Mit Bauzäunen Ihre Baustelle optimal begrenzen

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Mit Bauzäunen Ihre Baustelle optimal begrenzen

Was man bei dem Aufstellen von Bauzäunen wissen und beachten muss

Ein Bauzaun ist eine Umgrenzung, eine Absicherung oder eine Absperrung eines beliebigen Ortes, die nur für eine relativ begrenzte Zeit stehen bleibt. Dient der Bauzaun zur Absicherung einer Baustelle, dann gehört er zur Einrichtung der Baustelle dazu. Heutzutage werden zur Absicherung der Baustelle, ob für das Einfamilienhaus, das Gartenhaus, den Gartenteich oder größere Baustellen, standardisierte Drahtgitterelemente, ein so genannter offener Bauzaun verwendet. Diese haben Sockelfüße aus Beton oder Kunststoff und sind in der Regel 3,50 Meter lang und 2 Meter hoch. Von diesen Drahtgitterelementen sind allerdings auch andere Höhen und Längen erhältlich. Weil diese modularen und flexiblen Elemente so leicht verwendet werden können, sind sie bei fast allen temporären Maßnahmen zur Absperrung und Sicherung zu finden und wurden so quasi zum Klassiker unter den Bauzäunen. Soll der Drahtgitterzaun für Blicke undurchsichtig sein, dann lässt sich dieser ganz einfach mit einem entsprechenden Sichtschutz verkleiden.

Allerdings gibt es daneben auch noch andere Arten an Bauzäunen. Meistens werden diese als Bauzaun aus Holz oder ganzen Holzwerkstoffplatten gefertigt, besonders dann, wenn es spezielle Anforderungen an den Staubschutz, an den Sichtschutz und an den Unfallschutz gibt. Für das Aufstellen eines Bauzaunes muss eine entsprechende Genehmigung der Behörde vorliegen. Die Vorschriften zur Unfallverhütung regeln darüber hinaus alle Anforderungen, die an die Aufstellung und Ausführung eines Bauzaunes gerichtet werden.

Was muss vor dem Aufstellen eines Bauzaunes beachtet werden?

Vor dem Errichten eines Bauzaunes, welcher die Baustelle absichern soll, muss eine Erlaubnis dafür vorliegen. Diese wird in der Regel mit dem Bauantrag gemeinsam beantragt. Dabei muss allerdings beachtet werden: Wird nach dem Genehmigen des Bauantrages nicht sofort gebaut, sondern erst ein paar Jahre später, dann ist die gesamte Genehmigung für den Bau ebenfalls wie die Genehmigung zur Errichtung eines Bauzaunes möglicherweise neu zu beantragen. Denn diese gilt in der Regel höchstens für vier Jahre.
Der Bauzaun umgrenzt das Gelände, auf dem gebaut wird, damit dort niemand Zutritt hat, der dazu nicht befugt ist. Damit die Umgrenzung ordentlich ausgeführt werden kann und innerhalb des Bauplatzes genügend Platz zur Bewegung vorhanden ist, dürfen die Betonfüße des Bauzaunes etwa 30 bis 40 Zentimeter in den öffentlichen Verkehrsraum hineinragen. Das stellt noch keine Verletzung der Pflicht zur Verkehrssicherung dar und deswegen besteht auch kein Anspruch auf Schadensersatz, wenn jemand über einen solchen Betonfuß stolpert oder stürzt. Das Amtsgericht in Daun entschied: Hier hatte eine Baufirma mit einem Bauzaun eine Baustelle abgesichert. Dieser Bauzaun stand auf stabilen Betonfüßen, die etwa 70 Zentimeter lang, 15 Zentimeter hoch und 23 Zentimeter breit waren. Weil eine Frau über diese etwa 35 Zentimeter hervorragenden Füße stolperte und sich dabei verletzte, wollte sie die Baufirma auf Schadensersatz verklagen. Doch das Amtsgericht wies die Klage ab. Denn es konnte keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht feststellen. Weil ein Bauzaun auf Betonfüßen steht, die seitlich herausragen, damit er einen ausreichenden Stand hat und die Standsicherheit somit gewährleistet ist, sind diese Anforderungen allgemein üblich. Die Betonfüße sind zudem gut sicht- und erkennbar. Somit stelle ein Sturz über diese ein allgemeines Lebensrisiko dar.

Antrag zur Errichtung eines Bauzaunes

Vor dem Aufstellen eines Bauzaunes muss, ebenso wie vor dem Aufstellen eines Gerüstes, ein Antrag gestellt werden, besonders dann, wenn sich das Gerüst oder der Bauzaun auf einer öffentlichen Verkehrsfläche befindet, oder diese öffentliche Verkehrsfläche zur Einrichtung der Baustelle benötigt wird. Gerade, wenn größere Abbrucharbeiten geplant sind oder ein altes Haus modernisiert und umgebaut oder ein neues Haus errichtet werden soll, dann wird für die Abwicklung der komplexen Arbeitsabläufe ein Platz benötigt, an dem in Ruhe und ungestört gearbeitet werden kann. Durch die Errichtung eines Bauzaunes wird nicht nur der Platz für die großen Arbeitsgeräte wie Bagger, Kran und andere große Geräte geschaffen, sondern der Bauzaun sichert auch den Raum, so dass mit diesen Maschinen ungestört gearbeitet werden kann.
Der Bauzaun bietet den vorübergehenden Passanten einen sicheren Schutz vor Beeinträchtigungen und Gefahren. Bei vielen Gemeinden sind die entsprechenden Anträge für die Errichtung eines Bauzaunes bereits online herunterladbar. Diese Formulare müssen entsprechend ausgefüllt werden, und neben den Angaben zu dem geplanten Zeitraum und dem Standort des Bauzaunes auch den Zweck und die Gesamtgröße der eingezäunten Fläche enthalten. Der Antrag kann nach dem Ausfüllen entweder persönlich im Amt abgegeben werden, oder er wird per Post geschickt oder gefaxt. Wichtig dabei ist, dass die notwendigen Unterlagen angefügt sind.
Der Antrag für die Errichtung eines Bauzaunes sollte rechtzeitig vorher, mindestens aber zwei Wochen vor Beginn der Errichtung, bei der zuständigen Verwaltung der Gemeinde gestellt werden. Wenn der Bau länger dauern sollte, als ursprünglich vorgesehen war, dann ist rechtzeitig daran zu denken, dass die Genehmigung verlängert werden muss. Eingereicht wird dabei der Antrag mit der Unterschrift des Bauherren oder der Bauherrin, die Kopie der ersten Seite der bereits erteilten Baugenehmigung und eine Erklärung zur Haftungsfreistellung des Bauherren oder der Bauherrin. Des weiteren ist ein Lageplan einzureichen, in dem die geplante umzäunte Fläche korrekt gekennzeichnet ist. Wenn ein so genannter Berliner Verbau errichtet werden sollte, dann ist in der Regel auch die Genehmigung des Bauverwaltungsamtes erforderlich. Ein Berliner Verbau dient der Sicherung einer Baugrube. Mit technischen Maßnahmen soll dabei verhindert werden, dass das Erdreich nachrutscht oder in die Baugrube wegbricht.

Bauleistungsversicherung gilt auch für den Bauzaun

Wer ein eigenes Haus baut oder einen Gartenteich anlegt, der muss wissen, dass diese Erstellung von Hoch- und Tiefbauten genauso wie die Erstellung von Ingenieurbauten viele Risiken mit sich tragen kann. Diese können sowohl dem Bauherrn, als auch den Unternehmen, welche die einzelnen Bauleistungen ausführen, entsprechende Belastungen abverlangen. Wird eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen, dann ist damit ein wesentlicher Teil der möglichen Risiken abgedeckt. In dieser Bauleistungsversicherung ist die Errichtung eines Bauzaunes als ein Teil der Baustelle mit eingeschlossen. Ein Bauvorhaben wäre in der Planung und in der Durchführung ohne eine solche Versicherung nicht machbar. Diese sichert neben den Bauleistungen auch die Baustoffe und die einzelnen Bauteile in der Entstehungsphase des Gebäudes ab. Das gilt sowohl für den Roh- und Ausbau, als auch für An- und Umbauten und für Modernisierungen oder Sanierungen eines Gebäudes.

Sicherungspflicht beim Bauzaun für den Bauunternehmer

Weil ein Bauzaun dazu dienen soll, das Gelände, auf dem gebaut wird, auch ordnungsgemäß abzusichern, haftet ein Bauunternehmer auch dann, wenn der Bauzaun umstürzt. Dann bestehe allein durch das Umfallen der Anscheinsbeweis, dass der Bauzaun nur ungenügend gesichert war, entschied das Gericht in München im vergangenen Jahr. Denn ein ordnungsgemäß aufgestellter und gesicherter Bauzaun muss allen Witterungseinflüssen, also auch plötzlich auftretenden Windböen, standhalten. Deswegen bekam ein Autofahrer Schadensersatz, weil der Bauzaun, an dem er vorbeifuhr, plötzlich auf die Straße stürzte und seinen PKW dabei beschädigte. Doch die Baufirma weigerte sich zunächst, den entstandenen Schaden zu zahlen, weil sie ihre Pflicht zur Sicherung an eine andere Firma übertragen hatte. Doch die Richterin sah das anders. Die Baufirma habe trotz der Übertragung der Sicherung ihre eigene Pflicht zur Verkehrssicherung verletzt und müsse diese ständig kontrollieren und überwachen.

Maßnahmen zur Sicherung eines Bauzaunes

Nicht nur gegen das Umfallen bei starken und plötzlichen Böen ist der Bauzaun ordnungsgemäß zu sichern, damit niemand zu Schaden kommen kann. Wenn der Bauzaun an Stellen steht, die nachts schlecht beleuchtet sind, dann ist es oftmals sinnvoll, diesen mit Hilfe von Blitzleuchten oder anderen Baustellenleuchten zu kennzeichnen. Denn während ein Bauzaun tagsüber noch gut gesehen werden kann, ist es bei Nacht schwieriger, besonders dann, wenn keine Straßenlaternen für eine angemessene helle Beleuchtung sorgen. Auch wenn es zum allgemeinen Lebensrisiko gehört, wenn jemand über einen Bauzaun stolpert, dann ist es zumindest freundlicher, wenn dieser nachts beleuchtet wird und somit gewährleistet ist, dass er gut sichtbar ist. Die einzelnen Elemente des Bauzaunes sollten fest und sicher miteinander verbunden sein, damit gerade des Nachts, wenn kein Mensch auf der Baustelle arbeitet, niemand unbefugt das Gelände betreten kann. Auch wenn es immer wieder vorkommt, dass die Elemente des Bauzaunes aus ihrer Verankerung gerissen werden, damit mutmaßliche Diebe auf die Baustelle gelangen können - denn hier gibt es neben den gelagerten Werkzeugen und Baumaterialien auch den Sprit, der sich in den Tanks der Baumaschinen befindet und für eventuelle Diebe durchaus von Interesse ist. Auch Kabel und andere Baumaterialien sind mit einem gut gesicherten Bauzaun einfach besser geschützt. Wird die gesamte Baustelle auch nachts gut ausgeleuchtet, dann ist somit die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls von Material oder Werkzeug noch einmal geringer, als wenn alles im Dunkeln verborgen liegt. Selbst mit einem starken Schloss gesicherte Bauzäune werden von Dieben, die sich sicher fühlen, aufgebrochen.

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