Militäruhren aus aller Welt - auch in Friedenszeiten zuverlässig

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Militäruhren aus aller Welt - auch in Friedenszeiten zuverlässig

Mechanische Militäruhren wurden lange Zeit vor der Erfindung der Quarzuhren entwickelt. In Kriegszeiten waren exakte und zuverlässige Zeitmesser, die hohen Belastungen standhalten, von besonderer Bedeutung. Bei Manövern und Einsätzen ist eine synchrone Zeitabstimmung und eine zuverlässig arbeitende Armbanduhr schließlich eine unbedingte Voraussetzung. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Militäruhren vor allem von Offizieren der westlichen Mächte und Personen mit höherem Dienstgrad getragen. Die aufwendig verarbeiteten Zeitmesser und Chronometer waren sehr teuer und wertvoll, die günstiger herzustellenden Quarzuhren, die genauso zuverlässig funktionieren wie die ersten Militäruhren, waren noch nicht auf dem Markt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich die Militäruhr auch unter der Zivilbevölkerung. Einen gravierenden Unterschied zwischen den Begriffen Militär- und Fliegeruhr gibt es jedoch nicht. Hersteller fanden lediglich heraus, dass Armbanduhren unter der Bezeichnung Fliegeruhr schlichtweg besser zu vermarkten und an den Mann zu bringen waren. Mit der Uhr wurde das Image des äußerst maskulinen, coolen Piloten verkauft, das zahlreiche Herren wohl gerne auch heute noch verkörpern möchten.

Das Aussehen der Militäruhr hat sich bis heute kaum verändert

Charakteristisch für Militäruhren ist bis heute das große und übersichtliche Zifferblatt mit klar erkennbaren Zahlen. Piloten und Soldaten mussten auf einen Blick, auch in Bewegung und während eines Gefechts, sofort die genaue Uhrzeit ablesen können. Daher ist das Zifferblatt stets dunkel mit weißen oder zumindest hellen Zahlen und Zeigern versehen. Diese verfügen weltweit über einen Leuchtstoff, sodass die Uhrzeit auch in der Nacht und in der Dunkelheit abgelesen werden kann. Erst nach den 50er Jahren wurde das beleuchtete Zifferblatt erfunden. Hervorzuheben ist die H3-Beleuchtungstechnologie. Tritiumgas ist selbstleuchtend und erhellt dadurch das gesamte Zifferblatt. Man ist unabhängig von Tageslicht oder Batterien, ohne dabei Einbußen in Sachen Helligkeit in Kauf nehmen zu müssen. Die H3-Technologie hat sich bereits in Militäreinsätzen bewährt, auch Privatpersonen können heute von dieser Beleuchtung profitieren.

Das Armband war und ist meist aus stabilem Leder gearbeitet. Leder passt sich bei längerem Tragen ausgezeichnet der Körperform an und sorgt daher für hervorragenden Tragekomfort. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie fatal eine störende Armbanduhr sich bei einem wichtigen militärischen Einsatz auswirken könnte. Im Gegensatz zu Metallbändern kann die passende Armbandgröße bei Leder sehr genau eingestellt werden. Die Armbänder waren besonders lang, um die Uhr gegebenenfalls auch über der Jacke tragen zu können.

Verlässlichkeit auch unter härtesten Bedingungen

Wichtig war überdies, dass Militäruhren wasserdicht und stoßfest waren. Auch Marineoffiziere sollten sich bei stürmischer See unbedingt auf ihre Uhr verlassen können. Die Uhren sind sehr stabil und robust gearbeitet, sie müssen schwere Schläge und Stöße aushalten, ohne ihren Dienst zu verweigern. Daher wurde das Gehäuse aus widerstandsfähigem Stahl gearbeitet. Für Verzierungen und schmückende Elemente war in Kriegszeiten kein Platz und Bedarf. Dennoch kann man historischen Militäruhren einen ganz besonderen Charme nicht absprechen. Gerade das schlichte und übersichtliche Erscheinungsbild macht für viele Sammler und Uhrenliebhaber den Reiz aus. Goldverzierte Uhren gab es erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als Militäruhren bei der gesamten Bevölkerung immer beliebter wurden und der zivile Markt erobert wurde.

Militäruhren – hochwertige Chronographen mit besonderen Funktionen

Militäruhren zeigen in den meisten Fällen mehr als nur die exakte Uhrzeit an. Der Begriff des Chronographen stammt aus dem Griechischen und heißt nichts anderes als „Zeitschreiber”. Jener darf nicht mit Chronometern verwechselt werden, denn diese Uhren müssen nicht unbedingt über weitere Funktionen verfügen. Das Wort „Chronometer” sagt nur etwas über die besondere Genauigkeit der Zeitmesser aus, ist also eine Aussage über die Qualität.

Optisch zeichnet sich der Armbandchronograph durch mindestens zwei weitere „Drücker” neben der Krone aus. Letztere bezeichnet das kleine Rädchen an der rechten Seite der Uhr, mit dem man die Zeiger einstellen kann. Diese fallen bei Militäruhren sehr groß aus, damit sie auch mit Handschuhen bedient werden konnten. Des Weiteren befinden sich mehrere kleine Zifferblätter, die sogenannten Totalisatoren, auf dem Hauptzifferblatt. Eine der besonderen Funktionen von Chronographen präsentiert sich in der häufig vertretenen Stoppuhr-Funktion. Die verstrichenen Minuten und Sekunden werden zu diesem Zweck unter anderem auf den Totalisatoren dargestellt. Der obere der zusätzlichen Drücker hat dabei stets die Funktion der Start- und Stopptaste. Mit dem unteren Drücker kann eine Zwischenzeit genommen werden.

Eine besondere Form der Chronographen stellen die Fliegeruhr-Chronographen dar. Wie bereits angedeutet, zeichnen sie sich durch eine große Übersichtlichkeit aus. Das Zifferblatt ist klar strukturiert, schnörkellos und daher sehr funktionell. Oft erinnern die Gestaltung und das Erscheinungsbild an das Cockpit eines Flugzeugs.

Wissenswertes über Fliegeruhren und deren Besonderheiten

Wie bereits eingangs erwähnt, existiert zwischen der Bezeichnung Militäruhr und Fliegeruhr kein signifikanter Unterschied. Der Sinn der Abgrenzung findet sich häufig nur in werbetechnischen Gründen, da bevorzugt das Bild des unabhängigen, wagemutigen und freien Piloten vermittelt werden soll.

Die erste Armbanduhr, die in der Tat speziell auf die Bedürfnisse eines Piloten abgestimmt wurde, entwickelte der renommierte französische Uhrenhersteller Cartier im Jahre 1906 für den brasilianischen Flugpionier Alberto Santos Dumont. Armbanduhren waren zu dieser Zeit schon bekannt, allerdings wurden sie mehr als schmückendes Accessoire für Frauen angesehen. Erst mit dem Aufkommen der Flieger- und Militäruhren fand der praktische Zeitmesser auch Akzeptanz in der Herrenwelt und löste die bis dahin gebräuchliche Taschenuhr ab. Dieses erste Modell Santos führt der Hersteller Cartier noch heute.

Neben der Stoppuhr-Funktion ist in vielen Fliegeruhren ein Tachymeter eingebaut. Mit diesem Messinstrument ist es möglich, die Geschwindigkeit zu berechnen, indem die benötigte Zeit für eine bekannte Distanz gemessen und in km/h, beziehungsweise mph, umgerechnet wird. Ein Kompass war des Weiteren ein praktisches Instrument für den Piloten. In Sachen Widerstandsfähigkeit, insbesondere bei extremen klimatischen und kinetischen Bedingungen, waren mechanische Fliegeruhren den neueren Quarzuhren in vielen Fällen überlegen.

Auch beim Aufkommen der in das Cockpit integrierten Borduhren behielten Armbanduhren eine wichtige Ersatz- und Notfallfunktion. Heute haben die FH Aachen und die Sinn Spezialuhren GmbH einen technischen Standard für Fliegeruhren (kurz: TeStaF) festgelegt. Diese Standards gelten auch für nicht-militärisch vermarktete Uhren, denn allein mit deren Erfüllung darf die Armbanduhr als Fliegeruhr verkauft werden. Ein TeStaF-Zertifikat bescheinigt die Authentizität der hochwertigen und kostspieligen Uhren.

Namhafte Hersteller entwickeln noch heute Militäruhren

Damals wie heute stellen namhafte Uhrenhersteller aus der ganzen Welt bis heute hochwertige Militäruhren mit modernsten Standards her. Ihre Übersichtlichkeit, Zuverlässigkeit und Robustheit sind nach wie vor die Maxime von Flieger- bzw. Militäruhren.

Der bereits erwähnte Hersteller Sinn Spezialuhren GmbH ist einer der wenigen, die sich ausschließlich auf diese Art der Uhren spezialisiert haben. Der Gründer der Firma, Helmus Sinn, ist selbst ausgebildeter Pilot und Fluglehrer und weiß daher über die Ansprüche und Bedürfnisse dieses Personenkreises bestens Bescheid. Seine Uhren sind kratzfest, verfügen über ein massives Edelstahlgehäuse, verwenden ein eigens entwickeltes Spezialöl, um allen klimatischen Bedingungen standzuhalten und weisen einen Magnetfeldschutz auf. Features, die ein Mann, der selbst nicht Pilot ist, nur selten benötigen wird, jedoch macht eine echte Fliegeruhr mit Zertifikat zugegebenermaßen schon einiges her.

Uhren aus dem Hause Breitling

Im oberen Prestige-Sektor angesiedelt sind Uhren des weltweit bekannten Schweizer Herstellers Breitling. Die bereits 1884 gegründete Firma zählt zu den Pionieren der Armbanduhr-Entwicklung. Ein besonderer Schwerpunkt war und ist die Entwicklung von Chronographen und Militäruhren. Die unabhängigen Drücker der Uhren gehen auf eine Innovation des Traditionshauses aus der Schweiz zurück. Die Royal Air Force und die US Air Force wurden während des Zweiten Weltkriegs mit Fliegeruhren von Breitling ausgestattet. Entscheiden Sie sich für eine Uhr aus diesem Hause, werden Sie unter Garantie die höchsten Ansprüche befriedigt wissen.

Militäruhren der russischen Hersteller Luminox, Vostok Europe und Traser, um nur einige zu nennen, erfreuen sich hierzulande ebenso großer Beliebtheit. Solide Verarbeitung, maskuliner Look und das faire Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen auf der ganzen Linie.

Militäruhren aus aller Welt – antike und moderne Schätze warten

Zwar kann die Uhrenherstellung als Steckenpferd europäischer Hersteller, besonders jenen aus der Schweiz, angesehen werden, Militäruhren finden jedoch auf der ganzen Welt Verwendung. Das Hobby, alte und antike Militäruhren zu sammeln, erfreut sich großer Beliebtheit. Gerade während des Zweiten Weltkriegs wurde eine große Zahl an Militäruhren produziert, von denen die eine oder andere im Originalzustand online zu erstehen ist.

Doch auch schon im Ersten Weltkrieg kamen Armbanduhren zum Einsatz. Die sogenannten Schützengrabenuhren zeichneten sich durch ein Stahlgitter über dem Uhrenglas aus. Auch die Zeiger waren bereits mittels Radium beleuchtet. Derart seltene Uhren sind sehr begehrt und dienen als solide Wertanlage. Gegen Ende des Krieges waren Armbanduhren aus den USA Marktführer. Viele Hersteller spezialisierten sich auf diese Art der Uhren, man sprach bereits von „Military Watches”.

Obwohl sich Armbanduhren nach dem Krieg auch bei der Zivilbevölkerung großer Beliebtheit erfreuten, gab es zu jener Zeit in Deutschland noch keinen Armbanduhrenhersteller. Als Hauptimporteur galt die Schweiz. Erst in den 30er Jahren entstanden die ersten Uhrenwerke Deutschlands, unter ihnen die Pforzheimer Uhren AG.

Besonders selten, begehrt und somit auch kostspielig sind Militäruhren des Zweiten Weltkriegs der Hersteller ARSA, A. Lange und Söhne oder E. Boselli, dem Hersteller der Pilotenuhren der italienischen Armee. Auch amerikanische Fallschirmspringer-Uhren mit dem signifikanten Nylonarmband sind begehrte Sammlerstücke. Militäruhren der deutschen Luftwaffe erzielen heute Preise im fünfstelligen Bereich, so zum Beispiel die Stowa-B-Uhr aus dem Jahre 1944.

Militäruhren sind also sowohl Sammler- und Anlageobjekt als auch nützliche und robuste Zeitmesser für den Mann von heute. Antiker Charme oder moderne Funktionalität – entdecken Sie die Vorzüge und Langlebigkeit innovativer Militärtechnik. Fliegeruhren werden Sie über lange Zeit in allen Lebenslagen zuverlässig begleiten.

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