Mini ITX Ratgeber: Stromverbrauch

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Beim Aufbau von Mini ITX Systemen ist oft der Stromverbrauch von entscheidener Bedeutung. Auch wenn man seinen PC oft laufen lässt sollte man sich über den Stromverbrauch Gedanken machen. Wenn man seinen PC 200 Tage im Jahr je 5 Stunden am Tag benutzt summieren sich die Stromkosten sehr schnell. Bei einem Stromspar-System das durchschnittlich 100W verbraucht wären dies 20€ Stromkosten im Jahr (bei einem Strompreis von 20cent/kWh). Ein normales ATX-System mit unüberlegt gewählten Leistungsfressern kann locker 500W und mehr verbrauchen, ohne dabei leistungsmäßig überlegen zu sein und dabei 100€ Stromkosten und mehr im Jahr anhäufen... Wenn man bedenkt, dass man einen PC wohl mehrere Jahre behalten willl kann man sich leicht ausrechnen, dass sich der Kauf von stromsparenden Komponenten auch durchaus finanziell lohnt!

Ich will Ihnen deshalb ein paar Tipps geben, wie Sie beim Aufbauen Ihres Mini ITX System von Anfang an ein kleines Auge auf Stromsparen legen können...

1. Prozessor - Der Hauptverbraucher
Der Prozessor ist in vielen Systemen der Hauptverbraucher. Dementsprechend kann man an dieser Stelle auch viel sparen. Einen Richtwert für den maximalen Stromverbrauch liefert die TDP die der Hersteller angibt. Die TDP ist nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Stromverbrauch gleichzusetzen, aber dennoch kann man sagen, dass eine CPU mit einer niedrigeren TDP auch einen niedrigeren Stromverbrauch hat. Der ungefähre Stromverbrauch der aktuellen AMD CPUs (hier mal als Beispiel) liegen zwischen 35W und 140W. Von vielen Serien gibt es auch energiesparendere Modelle, die oft mit einem "e" oder "EE" (für Energy Effienct) oder SFF (Small Form Factor) bei AMD bzw. mit einem "s" bei Intel im Prozessornamen gekennzeichnet sind. Die Energiespar-Modelle kosten oft 30-40% mehr, verbrauchen allerdings auch 20-30W weniger als die entsprechenden Standardmodelle mit gleichem Takt. Das sind immerhin ca. 6€ Kostenersparnis im Jahr allein über Stromverbrauch, dazu kommt, dass die Stromspar-CPUs auch dementsprechend länger halten, da der zusätzliche Verbrauch der Standarmodelle in wesentlich mehr Abwärme resultiert und dadurch die Lebensdauer der CPU und möglicherweise auch der naheliegenden Komponenten verkürzt. Auch um die Kühlung muss man sich deshalb weniger Gedanken machen und kann, wenn es das Gehäuse zulässt sich ruhig mit den Boxed Lüftern zufrieden geben. Im Vergleich zu Black Editions (AMD) und Extreme Editions (Intel) ist die Stromersparnis natürlich wesentlich höher. Ein Trick um CPUs noch sparsamer zu machen ist "undervolting", wofür man aber ein bisschen Kenntnis von PCs haben sollte.

2. Laufwerke - Slimline statt normal, einfach Platz und Strom sparen
Während normale, große 5,25" CD/DVD Laufwerke knapp 20W verbrauchen und in einem Mini ITX Gehäuse doch sehr viel Platz einnehmen kriegt man für 25€ ein sehr kompaktes Slimline DVD Laufwerk mit passendem Adapter, wie sie auch in Laptops eingebaut werden, das lediglich 5W verbraucht. Die Ersparnis an Stromkosten beträgt immerhin 3€ pro Jahr. Wenn man noch kein 5,25" DVD Laufwerk angeschafft hat sollte man sich schon aus Platzgründen für ein Slimline Laufwerk entscheiden, der zusätzliche Platz verbessert die Luftzirkulation in kleinen Gehäusen nochmal.

3. Festplatten - 2,5" statt 3,5"
Hier gibt es ein ähnliches Bild wie bei den Laufwerken. Eine große 3,5" Festplatte verbraucht knapp 35W, eine 2,5" Festplatte mit 5400 UPM hingegen gerade mal 5W. Notebookfestplatten kosten oft bis zu 50% mehr als normale. Für wen Speicherplatz sowieso keine wichtige Rolle spielt, dem sei gesagt, dass bei geringeren Kapazitäten der Preisunterschied niedriger ist. Der Unterschied im Verbrauch sorgt in jedem Fall für eine Ersparnis von ca. 6€ im Jahr, zusammen mit einer wesentlichen Platzersparnis und niedrigerem Geräuschpegel. Komplett lautlos bei nur 1W Stromverbrauch sind hingegen SSDs, die auch durch enorme Schnelligkeit und keine Abwärme glänzen, dafür aber preislich enorm hoch liegen.

4. Netzteil -Last but not least
Durch die Stromersparnis bei den Komponenten kann hier jetzt fleißig gespart werden. Die knapp 75W die man durch Komponentenwahl gespart hat muss das Netzteil weniger liefern. Wichtig ist ein hoher Wirkungsgrad (90% oder mehr am besten). Gerade alte Netzteile haben oft nur einen Wirkungsgrad von 60-70% wodurch viel Strom unnötigerweise verbraucht wird. Wer zusätzlich noch Platz sparen will, der kann zum Beispiel zu einer picoPSU oder einem sogenannten DC-DC Board greifen. Durch einen höheren Wirkungsgrad kann man je nach Setup nochmal bis zu 50W sparen.

Fazit: Durch geschickte Wahl von Stromsparkomponenten und Vermeidung von Stromfressern kann man seine jährliche Stromrechnung durchaus ein wenig drücken. Auch wenn diese Komponenten teurer sind hat man das Geld wieder drin wenn man den PC mehrere Jahre benutzt. Wenn man bedenkt, dass die Komponenten durch die geringere Abwärme auch länger halten werden, man dadurch an der Kühlung etwas sparen kann und die Komponenten auch weniger Platz verbrauchen und dadurch das Zusammenstellen von sehr kompakten Systemen ermöglicht, dann liegen die Vorzüge eindeutig auf der Hand. Außerdem hilft es natürlich der Umwelt : )
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