Mit Kräutern aus dem eigenen Garten würzen und peppen: Waldmeister bringt Frische in Getränke

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Mit Kräutern aus dem eigenen Garten würzen und peppen: Waldmeister bringt Frische in Getränke

Waldmeister gehört zu den sogenannten Labkräutern und besticht durch sein würziges Aroma und den unverkennbaren Duft. Er bevorzugt Laubwälder in gemäßigten Höhenlagen und ist in Europa, Asien sowie Nordafrika anzutreffen. Cumarin verleiht Waldmeister seine spezielle Note, ist aber in größeren Mengen giftig. Dennoch erfreut sich das wohlriechende Labkraut in der Küche großer Beliebtheit und peppt vor allem Getränke auf. Eines der bekanntesten Getränke in Deutschland ist die Waldmeisterbowle, die durch die Zugabe der Kräuter zu einem besonderen Trinkgenuss wird. Aber auch für alkoholfreie Getränke ist Waldmeister gut geeignet. 

Wie sieht diese Pflanze aus?

Waldmeister ist ein immergrünes und winterhartes Kraut, das eine Wuchshöhe von wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter erreicht. Die Stängel der Pflanze wachsen aufrecht und ohne zu verzweigen. An ihnen befinden sich jeweils etwa sechs bis acht längliche Blätter. Diese können Sie beispielsweise pflücken und trocknen. Die Trocknung verleiht den Blättern eine papierartige Struktur. Zwischen April und maximal Juni blüht der Waldmeister. Die Blüten sind weiß bis bläulich-weiß mit vier bis fünf Blütenblätter. An die Blütezeit des Waldmeisters schließt sich die Reifung der Früchte an. Dabei handelt es sich um kleine Klettfrüchte, die sich durch das Anhaften an Kleidung oder Fell verbreiten. Die letzten Früchte des Waldmeisters reifen im September.

Waldmeister kommt sowohl als Heilpflanze als auch in der Küche zum Würzen von Speisen und vor allem Getränken zum Einsatz. Sie können verschiedene Produkte aus Waldmeister kaufen oder aber das Kraut selbst anbauen. Frischer Waldmeister aus dem eigenen Garten ist eine tolle Idee, wenn Sie gern würzige Getränke zubereiten – beispielsweise im Sommer, wenn Sie Gäste zum Grillen und Feiern in Ihren Garten einladen.

Wie Sie Waldmeister in Ihrem Garten oder auf dem Balkon anpflanzen können

Möchten Sie eigenen Waldmeister pflanzen, bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten an. Zum einen können Sie Keimlinge oder junge Pflanzen kaufen, die Sie in ein Beet oder einen Pflanzkasten setzen, zum anderen können Sie Samen aussäen und in aller Ruhe gedeihen lassen. Vielleicht haben Sie bereits andere Küchen- und Gartenkräuter gezogen, denn langfristig sparen Sie mit einem eigenen Angebot diverser köstlicher Kräuter Geld. Außerdem können Sie Speisen und Getränken auch einmal spontan eine individuelle Note verleihen, indem Sie Kräuter hinzugeben, die Sie bisher noch nicht verwendet haben. Ein kleiner Kräutergarten oder hübsche Töpfe und Kästen mit frischem Rosmarin, Dill oder Waldmeister sind nicht nur für ambitionierte Köche empfehlenswert. Daher können Sie mit den nachfolgenden Tipps alle wichtigen Informationen erhalten, die Sie benötigen, um selbst Waldmeister anzupflanzen. Außerdem erhalten Sie einen allgemeinen Einblick in die Kräuterkunde, die mit dem Labkraut einhergeht. So wissen Sie jederzeit, wofür Sie Waldmeister verwenden können. Denn immerhin eignet sich das Kraut nicht nur zum Würzen, sondern ist auch als Heilpflanze nachhaltig bekannt.

Waldmeister im Garten – in einfachen Schritten zum eigenen Kräuterbeet

Sie kennen Waldmeister in Form von Bowle oder als Götterspeise und möchten nun Ihren eigenen Kräutergarten um das würzige Kraut ergänzen? Das ist viel einfacher, als Sie vielleicht glauben. Bevor Sie Jungpflanzen oder Kräutersamen kaufen, müssen Sie zunächst den richtigen Standort bestimmen und vorbereiten. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern oder Früchten mag der Waldmeister keine Sonne. Suchen Sie in Ihrem Kräutergarten daher nach einem schattigen Standort oder wählen Sie zumindest Halbschatten. Wenn Sie über den erforderlichen Platz verfügen, können Sie auch größere Flächen im Schatten anlegen. Damit das Kraut gut gedeiht, sollte der Boden zudem möglichst kalkhaltig sein. Auch eine gewisse Feuchtigkeit ist notwendig, daher sollte der Boden viel Humus enthalten und aufgelockert sein. Neigt Ihr Kräutergarten zu Trockenheit, sorgen Sie für regelmäßige Bewässerung, damit die frischen Waldmeister-Triebe nicht gleich wieder vertrocknen.

Mit der richtigen Pflege können Sie schon bald leckeren Waldmeister ernten

Waldmeister gehört nicht nur zu den winterharten Pflanzen, sondern benötigt sogar kurzen Frost, damit er nach der Aussaat überhaupt zu keimen beginnt. Deshalb sollten Sie die Samen am besten im Spätherbst aussäen, wenn sich die ersten kalten Nächte mit Bodenfrost ankündigen. Decken Sie Ihren Waldmeister im Winter mit Nadelzweigen, Laub oder Moos ab. Diese verrotten bis zum Frühling und versorgen die Triebe mit ausreichend Feuchtigkeit. Alternativ können Sie den Waldmeister auch in Ihrem Gewächshaus ziehen, allerdings müssen auch hier die Temperaturen niedrig sein, und Sie müssen für eine ständige Bewässerung oder Befeuchtung sorgen.
Da Waldmeister sehr flach und breit wurzelt, sollten Sie Unkraut nicht mit der Hacke entfernen, sondern es jäten. Das ist zwar mühsamer, verhindert aber auch Wurzelschäden. Warten Sie mit der Ernte des Waldmeisters bis zum zweiten Jahr, denn im Sommer unmittelbar nach der Aussaat können die Wurzeln ebenfalls Schäden erleiden. Ab dem zweiten Jahr können Sie je nach Blütezeit mit der Ernte des Krautes beginnen. Es ist nicht nötig, den Waldmeister zu düngen. Ganz im Gegenteil: Dünger kann die Wurzeln angreifen und damit die Pflanzen zerstören. Dafür sollten Sie auf eine reichliche Bewässerung achten und im Frühjahr und Sommer regelmäßig gießen, wenn in Trockenzeiten kein Regen fällt.

Waldmeister ernten und weiterverarbeiten – so sorgen Sie für die richtige Würze in der Küche

Ernten Sie Waldmeister stets unmittelbar vor der Blüte. Beginnen Sie daher bereits im April des zweiten Jahres mit dem Pflücken erster Blätter. Diese sollten Sie für einige Tage zum Trocknen auslegen, damit sie ihre volle Würze entfalten können. Vermeiden Sie dabei direkte Sonneneinstrahlung, da die Blätter sonst zu welken beginnen. Es ist besser, wenn Sie die Blätter in einem wohltemperierten Bereich im Schatten trocknen lassen. Wenden Sie den Waldmeister regelmäßig, damit er gleichmäßig trocknet. Geben Sie die Blätter anschließend in Gläser, die Sie luftdicht verschließen können. So bleibt das Aroma des Krautes länger erhalten. Selbstverständlich können Sie auch frischen Waldmeister verarbeiten und damit verschiedene Speisen und Getränke würzen. Geben Sie jedoch stets nur eine geringe Menge der wohlriechenden Blätter in die Gerichte, die Sie zubereiten, damit der Gehalt an Cumarin nicht zu hoch ausfällt.

Bauen Sie Waldmeister in der Küche an, haben Sie die Kräuter stets zur Hand

Wenn Sie keinen eigenen Garten besitzen, können Sie verschiedene Kräuter kaufen und in der Küche in geeigneten Töpfen aussäen. Auch Waldmeister eignet sich für den Anbau im Haus. Denken Sie lediglich daran, den Topf oder Kasten, in dem das Kraut wachsen soll, schattig und kühl aufzustellen. Außerdem dürfen Sie den für die Keime wichtigen Frost nicht vergessen. Hierzu können Sie den Waldmeister im Herbst auf den Balkon oder nach draußen auf die Fensterbank stellen. Decken Sie auch den Topf mit Laub oder Nadelgrün ab, damit der Waldmeister im Winter gut gedeihen kann. Auf dem Balkon stellt Waldmeister auf jeden Fall eine Bereicherung dar. Ob Sie ihn auch in der Küche aufstellen möchten, hängt davon ab, wie sehr Sie den kräftigen Duft mögen, den die Pflanze verströmt. Generell sind Küchenkräuter direkt am Ort der Zubereitung eine sehr praktische Maßnahme. Damit sich Ihre Küchenkräuter auch optisch schön in den Raum einfügen, können Sie hübsche Pflanztöpfe aus Terracotta kaufen. Für Waldmeister eignen sich am besten breite und flache Schalen, da er so ideal treiben und sich verbreiten kann.

Waldmeisterbowle: ein Klassiker, der im Mai nicht fehlen darf

Sie können viele Getränke mit Waldmeister veredeln und würzen. Viele Kinder mögen Götterspeise oder Limonaden, in denen Waldmeister-Sirup für den einzigartigen Geschmack sorgt. Mit einem eigenen Kräutergarten sind Sie nicht länger auf den Kauf von Sirup angewiesen. Stattdessen können Sie Ihre eigenen Waldmeister-Getränke kreieren. Wie wäre es einmal mit einer klassischen Maibowle aus Waldmeister? Es gibt verschiedene Varianten, wie Sie diesen Getränke-Klassiker herstellen können. Ein einfaches Rezept für eine erfrischende Waldmeisterbowle benötigt folgende Zutaten:

  • Eine Handvoll Waldmeister aus dem Garten
  • 50 Gramm Zucker
  • 2 Flaschen Weißwein
  • 1 Flasche Sekt

Alle Getränke sollten bereits gekühlt sein. Pflücken Sie den Waldmeister vor der Blüte und lassen Sie die Blätter etwas welken und gegebenenfalls zwei bis drei Tage lang trocknen. Geben Sie die Kräuter anschließend mit dem Zucker und einer halben Flasche Wein in eine große Schale. Lassen Sie alles etwa eine halbe Stunde lang zugedeckt ziehen. Anschließend können Sie die Flüssigkeit durch ein feines Sieb in eine Schale für Bowle gießen und mit dem restlichen Wein und der Flasche Sekt auffüllen. Halten Sie die Maibowle kühl. Wenn Sie mögen, können Sie der Bowle noch etwas Limettensaft hinzufügen. Der Genuss von Maibowle ist eine bewährte Tradition, die sich vor allem am 1. Mai großer Beliebtheit erfreut. Verwöhnen Sie daher Freunde und Verwandte mit dem köstlichen Getränk, wenn Sie gemeinsam bei gutem Wetter im Garten grillen.

Gut für die Gesundheit: Tee aus frischem Waldmeister

Sie können frischen sowie leicht getrockneten Waldmeister als Tee trinken. Schneiden Sie die Blätter bodennah ab und waschen Sie diese kurz. Anschließend geben Sie einen Teelöffel in ein Teesieb oder einen Teebeutel und übergießen ihn mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee etwa fünf Minuten ziehen. Waldmeistertee eignet sich gut bei Verdauungsbeschwerden. So kann er beispielsweise Krämpfe lindern, wenn Sie zu fett gegessen haben oder sich allgemein unwohl fühlen. Allerdings sollten Sie aufgrund des enthaltenen Cumarins nicht mehr als zwei oder drei Tassen des würzigen Tees trinken. Verzichten Sie zudem darauf, den Tee zu süßen, wenn das Heilkraut seine volle Wirkung entfalten soll.

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