Mit originalen Antiquitäten und hochwertiger Kunst Wertanlagen schaffen

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Wie Sie sich mit originalen Antiquitäten und hochwertiger Kunst Wertanlagen schaffen

Welche Antiquitäten und Kunstgegenstände sind als Wertanlage geeignet?

Viele entscheiden sich für das Sammeln von Kunst und Antiquitäten, weil sie auf eine Anlage mit steigendem Wert hoffen. Im Gegensatz zu Aktien oder Festgeld mag der Kauf dieser Objekte zwar beständiger und sicherer sein, allerdings ist es weitaus schwieriger, die richtige Anlage, sprich: das richtige Sammelobjekt, zu finden. Einige Antiquitäten steigen im Wert, weil sie sehr selten sind und eine hohe Nachfrage besteht. Das führt wiederum dazu, dass sich deren Kaufprozess kompliziert und langwierig gestaltet. Außerdem existieren in diesem Bereich zahlreiche Fälschungen, vor allem bei Gemälden. Sie sollten also neben Kenntnissen des jeweiligen Marktes unbedingt Kenntnisse zum Sammelobjekt selbst mitbringen oder zumindest entsprechende Experten zu Rate ziehen.

Antik oder „einfach nur alt“

Eine eindeutige Definition für „Antiquitäten“ gibt es nicht. In der Regel fallen darunter Gegenstände mit einem Alter von 100 oder mehr Jahren. Die Art des Gegenstands spielt keine Rolle, von einer Nagelfeile bis hin zum Automobil ist alles möglich. Doch Vorsicht, nur weil ein Objekt alt ist, ist es nicht automatisch wertvoll. Möchten Sie eine Antiquität als Geldanlage nutzen, sollte sie vor allem gut erhalten sein. Der Gebrauchswert spielt dabei eine untergeordnete Rolle: Ein Fahrrad kann einen ebenso hohen Wert haben wie eine Halskette.

Nicht jede Antiquität muss ein biblisches Alter erreichen. Autos gelten zum Beispiel schon ab einem Alter von 25 Jahren als Oldtimer. Ähnlich verhält es sich bei Motorrädern. Als „wirklich antik“ sind hingegen Objekte zu bezeichnen, die aus archäologischen Ausgrabungen stammen und vor mehreren hundert oder sogar tausend Jahren in Gebrauch waren. Bei diesen Gegenständen gelten jedoch Handelsbeschränkungen, das heißt, ein öffentlicher Handel wie etwa mit Briefmarken ist häufig nicht erlaubt. Schwierig ist die Beurteilung bei Kunstwerken wie Bildhauerobjekten, Gemälden oder Skulpturen. Hier ist ein eher fließender Übergang zwischen Kunsthandel und Antiquitätenhandel erkennbar, was es wiederum schwierig macht, Kunstobjekte als passende Wertanlage zu wählen.

Kunst oder Kitsch?

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, das gilt für alle Antiquitäten. Was den einen Käufer dazu veranlasst, mehrere hundert Euro zu investieren, würde ein anderer Käufer keines Blickes würdigen. Wenn Sie Kunstobjekte in erster Linie nach deren finanziellem Vorteil auswählen, sollten Sie weniger nach Ihrem Geschmack, sondern vielmehr nach dem objektiven Wert gehen. Er bemisst sich unter anderem nach der Nachfrage, nach der Anzahl weltweit existierender Exemplare und nach dem Zustand des Kunstobjektes. Eine gewisse Erfahrung beim Kauf der Bilder, Skulpturen oder ähnlicher Kunstgegenstände ist natürlich ebenfalls von Vorteil, wenn es um die Beurteilung als Kunst oder Kitsch geht.

Informieren Sie sich über das Sammelgebiet

Die wichtigste Voraussetzung, um eine gewinnbringende Anlage bei Kunst und Antiquitäten zu finden, ist die Informationsbeschaffung zum jeweiligen Sammelgebiet. Dabei müssen Sie nicht unbedingt ein Experte auf dem gesamten Sammelgebiet werden. Es gibt kaum jemanden, der sich mit 2000 Jahre alten Münzen genauso gut auskennt wie mit Münzen aus dem Mittelalter. Je mehr Sie das Sammelgebiet einschränken, desto eher erkennen Sie, ob sich eine lukrative Anlagemöglichkeit ergibt. Außerdem erhalten Sie damit ein besseres Verständnis für die Sammelobjekte und können den Markt leichter überblicken.

Gibt es genügend Interessenten?

Natürlich sollte es für das Sammelobjekt entsprechend interessierte Sammler und damit einen Markt geben. Nischenprodukte haben es hier bekanntlich schwieriger als häufig gehandelte Objekte. Informationen finden Sie zum Beispiel auf Flohmärkten, Messen und bei Versteigerungen. Sie können sich einen ersten Überblick über Angebot und Nachfrage verschaffen und Hinweise zu den Preisen erhalten.

Modeerscheinungen – auch bei Antiquitäten möglich

Wie bei vielen modernen, neuwertigen Produkten gehen auch bei Antiquitäten Modeerscheinungen nicht spurlos vorbei. Artikel, die vor einem Jahr out waren und bei Trödelmärkten gegen Nachmittag zu Ramschpreisen über den Tisch gingen, können aktuell im Trend liegen und bei eBay ein Vielfaches einbringen. Da die Nachfrage steigt, sind die Objekte auch schneller wieder verkäuflich. Günstig ist es, den Markt aufmerksam zu beobachten und Modetrends bereits am Anfang zu erkennen.

Alltagsantiquitäten und „echte“ Kunst

Falls Sie auf der Suche nach Sammelobjekten mit besonders hohen Wertsteigerungen sind, sollten Sie auf Kunstgegenstände mit internationalem Rang setzen. Bei diesen ist fast immer mit einer deutlichen Erhöhung des Wertes zu rechnen. Als weniger berechenbar gelten hingegen sogenannte Alltagsantiquitäten wie Nähmaschinen, Textilien, Keramik oder Besteck, die stark von Vorlieben und aktuellen Modeerscheinungen abhängig sind. Auf diesem Gebiet müssten Sie in den meisten Fällen Expertenwissen mitbringen, um Objekte ausfindig zu machen, die eine Wertsteigerung versprechen.

Unabhängige Schätzungen und Gutachten

Sollten Sie sich beim Wert einer Antiquität unsicher sein, ist es ratsam, einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Er kann eine unabhängige Bewertung des Objekts vornehmen und erkennt, ob es sich eventuell um eine Fälschung handelt. Die Kosten für das Gutachten hängen in der Regel vom Objektwert ab, manchmal gibt es bis zu einem bestimmten Wert auch pauschale Kosten. Möchten Sie über das Grundgutachten ein weiterführendes detaillierteres Gutachten, müssen Sie dieses natürlich extra bezahlen. Bei besonders wertvollen Kunstobjekten macht sich diese Investition jedoch bezahlt. Geeignete Sachverständige finden Sie zum Beispiel beim Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V.

Da Kunst und Antiquitäten immer häufiger als Anlagemöglichkeit gewählt werden, erhöht sich auch die Anzahl der Fälschungen. Nachahmer beobachten ebenfalls den Markt und springen auf den Zug auf, falls sich die Gelegenheit ergibt. Dabei bilden Gemälde längst nicht mehr das populärste Fälschungsmedium. Antike Waffen, Schmuck, Bücher und Werkzeuge gehören mittlerweile zu beliebten Fälschungsobjekten. Da sich die Methoden der Nachahmung stets verbessern, sind die meisten Objekte nur noch durch Sachverständige als Original oder Fälschung identifizierbar.

Was den Preis in die Höhe treibt

Seit Beginn der 90er Jahre hat sich der Antiquitäten- und Kunstmarkt deutlich verändert. Möbel und Porzellan, die vor 30 Jahren noch hoch im Kurs standen, werden heutzutage weit unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt. Besonders deutlich macht sich dieser Trend bei alten Möbelstücken bemerkbar. Das heißt jedoch nicht, dass Sie in diesem Bereich keine passenden Geldanlageobjekte finden. Sie müssen jedoch darauf achten, dass die Qualität stimmt. Werfen Sie hierbei einen genauen Blick auf den Zustand, den Hersteller, das Material, die Einzigartigkeit, den bisherigen Weg des Sammelobjekts und dessen Herkunft.

Begehrte Stücke mit bewegter Geschichte

Bei berühmten Antiquitäten zählt nicht nur der Zustand, ihre Geschichte und ihre Vorbesitzer beeinflussen ebenfalls deren Wert. In diesem Fall sollten Sie sich unter anderem folgende Fragen stellen: Wer ist der Hersteller des Objekts, wurde es in Auftrag gegeben, wer hat das Objekt bisher besessen, war es zwischenzeitlich verschollen? Bei den meisten Sammelobjekten lässt sich ein interessanter Trend beobachten: Der Wert steigt mit dem Renommee der früheren Besitzer. Je bekannter sie waren, desto wahrscheinlicher ist eine Wertsteigerung in der Folgezeit. Berühmte Persönlichkeiten, die das Objekt vorher in ihrem Besitz hatten, geben ihm fast eine Art Gütesiegel – zum Beispiel ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um eine Fälschung handelt. Außerdem möchten sich viele Käufer mit dem Erwerb in die Reihe dieser berühmten Vorbesitzer einfügen und sind daher bereit, hohe Summen zu investieren.

Langfristig denken

Die Investition in Kunst und Antiquitäten ist eine langfristige Geldanlage. Sie ist nicht mit einer Investition in Aktien vergleichbar, die Sie nach kurzer Zeit mit hohem Gewinn wieder abstoßen können. Zudem müssen Sie mit einer deutlich höheren Anlagesumme rechnen und zusätzliche Kosten wie Mehrwertsteuer und den Transport der Objekte bedenken. Bei besonders großen, hochwertigen Objekten kann sich der Kaufpreis damit schnell um ein Drittel erhöhen.

Die Wertsteigerung hängt immer von der Marktsituation, also von der Nachfrage ab. Im Allgemeinen müssen Sie jedoch damit rechnen, erst nach mehreren Jahren Gewinn aus Ihrer Investition zu erzielen. Falls Sie in der richtigen Situation auf das „richtige Pferd“ gesetzt haben, kann sich diese jedoch als äußerst profitabel erweisen. Eine Ausnahme gibt es, allerdings ist dies auf volkswirtschaftliche Entwicklungen zurückzuführen: Kunst und Antiquitäten aus Schwellenländern zeigen in kurzer Zeit eine drastische Wertsteigerung. Momentan lässt sich zum Beispiel der Trend beobachten, dass chinesische Käufer traditionelles chinesisches Kunsthandwerk in Europa ersteigern und somit in die Heimat zurückholen.

Einen passenden Platz für die Antiquitäten finden

Da Antiquitäten häufig erst nach mehreren Jahren eine erfolgreiche Wertsteigerung zeigen, müssen Sie für eine entsprechend lange, sachgemäße Aufbewahrung der Objekte sorgen. Dabei empfiehlt es sich, die Sammlungen, soweit möglich, in den Wohnraum zu integrieren. Viele Objekte können Sie sogar nutzen, wie zum Beispiel Möbelstücke. Achten Sie jedoch darauf, die Stücke sorgfältig zu behandeln und, falls notwendig, zu pflegen. Immerhin soll die Wertsteigerung nicht am Objektzustand scheitern.

Sorgsamer Umgang – verhindern Sie Wertminderungen

Viele Objekte, darunter vor allem Gemälde und Bildhauerarbeiten, benötigen bestimmte klimatische Bedingungen. Sind diese nicht gegeben, kann sich der Zustand der Kunstobjekte innerhalb kurzer Zeit verschlechtern. Die schlimmsten Feinde sind in diesem Fall Feuchtigkeit und starker Lichteinfall. Falls Sie keine Erfahrungen mit den erforderlichen Bedingungen für diese Sammelobjekte haben, sollten Sie einen Fachmann konsultieren. Er kann am besten abschätzen, in welchem Teil der Wohnung oder des Hauses Sie die Schätze sachgemäß aufbewahren. Außerdem sollten Sie nicht am ordnungsgemäßen Transport der Objekte sparen. Es existieren zahlreiche spezialisierte Umzugsunternehmen, die langjährige Erfahrung mit dem Transport wertvoller Güter haben.

Sichern Sie Ihre Wertanlage

Steigt Ihr Besitz an besonders berühmten Sammelobjekten, ziehen Sie auch schnell die Aufmerksamkeit von Dieben auf sich. Sorgen Sie daher für ausreichende Sicherheitsmaßnahmen für Haus oder Wohnung. Kleinere Objekte wie Schmuck oder Münzen sind in einem Safe am sichersten aufbewahrt. Zudem sollten Sie die Versicherungshöhe Ihrer Hausratversicherung anpassen. Sie deckt die Antiquitäten und Kunstgegenstände im Haushalt zwar ab, rechnet sie jedoch zu den Wertgegenständen, wodurch sie unter eine Entschädigungsgrenze fallen. Bei den meisten Hausratsversicherungen nimmt der Anteil an Wertgegenständen 20 Prozent ein. Ausnahmen bilden lediglich antike Möbelstücke, sie fallen nicht unter diese Rubrik und werden zum normalen Mobiliar gerechnet.

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