Mit Kamera- und Videoleuchten unabhängig von den Lichtverhältnissen arbeiten – ein Leitfaden

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Mit Kamera- und Videoleuchten unabhängig von den Lichtverhältnissen arbeiten – ein Leitfaden

Fotografieren und Filmen gehören aufgrund der technischen Entwicklungen längst zu den alltäglichen Tätigkeiten – jedes Smartphone ist mit entsprechenden Möglichkeiten ausgerüstet, Digitalkameras gibt es dazu schon für kleines Geld, was auch für Camcorder gilt. Dies sind die perfekten Voraussetzungen, um spontan Bilder zu schießen oder auch Videosequenzen aufzunehmen – zum einen als schöne Erinnerungen, zum anderen, um diese etwa im Internet zu teilen.

Selbstverständlich hängt es von den eigenen Ansprüchen ab, ob die Qualität der oben genannten Geräte als ausreichend empfunden wird. Engagierte Hobby-Fotografen und Videofilmer werden in diesem Zusammenhang schnell an Grenzen stoßen. Denn will man mehr als nur Schnappschüsse schießen, benötigt es spezielleres Equipment, das auf die Bedürfnisse des Fotografen selbst zugeschnitten ist, zum anderen kommt dabei zumeist noch weiteres Zubehör zum Einsatz, um Bilder und Videosequenzen nicht einfach nur aufzunehmen, sondern diese auch selbst zu komponieren. Dazu gehören entsprechend auch Kamera- und Videoleuchten, die Aufnahmen bei den verschiedensten Lichtverhältnissen ermöglichen.

Im nachfolgenden Einkaufsratgeber und Leitfaden liegt der Schwerpunkt bei eben jenem Beleuchtungs-Epuipment. Darüber hinaus wird jedoch noch weiteres Zubehör beschrieben, das ebenfalls dazu beitragen kann, bei schwierigen Lichtverhältnissen bessere Aufnahmen zu erzielen.

Generelles zu den Lichtverhältnissen

Es gibt viele Situationen, bei denen schnell klar wird, dass die Lichtverhältnisse eher ungenügend sind, um die Aufnahmen so zu gestalten, dass sie den eigenen Wünschen entsprechen. Dies kann an der dunkleren Winterzeit liegen, an den Lichtverhältnissen zu bestimmten Tageszeiten oder aber Sie möchten gut ausgeleuchtete Aufnahmen in Innenräumen machen. Selbst bei Sonnenschein und damit scheinbar optimalen Bedingungen ist es häufig sinnvoll, mit Kamera- und Videoleuchten zu arbeiten: Ein Beispiel wären etwa Porträtaufnahmen, bei denen die eine Gesichtshälfte durch die Sonne aufgehellt wird, während die andere Seite im Schatten liegt.

Im Prinzip lässt sich die zuvor genannte Sonnenlicht-Situation auch mit einem sogenannten Foto-Reflektor lösen, sofern eine dritte Person dabei ist, die diesen so ausrichtet, dass das Sonnenlicht auf die dunklere Gesichtshälfte reflektiert wird und mit zur Aufhellung beiträgt. Weitere Einflussmöglichkeiten ergeben sich dabei durch die unterschiedlichen Farben der Reflektoren selbst, um die Lichtfarbe gezielt beeinflussen zu können.

Ganz ähnlich können sie auch mit Kameraleuchten und Videoleuchten an strahlend schönen Tagen arbeiten, um Schattenbereiche innerhalb des Bildausschnitts aufzuhellen – die gesamte Beleuchtungssituation wird bei richtiger Verwendung deutlich verbessert.

Kamera- und Videoleuchten als optimales Zubehör

Erfahrene Fotografen und Videofilmer werden immer wieder mit Situationen wie der oben beschriebenen konfrontiert, bei denen Kamera- und Videoleuchten im Grunde unentbehrlich sind.

Hersteller und Anbieter haben sich längst auf dieses Marktsegment eingestellt und offerieren entsprechendes Zubehör in vielen verschiedenen Varianten, um den Bedürfnissen der Zielgruppe gerecht zu werden – ob im Hobbybereich oder für professionelle Einsätze.

Vielleicht an dieser Stelle noch eine abgrenzende Anmerkung: Bei dem genannten Zubehör handelt es sich im Gegensatz zum Blitzlicht um ein Dauerlicht, mit dem vollends anders gearbeitet werden kann. Beide Lichtquellen haben jeweils ihre Vor- und Nachteile, allerdings sind Blitzgeräte ganz schlicht nur für Fotoaufnahmen und keinesfalls für Videoaufnahmen geeignet, da im letzteren Fall eben eine Dauerbeleuchtung notwendig ist, es sei denn, man möchte ein Unwetter simulieren.

Auf was ist beim Kauf zu achten?

Zunächst einmal können Sie am besten selbst beurteilen, für welche Zwecke Sie eine künstliche Beleuchtung benötigen, nachfolgend einige Beispiele:

Ein Ziel kann es sein, im Makrobereich Bildausschnitte sehr partiell zu beleuchten; für diesen Fall eignen sich vor allem Makroleuchten, die durch flexible Beleuchtungsarme exakt ausgerichtet werden können, um die Beleuchtungssituation zu optimieren – unabhängig davon, ob es sich um Naturaufnahmen oder eine detaillierte Abbildung von Produkten handelt.

Geht es um die Ausleuchtung größerer Bereiche, sind andere Videoleuchten und Kameraleuchten gefragt, da die Lichtquelle deutlich weiter vom Motiv entfernt ist. Bei diesem Anwendungsbereich muss man genau darauf achten, ob die Leuchtkraft ausreichend ist, um zu vermeiden, dass es zu den Bildrändern hin deutlich dunkler wird. Gesteuert werden kann die Ausleuchtungsqualität, indem die Entfernung bei Bedarf verkleinert oder vergrößert wird. Oft hilft es in diesem Zusammenhang auch, das verwendete Objektiv etwa an einer DSLR-Kamera zu wechseln, oder alternativ eine veränderte Einstellung des Digital-Zooms bei einem Camcorder vorzunehmen. Generell sollten Sie auch darauf achten, ob die Lichtquelle dimmbar ist, damit die Lichtverhältnisse zusätzlich optimiert werden können.

Bei der neueren Generation der Video- und Kameraleuchten werden LEDs in verschiedenen Ausführungen als Lichtquelle verwendet. Der klare Vorteil liegt im geringen Stromverbrauch, sodass die Akkus bei Verwendung deutlich länger durchhalten; andere Leuchtmittel benötigen aufgrund des Verbrauchs sogar eine externe Stromzufuhr. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass sich mit diesen Foto- und Videoleuchten keine größeren Szenerien komplett ausleuchten lassen, es sei denn, man verfügt über mehrere Leuchten und positioniert diese an unterschiedlichen Stellen, was mit entsprechenden Mehrkosten verbunden ist.

Für eine wirklich bequeme Handhabung ist es wichtig, dass die Video- und Kameraleuchte auf der von Ihnen verwendeten Kamera oder am Camcorder angebracht werden kann – entweder via Blitzschuh, von Haus aus zumeist nur bei Spiegelreflexkameras vorhanden, oder mittels einer Blitzschiene, die sich für viele Geräte eignet, die nicht über den Blitzschuh verfügen.

Die Leuchtkraft von Kamera- und Videoleuchten

Je nach Einsatzbereich liegt es auf der Hand, dass Sie bestimmte Kompromisse eingehen müssen, gerade was die Stärke von LED-Leuchten betrifft, wie bereits an anderer Stelle erwähnt. Welche Anhaltspunkte gibt es also in diesem Zusammenhang für eine Kaufentscheidung? Einerseits spielt die Anzahl der verwendeten LEDs eine Rolle, andererseits lässt sich die Leuchtintensität in weiteren Zahlen bemessen:

Die Einheit Lux (lateinisch: Licht) beschreibt die Beleuchtungsstärke (Helligkeit in Lumen), die auf der gewünschten Fläche auftrifft und bezieht sich dabei auf die Fläche von einem Quadratmeter.

Um es etwas plastischer auszudrücken, nachfolgend eine kleine Liste mit Beispielen:

  • Sonnenlicht am Mittag: etwa 100.000 Lux
  • Sommerlicht bei bedeckten Himmel: etwa 20.000 Lux
  • Schattige Stellen im Sommer: etwa 10.000 Lux
  • Gute Bürobeleuchtung: etwa 500 Lux
  • Nächtlicher Sternenhimmel: deutlich weniger als 1 Lux

Eine weitere Leistungs-Kennziffer wird in Watt angegeben. In diesem Zusammenhang sollte man wissen, dass LEDs im Vergleich etwa zu Halogenlampen deutlich effektiver sind: So entspricht eine LED mit etwa 3 Watt bereits einer Halogenlampe mit ungefähr 20 Watt, um Ihnen nur einen Vergleich zu nennen.

Anhand dieser Zahlen können Sie die verschiedenen Kamera- und Videoleuchten schon einmal besser einschätzen und beurteilen. Die genauen Informationen finden Sie in den Produktbeschreibungen der Anbieter. Bedacht werden muss dabei, dass die Beleuchtungsintensität bei zunehmender Entfernung im Quadrat abnimmt: Oft, aber nicht immer, werden die Zahlen in Verbindung mit der Entfernung zwischen Lichtquelle und Motiv angegeben, was entsprechend aufschlussreich in Bezug auf die Reichweite ist.

Wie steht es mit der Lichtfarbe und der Lichtqualität?

Ein weiterer wichtiger Aspekt und ebenfalls entscheidend für die Qualität der Aufnahmen ist die sogenannte Lichtfarbe, die in Kelvin angegeben wird. Nachfolgend eine Vergleichstabelle, die Aufschluss über die Lichtfarbe gibt:

  • um 2.500 Kelvin: Extra warm weißes Licht, wird als behaglich und gemütlich empfunden
  • ab 3.300 Kelvin: neutral weißes Licht, das eher neutral und weniger emotional wirkt
  • ab etwa 4.000 Kelvin entsteht ein kühl weißes Licht
  • um etwa 5.500 Kelvin entsprechen dem normalen Tageslicht

Das subjektive Empfinden kann sich hier von Mensch zu Mensch natürlich anders gestalten, die Angaben können jedoch relativ neutral interpretiert werden. Die meisten Produkte liegen im Bereich des Tageslichts um 5.500 Kelvin. Mithilfe verschiedener Fotofilter oder Filterfolien lässt sich die Lichtfarbe an die persönlichen Bedürfnisse anpassen, bei manchen Angeboten sind bereits Filter enthalten. Im Zusammenhang mit der Verwendung von Filtern sollte jedoch bedacht werden, dass außer Kamera- und Videoleuchten noch andere Lichtquellen Einfluss auf das Ergebnis nehmen können.

Unterwegs mit dem Stativ und dem Belichtungsmesser

Grundsätzlich sind Kameraleuchten und Videoleuchten für die Verwendung am Aufnahmegerät selbst gedacht, um das Motiv direkt auszuleuchten. Mehr Variationsmöglichkeiten ergeben sich unter Verwendung von Stativen: Sie können dadurch seitliche Lichteffekte erzeugen oder die Leuchte so positionieren, dass das Licht von oben oder unten auf das Motiv gerichtet wird. Ein weiterer Anwendungsbereich präsentiert sich etwa, wenn mehrere Lichtquellen notwendig sind, um eine größere Szene auszuleuchten – ohne Stative kaum möglich.

Geht es um eine ausgewogene Bildkomposition oder im anderen Extremfall um besondere Effekte und die notwendige Zeit ist vorhanden, so kann ein externer Belichtungsmesser sehr hilfreich sein: Mit diesem lassen sich einzelne Bildteile punktuell messen und mit anderen Bildteilen vergleichen, wodurch man den Kontrastumfang deutlich besser regulieren kann. Ist die Möglichkeit nicht gegeben, weil das Motiv etwa im Bewegung ist und sich die Lichtverhältnisse im Hintergrund permanent verändern, müssen die in Kamera oder Camcorder zur Verfügung gestellten Belichtungsmethoden ausgeschöpft werden.

Video- und Kameraleuchten im Vergleich zu Blitzlicht

Ein Vorteil bei Video- und Kameraleuchten auf LED-Basis liegt in der geringen Wärmeentwicklung, wenn etwa Personen im Innenbereich porträtiert werden. Manche Menschen empfinden das Blitzlicht als störend oder zumindest ungewohnt. Blitzlicht ist zwar nur für das Fotografieren geeignet, kann aber hier seine Stärken mit einer hohen Lichtintensität ausspielen: Es werden zumeist kürzere Belichtungszeiten erzielt und damit die Gefahr von Verwacklungs- oder Bewegungsunschärfe nahezu ausgeschlossen. Letztlich hängt die Wahl allerdings auch von den persönlichen Erfahrungen ab – denn die Meinungen gehen bei dem Thema durchaus in unterschiedliche Richtungen.

Ein Fazit

Kameraleuchten und Videoleuchten sind generell sehr gute Hilfsmittel, um die Beleuchtung von Aufnahmen deutlich zu verbessern. Insbesondere im Bereich der LED-Technik sind permanent Fortschritte zu erkennen, die den Einsatz immer attraktiver werden lassen. Vor dem Kauf gilt es genau zu überlegen, für welchen Einsatzbereich das Zubehör bestimmt ist, um möglichst optimale Ergebnisse zu erzielen.

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