Mit Zimmermannshammer und Klüpfel altes Handwerk entdecken und bewahren

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Mit Zimmermannshammer und Klüpfel altes Handwerk entdecken und bewahren

Die früheren Werkzeuge der Zimmermänner finden sich in vielen der heutigen Standardwerkzeuge wieder, entweder noch in ihrer ursprünglichen oder aber in einer abgewandelten beziehungsweise weiterentwickelten Variante. Der Grund dafür ist, dass das Zimmermannshandwerk eines der ältesten Gewerke ist. Schon vor Jahrhunderten entdeckte man den Rohstoff Holz und seine Eignung für den Bau von Gebäuden, Brücken und vielem anderen mehr. Der Zimmermannshammer und der Klüpfel sind nur zwei der Werkzeuge, die für solche Arbeiten geschaffen und verwendet wurden. Möchten Sie sich das Zimmermannshandwerk beziehungsweise seine Geschichte bewahren, können Sie sich einige dieser alten Werkzeuge für eine Sammlung, zur Dekoration oder zur weiteren Benutzung in der Hobbywerkstatt nach Hause holen.

Zimmermannshandwerk entdecken und bewahren

Erwerb eines Zimmermannshammers

Der spezielle Hammer eines Zimmermannes ist wohl das bekannteste Werkzeug dieses Berufsstandes. Aufgrund seiner charakteristischen Eigenschaften ist das auch Latthammer genannte Werkzeug vielseitig einsetzbar. Die Schlagbahnen dieses Hammertyps sind nicht wie bei anderen Hämmern gerippt, sondern glatt, um Einschalungsarbeiten durchführen zu können. Der Hammerkopf besteht aus einer spitzen Pinne, die leicht nach unten gebogen ist. Dadurch wird unter anderem das Bewegen großer Balken oder ähnlicher Baumaterialien aus Holz ermöglicht, denn durch die gerundete Form wird die Pinne beim Einschlagen des Hammers leicht im Holz verkeilt. Der Zimmermann hat nun eine praktische Möglichkeit, um den Balken mit dem Hammer an die genaue Stelle für den anschließenden Einbau, beispielsweise in eine Dachkonstruktion, zu bewegen. Die Pinne enthält zudem einen Schlitz, um Nägel entfernen zu können. Da dieses Werkzeug sehr oft zum Einsatz kommt, wird es von Zimmermännern in der Regel in einer kleinen Schlaufe am Gürtel getragen, sodass sie es bei Bedarf sofort griffbereit zur Hand haben. Sie können auch heute noch einen alten Zimmermannshammer erwerben und sich damit ein typisches und häufig eingesetztes Werkzeug der Zimmermannszunft sichern.

Zimmermannshandwerk bewahren: Erwerb von Klüpfel und Beitel

Zwei weitere wichtige Werkzeuge des Zimmermanns sind Klüpfel und Beitel.

Handwerk entdecken: Zimmermannswerkzeug Klüpfel

Der Klüpfel ist auf den ersten Blick einem Holzhammer ähnlich. Es gibt aber große Unterschiede, denn zum einen kann man den Klüpfel aufgrund seiner rundum angebrachten Schlagfläche von allen Seiten benutzen, zum anderen ist seine Schlagfläche nicht wie beim Hammer parallel zum Stiel, sondern leicht kegelförmig angebracht. Diese Form wurde gewählt, da die Bewegung bei der Benutzung des Klüpfels, anders als beim Hammer, aus dem Handgelenk kommt. Durch die kegelförmige Gestaltung liegt die Schlagfläche annähernd in einer Achse mit dem Handgelenk, was die Schläge präziser macht. Ein Klüpfel wurde zum Beispiel zum Schutz des Beitels eingesetzt, da dessen Griff aus Holz bestand und dieses schnell durch das Schlagen mit einem Metallhammer zerstört worden wäre. Deshalb wurde ein Beitel auch zusammen mit einem Klüpfel eingesetzt, nicht mit einem Hammer.

Handwerk entdecken: Zimmermannswerkzeug Beitel

Ein Beitel besteht aus einer Klinge und einem Holzgriff. Die Klinge ist aus gehärtetem Stahl gefertigt und weist am unteren Ende eine geschliffene Schneide auf. Diese Schneide macht die Bearbeitung von Holz in horizontaler Bewegung möglich. Das obere Ende des Griffes ist mit einem Schlagring versehen, der das Werkzeug beziehungsweise dessen Griff vor Beschädigungen durch den Einsatz eines Schlagwerkzeuges schützen soll. Beitel gibt es in verschiedenen Varianten. Ein Stechbeitel dient zum Beispiel dazu, eine Stelle im Holz gradlinig zu vertiefen. Seine Schneide ist so gefertigt, dass der Span flach vom Holz abgetragen wird. Ein Hohlbeitel wird dagegen zum Aushöhlen eines Holzstückes eingesetzt. Sollen sehr tiefe Löcher ausgestemmt werden, ist der Kantenbeitel die richtige Wahl. Zum Verbinden von einzelnen Holzbauteilen dienen Zapfenverbindungen, deren Zapflöcher mit einem Lochbeitel geschaffen werden. Möchten Sie ein solches Werkzeug erwerben, empfiehlt sich nach Möglichkeit der Kauf eines Sets, denn auf diese Weise erhalten Sie mehrere Beitel für unterschiedliche Zwecke. Auch antike Klüpfel werden angeboten, aus verschiedenen Zeitepochen und in diversen Erhaltungszuständen.

Zimmermannshandwerk bewahren: Erwerb von Äxten und Beilen

Handwerk entdecken: Zimmermannswerkzeuge Axt und Beil

Der Zimmermann verwendet die Axt zum Fällen von Bäumen oder dem Entasten, kurz gesagt immer dann, wenn Holzfasern durchtrennt werden sollen. Äxte sind beidhändig zu führen und bestehen aus einer geschmiedeten Stahlklinge, welche an einem Holzstab befestigt ist. Etwas kleiner und leichter ist dagegen das Beil. Anders als die Axt wird das Beil nicht zum Schlagen, sondern zum Schneiden verwendet. Es kann mit seinem geringeren Gewicht und dem kürzeren Stiel mit einer Hand geführt werden. Dadurch eignet sich das Beil auch für feinere und präzise Arbeiten. Da der Zimmermann das Holz auch damals schon mit Axt und Beil schlagen und spalten konnte, wurden diese beiden Werkzeuge zum Behauen und Glätten von Werkstücken eingesetzt, was beispielsweise auch die Herstellung von Pfosten, Balken und speziellen Holzverbindungen erlaubte.

Handwerk entdecken: Zimmermannswerkzeug Stoßaxt

Ein anderes Werkzeug, das die Kombination einer Axt oder eines Beils mit einem Beitel darstellt, ist die Stoßaxt. Sie sieht aus wie ein Winkel aus Metall, wobei sie an der kurzen Seite gehalten wird. Am Ende der längeren Seite befindet sich eine Schneide. Mit der Stoßaxt werden Holznägel aus Balken, Pfosten oder Werkstücken geschlagen sowie Holzoberflächen von Splittern und Unebenheiten befreit. Zudem können sogenannte Bundzeichen gesetzt werden. Das sind Kennzeichnungen an einzelnen Bauteilen, wie zum Beispiel Zahlen, Buchstaben oder Symbole. Diese Markierungen sollen dazu dienen, die Teile später bei der Montage schneller zuordnen zu können. Sie können bei eBay antike Äxte, Beile oder Stoßäxte meist noch in einem sehr guten Erhaltungszustand erwerben.

Zimmermannshandwerk bewahren: Erwerb von Hobeln

Zimmermänner griffen immer dann zum Hobel, wenn sie Holzoberflächen zu bearbeiten hatten. Der Ausbau eines Hobels ist dabei simpel: in seinem Inneren befindet sich eine fixierte Schneide aus gehärtetem Stahl. Durch die Bewegung des Hobels trug diese Schneide eine Oberflächenschicht ab; je öfter die Bewegung ausgeführt wurde, desto mehr Schichten wurden abgetragen. Neben Hobeln aus Holz sind auch Metallhobel erhältlich. Hobel aus Metall, meist aus Gusseisen, kamen mit der Industrialisierung vor allem in England auf, wo sie auch heute noch weit verbreitet sind. Eine Unterart ist der Schiffshobel. Er wurde, wie der Name schon sagt, vorwiegend im Schiffbau eingesetzt. Die dort verwendeten Holzbalken mussten in eine konkave oder konvexe Form gebracht werden. Für die Herstellung der beiden Formen gab es jeweils einen Hobel. Am Ende des 19. Jahrhunderts kamen in den USA Schiffshobel aus Metall zum Einsatz, die sowohl konvexe als auch konkave Flächen schufen und deren Schnittwinkel meist stufenlos verstellbar war. Auch heute noch gibt es ein großes Angebot an unterschiedlichen Hobeln, sei es aus Holz oder Metall.

Zimmermannshandwerk bewahren: Erwerb von anderen Werkzeugen eines Zimmermanns

Handwerk entdecken: Zimmermannswerkzeug Handsäge

Ein Werkzeug des Zimmermanns zur Trennung von Holz ist die Säge. Sie bestand früher meist aus einem Holzgriff und einem Sägeblatt aus Stahl. Es gibt zwei Arten von Handsägen, die sich dadurch unterscheiden, wie das Sägeblatt angebracht ist. Handbügelsäge und Gestellsäge besitzen zum Beispiel ein gespanntes Blatt, das beidseitig am Griff fixiert ist; das Sägeblatt des Fuchsschwanzes und der Astsäge ist dagegen ungespannt, also nur an einem Ende mit dem Griff verbunden. Sehr alte Sägen in sämtlichen Größen finden Sie auch heute noch.

Handwerk entdecken: Zimmermannswerkzeug Dechsel

Der Dechsel kam immer dann zum Einsatz, wenn große Spanmengen von einem Holz abgetragen werden sollten. Dieses Werkzeug besaß einen hammerartigen Kopf, sodass es auch zum Schlagen benutzt werden konnte. In Abhängigkeit davon, wie das Holz bearbeitet werden sollte, wurde entweder ein Flachdechsel oder ein Hohldechsel benutzt. Mit Flachdechseln ließen sich Flächen begradigen oder glätten. Hohldechsel eigneten sich zum Aushöhlen von Schalen, für die Bearbeitung von Stuhlsitzflächen oder für die Schaffung bestimmter Formen in der Bildhauerei. Zusätzlich gab es kurzstielige Varianten zur körpernahen und damit präzisen Bearbeitung auf Brusthöhe und langstielige Ausführungen für große Werkstücke, die auf dem Fußboden abgelegt wurden. Je nach Region war in den Hammerkopf mancher Dechsel zusätzlich noch ein Spalt eingearbeitet, der dem Ziehen von Nägeln diente. Daher wurde der Dechsel in manchen Gebieten auch anstelle des Zimmermannshammers benutzt.

Handwerk entdecken: Sonstige Zimmermannswerkzeuge

Für das Bohren von Löchern in Holz wurden Handbohrer benutzt, die mit einer Handkurbel zu bedienen waren. Durch das Drehen der Kurbel wurde die Kraft über einen Drehmoment zum Bohrer hin übertragen. Der Metallbohrer begann sich zu drehen und spante durch diese Bewegung das Holz an der betreffenden Stelle aus. Mussten Werkstücke fixiert werden, um sie bearbeiten zu können, kamen Schraubzwingen zum Einsatz, die aus Holz, Metall oder aus Kombinationen dieser beiden Materialien gefertigt sein konnten. Zur Ausrichtung von Balken und anderen Holzbauteilen wurden zudem auch damals schon Wasserwaagen verwendet.

Ein Zimmermann muss sich nicht nur mit Holz auskennen, sondern auch Bauzeichnungen verstehen und einfache Skizzen auch selbst erstellen können. Eigene Zeichnungen wurden daher mithilfe eines Zirkels angefertigt. Sämtliche dieser alten Werkzeuge können Sie auch heute noch kaufen.

Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, das alte Handwerk des Zimmermanns bei Ihnen Zuhause wieder aufleben zu lassen und seine traditionsreiche Geschichte durch das Sammeln der damals genutzten Werkzeuge zu bewahren. Viele Sammler antiker Werkzeuge legen großen Wert darauf, gerade solche Stücke zu erwerben, die jeweils typische Gebrauchsspuren aufweisen. Diese verkörpern schließlich ihre jahrzehnte-, vielleicht sogar jahrhundertelange Geschichte und sind stille Zeugen der zahlreichen Arbeitseinsätze. Vielleicht entscheiden Sie sich aber auch für möglichst unbenutzt aussehende Werkzeuge, um diese als Dekoration zu verwenden. Auch in diesem Falle erwerben Sie mit jedem einzelnen Gegenstand ein Stück Geschichte des Handwerkes.

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