Mit Wechselstrom Loks immer auf der richtigen Spur

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Mit Wechselstrom Loks immer auf der richtigen Spur

Was Sie vor dem Kauf einer Lokomotive wissen sollten

Der Modellbau und die Erschaffung ganzer Landschaftsabschnitte und Zuganlagen ist nach wie vor ein sehr beliebtes Hobby. Steigende Verkaufszahlen und ein immer breiter gefächertes Angebot an Zügen, Gleisen und Zubehör lassen schlussfolgern, dass der Bedarf bei Weitem noch nicht gedeckt ist. Was die Faszination an dem Spaß für Jung und Alt ausmacht? Die Liebe zum Detail, zur Technik und den schier endlos erscheinenden Möglichkeiten, was die Umsetzung und Gestaltung von Modellanlagen angeht. Gleichstrom oder Wechselstrom – das ist hierbei oft die Frage aller Fragen. Modellbauer stellen sich diese bereits seit der Einführung der ersten Modelleisenbahnen, die mit Wechselstrom betrieben wurden, und bis heute ist diese Frage noch immer aktuell. Doch wo genau liegt der Unterschied und was sollten Sie vor einem Kauf von Lokomotiven oder Gleisen beachten? Lässt sich eine Wechselstromlokomotive mit Gleichstrom in Bewegung setzen? Fährt eine Gleichstromlokomotive auf Gleisen, die für Wechselstrom ausgelegt sind, oder ist diese Frage im Zeitalter digitaler Lokomotiven vollkommen unerheblich? Welche Vor- und Nachteile bergen beide Systeme in sich?

Wie gelangt der Strom bis zum Motor Ihrer Modelleisenbahn?

Eine Lokomotive, kurz Lok genannt, ist die selbstfahrende und durch Antriebstechnik zum Rollen gebrachte Zugmaschine einer jeden Eisenbahn. Ganz gleich, ob es sich dabei um eine Lokomotive mit einem ein- oder mehrteiligem Tragwerk handelt, welches auf einem oder mehreren Fahrwerken gelagert ist, die Antriebsmaschine kann sowohl auf dem Trag- als auch auf dem Fahrwerk gelagert sein. Diese Antriebsmaschine in Form des Motors sorgt durch eine Rotationsbewegung der Räder dafür, dass Ihre Modelleisenbahn mal mehr, mal weniger zügig durch die Landschaft Ihrer Modellanlage rollt.

Doch wie gelangt der Strom bis zum Motor Ihrer Modelleisenbahn? Die Stromzufuhr Ihrer Lokomotive muss grundsätzlich durch mindestens zwei voneinander getrennte Leiter gewährleistet sein. Hierbei dient die eine Schienenseite als Stromlieferant und die andere Schienenseite garantiert die Abfuhr des Stroms. Während der Anfänge der Modelleisenbahn setzten Modellbauer noch auf eine dritte Schiene, einen dritten Leiter – den sogenannten „Mittelleiter“. Für den optimalen Nutzen und die optische Authentizität führte die Firma Märklin ein Punktkontaktsystem ein, das sich trotz des am weitesten verbreiteten Gleichstromsystems bis zum heutigen Tag im besonderen Maße bei der Spur H0 durchgesetzt hat – das Mittelleiterwechselstromsystem.

Gleichstrom – wie funktioniert das?

Wenn Sie vorhaben, sich eine neue Modelleisenbahn oder neue Gleise für Ihre Modellbahnanlage zu kaufen, sehen Sie sich trotz des digitalen Zeitalters, das auch den Modellbau für sich eingenommen hat, der Frage gegenübergestellt: Gleichstrom oder Wechselstrom? In erster Linie erklären Sie mit der Antwort auf diese Frage, für welches System, vor allem welches Gleissystem Sie sich bereits vor dem Kauf entscheiden. Doch um sich für ein solches überhaupt entscheiden zu können, sollten Sie erst einmal genau wissen, wo überhaupt der Unterschied zwischen Gleichstrom und Wechselstrom liegt.

Wenn Ihre Modelleisenbahn mit Gleichstrom angetrieben wird, geschieht dies folgendermaßen: Der Motor Ihrer Lokomotive erhält permanent durch den einen Kontakt den Pluspol der Versorgungsspannung. Durch einen weiteren Kontakt bekommt er den Minuspol. Soll sich Ihre Bahn nun in die eine oder in die andere Richtung bewegen, wird die Polung jeweils vertauscht und umso mehr Spannung von Ihnen auf die beiden Kontakte gegeben wird, desto schneller befährt die Eisenbahn Ihre Schienen.

Bei dem Bedienteil einer Gleichstrombahn handelt es sich in der Regel um einen Transformator, welcher entweder auf die eine oder auf die andere Art und Weise gekennzeichnet ist. Sie erkennen Transformatoren für Gleichstrom daran, dass es neben dem Geschwindigkeitsregler entweder einen Schiebe- oder Kippschalter gibt – um die Vertauschung der Polung vorzunehmen – oder daran, dass die Null in der Mitte des Reglers ist. Durch das Drehen des Schalters nach links oder rechts werden die Pole vertauscht, sobald die Null überwunden wird. Ihre Lokomotive fährt dann entweder vor- oder rückwärts.

Wechselstrombahnen – handelt es sich um Alleskönner?

Handelt es sich bei Ihrer Lokomotive um ein Modell, dessen Motor durch Wechselstrom angetrieben wird, dreht sich dieser, anders als bei einem Gleichstrommodell, grundsätzlich in ein und dieselbe Richtung. Die Polung ist dabei nicht von Belang, denn damit Ihre Lokomotive sowohl in die eine als auch in die andere Richtung fahren kann, besitzt der Motor im Gegensatz zu einem Motor für ein Gleichstrommodell drei Anschlüsse. Ein Anschluss sichert das Vorwärtsfahren Ihres Zuges, ein Anschluss das Rückwärtsfahren und der dritte Anschluss fungiert als gemeinsamer Rückleiter. Durch einen Spannungsimpuls wird ein Umschalter betätigt, der den Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahren regelt beziehungsweise das Fahren in beide Richtungen ohne Komplikationen möglich macht.

An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass ein Motor, der für Wechselstrom ausgelegt ist, durchaus auch ohne Probleme mit Gleichstrom betrieben werden kann. Allerdings wäre wiederum eine Lokomotive, die für Gleichstrom ausgelegt ist, nicht dazu in der Lage, einwandfrei auf einer Bahnanlage zu fahren, die für Wechselstrom gedacht ist. In diesem Fall wäre es der Eisenbahn lediglich möglich, in eine Richtung zu fahren, und ein Wechsel der Fahrtrichtung wäre aufgrund der technischen Begebenheiten unmöglich.

Anders als bei dem Bedienteil einer Gleichstromanlage ist die Null bei dem Bedienteil einer Wechselstromanlage in aller Regel am Ende der Skala des Reglers – folglich nicht in der Mitte. Drehen Sie den Regler dann darüber hinaus nach links, erfolgt automatisch ein Wechsel der Fahrtrichtung. Fehlt einem Transformator diese Funktion, wird der Spannungsimpuls für den Richtungswechsel durch gezielt ausgeübten Druck auf den Geschwindigkeitsregler gesteuert. Welche der beiden Varianten Sie sich zulegen, bleibt ganz Ihrer eigenen Vorliebe überlassen. Marktführend und als einer der wenigen verbliebenen Anbieter von Wechselstrom-Systemen ist Märklin mit den Spuren Z, 1 und H0.

Die Vor- und Nachteile beider Systeme

Sowohl das Gleichstrom- als auch das Wechselstromsystem haben ihre Vor- und Nachteile. Im direkten Vergleich sind diese jedoch gegeneinander aufgewogen ausgesprochen gering. Im Endeffekt kommt es auch in diesem Fall auf Ihre persönliche Vorliebe an. Bei einer Gleichstromlokomotive ist, wie bereits geschildert, die Fahrtrichtung abhängig davon, ob Sie den Regler nach links oder nach rechts bewegen. Bei einer Wechselstromlokomotive wird die Fahrtrichtung durch das Ausüben von Druck oder dem verstärkten Drehen des Reglers nach links bestimmt. Es kann sehr wohl von Vorteil sein, sich für eine Gleichstrombahn zu entscheiden, da Sie grundsätzlich wissen, in welche Richtung Ihre Eisenbahn just in dem Moment fährt. Der Nachteil ist jedoch, dass wenn Sie sich dazu entschließen, gleichzeitig zwei oder noch mehr Züge auf Ihrer Strecke fahren zu lassen, diese Bahnen alle unweigerlich in dieselbe Richtung fahren. Ein weiterer Vorteil von Gleichstrombahnen ist das laufruhigere Funktionieren des Motors. Allerdings kann dieser Vorteil mit dem simplen Umbau und Einbau eines Gleichstrommotors in eine Wechselstromlokomotive wettgemacht werden. Sollten Sie sich zu einem solchen Umbau entscheiden, übernimmt der Umschalter die nötige Umwandlung der Ressourcen.

Wechselstromlokomotiven – veraltet oder noch immer angesagt?

Es ist nicht der Vorteil, dass sich eine Wechselstromlokomotive ohne Probleme mit einem Gleichstrommotor ausrüsten lässt – was diese Lok wie einen kleinen Allrounder erscheinen lässt – sondern vor allem das breit gefächerte Angebot, das sie trotz des Vormarsches des Gleichstromsystems bis zum heutigen Tage noch immer attraktiv für viele Modellbauer macht. Wie bereits erwähnt, ist Märklin seit mehreren Jahren trotz zunehmender Konkurrenz die unangefochtene Nummer eins in diesem Marktsegment.

Die Auswahl an Lokomotiven, Gleisen und Zubehör für die Spuren Z, 1 und H0 ist groß, und aufgrund des Umstandes, dass dieser Hersteller aus Kompatibilitätsgründen an den Wechselstrommodellen und dem Dreischienensystem festhält, ebbt das Angebot nach wie vor nicht ab. In erster Linie sollten Sie Ihre Kaufentscheidung davon abhängig machen, ob Sie als Neueinsteiger damit anfangen wollen, sich ein kleines Modelleisenbahnimperium aufzubauen oder ob Sie als alter Hase Ihre Anlage oder Anlagen erweitern möchten. Als Neu-Modellbauer obliegt es Ihren eigenen Wünschen und Vorlieben, ob Sie sich für Wechselstrom oder Gleichstrom, was gleichermaßen Einfluss auf Ihre dann zu erwerbenden Lokomotiven und Gleise nimmt, entscheiden. Die Auswahl ist, unabhängig davon, für welchen Hersteller Sie sich entscheiden, gigantisch. In den letzten Jahren gehen auch immer mehr Anbieter dazu über, es Modellbauern durch die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Herstellermodelle einfacher zu machen.

Als alteingesessener Lokomotivführer müssen Sie sich vor dem Kauf einer neuen Lokomotive oder neuer Gleisanlagen die Frage stellen, inwiefern Ihre Neuanschaffung mit Ihren bereits vorhandenen Anlageelementen kompatibel ist. Auch hier ist das Angebot groß und die Qual der Wahl allgegenwärtig. In beiden Fällen sollten Sie sich also vor dem Kauf darüber im Klaren sein, für welche der beiden Varianten Sie sich entscheiden, um von dieser Entscheidung ausgehend das passende Equipment auswählen zu können. Sets können Ihnen dabei einen große Hilfe sein, da sie im vollen Umfang zueinanderpassendes Zubehör liefern. Sie können sich sowohl bei Starter-Sets als auch beispielsweise bei Gleis-Sets sicher sein, dass das neu erworbene Material mit dem bereits vorhandenen zusammenpasst, wenn die Herstellerangaben dies ankündigen. Achten Sie also vorsorglich darauf, was genau die Herstellerangaben besagen. 

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