Mission schöner Gartenteich: mit UV-Lampen gegen Algenbewuchs

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Sind UV-Lampen in meinem Gartenteich eine Garantie gegen Algenbewuchs?

Ein bunt bepflanzter Gartenteich mit üppigen Seerosen, einem ansehnlichen Schwarm verschiedener Kleinfische und einer dekorativen Kieselsteinfassung ist die Zier eines jeden Gartens. Ob als stehendes Gewässer oder als kleiner Bachlauf, ob als kleiner Topfteich für die Terrasse oder groß angelegter Schwimmteich hinter dem Sommerhaus – sie alle leiden leider unter einer Gemeinsamkeit: Algen. Die Größe oder Nutzung des Gewässers spielt dabei keine Rolle. Schon kurz, nachdem eine neue Teichanlage fertiggestellt ist – manchmal schon während des Baus – machen sich die ersten kleinsten Bewohner auf den Weg. Algen gehören schlichtweg dazu und zählen streng genommen zu den Wasserpflanzen. Selbst ohne weitere Bepflanzung oder Fische im Teich entstehen erste Algenfasern in kürzester Zeit. Sie können es testen, in dem Sie normales Leitungswasser in ein Glas füllen und dieses auf eine helle Fensterbank stellen. Schon nach wenigen Tagen werden sich erste grünliche Verfärbungen im vorher klaren Wasser feststellen lassen. Die meisten Algenarten sind kein Problem und sogar nützlich für den gesunden Teichhaushalt. Schwierig wird es, wenn es zu viele Algen werden. Der Nährstoffgehalt im Wasser steigt an, die Sauerstoffsättigung sinkt und der Teich wird immer trüber. Dies schadet den Wasserpflanzen und nicht zuletzt den Teichfischen. Bakterienkulturen und tierische Helfer können die Teichpflege unterstützen, doch manchmal ist es nötig, technische Hilfsmittel anzuwenden. UV-Lampen bilden da eine solide Alternative zu chemischen Mitteln, sofern sie korrekt eingesetzt werden.

Was sind Algen?

Im Idealfall sind sie mit dem Auge gar nicht zu erkennen. Doch Algen sind im Wasser allgegenwärtig. Unter dem Mikroskop lassen sich Grünalgen und Goldalgen sehr schön beobachten. Rund oder gezackt mit einem Zellkern und hauchdünnen Faserfortsätzen, die bei der Fortbewegung dienlich sein könnten, bewegen sie sich sanft zwischen den zwei dünnen Glasplatten unter der Linse hin und her. Sie muten ein wenig fremdartig, beinahe außerirdisch an, doch sind sie wohl das Natürlichste, was es auf der Erde zu entdecken gibt. Das Alter der ersten Algen ist kaum mehr zurückzurechnen und von „der" Alge ist generell nicht zu sprechen. Inzwischen wurden über 100.000 verschiedene Algenarten entdeckt, beschrieben und für die Nachwelt festgehalten. Eine ganze Reihe davon fühlt sich in den Gartenteichen der Vorstadthäuser und Kleingartenanlagen heimisch – und das ist auch gut so. Die meisten Arten und Gattungen sind geradezu lebensnotwendig für einen gesunden Teich. Die grünen Fasern sind wie alle Pflanzen reich an Chlorophyll und produzieren viel Sauerstoff.

Wann werden Algen zum Problem?

Grundsätzlich sind Algen in einem Teich sehr willkommen. Jeder gesunde Teich beherbergt unzählige kleinste Algenkulturen. Allerdings muss dabei die Balance stimmen. Bei unzureichender Pflege können sich manche Algenarten explosionsartig vermehren – dies geschieht vor allem bei sehr heißen Temperaturen. Das Wasser wird stark getrübt und kein Sonnenlicht dringt mehr unter die Oberfläche. Normalerweise entwickeln Teiche mit der richtigen Bepflanzung und einer ausgewogenen Mischung aus Seicht-, Sumpf- und Tiefwasserpflanzen ein eigenes biologisches Gleichgewicht. Eine vermehrte Algenentwicklung ist immer ein deutliches Zeichen, dass dieses Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist. Beinahe jeder Teichbesitzer hat dies schon einmal erlebt. Solange nicht festgestellt wird, welcher Algentyp verantwortlich ist, wird sich ein erster Algenbefall in der Regel immer wiederholen.

Welche Algenarten sind gefährlich?

Neben den Pelz- und Fadenalgen sind es vor allem einige Unterarten der Grünalge und die berüchtigte Blaualge, die in zu hoher Zahl Ihrem Teich schaden können. Insbesondere die Blaualge macht den Teichbesitzern sehr zu schaffen. Sie ist extrem hartnäckig und schafft es innerhalb kürzester Zeit, alles Leben im Teich zu vernichten. Die Alge ist leicht zu erkennen. Sie wird mitunter auch Schmieralge genannt, weil sie sich auf allem, was sich im und um den Teich befindet, absetzt und dort eine schmierige Spur hinterlässt. Von Blaualgen befallenes Wasser schimmert ölig und verströmt einen sehr unangenehmen, muffigen Geruch. Auch vor der wichtigen Technik, wie Pumpen, Springbrunnen oder Sauerstoffzufuhren, macht die Alge keinen Halt und setzt sich dort nachhaltig fest. Die Alge ist deshalb so gefährlich, weil sie sich extrem schnell vermehrt und beim Absterben giftige Gase freisetzt, die sowohl den anderen Wasserpflanzen als auch den Fischen ein Überleben unmöglich machen. Der Teich stirbt komplett. Nach einem Blaualgenbefall hilft meist nur noch die vollständige Totalreinigung des Teiches. Bevor Sie jedoch neues Wasser in den gesäuberten Teich füllen, sollten Sie unbedingt der Ursache des Befalls auf den Grund gehen. Außerdem sollten Sie von Anfang an dafür sorgen, dass der Teich ein stabiles Gleichgewicht entwickeln kann.

Wie helfen UV-Strahlen gegen Algenbefall?

Die Methode, Algen mittels UV-Strahlung zu beseitigen, stammt eigentlich aus der Reinigung von Kläranlagen und hat sich dabei durchaus bewährt. Daher leitet sich auch die Bezeichnung UV-Klärer ab, unter der das entsprechende Gerät erhältlich ist. Für den Gartenbereich wurde diese Technik adaptiert und entsprechend aufbereitet. Beim Kauf sollten Sie besser zweimal auf die Verpackung schauen, wenn Sie sich nach dem richtigen Gerät umschauen. Fälschlicherweise bietet der Markt auch den sogenannten „UV-Teichfilter" an. Dieser hat jedoch eine ganz andere Aufgabe und ist nicht mit der Funktion des UV-Klärers zu verwechseln. Die richtigen Geräte werden der Filteranlage vorgeschaltet und beschallen in regelmäßigen Abständen das Wasser mit ultraviolettem Licht. Dabei werden Algen und alle Arten von Bakterien getötet. Diese werden anschließend durch die Filteranlagen aus dem Teich entfernt.

Welche UV-Geräte eignen sich für Ihren Teich?

Die Wahl des Gerätes hängt vor allem von der Größe Ihres Teiches ab. Je größer dieser ist, desto stärker muss die Leistung des UV-Klärers sein. Dies hat zur Folge, dass auch der angeschlossene Filter die richtige Größe haben muss, damit er die abgestorbenen Algenpakete zuverlässig entfernen kann. Die Leistung der handelsüblichen UV-Strahler liegt zwischen 8 und 85 Watt, Fachleute reden dabei von Nieder- und Hochdruckstrahlern. Die Hochdrucklampen eignen sich nicht für den kleinen Zierteich von nur wenigen Quadratmetern, sondern ausschließlich für große Wasseranlagen. Eine Ausnahme bilden jedoch Becken, in denen ausschließlich große Koikarpfen gezüchtet werden. Diese können ebenfalls mit den Hochdruckstrahlern gereinigt werden.

Wann arbeitet ein UV-Strahler wirklich zuverlässig?

Der UV-Strahler erfreut sich unter den Teichbesitzern großer Beliebtheit. Die Handhabung ist bei hochwertigen Produkten einfach und die Arbeit macht sich letztlich ganz von selbst. Schon eine kurze Behandlung reicht aus, um den Teich von den lästigen Algen zu befreien. Damit das Gerät seine volle Wirkung entfalten kann, sollte die Leistung und Größe mit der Ihres Teiches abgestimmt sein. In der Regel enthalten schon die Verpackungen die entscheidenden Hinweise, welche Teichgröße für das jeweilige Gerät infrage kommt. Im Zweifel sollten Sie sich vom Fachmann beraten lassen. UV-Klärer müssen zudem alle paar Jahre gründlich gereinigt werden. Mit der Zeit setzen sich dicke Ablagerungen an dem Gerät fest und vor allem die Glasröhre der UV-Lampe muss davon befreit werden, damit sie richtig wirken kann. Bei sorgsamer Wartung und der Koppelung mit dem passenden Filtersystem beträgt die Lebensdauer des UV-Klärers etwa 9.000 Betriebsstunden. Danach sollte das Gerät gegen ein neues ausgetauscht werden.

Welche Nachteile haben UV-Lampen im Gartenteich?

Das aggressive ultraviolette Licht verfehlt seine Wirkung nicht und tötet alle Algenkulturen und Bakterienstämme, die seinen Weg kreuzen. Somit liegt der größte Nachteil der UV-Klärer in ihrer Zuverlässigkeit, da schlichtweg alle natürlichen Organismen vernichtet werden. Auch für den Teich lebensnotwendige Kleinstlebewesen können den UV-Strahlen nicht standhalten. Die Nährstoffe bauen sich nach und nach ab und das Gleichgewicht gerät durcheinander. Würde eine UV-Lampe ununterbrochen in Betrieb genommen werden, so würde sich das Teichwasser kontinuierlich in ein nahezu steriles Gewässer verwandeln, in dem keine Bakterien überleben können. Somit hätten allerdings auch Fische und Wasserpflanzen keine Lebensgrundlage mehr und würden mit der Zeit absterben. Um diesen Extremfall zu vermeiden, sollte der UV-Strahler - je nach Grad der Verschmutzung - nur wenige Stunden am Tag eingesetzt werden. Oftmals reichen bereits 60 Minuten täglich, um der Algenplage Herr zu werden. Sobald eine Klärung des Wassers zu beobachten ist, sollte das Gerät wieder ausgeschaltet werden. UV-Strahler eignen sich nicht als vorbeugende Maßnahme, da sie zu großen Einfluss auf das biologische Gleichgewicht des Teiches nehmen, und sollten erst dann eingesetzt werden, wenn bereits ein Algenbefall zu erkennen ist. Im günstigsten Fall lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen und ergreifen von vornherein die passenden Maßnahmen.

Wie beugen Sie dem Algenbefall noch vor dem UV-Klärer sinnvoll vor?

Schon wenige Schritte können Ihnen dabei helfen, das Algenwachstum in überschaubaren Grenzen zu halten. Damit Sie gar nicht erst zu chemischen Reinigungsmitteln oder einer UV-Lampe greifen müssen, sollten Sie als Allererstes für eine ausreichende Wassertiefe sorgen. Ein gesunder Teich benötigt tiefe Zonen, die das Sonnenlicht gar nicht erst erreicht und dementsprechend kühl bleiben können. Außerdem ist es immer von Vorteil, wenn das Gewässer in verschiedene Tief- und Flachbereiche aufgeteilt ist. So kann ein besserer Austausch stattfinden. Für die Bewegung des Wassers sorgen ein Zu- und ein Ablauf des Teiches sowie eine hochwertige Filterungsanlage. Bei zu hohen Temperaturen sollten Sie dem Teich immer mal wieder eine Frischwasser-Kur gönnen. Für einen ausreichenden Sauerstoffgehalt sorgen vor allem Schwimmpflanzen und Seerosen. Generell sollte eine üppige Auswahl an Sumpf-, Wasser- und Unterwasserpflanzen im Teich vorhanden sein. Fische sollten Sie nur in einem großen Teich halten, da sonst der Nährstoffgehalt zu schnell anwächst. Eine gute Wasserqualität erkennen Sie an einem pH-Wert zwischen 7,3 bis 8,3. Diesen prüfen Sie ab und an durch eine einfache Wasseranalyse. Achten Sie auch darauf, dass im Umfeld des Teiches nicht gedüngt wird. Diese Stoffe sind oftmals Auslöser für einen deutlichen Algenbefall. Grobe Algenstrukturen, wie die der Fadenalgen, können Sie ganz einfach mit einem Stock oder mit der Hand entfernen.

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