Militäruhren

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Militätuhr - was sind das für Uhren und wie erkennt man sie?

Es ist schon gigantisch was an Militätuhren alles bei eBay angeboten wird - was ist denn eigentlich eine Militätuhr, was macht sie aus und woran erkenne ich eine solche Uhr eigentlich! Zuerst einmal, nicht die Hälfte der als Militätuhren angebotenen Uhren haben militärischen Ursprung oder auch nur im geringsten mit militärischer Verwendung zu tun! Design ist eine Sache, die Verwendung im Militätdienst eine gänzlich andere.

1. Definition

Eine Militätuhr darf sich so nennen, wenn die Uhr für das Militär hergestellt und von den entsprechenden Stellen abgenommen wurde. Frühe Dienstuhren waren durch die "Dienstnummer" gekennzeichnet - offen sichbar auf dem Bodendeckel angebracht. Als Beispiel: D123456789H - Das DxxxxH steht hierbei für das "Deutsches Heer" (KxxxxxxM = "Kriegsmarine") und wurde so während des 2. Welkriegs von der Wehrmacht verwendet. Die Nummer der Uhr wurde in das Soldbuch des Trägers eingetragen und war das Eigentum der Wehrmacht, nach der Dienstzeit mußten die Uhren wieder abgegeben werden. Moderne Uhren tragen meist eine Versorgungsnummer auf der Rückseite und das "Beobachteruhrzeichen", dazu den Jahrgang der Uhr. Andere Kennzeichen von dieser Uhrenart sind das mattschwarze Zifferblatt mit Leuchtzahlen, Leuchtzeiger, ein (meist), bzw. bei neueren Modellen immer mattes Gehäuse, eine sehr große Krone die auch mit Handschuhen bedient werden kann, wasserdichtes Gehäuse (ein Muß - gerade bei frühen zivilen Uhren eher nicht Gang und Gebe!) und das Beobachteruhrenzeichen auf dem Blatt in Form des Pfeils oder des "T" im Kreis.

Hier muß aber auch erwähnt sein, dass gerade viele Offiziere, aber auch Manschaften, auch private Uhren zum Dienst trugen die diese Zeichen nicht zeigen bzw. nur die B - Uhrzeichen ohne Dienstnummer auf der Rückseite. Auch gibt es eine Reihe von "militärischen Uhren" die aus bestimmten Anlaß vergeben wurden oder von dem Truppenteil in dem die Träger dienten. Ich hatte vor einiger Zeit eine Taschenuhr auf der Werkbank die signiert war mit: << großes "SS Zeichen>> darunter 22. SSPzDiv. und Namen des Truppenteils. Diese Uhr ist zwar in gewisser Weise eine Uhr im militärischen Sinne aber keine Dienstuhr! Diese Uhren wurden innerhalb der Einheit den Einheitsangehörigen zum Kauf angeboten, waren aber Privatsache!! Hier gilt auch größte Vorsicht, da diese Stücke leicht fälschbar sind durch anbringen einer Gravur auf einer alten Taschenuhr. Ein wichtiger Punkt bei einer Militäruhr ist der, dass die Uhr die militärischen Prüfstellen durchlaufen mußte und dann nach Bestehen der Prüfung auch gestempelt wurde (immer gestempelt - nicht graviert!)

2. Achten Sie beim Angebot sehr darauf ob Sie die Rückseite sehen können mit der Dienstnummer - ansonsten erfragen! Eine Uhr im Stil einer Militätuhr ist nicht zwingend auch eine Dienstuhr, auch nicht bei frühen Modellen. Die meisten Uhrenhersteller - während des Krieges alle die Uhren herstellten! - fertigten Uhren sowohl für den zivilen Erwerb, als auch für die Dienststellen an. Die Zivilen Uhren sind aber nicht derart geprüft worden auf Qualität, wie die dienstlich vergebenen! Erkundigen Sie sich über die Zeichnungen von ausländischen Militäruhren bevor Sie kaufen, hier mag es viele Abweichungen bei der Kennzeichnung geben! Sein Sie immer in gewisser Weise mißtrauisch, in diesem Bereich werden viele Fälschungen - alte Uhren die erst später (zu wertvolleren) Dienstuhren wurden - angeboten!

Wenn Sie viel Geld bezahlen sollen für eine alte Dienstuhr dann sollte dies auch eine sein! Für eine zivil erworbene Uhr die dienstlich genutzt wurde zahlt man höchstens die Hälfte dessen einer Dienstuhr und für das Design einer Militäruhr bestenfalls noch das was sie einem wert ist als normale Gebrauchsuhr. Auch häufig anzutreffen: ein und dieselbe Uhr mit verschiedenen Hersteller Signaturen. z.B. wurde die Dienstuhr (mechanisch) der englischen Streitkräfte in den 60/70er Jahren von verschiedenen Herstellern hergestellt, das Design und Ausstattung hingegen ist identisch (Cortebert (CWC), Hamilton, ...). Dies ist korrekt, die geforderten Stückzahlen waren zu groß für eine Fabrik.

Ich habe hier 2 Beispiele für echte Dienstuhren (Page, CWC - Cortebert) und zwei Nachbauten im Stil von Militäruhren (Hercules, unsigniert) - zur Betrachtung der Bilder bitte den Link verwenden.

mich Seite des uhrendoktorshs

 

Ich hoffe der Ratgeber war einigen Hilfreich, über eine Bewertung würde ich mich freuen!   © C. Henning - uhrendoktorshs

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