Mit hochwertigem Angelzubehör Fliegen-Montagen herstellen

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Wie man ein Fliegenvorfach, Vorfachmaterial, Schnurverbinder, Schlaufenverbinder und Bissanzeiger auf eBay findet

Fliegenfischen, auch Flugangeln genannt, gehört aufgrund seiner hohen Ansprüche in puncto Kunstköder und Wurftechnik zu den anspruchsvolleren Techniken im Angelsport. Die als Köder eingesetzten künstlichen Fliegen, Nymphen und Streamer werden in sorgfältiger Handarbeit hergestellt. Da sie nur wenige Gramm wiegen, bedarf es zum Auswurf eines besonderen Angel-Sets und jede Menge Übung, bis der Köder erfolgreich im Zielgebiet landet. Jedoch ist auch das richtige Vorfach für den Fangerfolg entscheidend. Hier erfahren Sie Wissenswertes über die unterschiedlichen Fliegenvorfächer für Trocken- und Nassfliegen und was Sie bei der Montage beachten sollten.

Die Besonderheiten des Fliegenfischens

Wie der Name schon sagt, hat sich die Angelmethode des Fliegenfischens auf Fliegen und deren Larven als Köderfutter spezialisiert. Raubfische wie Forelle, Hecht oder Lachs machen gezielt Jagd auf diese Insekten. Auch Salzwasserfische wie Meerforelle, Dorsch und Plattfische können mit dieser Technik geangelt werden. Allerdings bestehen die Kunstfliegen für das Salzwasser in der Regel aus kleinen Krebsen, Garnelen und Würmern. Nun gilt es, die jeweilige Fliege mithilfe einer speziellen Wurfart geschickt vor den Zielfisch zu platzieren, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Dazu benötigen Sie eine lange Angelrute zum Auswerfen des Köders. Fliegenruten sind in der Regel zwischen 3,60 – 4,20m lang und besitzen ein stabiles Rückgrat, um die Kräfte, die beim Wurf frei werden, gut abfangen zu können. Denn anders als beispielsweise beim Grundangeln oder Spinnfischen werden die Köder beim Fliegenfischen nicht mit Bleien beschwert. Das benötigte Wurfgewicht für die leichten Kunstfliegen liefert die Schnur selbst. Sie besitzt einen größeren Querschnitt und ein höheres Gewicht, als herkömmliche Angelschnur.

Gebräuchliche Schnurarten für das Fliegenfischen

Anders als bei gewöhnlichen mono- oder multifilen Produkten ist die Schnur für das Flugfischen stets geflochten und zusätzlich mit einem Kunststoffmantel versehen. Die Dicke der Ummantelung fällt je nach Schnurvariante unterschiedlich groß aus. So besitzen schwimmfähige Fliegenschnüre einen dickere Kunststoffschicht als sinkende. Um welche Schnurart es sich handelt, können Sie an dem jeweiligen Aufdruck 'S' – für englisch sinking = sinkend oder 'F' – für englisch floating (= schwimmend) auf der Verpackung erkennen. Dazwischen gibt es noch einige Abstufungen wie zum Beispiel 'I' für englisch intermediate. Diese Schnüre sinken nur langsam auf Grund und werden für das Nassfliegenfischen benutzt. Dagegen weisen Schnüre mit der Bezeichnung 'sink tip' auf eine sinkende Spitze hin. Bei der 'intermediäre tip' geschieht dieser Sinkvorgang hingegen verlangsamt.

Die einzelnen Schnurformen

Die Schnüre für das Fliegenfischen haben sich im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt. Heute können Sie auf mehrere Formen zurückgreifen:

  • L-Form oder Parallelschnur: Diese klassische Fliegenschnur besitzt durchgehend dieselbe Stärke und wird gerne beim Wildbachfischen auf scheue Zielfische eingesetzt.
  • T-Form oder Taper: Diese Schnur verjüngt sich zum Ende hin. DT-Form oder Double-Taper Schnüre laufen zu beiden Enden spitz zu. Diese Fliegenschnur eignet sich sehr gut zum feinen Fischen auf Fliegen, da sie nur ganz leicht auf dem Wasser aufschlägt. Allerdings ist sie recht windempfindlich.
  • WF- Form oder Weight Forward. Diese Schnüre werden auch Keulenschnüre genannt, da sie am Ende ein verdicktes, keulenförmiges Ende aufweisen. Mit diesen Fliegenschnüren gelingen weite und präzise Würfe. Sie lassen sich auch bei Wind gut werfen und eignen sich zum Beispiel ausgezeichnet zum Flugfischen mit Streamern.

Neben diesen Formen sind auch noch Schnüre mit Schusskopf (= engl.: shooting taper oder ST-Form) sowie langem Bauch (= engl.: long belly oder LB-Form) erhältlich.

Neben der Form gibt es Fliegenschnüre auch in verschiedenen Gewichtsklassen von 1 = 3,2 g bis 15 = 34,4 g.

Mithilfe dieser Begriffserklärungen können Sie die Bezeichnungen auf den Fliegenschnüren nun recht gut aufschlüsseln. Eine WF 6 Schnur wäre beispielsweise eine Weight Forward oder Keulenschnur der Gewichtsklasse 6.

Bitte beachten Sie, dass es beim Fliegenfischen wichtig ist, Fliegenrute und -schnur in derselben Gewichtsklasse zu verwenden. Für obengenannte WF 6 Schnur benötigen daher eine Fliegenrute der Stärke 6.

Kunstköder für das Fliegenfischen: Trocken- und Nassfliegen, Nymphen und Streamer

Auch wenn die Köder beim Flugangeln generell als 'Fliegen' bezeichnet werden, kommen bei dieser Technik unterschiedliche Entwicklungsstadien der Fliegen zum Einsatz. Der Klassiker beim traditionellen Fliegenfischen ist eine Nachbildung der ausgewachsenen oder adulten Fliege. Sie wird von Raubfischen erbeutet, wenn sie sich zur Eiablage der Wasseroberfläche nähert oder wenn sie versehentlich ins Wasser gefallen ist. Mit Nassfliegen wird unter der Wasseroberfläche gefischt. Sie stellen ebenfalls adulte Insekten dar, die mit der Schnur durchs Wasser gezogen werden. Der Zielfisch hält diesen Köder für eine versunkene oder gerade schlüpfende Fliege und schnappt zu.

Mit Nymphen werden hingegen die Larven der Fliegen und kleine Krebstierchen bezeichnet. Diese leben gerne am Grund der Gewässer oder auf Wasserpflanzen. Daher sind Nymphen eine Sonderform der Nassfliegen.

Auch Streamer sind im weitesten Sinne noch Nassfliegen. Allerdings ähneln sie vom Aussehen her eher den Gummiködern beim Spinning. Zu den Streamern gehören die Imitationen von kleinen Säugetieren, Fischen und Würmern. Viele besitzen zusätzlich grelle Farben, um den Reiz für die Raubfische zu erhöhen. Anders als die Gummiköder bestehen Streamer jedoch aus den typischen Bindematerialien der Kunstfliegen: Fell, Federn, Bindegarn und Perlen.

Kaufen oder selbst binden – Köderboxen für das Flugangeln zusammenstellen

Es finden sich eine große Auswahl fertiger Kunstköder für das Fliegenfischen. Die einzelnen Sets beinhalten verschiedene Fliegenarten in mehreren Größen. Es ist allerdings auch ein sehr interessantes Hobby, sich die benötigten Fliegen selbst zu binden. Dazu benötigen Sie nur wenige Werkzeuge und, je nach Fliegenart, die entsprechenden Materialien. Zur Grundausstattung beim Fliegenbinden gehört auf jeden Fall ein Bindestock. Er besteht aus einer Halterung mit Spannvorrichtung für den Haken und kann entweder frei auf den Tisch gestellt oder mittels Schraubzwinge oder Klemmfuß daran befestigt werden. Dank des Bindestocks haben Sie beide Hände frei für den Fliegenrohling. Anleitungen und Muster zum Fliegenbinden gibt es zum Beispiel in vielen sachkundigen Ratgebern. Außerdem brauchen Sie noch eine kleine Zange zum abknipsen und führen des Bindedrahts, eine scharfe Schere zum ab- und zuschneiden des Bindematerials sowie einen Bindefadenhalter oder Bobbin und einen Einfädler. Dazu kommen noch diverse Kleinteile wie Bindelack, verschiedene Perlen, Glitzer und Flitter. Für den Einstieg empfiehlt sich eines der zahlreichen Komplettsets. Damit haben Sie eine gute Grundausstattung zur Hand und können sofort mit der Köderherstellung beginnen. Diese Sets werden gerne in praktischen Koffern und Kästen angeboten. Dadurch besitzen Sie eine mobile kleine Werkstatt zum Mitnehmen und können auch abends im Angelurlaub neue Muster ausprobieren oder Ihren Vorrat an Fliegen bei Bedarf ergänzen.

Das Fliegenvorfach: sorgfältige Montage am Ende der Hauptschnur

Raubfische sind von Natur aus misstrauisch und vorsichtig. Daher wird die Köderfliege beim Flugangeln an einem dünnen Vorfach befestigt. Diese unauffällige Vorschnur wird mit der dicken Wurf- oder Hauptschnur verbunden und präsentiert an seinem Ende die sorgfältig präparierte Fliege. Die Länge des Fliegenvorfachs sollte dabei stets so gewählt werden, dass Sie die Schnur noch sauber geworfen ausgelegt bekommen. Eine sehr lange Vorfachschnur ist zwar günstig für vorsichtige Zielfische, ist aber nur noch sehr schwer zu handhaben. Allerdings benötigen Sie gerade für das Nymphenfischen oder das Angeln in stark strömenden Gewässern ein langes Vorfach. Eine Faustregel empfiehlt hier eine Vorfachlänge von der zweifachen Gewässertiefe, bei Bedarf sogar noch mehr.

Vorfachschnüre sind wie die Hauptschnur mit unterschiedlicher Formgebung erhältlich. Besonders unauffällig sind Schnüre, die sich zum Ende hin verjüngen. Dort kann der Köder besonders natürlich platziert werden und macht den Fisch nicht so schnell misstrauisch.

Vorfachmaterial zum Verbinden von Vorfach und Hauptschnur

Um Haupt- und Vorfachschnur zu verbinden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Neben dem üblichen Verknoten werden heute meist praktische Schnurverbinder eingesetzt. Diese bieten Ihnen eine stabile und dauerhafte Verbindung zwischen Vorfach und Hauptschnur. Sie eignen sich sehr gut für monofile und geflochtene Schnüre. Die Verbindungen gehen ohne Verlust von Tragkraft einher und sind einfach und schnell zu handhaben.

Eine weitere Möglichkeit um Fliegenschnur und Vorfach sicher zu verbinden, sind Schlaufenverbinder. Fertige Produkte, auch Braided Loops genannt, können Sie als Angelzubehör kaufen. Sie werden über das Ende der Fliegenschnur geschoben und gegebenenfalls mit einem Tropfen Sekundenkleber und etwas Fliegenlack fixiert. Am anderen Ende des Verbinders befindet sich eine Schlaufe. Daran lässt sich die Vorfachschnur bequem festknoten. Einige Angelschnur-Produzenten bieten in ihrem Sortiment sogar Fliegenschnüre mit Schlaufe am Schnurende an. Wenn Sie beides nicht zur Hand haben, können Sie auch selbst eine Schlaufe am Schnurende bilden und mit Bindegarn und/oder Bindelack fixieren.

Bissanzeiger ja oder nein? Die Gretchenfrage beim Fliegenfischen

Ob Sie beim Fliegenfischen einen Bissanzeiger verwenden oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Beim Fischen mit Trockenfliegen in einem ruhigen Gewässer ist dieses Hilfsmittel meist nicht notwendig, da Sie durch Veränderungen an der Wasseroberfläche sehr gut sehen können, ob ein Fisch gebissen hat oder nicht.

Anders sieht die Sache bei Nassfliegen und Nymphen aus. Hier ist der Biss oft nur durch einen Zug an der Schnur erkennbar. Bei strömungsreichen Gewässern oder schlechter Sicht ist hier ein Bissanzeiger durchaus empfehlenswert. Ein einfaches Modell können Sie leicht selbst herstellen, indem Sie ein Stück farbiges Garn oder Klebeband an der Schnur befestigen. Eine andere Methode ist, die Schnur durch einige Zentimeter bunten Schlauch zu fädeln. Diese Art Bissanzeiger sind ebenso wie schwimmende Kunststoffkügelchen und verdichtete Schaumstoffprodukte im Handel erhältlich. Anstelle der Schaumstoffvariante können Sie allerdings auch einfache Ohrstöpsel verwenden. Bestückt mit diesen Bissanzeigern wird auch in tieferen Gewässern kaum noch ein Biss unbemerkt bleiben.

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