Mit diesen Regenschirmen stehen Damen nie im Abseits!

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Mit diesen Regenschirmen stehen Damen nie im Abseits!

Aus heutiger Sicht kann man den Regenschirm durchaus als europäisches Produkt bezeichnen. Seit der erstmaligen Verwendung leisteten vor allem England, Frankreich und Deutschland immer wieder ihren Beitrag, bis der Regenschirm schließlich zu einem Must-have in den 1950er und 1960er Jahren wurde. Es ist durchaus anzunehmen, dass es bereits historisch die eine oder andere Variation gab, um sich gegen den Regen zu schützen. Schaut man sich in der Tierwelt um, so blicken doch die meisten wilden Tiere bei Regen drein, als wären sie dankbar für einen Nässeschutz. Und wer hat noch nicht von Nachbars Hund gehört, der bei Regen einfach nicht das Haus verlassen will?

Doch der Regenschirm als Konsumobjekt machte erst seit dem 18. Jahrhundert Karriere. Bis dato waren Schirme zwar bekannt und in Mode, doch sie spendeten lediglich Schatten, waren das Accessoire jeder Frau, die etwas auf sich hielt, und nannten sich Sonnenschirme. Welches Land wäre wohl besser geeignet, um einen Sonnenschirm in einen Regenschirm zu verwandeln, als das Regenloch Europas - England? Es mag auf der Welt Orte geben, deren Niederschläge höher sind, aber in England ist es dabei auch noch kalt. Da drängt sich schon mal eher der Wunsch auf, sich gegen das kühle Nass zu schützen.

Dass der Regenschirm vom Sonnenschirm stammt, lässt sich auch von dem englischen Wort für Regenschirm herleiten: Umbrella. Seit die Pop-Prinzessin Rihanna 2008 mit einem gleichnamigen Song die Charts stürmte, dürfte das Wort auch in Deutschland geläufig sein. „Umbra" ist lateinisch und bedeutet Schatten und „Umbrella" somit der kleine Schatten – also ist der Schirm ein Schattenspender; und wenn es auch ein Regenschatten ist. Erfunden wurde der Regenschirm von einem gewissen Jonas Hanway. Als Londoner Handelsmann hatte er sich genügend Respekt erworben, um mit diesem bis dahin weiblichen Accessoire nicht lauthals verspottet zu werden. Er führte den Schirm in die Londoner Gesellschaft ein. Bis heute ist der „Brigg" ein Markenzeichen englischer Gentleman. Doch bis es zu der angenehm leichten Variante des eleganten Stockschirms kam, sollten noch viele Menschen ihre Finger im Spiel haben, war der damals 10 Pfund schwere Schirm doch für einige eher eine Belastung als Bereicherung.

Taschenschirme 

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in Paris ein Taschenschirm annonciert. Die wuchtigen Stockschirme Englands waren in weniger regenreichen Gebieten zu lästig. Man brauchte eine praktikable Lösung, den Regenschirm zwar ständig dabei zu haben, ihn aber nicht in einer Hand tragen zu müssen. Hierfür verwendete man eine Technik, bei dem der Schirmstock geklappt wurde. Diese Technik war aber eher suboptimal.

Die Idee des "Knirps" stammt aus Deutschland

Doch dann kam Hans Haupt. Der Solinger erfand 1928 den teleskopierbaren Taschenschirm. Der Grund dafür war einfach. Durch eine Kriegsverletzung fiel es ihm schwer, sowohl einen Spazierstock als auch einen Stockschirm in der Hand zu halten. Und obwohl es damals bereits Stockschirme in Form eines Spazierstocks mit Haltegriff gab, die sogenannte Fritzkrücke, da der Preußen-König Friedrich der Große ihn populär machte, suchte Hans Haupt nach einem Modell, das er sich bei Nichtgebrauch in die Tasche stecken konnte. Woher der Name Knirps kommt, sollte im deutschsprachigen Raum leicht nachvollziehbar sein. Knirps bedeutet „kleiner Junge" und dementsprechend naheliegend war die Bezeichnung für den kleinen Schirm. Wäre Herr Haupt in Norddeutschland geboren, hieße der Knirps heute vermutlich Lütte.

Die Firma Brenshey & Co. ging mit diesem Modell 1932 in Serienherstellung. Im November 1934 wurde das Konzept dann schließlich patentiert. Der Erfolg gab ihnen recht: Die Absatzzahlen stiegen stetig trotz des Weltkrieges und den allgemein bekannten Nachwirkungen. Die Erfolgsgeschichte des Solinger Werkes reichte bis 1999, danach war das Unternehmen den Billigproduktionen des asiatischen Marktes nicht mehr gewachsen. 2003 machte die Marke Knirps noch einmal Schlagzeilen. Sie designten den kleinsten Knirps der Welt, mit einer Länge im geschlossenen Zustand von 16,5 cm, der auch noch prompt den begehrten Design Award gewann. 2005 übernahmen schließlich Doppler & Co. GmbH aus Österreich sowie die Schweizer Firma Strotz AG die Marke Knirps. Doppler hat heute eine Zweigstelle in Bremen, wo die Firma nach wie vor Schirme für den Vertreiber hochwertiger und -preisiger Qualitätsschirme für die Firma Oertel produziert. Die in Italien, Deutschland, Österreich oder der Schweiz produzierten Regenschirme sind noch reine Handarbeit, bei denen hochqualitative Materialien Verwendung finden.

Seit 2011 hat sich die Marke Knirps auch auf eine Mode- und Bekleidungslinie ausgeweitet.

Die in China produzierten Exemplare – immerhin 98 % der in Deutschland verkauften Ware – haben oft auch qualitativ hochwertigere Materialien. Aber sie sind nicht von Hand gefertigt. Die Designs stammen zum Teil aus den Federn hochdekorierter Designer, doch die Ausfertigung findet dann in Billiglohnländern wie eben China statt. Der Knirps ist zudem besonders beliebt, da man ihn sich bei Nichtgebrauch in die Tasche stecken oder um das Handgelenk binden kann. Dadurch verliert man ihn auch seltener und lässt ihn nicht so oft stehen wie den Stockschirm.

Wissenswertes über Stockschirme

Wie oben bereits erwähnt, ist der Stockschirm eine Erfindung des wettergeplagten Engländers. Doch auch in anderen Ländern der Nordhalbkugel, die dem Äquator nicht so nahe kommen, gibt es Regen. In Deutschland gibt es auch Phasen in, denen es absehbar ist, dass es tagelang regnen wird. Nicht unbedingt immer in der Hochwasser hervorbringenden Heftigkeit, aber doch in der alles durchdringenden Nachhaltigkeit. Sprich: Wenn man Pech hat, wird man nass bis auf die Knochen! Da ist das Mitführen eines Regenschirms durchaus angebracht.

Stockschirme wirken nicht nur bei den englischen Gentlemen elegant, sondern bringen auch eine Lady zum strahlen. Stockschirme werden in den elegantesten und auch extravagantesten Ausführungen gefertigt. Es gibt Modelle, deren Schirmdächer mit Spitzen verziert sind, sodass sie wie ein Sonnenschirm wirken und auch dafür verwendet werden dürfen. Weniger verspielte Frauen werden dagegen bedient mit schlichten, glockenförmigen Schirmdächern und unauffälligen Farben. Trendsetterinnen, die viel Wert darauf legen, dass ihr sorgfältig erwähltes Outfit auch zur Geltung kommt, nehmen den Schirm in transparenter Ausführung.

Materialien des Stockschirms

Für den Stock des Stockschirms können – im Gegensatz zum teleskopierbaren Taschenschirm – viele Materialien Verwendung finden. In der Abteilung Holz erfreut sich Kirschholz aufgrund seines wunderschönen Aussehens größter Beliebtheit. Dicht gefolgt wird dieses Holz vom leichten Bambus. Natürlich gibt es auch andere leichte Materialien, die die moderne Frau gerne an ihrer Seite trägt, wie Aluminium und Glasfiber. Sollte absehbar sein, dass man den verregneten Tag in trauter Zweisamkeit verbringt, bieten sich auch die großen Partnerschirme oder Portierschirme an. Hier haben zwei Personen genügend Platz und Frau braucht ihren Schirm noch nicht einmal selber zu tragen.

Farben

Unifarben

Selbstredend sind hier die Klassiker unter den Stockschirmen und Knirpsen schwarz, braun und transparent. Diese Farbkombinationen passen zu allen Modestilen und jeglicher Farbauswahl: Sie wirken immer elegant und lassen keinen Raum für Kritik. Farbfreudigere Damen, die auch gerne mehr als einen Schirm in der Diele stehen haben, können sich dank der Einführung des Nyltest-Stoffes in den 60er Jahren mit den buntesten Farben unseres Planeten schmücken. Egal, welche Farbtöne, die Modebranche gerade hergibt, die Regenschirmindustrie hat sie bereits in ihrem Sortiment. So können Schuhe, Gürtel, Tasche und Schirm perfekt aufeinander abgestimmt werden.

Gemustert

Nun soll es auch Frauen geben, denen bei Regenwetter ihr Gesamtbild nicht egal ist und die dem zuweilen launischen Betrachter einen attraktiven Anblick bieten möchten. Theoretisch ist hier alles möglich. Regenschirme können sogar individuell bedruckt werden – mit Protraitfotos, Urlaubsbildern oder schlichtweg dem immer wiederkehrenden Lieblingsmotiv. Doch netterweise hat auch dieser Zweig der Regenschirmindustrie nicht geschlafen und gibt den weniger kreativen Bevölkerungsgruppen zahlreiche Motive an die Hand. Für die Romantikerin gibt es den Schirm mit Blumen, die Kunstbegeisterten können in nahezu jeder Sonderausstellung Regenschirme mit Bildern ihrer Lieblingskünstler erwerben und vornehmlich für Kinder gibt es das Lieblingstier für graue Tage auf das Schirmdach gedruckt. Andere Motive sind zum Beispiel Ornamente – auffällig und unauffällig – deren Farbspiele auch die eigene Kleidung unterstreichen können. Punkte, Sterne und Kringel werden auch immer wieder gerne verwendet, um das Bild ein wenig aufzulockern. Nicht zu vergessen sind die immer populärer werdenden Spaß-Bilder und Sprüche, die nicht nur Küchenkalender und T-Shirts, sondern auch Regenschirme zieren.

Formen

Die Formen der Regenschirme sind zwar nicht ganz so reichhaltig wie die Farben, doch ein paar Auswahlmöglichkeiten sind vorhanden. Da wäre zum Beispiel der Pagodenschirm. Pagoden sind asiatische Gebäude, denen eine spitz zulaufende Kuppel gemein ist. Dies wurde von Regenschirmdesignern übernommen. Pagodenschirme laufen zur Mitte hin eng zusammen, sodass sich das Schirmdach verjüngt und Spitz zuläuft. Der Vorteil dieser extravaganten Form liegt unter anderem darin, dass das Regenwasser, solange der Rand flach verläuft, vom Körper des Trägers wegfließt und dadurch selbst die Füße nicht vom Regenschirmwasser bespritzt werden. Allerdings werden sich umstehende Menschen nicht so sehr darüber freuen, da diese dann in das Vergnügen einer Regendusche kommen könnten. Die Form der Glocke bildet den Klassiker unter den Schirmen. Das Schirmdach hat die Form einer Glocke, das heißt, der untere Rand verläuft flach. Hierdurch werden die Nachbarn geschützt, da das Regenwasser gerade herunterläuft. Extreme Formen reichen sogar weit hinunter über den Kopf des Trägers. Diese Exemplare gibt es dann transparent, da ansonsten die Unfallgefahr zu groß wäre.

Funktionsweise von Schirmen

Die günstigeren Exemplare müssen manuell geöffnet werden, um einen adäquaten Regenschutz zu gewährleisten. Die Schirme mittlerer Preiskategorie verfügen zumeist über eine Automatikfunktion, wodurch sich der Schirm auf Knopfdruck öffnet, jedoch von Hand wieder geschlossen werden muss. Vollautomatik-Schirme öffnen und schließen sich per Knopfdruck.

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