Miniknigge: Wann Männer unbedingt ein Taschentuch benötigen

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Miniknigge: Wann Männer unbedingt ein Taschentuch benötigen

Taschentücher – klassisch aus Stoff oder moderne Papiertücher?

Ob es die fiese Erkältung im Winter oder der hartnäckige Heuschnupfen in der warmen Jahreszeit ist: Taschentücher haben immer Saison.
Aus hygienischen Gründen finden in der heutigen Zeit fast nur noch Papiertaschentücher Verwendung. Die praktischen Tücher können direkt nach der Benutzung entsorgt werden und tragen so nicht zur Verbreitung von Viren und Bakterien bei. Allerdings haben Sie diese praktischen Einmaltücher meist nur zur Hand, wenn Sie auch tatsächlich an einer laufenden Nase leiden.
Sind aus hygienischen Gründen Papiertaschentücher zur Reinigung der Nase vorzuziehen, so gilt es nach Knigge auch heute noch als guter Stil, immer ein frisches Stofftaschentuch mitzuführen. Herren tragen das Taschentuch aus Stoff sauber gefaltet in der inneren Brusttasche von Sakko oder Jacke. Nichts ist unangenehmer für die soziale Umwelt, als ein zerknittertes Taschentuch, das aus der Hosentasche gezogen wird. Auch wenn das Tuch unbenutzt und sauber ist, löst die bloße Erwartung eines verschmutzten Tuches, Ekelgefühle aus. Dies gilt natürlich in gleichem Maße ebenfalls für Papiertaschentücher. Auch hier wird immer ein frisches Tuch benutzt, das gebrauchte Einmaltaschentuch wird sofort hygienisch entsorgt.

Taschentücher für Herren

Gute Taschentücher für Herren bestehen aus reiner Baumwolle. Das weiche Naturmaterial ist sehr saugfähig und fusselt nicht. Viele Anbieter führen Taschentücher, die lediglich bei 60 °Celsius gewaschen werden können. Aus hygienischen Gründen sollten Sie auf die Anschaffung dieser Tücher verzichten. Taschentücher aus Stoff müssen kochfest sein, damit sie den heutigen Anforderungen an Hygiene und Infektionsschutz gerecht werden. Stofftaschentücher für Herren sind größer als Taschentücher für Damen. In der Regel sind die Tücher rund 40 x 40 cm groß, lediglich die begehrten Modelle der Bundeswehr überragen ein Standardtaschentuch um etwa 10 cm. Allerdings existiert keinerlei Norm für die Größe von Taschentüchern – es bleibt den einzelnen Herren überlassen, welches Format sie bevorzugen.

Taschentücher zu formellen Anlässen

Zu einem Anzug, Smoking oder Frack gehört es sich, ein Taschentuch in der inneren Reverstasche einstecken zu haben. In diesem Fall sollte das Taschentuch reinweiß sein. Edle Streifen aus Satin oder ein Ton in Ton eingesticktes Monogramm unterstreichen die individuelle Note. Das feine Tuch aus leichtem Stoff trägt ordentlich gefaltet in der Tasche nicht auf und ist jederzeit griffbereit. Idealerweise ist ein Taschentuch zu formellen Anlässen nicht nur gebügelt, sondern auch gestärkt. Die Wäschestärke gibt dem Stoff einen angenehmen Griff und verhindert das schnelle Ansetzen von Staub und Schmutz. So sieht das Tuch auch nach einigen Stunden in der Tasche noch glatt und blütenrein aus. Auch wenn das Taschentuch nicht benutzt wurde, wechseln Herren selbstverständlich jeden Tag das Tuch aus und ersetzen es durch ein frisches.

Das Einstecktuch – ein Verwandter des Taschentuchs

Auch wenn gewisse Ähnlichkeiten bestehen, das Einstecktuch ist kein Taschentuch. Das bunte Tuch in der äußeren Brusttasche des Sakkos ist ein reines Accessoire für Herren. Es dient zum Hervorheben der Individualität und wird heute abgestimmt auf den Farbton der Krawatte getragen. Wegen seiner zierenden Optik ist das Einstecktuch, das auch Kavalierstuch genannt wird, in der Regel nicht aus Baumwolle gefertigt. Die prächtigen Tücher in leuchtenden Farben entstehen klassischerweise aus reiner Seide. Der edel schimmernde Stoff mit seiner besonderen Farbbrillanz ist wie geschaffen für das exquisite Accessoire. Heute erhalten sie ebenso elegante Modelle auch aus modernen Kunstfasern.

Stofftaschentücher für den Alltag

So edel Stofftaschentücher im Alltag wirken, die Farbe Weiß ist empfindlich und wirkt trotz bester Pflege und Hygiene schnell schmuddelig und grau. Eine Alternative mit rustikalem Charme und adretter Ausstrahlung sind karierte Stofftaschentücher für Herren. Besonders interessant wirken Modelle mit feinen Mustern auf dunklem Grundmaterial. In der Regel sind die Tücher allerdings mit bunten Mustern auf weißem Grund gestaltet. Die Tücher sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und erlauben Herren, ihren ganz individuellen Stil zu pflegen. So passen manche Herren das Muster ihres Tuches immer der Farbe des Hemdes oder der Krawatte an. Andere Herren dagegen bevorzugen jeden Tag sehr ähnliche Tücher und etablieren so gekonnt das Taschentuch in bestimmter Farbe und mit bestimmtem Muster als persönliches Markenzeichen mit hohem Wiedererkennungswert.
Mit einem aufwendig gestalteten Monogramm verziert erhalten die Taschentücher eine noch individuellere Note. Dabei müssen Sie heute keine langwierige Handarbeit mehr leisten. Auch wenn die Monogrammstickerei ein schönes und anspruchsvolles Hobby ist: Wenn es schnell gehen soll und Monogramme in großer Anzahl benötigt werden, ist ein gewerblicher Anbieter die bessere Lösung. Zu äußerst günstigen Preisen versehen die Stickereien mit computergesteuerten Stickmaschinen nicht nur Taschentücher mit einer markanten Verzierung ganz nach Kundenwunsch. Auch Ihre Hemden können Sie hier mit einem Monogramm individualisieren und aufwerten lassen.

Tücher als Accessoire mit Geschichte

Das Taschentuch zum Säubern der Nase ist eine vergleichsweise junge Erfindung. Dabei sind Tücher als praktisches Accessoire schon seit der römischen Antike bekannt. Damals nutzten wohlhabende Menschen sogenannte Etikettentücher. Aus feinem Leinen aus Ägypten gefertigte Tücher wurden in der Falte der Toga versteckt getragen und als Schweißtuch genutzt. Dies stellt auch heute noch eine legitime Verwendungsform für Herren-Taschentücher dar. Die saugfähigen Stoffquadrate eignen sich hervorragend zum Abtupfen von Schweißperlen auf der Stirn, im Gesichts- oder Halsbereich. Anders als Papiertaschentücher hinterlassen die Klassiker aus Baumwolle keine weißen Rückstände.
Auch persönliche Tücher zum Abtupfen des Mundes waren bereits bekannt und beliebt und auch Servietten bereicherten damals die Tischkultur. Mit immer besseren Techniken des Webens hielten die feinen Tücher in Europa immer größeren Einzug in die Garderobe. Trotzdem dienten sie eher repräsentativen Zwecken: Im 16. Jahrhundert schnäuzte sich auch der Adel die Nase noch ganz profan mit den Fingern.
Nach einer Zeit als absolutes Luxusaccessoire der Reichen begann der Siegeszug des Taschentuches mit der Verbreitung günstiger Tücher aus industrieller Produktion und der zunehmenden Beliebtheit des Schnupftabaks. Hier leistet ein klassisches Taschentuch mit zünftigen Karos auch heute noch gute Dienste. Erst im 18. Jahrhundert wurde das hygienische Tuch langsam zu einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand in der Oberschicht. Bis es sich allgemein verbreitete, dauerte es sogar noch länger.
Im 20. Jahrhundert etablierten sich die Papiertaschentücher und verdrängten die Klassiker aus Stoff – wobei es hier starke kulturelle Unterschiede gibt. So sind Taschentücher in der in Deutschland verbreiteten Taschenverpackung andernorts häufig teuer und unüblich. Ähnlich den bei uns verbreiteten Boxen mit dünnen Kosmetiktüchern stehen in den jeweiligen Haushalten nicht selten Boxen mit festeren Taschentüchern. Unterwegs werden schlichtweg einige Tücher entnommen und in die Tasche gesteckt.

Die Etikette rund um das Taschentuch und das Niesen

War vor wenigen Jahren das freundliche „Gesundheit!” eine ganz normale und richtige Reaktion auf das Niesen eines Menschen in der Umgebung, bewerten Knigge-Experten die Situation heute anders. Ähnlich wie Husten, Magenknurren oder Flatulenz sehen sie das Niesen als einen Fauxpas. Daher sollte auf diesen „Fehler” nicht noch zusätzliche Aufmerksamkeit gelenkt werden – beide Seiten übergehen das Missgeschick diskret. Dagegen ist das Anbieten eines Taschentuchs eine erwünschte und höfliche Geste, wenn das Gegenüber offensichtlich kein eigenes Tuch griffbereit hat. Nun gilt aber auch hier: keine Regel ohne Ausnahme – in einem Umfeld, wo das Wünschen von Gesundheit erwartet wird, reagieren Sie nach der veralteten Form. Wegen der nicht geringen Irritationen überdenken Etikette-Trainer aktuell eine Rückkehr zur früheren Vorgehensweise, da sich der neue, vermeintlich elegantere Weg nur schwer durchsetzt.
Durch den Rückgang der Taschentücher aus Stoff sollten Sie immer nur Papiertaschentücher anbieten. Für das Gegenüber ist ein Stofftaschentuch eine unangenehme Lösung, schließlich sieht man ihm nicht an, ob es wirklich gut gereinigt wurde. Außerdem möchten Sie sicher kein benutztes Tuch zurücknehmen und bis zum Wäschekorb in den eigenen vier Wänden mit sich herumtragen.
Um eine Verbreitung von Viren und Bakterien in der Umgebung zu vermeiden, niesen Sie bitte nicht in die Hand. Benutzen sie ein Taschentuch zum Vorhalten, dass sie in der linken Hand halten oder niesen Sie notfalls in Ihre Armbeuge. Benutzen Sie jedes Taschentuch, egal ob aus Papier oder Stoff, nur ein einziges Mal. Müssen Sie niesen oder sich die Nase putzen, dann wenden Sie sich von Ihrem Gesprächspartner ab; am Tisch rücken sie ein Stück nach hinten. Während in vielen Teilen der Welt das öffentliche Putzen der Nase auch heute noch verpönt ist – dort ist dagegen meist das Hochziehen erlaubt und gilt als Zeichen der Körperbeherrschung – ist das Säubern der Nase in Europa erwünscht. Allerdings sollte das Schnäuzen leise und diskret erfolgen.

Damen und Taschentücher

Tücher dienten lange Zeit als Kommunikationsmittel und Damen nutzen sie bereits im Mittelalter, um die Aufmerksamkeit eines interessanten Herren zu erregen. Das scheinbar beiläufig in der Nähe eines Herren fallen gelassene Taschentuch diente auch noch im 20. Jahrhundert durchaus der Kontaktaufnahme, da der wohlerzogene Herr geradezu verpflichtet war, es aufzuheben und der Dame zu reichen. Der Siegeszug der Papiertaschentücher und das veränderte Verständnis von Hygiene veränderten die Sitten. Auch wenn die Dame verschnupft reagiert, ein zu Boden gefallenes Tuch muss sie selbst aufheben. Dafür dürfen Sie ihr gerne ein frisches Tuch anbieten und so Ihr gutes Benehmen galant zum Ausdruck bringen.

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