Mit Spur H0 Gebäuden von der Gleisanlage zur Kleinstadt

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Mit Spur H0 Gebäuden von der Gleisanlage zur Kleinstadt

Mit den richtigen Gebäuden wird aus der Gleisanlage eine fertige Modelleisenbahn

Wenn die Gleise verlegt und die Landschaftsformen festgelegt sind, erfolgt in der Regel die Planung von Straßen, Plätzen und Gebäuden bei einer Modelleisenbahn. In groben Zügen hat der Modellbauer die Anordnung vermutlich bereits festgelegt.

Bei der Auswahl von Gebäuden sollten Stilbrüche möglichst vermieden werden. Wer sich bei Bau der Modelleisenbahn zum Beispiel auf eine bestimmte Zeitepoche festgelegt hat, muss zur Entwicklung von Dörfern oder einer Kleinstadt natürlich auch die zu dieser Zeit geltenden Bauarten nachvollziehen.

Auch wenn bestimmte Landschaftsformen möglichst naturgetreu nachgebildet wurden, müssen die übrigen Accessoires dazu passen. Im Modellbauzubehör gibt es bekannte Gebäude aus den unterschiedlichsten Regionen und Landschaften.

Doch selbst, wenn die Modelleisenbahn keiner bestimmten Zeit oder Landschaft zugeordnet ist, Gebäude, Straßen und Plätze sind und bleiben Accessoires, die die Anlage schmücken, aber nicht dominieren sollten. Dieser Ratgeber gibt Ihnen deshalb wertvolle Tipps, was bei der Gestaltung zu beachten ist und wie aus Ihrer H0-Gleisanlage mit den passenden Gebäuden eine komplette Kleinstadt entstehen kann.

Die Größe der Fläche bestimmt die Anzahl der Gebäude

Es gibt einige Gebäude, die natürlich bei keiner Modelleisenbahn fehlen dürfen. Dazu gehören natürlich der Hauptbahnhof und eventuell noch zusätzliche Haltepunkte. Bahnhöfe und Bahnsteige gibt es – genau wie alle anderen Gebäude - als Modellbaupackung komplett im Set. Allerdings sind sie in der Regel aus durchgefärbtem Kunststoff hergestellt und sollten entsprechend veredelt werden.

Um eine reale Kleinstadtatmosphäre zu erzeugen, benötigt man unter anderem:

  • Eine Kirche
  • Einen Marktplatz
  • Ein Gasthaus
  • Wohn- und Geschäftshäuser.

Wenn die Anlage so aufgeteilt ist, dass sich im hinteren Bereich großzügige Grünflächen befinden, können hier großzügige Einfamilienhäuser mit Gärten gebaut werden.

Achtung: Denken Sie daran, dass jedes Grundstück einen Straßenzugang haben muss, um realistisch zu wirken. Wenigstens die Anlage eines Schotterweges als Zufahrt sollte also eingeplant werden.

Bei Gebirgslandschaften kann man Berghütten sowie am Waldrand vielleicht ein Forsthaus und einen Hochsitz einplanen. Stimmungsvoll auf einem Hochplateau wirkt auch eine Burgruine, die im Dunkeln angestrahlt wird.

Straßen und Plätze gehören zu einer Kleinstadt dazu

Für die Gestaltung gerader Straßen ohne Kurven kann man im Modellbauzubehör passende Kunststofffolien kaufen, die asphaltfarbig den Straßenbelag simulieren. Sobald eine Straße aber eine Kurve macht, wird das Arbeiten mit der Folie fast unmöglich.

Hier sollte mit Farbe und Pinsel gearbeitet werden. Es gibt speziell zusammengesetzte Sets, die unter anderem folgende Bestandteile beinhalten:

  • Spezialfarbe in den Farben Asphalt oder Beton für den Straßenbelag
  • Straßenmarkierungen (entweder zum Aufkleben oder zum Aufmalen mithilfe passender Schablonen und weißer Farbe)
  • Leitplanken
  • Begrenzungspfähle
  • Verkehrszeichen.

Die Straßentrassen werden aus Sperrholz ausgesägt und zunächst grundiert (Nitrogrund). Anschließend trägt man eine schnell trocknende Spachtelmasse auf, damit man später keine aufgestellten Holzfasern auf dem Straßenbelag sieht. Danach wird die Oberfläche der Straßen sorgfältig glatt geschliffen.

Zum Auftragen der Straßenfarbe (unverdünnt) eignen sich kleine Schaumstoffrollen besonders gut. So wird die Oberfläche gleichmäßig und es sind später keine Pinselstriche zu sehen.

Für ein naturgetreues Aussehen der Straßenoberfläche muss nach dem Trocknen der Farbe noch einmal geschliffen werden. Dazu verwendet man am besten feine Stahlwolle oder Wasserschleifpapier mit 360er-Körnung. Die Straßenfarbe ist so aufgebaut, dass sich durch das Abschleifen auf der Oberfläche zum Beispiel Fahr- oder Bremsspuren abzeichnen. Das sorgt für ein sehr natürliches und realitätsnahes Bild.

Fahrbahnmarkierungen werden entweder aufgeklebt oder mithilfe passender Schablonen mit weißer Farbe aufgemalt.

Tipp: Malen ist meistens besser als Kleben. Klebefolien können sich mit der Zeit lösen und den guten optischen Eindruck der Straßen stören. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Wenn zum Beispiel Markt- oder Kirchplätze gestaltet werden sollen, kann man durchaus mit vorgefertigten Platten oder Folien arbeiten. Es gibt sie mit unterschiedlichen Pflasterstrukturen, sodass man sie perfekt an die jeweilige Bebauung anpassen kann. Die Ränder verstecken sich dabei meist unter den Gebäuden beziehungsweise können zum Beispiel mit Buschwerk oder Hecken verdeckt werden.

Die Gebäudeanordnung der Kleinstadt sorgfältig planen

Sind Straßen und Plätze fertiggestellt, muss die Gebäudeanordnung geplant werden. Hier gilt, dass weniger oft mehr ist. Schließlich soll ja nach wie vor die Modelleisenbahn mit ihren fahrenden Zügen die Optik bestimmen und nicht das schmückende Beiwerk.

Ganz wichtig ist, dass alle Gebäude maßstabgetreu sind. Das ist mit Modellbaupackungen für Häuser relativ einfach, da sie immer passend für die Spurbreite, also auch für Ihre H0-Bahn, angeboten werden.

Wer Gebäude aus Sperrholz, Modellbauplatten oder anderen Materialien selber bauen möchte, sollte sich möglichst genau an den jeweiligen Maßstab der Modelleisenbahn (bei H0 ist das 1:87) halten, damit die Gebäude nicht zu groß oder zu klein ausfallen.

Für die Gebäudeanordnung bietet die reale Umgebung eigentlich die besten Vorgaben. Schauen Sie sich Kirch- oder Marktplätze in Kleinstädten genau an, dann wird auch die Kleinstadt Ihrer Modelleisenbahn durch eine realitätsnahe Bebauung überzeugen.

Achtung: Häuser können Sie mithilfe von LEDs auch beleuchten. Passende Beleuchtungssets und natürlich auch Straßenlaternen finden Sie ebenfalls im reichhaltigen Zubehör für den Modellbau für H0-Modelleisenbahnen.

Fertige Bausätze kann man individualisieren

Bausätze für Gebäude werden in der Regel in der industriellen Massenproduktion aus eingefärbtem Kunststoff hergestellt. Die einzelnen Gebäudeteile müssen aus Kunststoffplatten entlang vorgestanzter Linien herausgebrochen werden.

Eine Aufbauanleitung zeigt dabei genau, wie die Teile zusammengefügt werden müssen. Ist das Haus fertig, entspricht es in seiner Optik aber häufig nicht dem Thema der Modelleisenbahn oder es wirkt einfach zu frisch und zu bunt.

Um Kunststoff deckend bemalen zu können, müssen spezielle Lackfarben verwendet werden, da man die Oberflächen auch nicht anschleifen kann. Je nachdem, wie die Häuser gestaltet sind, sind eine ruhige Hand und ein sehr dünner Pinsel erforderlich, um die jeweiligen Konturen gut nachmalen zu können.

In einer Kleinstadt ist nicht jedes Haus neu

Häuser, die aus einem Modellbausatz zusammengebaut wurden, wirken relativ unnatürlich und sehr neu. Das passt aber in der Regel überhaupt nicht zu einem Kleinstadtambiente, wie es dem Modellbahnbauer vorschwebt.

Also müssen die Gebäude künstlich gealtert werden. Das geschieht mit einer besonderen Maltechnik. Dazu benötigt man einen schmalen Flachpinsel und die passende Kontrastfarbe. Sollen zum Beispiel Kalkausblühungen simuliert werden, verwendet man Weiß. Sollen alte Dächer oder Balken einen Moosansatz bekommen, ist eine Mischung aus Grün und Grau zu empfehlen.

Die Technik ist im Grunde nicht sehr kompliziert. Der Pinsel muss fast trocken bleiben, darf also nur eine äußerst minimale Menge an Farbe aufnehmen.

Tipp: Streichen Sie den Pinsel auf Papier oder einem Küchentuch möglichst trocken. Dann wird er mit leichten Strichen über Hauswände oder Dächer geführt. Nur die hervorstehenden Teile nehmen einen Hauch der Kontrastfarbe auf. So entsteht der Eindruck einer natürlichen Verwitterung, der den Häusern ein ganz anderes Aussehen verleiht.

Übrigens: Für das Patinieren von Gebäuden oder Gebäudeteilen eignen sich Mattlacke besonders gut. Es gibt Hersteller, die Patinierfarben als günstiges Set anbieten. Damit kann man fast alle künstlichen Alterungen, Korrosionen oder Verwitterungen leicht herstellen. Diese Sets bestehen in der Regel aus:

  • Rostfarbe
  • Dunkelgrauer Staubfarbe
  • Oxidfarbe zum Bearbeiten der Strukturen und
  • Betonfarbe in neutralem Grau zur Bearbeitung von Betonflächen.

Darüber hinaus gehört in ein gut sortiertes Set noch je eine Dose Lasurweiß und Lasurschwarz zum Aufhellen oder Verdunkeln der Patinafarbe sowie Verdünner und ein Feinhaarpinsel.

Hinweis: Es ist einfacher, die Gebäudeteile vor dem Herauslösen aus der Bausatzform zu bemalen. Dabei sollten Sie allerdings darauf achten, die Klebefugen möglichst farbfrei zu halten, damit der Bastelkleber richtig hält.

Weitere Kleinstadtaccessoires für die HO-Anlage

Gebäude, Straßen und Plätze können lebendig gestaltet werden, indem man Figuren und Fahrzeuge, aber auch Bäume, Sträucher, Hecken, Zäune oder Brunnen einsetzt. Auch ein Kinderspielplatz in einer Wohnanlage oder ein kleiner Park mit Kieswegen sorgen für Auflockerung und echtes Kleinstadtfeeling.

Wer zum Beispiel einen Marktplatz als zentralen Mittelpunkt der Stadt plant, sollte sich ein Set mit Marktständen, Sonnenschirmen und den passenden Figuren für Händler und Kunden beschaffen. So entsteht der Eindruck einer geschäftigen Atmosphäre. Maßstabgerechte Autos auf den Straßen oder eventuell eine Straßenbaustelle, für die es im Modellbauzubehör ebenfalls passende Sets gibt, bieten weitere optische Highlights.

Häuser im Set – hier stimmt auf jeden Fall der Baustil

Für die H0-Modelleisenbahn kann man Häuser günstig im Set kaufen. Von einzelnen Häusergruppen bis hin zu kompletten Dörfern oder Kleinstädten gibt es die unterschiedlichsten Modelle. Hier ist von Anfang an sicher, dass der Maßstab stimmt und die Gebäude von ihrer Architektur her zusammenpassen. Wer Wert auf homogene Eindrücke legt, sollte sich bei den Sets im Modellbauzubehör etwas genauer umsehen.

Hier findet man häufig auch Burgen oder Burgruinen, die sich gut auf einem Plateau oberhalb der Stadt platzieren lassen.

Übrigens: Alte Burgtürme kann man hervorragend selber basteln. Eine Papprolle dient als Grundform. Mit einem scharfen Messer schneidet man am oberen Rand die Burgzinnen und tiefer auf der Rolle Schießscharten aus. Mit Strukturpaste oder Modellspachtelmasse wird die Rolle komplett umhüllt. Sehr realistisch wirkt es, wenn mit einem Messer oder Spachtel die einzelnen Steine stilistisch nachgezogen werden. Anschließend bekommt der Burgturm einen grauen Anstrich, der mit weißer Farbe im Patinaverfahren überzogen wird. Ein paar bunte LEDs, die den Turm bei Dunkelheit anstrahlen, lassen sich in die Beleuchtungsanlage der Modellbahn leicht einfügen.

Ob selbst gemacht oder mit Modellbausätzen und Sets, dieser Ratgeber zeigt, wie einfach es ist, aus einer einfachen Gleisanlage eine lebendige Kleinstadt in einer naturgetreuen Umgebung zu gestalten.

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