Mit den blauäugigen Naivlingen kann man's ja machen!

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Auktionsplattformen leben primär davon, dass es Leute gibt, die bereit sind, all die Angebote zu kaufen. Ohne diese Käufer ginge hier rein gar nichts. Man sollte daher meinen, dass diese Spezies ihrer Bedeutung entsprechend – wie in einer funktionierenden Privatwirtschaft eigentlich überall üblich - umsorgt und gehegt wird. Dem ist hier aber leider nicht so.
Im Gegenteil: Die Plattform ist derart einseitig verkäuferorientiert und im Wesen sogar käuferfeindlich, dass man sich trotz der amerikanischen Wurzeln des Systems mitten im  Sozialismus wähnt. Auch dort wird/wurde  das Risiko einseitig immer vom  Käufer getragen. Auch dort sind systemimmanente Mittel wie z.B. Service und Unterstützung bei Problemen ebenso unterrepräsentiert, wie hier im Auktionshaus.

Sie glauben das nicht? Hier ein paar Belege dafür:

  • Der Käufer bezahlt im Voraus - immer in der Hoffnung, dass schon alles klappen wird. Wenn nicht, hat er eben Pech gehabt und sein Geld ist futsch.
  • In diesem Fall hofft er auf Hilfe vom Plattformbetreiber und hat damit meist erneut Pech. Denn was von diesem (bisher zumindest) als Allerletztes zu erwarten ist, ist die Unterstützung von Käuferinteressen. Der beschwerdeführende Käufer erhält zur Beschwichtigung ein paar Automatenmails. Darin stellt sich z.B.  der Mitarbeiter der eBay-Sicherheit ganz ausführlich vor und gibt eine ganze Reihe von Antworten auf Fragen, die man gar nicht gestellt hat - das war's dann auch.
  • Da ist es dann natürlich nur logisch, dass von diesen „nützlichen Idioten“ (siehe dazu meinen Ratgeber: KÄUFER: eBAY's NÜTZLICHE IDIOTEN !!! ) auch noch erwartet wird, dass sie zuerst ihre Bewertungen abgeben und damit auch hier noch das alleinige Risiko übernehmen. Die eBay-Auktionstools suggerieren dabei unausgesprochen (sicherlich nicht zufällig), dass die Erstbewertung vom Käufer zu kommen hat und spielen auf diese Weise dem Verkäufer diskret ein weiteres Ass in den Ärmel. (Von der guten alten Regel: "Zug um Zug " hat man bei eBay noch nichts gehört - oder, man will so einen geschäftsbehindernden Quatsch erst  gar nicht hören!)
Glücklicherweise hat man mit der Bewertungsreform von Mai 08  wenigstens die zusätzliche Daumenschraube der Verkäufer, die ungerechtfertigte Rachebewertung - als Instrument zur Bewertungstilgung - abgeschafft.

Übrigens: Über eine positive Bewertung würde ich mich v.a. deshalb freuen, weil damit auch mal das kritische Potential der eBayer sichtbar wird. Ich habe oft das Gefühl, mit meiner kritischen Haltung gegenüber dem Betreiber "allein auf weiter Flur zu stehen."

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