MiNr.41 Potschta Fälschung

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In letzter Zeit werden immer häufiger falsche Potschta -Marken zu hohen Zuschlägen (bis zu 130€ !!!) versteigert. Um dies etwas einzudämmen, habe ich mir die Zeit genommen, einen Ratgeber zu schreiben, wie man diese Fälschungen selbst auf einem schlechten Scan/Foto leicht enttarnt.

Erst einmal wäre zu sagen, dass die Potschta-Marken in beiden Farben (Öl-, Wasserfarbe) im Rastertiefdruck gedruckt wurden. Da das selbe Raster nie perfekt nachgemacht werden kann, sind Fälschungen spätestens unter dem Mikroskop erkennbar. Da der Rastertiefdruck jedoch zu teuer für Fälscher wäre, beschränken sich die Fälscher auf den günstigeren Buch-, Offset- oder Digitaldruck. Schon unter einer handelsüblichen Lupe sind die Unterschiede zum Originaldruckverfahren leicht zu erkennen (Druckverfahren und deren Eigenschaften werden im Michel-Katalog vorgestellt).
Da man bei ebay.de jedoch kaum Marken mit einer entsprechenden Vergößerung / Auflösung bekommt, muss man sich auf Bildfehler berufen, die bei der Fälschungsherstellung aufgetreten sind.


Original


Fälschung

Die häufigste Fälschung der Potschta-Marke wurde durch den bekannten Fälscher Winter im Offsetdruck hergestellt. Spätere neuere Fälschungen aus osteuropäischen Ländern, die nicht die exakten Papier-, Farb- und Gummierungseigenschaften wie die Winter-Fälschungen aufweisen, haben jedoch die gleichen Bildfehler (so haben sich die Fälscher wohl die nie Mühe gemacht, eine echte Marke als Vorlage zu verwenden).

Im Folgenden werden nun die Bildfehler näher betrachtet:
Merkmal 1: Strich am Markenrand links über P von POST (leicht zu erkennen - wichtigstes Merkmal, da es bei Originalmarken nie auftritt)

Merkmal 2: weißer Punkt rechts über linkem oberen Posthorn, sowie weiße Ausbuchtung im linken oberen Posthorn (nur schwach zu erkennen)

Merkmal 3: weißer Punkt unter linkem unteren Posthorn (unterschiedlich stark ausgeprägt)

Merkmal 4: weißer Strich im Markenunterrand rechts unter A von NOYTA

Merkmal 5: weiße Einbuchtung in 2 von 12, sowie Punkt unter Fuß der 2 von 12

Merkmal 6: oberes rechtes Rankenblatt unterbrochen (dieses Merkmal kann auch auf echten Marken auftauchen)


Bisher ist diese Fälschung mit folgenden Falschstempeln angeboten worden:
Dresden A16 -23.6.45.-bb
Dresden A16 -23.6.45.-ee
(10) Dresden N6 -23.6.45.-1 -dd
Dresden Altst.36 -23.6.45.-3-4N -b
Dresden ? -23.6.45.-? (Stempelfragment)

Bei waagerechten Einheiten dieser Fälschung beträgt die Breite des Markenzwischenraumes nur 2,175mm, die der Originalmarken 3,4mm.
Auch sind solche Fälschungen mit dem gefälschten Prüfzeichen der ehemaligen Prüfer Zierer BPP, und Richter als vermeintlich echt geprüft worden.
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