Mi. Nr. 36-41 Ballonpost

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Michel Nr. 36-44
Ballonpost
(Ceres Bordeaux Ausgabe)

nicht zu verwechseln mit Marken der Französische Kolonien Nr. 14-23.
Dort besteht bei der bildgleichen Ausgabe der Halsschatten aus Punkte !
außer bei Nr. 41 - diese kommt bei Typ I kleine Inschrift mit kaum sichtbaren Punkten, bei Typ II kleine Inschrift mit Strichen, Typ III Große Inschrift mit Strichen vor.

Es gibt auch eine spannende Geschichte zu dieser Ausgabe :

Als am 19. September 1870 die deutschen Truppen im Deutsch-Französischen Krieg ihren Belagerungsring um Paris schlossen, war für über 2 Millionen Bürger in Paris die Verbindung zur Außenwelt abgebrochen.
Um den Briefverkehr aufrecht zu erhalten, wurde die ausgehende Post mit Brieftauben und Heisluftballons aus der Stadt heraus transportiert. Eingehende Post wurde gerollt in  runden Behältern gepackt und in die Seine geworfen. In den Kugeln passten bis zu 600 Briefe und durften je Brief nicht mehr als 4 gramm wiegen. Das Porto für diese Briefe betrug 1 Franc. Am 4. Januar gingen die ersten der Behälter auf die Reise. Es wurden mehr als 40.000 Briefe bis zur Kapitulation der Stadt am 28. Januar 1871 ausgesetzt.  Diese Transportkugeln (abgebildet auf Frankreich Mi. Nr. 2149) schwammen in der Seine nach Paris und wurden dort herausgefischt. Die meisten kamen verspätet oder nie an. Ein Teil der Kugeln dürfte  auch heute noch im Schilf oder Schlamm an der Seine versteckt sein. Nach derzeitigem Stand sind bis jetzt 20 solcher Kugeln bekannt die aus der Seine herausgefischt wurden. Gepackt wurden diese Kugeln in der Stadt Moulins. Somit muß jeder Brief den Stempel "Paris Par Moulins" tragen.

Jetzt fragt Ihr Euch sicher warum ich diese kleine Geschichte schreibe, es hat den ganz einfachen Hintergrund ! Es werden sehr viele Briefe und Briefstücke auf dem Markt angeboten werden, die angeblich alle echte Kugel- oder Ballonpost sind - hier muss man sehr aufpassen was für teueres Geld angeboten wird. Wenn man die Menge der angebotenen Briefe einmal zusammenzählt kommt man leicht auf das 5-10 fache dessen, was damals überhaupt versandt bzw. auch gefunden wurde.

Ich rate dazu, solche Briefe, Briefausschnitte und Marken nur geprüft zu erwerben.
Auch sollte man darauf achten, wenn solche Briefe durch Privatverkäufer angeboten werden, das diese den Brief auch zurücknehmen wenn die Prüfung durch einen Prüfer ergibt, das der Brief eine Fälschung ist.
Jemand der mit guten Gewissen Briefmarken verkauft, der kann dies mit Sicherheit nicht ablehnen.

Seriöse Verkäufer haben die Rückgabemöglichkeit sowieso in Ihren Geschäftsbedingungen stehen.
Da die Marken und Briefe nicht gerade "billig" sind, sollte man auf die anteilig geringen Prüfgebühren nicht sparen ! Ein Schnäppchen für ein paar Prozent vom Michelkatalog kann man sicher immer einmal machen, aber höchstwahrscheinlich nicht bei den Guten und teueren Ausgaben ! Wenn die Marke oder der Brief sich aber als "Falsch" herausstellt, dann ist aus so einem Schnäppchen sicher eine teuere Angelegenheit geworden.
 Die Liste der Prüfer findet Ihr beim Bund Deutscher Philatelisten oder in den Michelkatalogen.

 

 Mit den besten Sammlergrüßen und "Viel Spaß" bei Ebay wünschend
Rudi

 

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