsern auf beiden Seiten. Dies ist für die Augen ungewohnt, weswegen es eventuell einer längeren Eingewöhnungszeit bedarf.

Mittlerweile auch für das Heimkino sehr beliebt: 3D-Polfilterbrillen

Ebenfalls zu den passiven Verfahren gehören die 3D-Polfilterbrillen. Diese Technik wurde früher vornehmlich in 3D-Kinos angewandt, kommt jedoch mittlerweile auch bei 3D-Fernsehern und Computermonitoren zur Anwendung. Die Grundlagen dieser Technik sind kompliziert und abstrakt. Grob vereinfacht gesagt wird bei diesem Verfahren das Licht künstlich in Schwingung versetzt. Durch das Ausgabegerät (Projektor, Fernseher, Monitor) werden zu gleichen Anteilen entgegengesetzte Lichtschwingungen erzeugt. Die Gläser der Polarisationsbrille haben zwei entgegengesetzte Filter, die jeweils nur das Licht mit einer bestimmten Schwingung durchlassen. Hierdurch werden für beide Augen getrennte Ansichten erzeugt, die das Gehirn zu einer 3D-Gesamtansicht zusammenrechnet. Es gibt zwei Arten von Polarisationsverfahren: das lineare und das zirkuläre Polarisationsverfahren, die sich gegenseitig ausschließen.

Das lineare Polarisationsverfahren hat den Nachteil, dass der Zuschauer ein einwandfreies Bild nur wahrnimmt, wenn er den Kopf gerade hält. Wird der Kopf geneigt, so überschneiden sich die beiden Ansichten, was zu sogenannten Geisterbildern führt. Dieser Nachteil entfällt beim zirkulären Polarisationsverfahren. Dieses Verfahren arbeitet allerdings mit unterschiedlichen Linearausrichtungen, die für Ausgabegerät und Brille übereinstimmen müssen. Insofern empfiehlt sich auch hier ein Blick in die Kompatibilitätsliste des Herstellers. Polfilterbrillen haben den Vorteil, dass es nicht zu Verfälschungen der Farbtöne durch den Einsatz von Farbfiltern kommen kann. Darüber hinaus verfügen sie über die bereits beschriebenen Vorteile der passiven Verfahren (geringes Gewicht, keine Stromzufuhr oder Synchronisation erforderlich). Als nachteilig kann es sich eventuell erweisen, dass die Ansichten für jedes Auge nur die Hälfte der üblichen Auflösung haben.

Eine interessante Alternative: 3D-Shutterbrillen

Dieses Verfahren macht sich den Umstand zunutze, dass auf dem Ausgabegerät letzten Endes kein gleichförmiger Film, sondern (für den Zuschauer nicht erkennbar) eine Vielzahl von Einzelbildern in schneller Abfolge hintereinander gezeigt wird. Die Gläser der Shutterbrillen bestehen aus Flüssigkeitskristallen, die die Lichtzufuhr blockieren können. Die Gläser werden abwechselnd auf lichtdurchlässig und undurchlässig geschaltet, sodass jeweils nur ein Auge mit Licht versorgt wird. Hierdurch werden zeitlich versetzt zwei getrennte 2D-Ansichten erzeugt, die das Gehirn zu einer 3D-Gesamtansicht zusammenrechnet. Das Verfahren funktioniert natürlich nur, wenn die Shutterbrille zeitgleich mit dem Wechsel der Bilder am Ausgabegerät umgeschaltet wird. Deswegen müssen Ausgabegerät und Brille miteinander synchronisiert werden, was über USB-Kabel, Funkverbindung wie beispielsweise Bluetooth oder DLP-Link geschehen kann.

Beim Kauf der Shutterbrillen sollten Sie darauf achten, dass die Synchronisation mit den Abspielgeräten reibungslos funktioniert, da es ansonsten zu Geisterbildern kommen kann. Vorteilhaft am Einsatz von Shutterbrillen ist, dass im Gegensatz zum anaglyphen und Polfilter-Verfahren beide Augen Ansichten in voller Auflösung erhalten. Andererseits ist die Bildwiederholungsfrequenz für jedes Auge halbiert, weswegen es unter Umständen zu einem starken Flimmern kommen kann. Deswegen sollte das Ausgabegerät hohe Bildwiederholungsfrequenzen haben. So wird für Monitore eine Frequenz von 120 bis 160 Hz empfohlen. In jedem Fall sollte die Frequenz 100 Hz nicht unterschreiten, da die Augen durch das Flimmern zu stark belastet werden. Die Reaktionszeit des Monitors sollte 10 ms nicht überschreiten, da es ansonsten zu Geisterbildern kommen kann.

Ferner ist zu berücksichtigen, dass Shutterbrillen, die ohne USB-Anschluss auskommen, über eine eigene Stromversorgung verfügen müssen. Dies kann entweder über Akku oder über Knopfzellen erfolgen. Die Versorgung mittels Akku hat den Nachteil, dass sie das Gewicht der Brille deutlich erhöht, während andererseits der Kauf von Knopfzellen einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellen kann.

Für besonders anspruchsvollen 3D-Genuss: 3D-Videobrillen

Die technisch aufwendigste Form ist die 3D-fähige Videobrille, auch als Head-Mounted Display bezeichnet. Einfachere Videobrillen bestehen aus einem Kopfbügel, zwei Kleinstdisplays sowie den Kopfhörern. Die anspruchsvolleren Virtual Reality Brillen verfügen über zahlreiche Zusatzfunktionen und Zubehör wie Rundumsicht, Sensoren zur Bewegungserfassung, zusätzliche Eingabegeräte wie Datenhandschuhe und 3D-Maus oder berührungslose Steuerung mittels Gestenerkennung. Diese Systeme eignen sich besonders gut für Computerspiele. Um äußere Reize abzuschirmen, empfiehlt es sich gegebenenfalls, eine Sichtblende zu kaufen. Da Videobrillen über mehr Umfang und Gewicht als „herkömmliche“ 3D-Brillen verfügen, ist es wichtig, dass die Brille gut sitzt und sich ohne übermäßigen Aufwand anpassen lässt. Anderenfalls kann es zu Druckstellen am Kopf und ähnlichen Beschwerden kommen. Ferner sollte geprüft werden, welche Einstellungsmöglichkeiten die Brille bietet. So ist für Brillenträger von Bedeutung, ob der Dioptrinbereich elektronisch eingestellt werden kann oder lediglich eine manuelle Justierung der Brille möglich ist. Ferner sollten Sie darauf achten, dass sich das Menü möglichst intuitiv bedienen lässt. Während Videobrillen einerseits durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten überzeugen, sind sie andererseits erheblich teurer als andere 3D-Brillen, sodass die Kaufentscheidung gut überlegt sein will. Soweit möglich kann es sich deshalb empfehlen, vor dem Kauf mehrere Modelle zu testen.

Gesundheitliche Gesichtspunkte bei der Nutzung von 3D-Brillen

Vorab ist festzuhalten, dass nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft noch keine gesicherten Kenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen von 3D-Brillen vorliegen. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Benutzer über Beschwerden wie Augenflimmern, Kopfschmerzen und Übelkeit klagen. Bei der Nutzung von 3D-Technik sollten Sie deswegen in jedem Fall die Herstellerempfehlungen beachten, insbesondere im Hinblick auf Altersbeschränkungen. In einem Interview mit der Stiftung Warentest hat ein Experte auf dem Gebiet der Augenheilkunde vor möglichen Folgen der Benutzung von 3D-Brillen durch Kinder gewarnt, insbesondere bei Vorerkrankungen. Er gibt zu bedenken, dass der Lernprozess des Stereosehens bis zum 10. Lebensjahr dauert und durch äußere Einflüsse sehr empfindlich gestört werden könne. Störungen des Sehvermögens wie Fehlsichtigkeit und Schielerkrankungen könnten nur bis zu einem Zeitfenster zwischen dem 7. und 10. Lebensjahr behandelt werden. Deswegen rät er dringend, Kinder im Vorschulalter augenärztlich untersuchen zu lassen. Um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, empfiehlt es sich jedenfalls, hinsichtlich der Nutzung von 3D-Brillen durch Kinder Rücksprache mit dem Augenarzt zu halten.

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