Mit Hilfe der Fahrzeugidentnummer einen Auto-Bremssattel finden

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Einen neuen Bremssattel für Ihr Auto finden – die Fahrzeugidentnummer hilft bei der Ersatzteilsuche

Die Deutschen sind in der Regel – Ausnahmen bestätigen sprichwörtlich jene berühmte Regel – ein Land von Autofans und sogar Autonarren. Oft genug entscheiden PS und schiere Leistung über den Kauf eines neuen Autos. Andererseits verlangen gerade viele „Pferde" unter der grollenden Motorhaube nach gewissen Sicherheitsaspekten, womit vor allem die Bremsen gemeint sind.

Die Bremsen eines modernen Automobils bestehen aus den Bremsscheiben sowie den Bremsbelägen, außerdem den Bremssätteln. Letztgenannte werden auch gern als Bremszangen bezeichnet und garantieren letzten Endes die eigentliche Verzögerung – wenn auch mehr indirekt als direkt.

Warum jener Bremssattel für Ihr Fahrzeug so wichtig ist und vor allem, wie Sie einen neuen passenden Bremssattel finden, soll Ihnen dieser kleine Ratgeber erklären.

Kurz erklärt: Was ist ein Bremssattel überhaupt?

Zuerst einmal dürfte es natürlich interessant sein, was der Bremssattel überhaupt ist. Die Erklärung ist im Grunde recht einfach. Ausgegangen von der in Autos typischen Scheibenbremse ist der Bremssattel oder die Bremszange quasi die Verbindung zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag.

Tatsächlich würde ohne den Bremssattel die gesamte Bremsanlage Ihres Autos schlichtweg nicht funktionieren, denn erst durch den „Sattel" erfüllen die anderen Bauteile ihren gewünschten Zweck. Der Bremssattel drückt nämlich die Bremsbeläge auf oder besser beidseitig gegen die Bremsscheibe, womit schließlich der Bremsvorgang eingeleitet wird. Anders ausgedrückt: die Bremszange – das Wort dürfte in dem Fall mehr erklären können – spannt die Bremsbeläge zu. Durch die zwischen den Belägen befindliche Bremsscheibe wird das Fahrzeug wunschgemäß abgebremst.

Die eigentliche Betätigung des Bremssattels und somit der Bremsen geschieht entweder hydraulisch oder aber mechanisch. Bei der hydraulischen Alternative wird die nötige Kraft über ein oder zwei Kolben ausgeführt, bei der mechanischen wiederum über Hebel. Obendrein unterscheidet die Branche in drei verschiedene Arten von Bremssätteln, nämlich Festsattel, Schwimmsattel und schließlich Pendel- oder Kippsattel – dies allerdings nur als kleine Randnotiz.

Verschleiß: wie Sie einen defekten Bremssattel erkennen

Typisch für ein Auto unterliegt der Bremssattel einem gewissen Verschleiß, zumal gerade die Bremszangen wenig überraschend permanent in Gebrauch sind. Ewig halten die Bremssättel daher nicht, was allerdings auch der Laie an einigen untrüglichen Zeichen erkennen kann. In der Regel kommt es zu einem festsitzenden Bremssattel, bei welchen sich die Bremszange nicht mehr richtig löst und somit öffnet.

Solch ein festsitzender Bremssattel zeigt sich an verschiedenen Symptomen, die allesamt schnell und ebenso einfach nachzuprüfen sind. Ein Indiz für einen festen Bremssattel ist beispielsweise ein deutlicher Widerstand, wenn Sie das Rad Ihres aufgebockten Autos frei drehen. Gleiches gilt für ein Schleifen, welches beim Drehen des Rades zu hören ist. Bei zweitgenannten Anzeichen gilt aber durchaus Obacht: Bei den hinteren Rädern kann auch die Trommel der Handbremse ein Schleifen auslösen, was aber nichts mit einer festen Bremszange zu tun hat.

Ein weiteres, ungleich bequemeres Indiz für eine festsitzende Bremszange ist eine relativ stark erhitzte Felge. Tatsächlich sorgen feste Bremsen gerade auf längeren Fahrten und/oder hohen Geschwindigkeiten zu mehr oder weniger hohen Erhitzungen der Räder, was deutlich an den Felgen zu fühlen ist. Gilt diese Erhitzung insbesondere allein für ein Rad, dürfte der Grund im Bremssattel zu finden sein. Auch beim Fahren gibt es einige Anhaltspunkte, die auf eine festsitzende Bremse schließen lassen. Hierzu zählt insbesondere ein unruhiges Fahrverhalten, das sich beispielsweise durch ein „Schlagen" des Lenkrads bemerkbar macht. Ebenfalls auf eine feste Bremszange deutet ein rechtes oder linkes Ziehen des Autos beim Bremsen hin.

Spätestens beim Austausch des Bremssattels werden sich die Anzeichen wohl bestätigen. Lässt sich der Bremskolben nur schwer und mit mehr als normal nötigen Aufwand in seine Ausgangsposition zurückschieben, sitzt der Bremssattel definitiv fest und gehört ausgetauscht.

Ursachenforschung: was einen defekten Bremssattel verschuldet

Die Ursachen für einen defekten Bremssattel sind ebenfalls recht schnell gefunden. Meist ist es schlicht Wasser, welches durch die Dichtungsmanschetten in die Kolben dringt und somit dessen Funktion beeinträchtigt. Hier liegt der Fehler meist in einer nicht mehr hundertprozentigen Dichtung, was oft genug beim Wechsel der Bremsklötze von Menschenhand verschuldet wird. Ein kleiner Riss – und schon ist die Dichtung nicht mehr dicht. Andererseits kann die Gummidichtung mit der Zeit porös werden, wo neben dem typischen Verschleiß auch hohe Temperaturen oder harte Winter mit viel Streusalz Schuld sein können.

Sowie jedenfalls Wasser die Dichtung überwindet und in den Kolben gelangt, beginnt dieser zu korrodieren. Diese Korrosion wird mit der Zeit natürlich immer schlimmer, bis der Bremskolben irgendwann nicht mehr einwandfrei arbeiten kann und zu einer festsitzenden Bremszange führt. Danach treten die genannten Anzeichen eines festen Bremssattels auf.

Im Fazit können Sie also kaum etwas gegen den Verschleiß – zumal ausgelöst durch Menschenhand – tun. Gerade beim Wechsel der Bremsklötze wird der Rost quasi verteilt, was jedoch kaum absichtlich ist, sondern einfach in der Natur der Sache liegt. Der Bremskolben muss beim Austausch der Klötze leider ebenfalls bewegt werden, was wegen der diversen Dichtungen jedoch alles andere als einfach ist. Ob Sie sich daher selbst an die Reparatur wagen, sollte gründlich überlegt werden. Tatsächlich ist es für die meisten Leser wohl besser, sich hier professionellen Rat zu suchen.

Fahrzeugidentnummer: Den richtigen Bremssattel finden

Vor einem Wechsel der Bremszange müssen Sie jedoch erst mal die nötigen Ersatzteile auftreiben. Dies ist gar nicht mal so schwierig und selbst dem sprichwörtlich blutigen Laien ohne Probleme möglich. Die beste Hilfe bei der Suche nach einem passenden Bremssattel ist die Fahrzeugidentnummer – früher auch Fahrgestellnummer – Ihres Autos. Diese Nummer finden Sie zum einen in Ihrem Fahrzeugschein, zum anderen direkt an Ihrem Fahrzeug. In der Regel ist die generell 17-stellige Nummer aus einer Kombination von Buchstaben und Ziffern irgendwo im Motorraum eingestanzt, außerdem an weiteren Stellen des Wagens.

Die ersten drei Stellen dieser Nummer verraten beispielsweise den Hersteller Ihres Fahrzeugs. WDB steht beispielsweise für ein Modell der Daimler AG, WF0 für einen Ford aus europäischer beziehungsweise deutscher Produktion, WVW wiederum für einen Volkswagen. Die vierte bis neunte Stelle der Fahrzeugidentnummer verrät die Baureihe; die restlichen Nummern den Modelljahrescode oder das entsprechende Werk, in dem Ihr Auto gebaut wurde.

Anhand jener Fahrzeugidentnummer sind Sie jedenfalls selbst als Laie in der Lage, den richtigen Bremssattel zu kaufen. Geben Sie diese Nummer in einer Suchmaske ein, wird Ihnen prompt die entsprechend passende Bremszange genannt. Eine Verwechselung ist somit zu hundert Prozent ausgeschlossen, falsch machen können Sie eigentlich nichts - außer einen Zahlendreher und somit eine falsche Nummer einzugeben.

Marke oder No-Name: Der Bremssattel macht den Unterschied

Interessant ist schließlich die Frage, ob Sie ein Produkt eines großen bekannten Herstellers oder lieber ein No-Name-Fabrikat erwerben. Die erste Alternative setzen die meisten gleich mit guter, wenn nicht sogar einer hohen Qualität; die Zweite wiederum mit einem Einkauf zum günstigeren Preis. Sicherlich ist beides nicht ganz falsch. Ob ein Markenprodukt aber tatsächlich einen mitunter deutlich höheren Preis rechtfertigt, ist oftmals fraglich.

Ist der Bremssattel in Deutschland oder der EU hergestellt und nicht ausgerechnet aus Asien – Stichwort China – importiert, spricht eigentlich nichts gegen die Sparvariante. Andererseits sind Sie mit der Bremszange eines großen Herstellers mit bekannten Namen auf der sicheren Seite, was Qualität und somit Verarbeitung und Lebensdauer des Ersatzteils angeht. Letzten Endes liegt es wohl allein im Auge des Betrachters, welcher Weg der beste ist.

Ob ein paar Euro wirklich den Ausschlag geben sollten, ist ebenso fraglich. Bevor Sie bei dem Bremssattel eines unbekannten Anbieters Zweifel hegen – zumal, wenn dieser im Ausland sitzt –, entscheiden Sie sich besser für Markenware und geben ein paar Euro mehr aus. Die Entscheidung liegt jedoch allein bei Ihnen.

Selfmade: Den Bremssattel selbst reparieren

Wer handwerklich begabt oder sogar vom „Fach" ist, kann den Bremssattel sogar in Eigenregie auswechseln. Einiges an Begabung und ebenso Erfahrung sollten Sie hierzu jedoch vorweisen können, ansonsten wäre fachliche Hilfe die bessere Alternative. Etwas ehrliche Eigenkritik schadet daher nicht, zumal Hilfe bei einem solch sensiblen Bauteil wie eben der Bremse kaum eine Schande ist.

Haben Sie Geschick und Wissen, steht der Reparatur in bester Selfmade-Manier nichts im Wege. Eine Anleitung möchte Ihnen dieser Ratgeber zum Thema Bremssattel jedoch verweigern. Wie gesagt, die Bremsen sind ein sehr sensibles Thema, die im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden. Hobbybastler mit Freude an Experimenten suchen sich daher lieber ein anderes Metier, weswegen es an dieser Stelle schlichtweg keine Reparaturanleitung gibt.

Wer hingegen das nötige Wissen sein Eigen nennen kann, wird zudem kaum eine Anleitung zum Austausch des Bremssattels benötigen. Bedenken Sie jedoch, dass Sie Bremszangen immer sachweise austauschen sollten. Ergo: Ist nur der Bremssattel auf der rechten Seite defekt, wechseln Sie diesen ebenso aus wie sein Pendant auf der linken Seite. Außerdem ist es sinnvoll, neben den Bremszangen auch die Bremskolben zu erneuern, selbst wenn diese noch gut in Schuss sind. Trotzdem gilt hier weniger die Spardevise. Auf der Straße zählen zuletzt nicht zwanzig eingesparte Euro, sondern gute Bremsen, die unter Umständen Leben retten.

Sparen Sie daher nicht am falschen Ende. Investieren Sie eher etwas mehr, zumal es in erster Linie um Ihre Sicherheit und wohl auch die Ihrer Familie und Kinder geht. Reparieren Sie den Bremssattel nur, wenn Sie wirklich über das nötige Wissen und Know-how verfügen. Damit soll dieser kleine Ratgeber zu seinem Ende finden. Alles Wichtige zum Thema Bremssattel oder Bremszange ist wohl gesagt.

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