Metallica auf Vinyl – Wissenswertes über die Metal-Band aus den USA

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Metallica auf Vinyl – Wissenswertes über die Metal-Band aus den USA

„Nothing else matters". Der Titel eines ihrer größten Erfolge klingt wie ihr eigenes Bekenntnis. Für „Metallica" spielt tatsächlich nichts anderes eine Rolle als ihre Musik. Seit 32 Jahren schreiben sie an der Musikgeschichte nicht nur ihres Genres mit. Bis heute machen „Metallica" ihrem Namen Ehre als eine der weltweit erfolgreichsten Heavy-Metal-Bands. Aber das ist es nicht allein. Sie produzieren regelmäßig Alben mit diversen Hits und füllen Fußballstadien mit Fans. Auch personelle Wechsel und Anfeindungen konnten sie auf ihrem Weg nicht aufhalten. Heute sind sie immer noch als angesagter Gig auf den Bühnen unterwegs. Außerdem hat "Metallica" mit ihrem letzten Album eine ungewöhnliche Zusammenarbeit realisiert. Zur Zeit ihrer Gründung waren Schallplatten das allgemein genutzte Medium, um Musik einzuspielen, zu veröffentlichen und zu hören. Das schwarze Vinyl mit den ersten Alben der erfolgreichen Band aus Kalifornien wird seit langem zu Höchstpreisen verkauft. Obwohl die CD fast zeitgleich mit der Gründung von „Metallica" aufkam und die LPs zu verdrängen begann, werden auch heute Neuerscheinungen als LPs auf Vinyl gepresst. Was Sie zudem über die Band wissen sollten, lesen Sie hier.

"Metallica" - eine Bandgründung in Los Angeles und die Anfänge

Seit ihrem ersten Album gehörten sie zu den großen Vier der Thrash-Metal-Szene und beeinflussten die 1980er in diesem Bereich wie keine andere Band. Bis dahin geschah allerdings von der Gründung an zwei Jahre lang nichts, was die Öffentlichkeit bewegte. Die Band kämpfte ums nackte Überleben, versuchte sich durch personelle Wechsel selbst zu finden und durch erste eigene Kompositionen zu definieren. Streitigkeiten in dieser Phase führten sogar zum Rauswurf von Gitarrist Dave Mustaine, der durch den bis heute bei „Metallica" spielenden Kirk Hammett ersetzt wurde. Der brachte seine Begeisterung für Black Sabbath, Led Zeppelin und Jimi Hendrix durch sein Spiel mit in die Band ein. Während der Frontmann und spätere Haupttexter James Hetfield sich seiner Gesangsfähigkeiten nicht sicher war, begann man dennoch mit der Produktion des ersten Albums.

Zuerst Tabula rasa und dann ritten „Metallica" gleich auf einem Blitz

Als es 1983 endlich soweit sein sollte mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums hatte „Metallica" Schwierigkeiten mit dem Titel und dem Coverfoto. Eines der Bandmitglieder soll vorgeschlagen haben, all jene, die ihnen Steine in den Weg legten, „zum Teufel zu schicken". So entstand der Albumtitel „Kill 'em all". Der Titel „Whiplash" darauf gehört bis heute zum festen Repertoire bei den Live-Auftritten der Band. Bereits ein Jahr darauf spielten sie „Ride the lightning" in Dänemark ein und festigten ihren Erfolg, was nicht zuletzt den herausragenden Stücken „For Whom the Bell Tolls", „Creeping Death" und „Fade to Black" geschuldet war.

Die weitere Diskographie: Welche Alben haben sich Metallica noch ins Stammbuch geschrieben?

Die Band aus Kalifornien hat weltweit mehr als 100 Mio. Tonträger verkauft. Nach den ersten beiden Alben, die von Anfang an Maßstäbe setzten, folgte ein Puppenspieler, der zur Legende werden sollte. Das dritte Studioalbum „Master of Puppets", das ein Feld voller Grabkreuze auf dem Cover zeigt, gilt als der endgültige Durchbruch. Es erschien im Frühjahr 1986. Ein halbes Jahr später kam der Bassist Burton bei einem Autounfall mit dem Tourbus ums Leben. Vielleicht klingt auf dem folgenden, 1988 veröffentlichten, Studioalbum „And Justice for All" der Bass reduziert, weil man immer noch um den verstorbenen Kollegen trauerte. Die bekannteste Auskopplung aus dem Longplayer ist der Titel „One", für den sich „Metallica" zum ersten Mal bereit erklärten, ein Musikvideo produzieren zu lassen. Die Tournee zum Album umfasste weltweit 230 Konzerte. Mit der Veröffentlichung des Albums „Metallica", das immer wieder auch „das Schwarze" genannt wird, ließ die Band sich bis zum Sommer 1991 Zeit. Dafür gilt das im Verlauf von mehr als zwölf Monaten eingespielte Werk, das drei der Bandmitglieder ihre Ehe kostete, bis heute als das Beste. Die Titel „Enter Sandman", für den Hammett die speziellen Riffs entwickelte und „Nothing else Matters" verschafften der Heavy-Metal-Formation neue Fans weit über das Genre hinaus.

"Metallica": live am besten

Vom Beginn ihres Bestehens an waren „Metallica" eine hervorragende Liveband. Viele ihrer Konzerte in den Arenen der Welt oder auf viel besuchten Festivals sind legendär. Ihr erstes Live-Album „Live Shit" veröffentlichten sie 1993. Die nächsten Studioalben folgten 1996/97 mit „Load" und „ReLoad". Der neue Stil der Musik, die nun von Country und Blues beeinflusst war, wurde einerseits begeistert aufgenommen, andererseits kontrovers diskutiert. Die Akzeptanz bei den Fans gab der Band mit ihrer Neuausrichtung letztlich Recht. Bekannte Songs von den beiden Longplayern sind „Until It Sleeps", „Hero of the Day", „The Memory Remains" und „The Unforgiven II". Ein Album mit solide eingespielten Cover-Versionen vieler bekannter Bands des Rock brachten „Metallica" 1998 unter dem Titel „Garage Inc." heraus. Darauf enthalten ist unter anderen der irische Folksong „Whysky in the Jar", den „Thin Lizzy" in den 1970er weltbekannt machten. Ein Projekt ganz anderer Art verwirklichten die Künstler um James Hetfield ein Jahr darauf, als sie mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Leitung von Michael Kamen auftraten. Daraus entstand das zweite Live-Album der Band, welches 1999 als „S&M" veröffentlicht wurde.

Für viele Altfans von „Metallica" klingt das 2003 erschienene Album „St. Anger" tatsächlich wie „heiliger Zorn". Alle Querelen zwischen den Bandmitgliedern, das Ausscheiden des Bassisten und Hetfields Entschluss, sich einer Entziehungskur zu unterziehen, um Herr über seinen Alkoholmissbrauch zu werden, scheinen in die oft als roh bezeichneten elf Songs des Albums eingeflossen zu sein. Im Herbst 2008 erschien das bisher letzte Studioalbum, das „Metallica" als Band allein eingespielt hatte. Mit „Death Magnetic" feierte die Band ihren bisher größten kommerziellen Erfolg und landete die dauerhaft höchsten Platzierungen in den Charts.

Einflüsse auf die Arrangements und Texte der Songs von „Metallica"

Künstler bringen oft sehr Persönliches in ihr Schaffen ein. Während die Anfänge von „Metallica" durch die Vorbilder der Bandmitglieder zu Beginn ihrer Karriere geprägt waren, wurden sie später selbst zu einflussreichen Figuren der Szene. Hetfield hat seine anfängliche Scheu vor dem Mikrofon längst verloren und gilt heute als einer der charismatischsten Sänger auf seinem Gebiet. Gitarrist Kirk Hammett wurde vor 10 Jahren vom Rolling-Stone-Magazin zum 11. besten Gitarristen der Welt gewählt. Was über die Jahre und mehrere Alben hinweg immer wieder die Texte von Hetfield prägte, war die Erinnerung an den Krebstod beider Eltern. Die Mutter hat er als Sechzehnjähriger verloren, den Vater begleitete er Jahre später im Sterben. In seinem Schaffen versucht er immer wieder auch die Trauer darüber zu verarbeiten, dass die Religionszugehörigkeit der Eltern ihnen untersagte, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Zusammenarbeit mit anderen - wie Metallica immer wieder über den Tellerrand hinausschaut

„Metallica" waren immer offen für Projekte mit Kollegen. Sie spielten gemeinsam mit anderen Bands auf Festivals, feierten herausragende Musiker mit ihren Stücken und verstanden die von ihnen gespielten Coverversionen immer als Tribute an die Originalinterpreten. Vor einigen Jahren begannen sie mit den Bands „Anthrax", „Slayer" und „Megadeth" in Rahmen des Live-Projekts „The Big Four" zu touren. So schließt sich ein Kreis, der in den 1980er eröffnet wurde. Ein Mitschnitt des Auftritts der „Großen Vier" aus Sofia erschien 2010. Im darauffolgenden Jahr begann die Band eine Zusammenarbeit mit dem Sänger und Songwriter Lou Reed, in deren Ergebnis das Album „Lulu" veröffentlicht wurde.

Es sind nicht nur die direkten Kontakte, die zur Popularität von „Metallica" beitragen und immer wieder ihren Ruf begründen, bei aller Treue zu ihrem Stil, sehr vielseitig zu sein. Das Ergebnis sind auch erstaunliche Adaptionen, die die finnische Band „Apocalyptica" zu den Songs ihrer Lieblingsband „Metallica" kreierte. Mit dem Album „Apocalyptica plays Metallica by four Cellos" schufen die vier Cellisten ein neues Genre und gleichzeitig eine interessante Hommage an die Band aus Kalifornien.

Vinyl: Eine Tradition, der sich die traditionsreiche Band „Metallica" verpflichtet fühlt

Mit den Vinyl-Scheiben, die über empfindliche Nadeln abgetastet werden und im Hintergrund oft ein typisches, statisches Rauschen aufweisen, hat es für die Band aus Kalifornien begonnen. Über die Jahre hinweg sind sie diesem Element treu geblieben, indem stets auch ein gewisser Anteil an LPs mit einem neuen Album erschien. Die Veröffentlichung des neuesten Albums „Through the Never" als Vinyl am 22. November 2013 beweist, dass die Band ihrer Tradition beibehält. Das ist auch ein Dank an die Fans aus den ersten Jahren, die „Metallica" 32 Jahre lang begleiteten. Das Album enthält die Song-Mitschnitte eines 3D-Filmspektakels, das Regisseur Nimród Antal mit großem Aufwand inszenierte. Mit der Produktion und der außergewöhnlichen Bühnenkonstruktion gehen „Metallica" einmal mehr daran, Geschichte zu schreiben.

Die Musiker sind selbst Fans 

Ihre Fangemeinde umfasst inzwischen Musikfreunde im Alter zwischen 16 bis über 60. Das ist nichts Ungewöhnliches für eine Band, die über Jahrzehnte hin im Geschäft ist. Für die Bandmitglieder von „Metallica" ist es aber mehr als das. Sie sind Künstler und sie erkennen die Kreativität anderer Künstler an. In Interviews nennen sie immer wieder andere Bands des Genres, deren Musik sie gern hören und mit deren Mitgliedern sie Freundschaften verbinden. 

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