Metalldübel für Heimwerker-Profis: Schwerlastanker, Dübel für Hohlkammern und Trockenbau

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Metalldübel für Heimwerker-Profis: Schwerlastanker, Dübel für Hohlkammern und Trockenbau

Im Haus- und Wohnungsbau gibt es viele kleine Bauteile, die einen großen Anteil an der Stabilität von Konstruktion haben, selbst aber unauffällig sind. Ein Beispiel hierfür ist der Dübel. Er trägt zuverlässig zur Befestigung von Dingen an Wänden bei. So vielfältig die Untergründe und zur Befestigung zur Verfügung stehende Stücke dabei sind, so vielfältig sind die Dübel selbst. Erfahren Sie im Folgenden, welche verschiedenen Arten von Dübeln es gibt und welche Besonderheiten im Rahmen ihrer Anwendung bestehen. Die passenden Dübel können Sie dann in unserem Heimwerker-Shop kaufen. 

Die Aufmerksamkeit soll dabei auf Dübeln für den Trockenbau und Dübeln für die Befestigung von schweren Lasten liegen. Ein erster Abschnitt bringt Ihnen vorher die wichtigsten Aspekte des Trockenbaus näher. Mit Hinweisen zur sicheren Verwendung und zur Auswahl schließt der Ratgeber.

Ein kurzer Überblick über die Domänen des Trockenbaus

Beim Trockenbau geht es in erster Linie um die Anbringung zusätzlicher Bauteile in der Wohnung. Hierbei kann es sich beispielsweise um neue Raumbegrenzungen handeln. Hierfür nutzt man unter anderem Halbzeuge. Dieses industriell vorgefertigte Rohmaterial wird im Ganzen erworben und eingebaut. Es kann sich zum Beispiel um Wandgerüste handeln. Die Besonderheit beim Trockenbau besteht darin, dass keine tragenden Verbindungen hergestellt werden. Trockenbaubestandteile haben keine Auswirkungen auf die Statik von Gebäuden.

Zur Verbindung der Halbzeuge nutzt man Schrauben, Steckverbindungen, Putz und Mörtel. Der Vorteil dabei besteht in günstigen Preisen sowie einfacher und schneller Ausführbarkeit. Anders als es der Name ausdrückt, verwendet man im Trockenbau im geringen Maß Feuchtmaterialien. Dabei handelt es sich unter anderem um Spachtelmasse, die für die Bearbeitung der Außenseiten genutzt werden. Wasser ist auch notwendig, wenn es darum geht, Fugen zu verspachteln oder Dielen aus Gips zu befestigen.

 Zum Trockenbau gehören unter anderem die folgenden Baumaßnahmen:

  • Bekleidungen von Decken, Unterdecken
  • Installation von Vorwänden (zum Beispiel im Sanitärbereich)
  • Diverse Verkleidungen (Vorsatzschalen, Schürzungen, Trockenstuck)
  • Unterböden, Bodenbeläge, Oberbeläge
  • Isolierungen und Dämmungen

Ein einfaches Bauteil mit großer Wirkung – der Dübel

Bei einem Dübel handelt es sich um ein Bauteil, das in der Verbindungstechnik eine besondere Rolle spielt. Man verwendet ihn bei Werkstoffen, die die direkte Verwendung einer Schraube nicht zulassen. Ein Beispiel hierfür ist eine poröse Hauswand. Die Schraube hätte keinen stabilen Halt und würde auf Dauer mit dem befestigten Stück herausfallen. Der Dübel stellt eine Zwischenstation dar, die der Schraube auch in lockeren Materialien Halt gewährt. Man bringt einen Dübel in ein zylinderförmiges Loch ein, das man vorher in die Wand bohrt. Man nutzt hierzu einen Betonbohrer.

Ursprünglich bestand der Dübel aus Holz. Die meisten heutigen Modelle sind aus Kunststoff gefertigt. Es handelt sich um eine Hülse mit zwei seitlichen Einkerbungen, die eine Ausdehnung ermöglichen. An zwei Seiten befindet sich jeweils ein Spreizarm. Beim Einführen der Schraube dehnt er sich aus. Bei der Auswahl eines Dübels spielen diverse Kriterien eine Rolle. Dabei handelt es sich um:

  • Die Art des Untergrunds (Mauerwerk, Beton, Gips)
  • Die Beschaffenheit des Untergrunds (Unebenheiten, variierende Ober- und Untermaterialien, Hohlräume in den Wänden für Dämmungen)
  • Die Kraft, die der Dübel in Form des angehangenen Stücks aufnehmen muss
  • Die Dicke des Untergrunds

Wie funktioniert ein Dübel?

Die Wirkweise ist vergleichsweise einfach und lässt sich anschaulich erklären. Dreht man eine Schraube in den Dübel hinein, dreht sie sich ein Gegengewinde. Das Kunststoffmaterial des Dübels wird dabei verformt. Ein Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sich der Kunststoff auf der Außenseite des Dübels in feinste Poren der Wand ausbreitet. Dadurch entsteht ein sogenannter Form- und Kraftschluss, der ein Herausziehen verhindert. Der Dübel lässt sich wegen der sehr starken Reibung und Verschränkung nicht mehr bewegen.

Was für Arten von Dübeln gibt es?

Man unterscheidet Dübel für die allgemeine Anwendung, Hohlraumdübel und Schwerlastdübel. Um die besonderen Eigenschaften der Metalldübel besser zu verstehen, werden an dieser Stelle alle Varianten kurz vorgestellt.

Allgemeine Anwendung – Kunststoffdübel, Gipskarton- und Dämmstoffdübel

Der Kunststoffdübel ist die Variante, die man am häufigsten verwendet. Er besteht aus Polyamid. Man verwendet ihn zusammen mit standardisierten Schrauben, die häufig aus Holz bestehen. Der Innendurchmesser des Dübels ist kleiner als der Durchmesser der Schraube. Dies führt dazu, dass sich der Dübel beim Eindrehen der Schraube nach außen verformt. Er dehnt sich entlang des Umfangs aus. Die Schlitze, die in den Seiten vieler Dübel vorhanden sind, haben die Aufgabe, die Verformung zu erleichtern. Eine Weiterentwicklung des verbreiteten Schraubendübels sind Nagel- bzw. Schlagdübel. Sie werden zusammen mit gezahnten Nägeln vertrieben. Der Vorteil dieser Variante besteht in der leichteren Montage. Man führt den Nagel ein Stück weit in den Dübel ein und schlägt dann beide zusammen in der Wand. Nachteile dieser Methode bestehen in einem schwereren Herausziehen und der geringeren Tragfähigkeit.

Der Gipskartondübel ist nach dem Material benannt, in das er bevorzugt eingeführt wird. Gipskarton zeichnet sich durch eine geringe Festigkeit gegen Druck aus. Darüber hinaus sind die Platten häufig recht dünn. Spreizdübel wie die eben Beschriebenen können aus diesem Grund nicht verwendet werden. Dübel für Gipskarton sind Hülsen zum Einschrauben. Man dreht sie mithilfe eines tiefen Gewindes in die Platte ein. Das Bohrloch erleichtert diesen Vorgang als Montagehilfe. Achten Sie darauf, dass hinter der Platte ein kleiner Hohlraum vorhanden sein muss. Er ist für das mitgelieferte Werkzeug und die Befestigungsschrauben nötig. Ist eine höhere Belastung vorgesehen, muss man Hohlraumdübel verwenden.

Mit Dämmstoffdübeln reagiert man auf den Umstand, dass Dämmstoffe (zum Beispiel Styropor) eine sehr geringe Festigkeit aufweisen. Da sie jedoch üblicherweise dicker sind als Gipskarton, kann man die Lockerheit des Materials mit einer höheren Einschlagtiefe ausgleichen. Von der Form her ähneln sie Gipskartondübeln stark.

Schwerlastdübel für starke Beanspruchungen

Dübel dieses Typs bestehen aus Metall. Ein weitverbreiteter Typ ist der Metallspreizdübel. Da sich das Material nicht verformen kann, wird die Stabilität durch einen Formschluss erreicht. Kraftverstärkende Flächen wirken besonders auf den hinteren Teil der Bohrung. Dadurch kommt es zu einer Verformung. Da das Material fester ist als bei Kunststoff halten Metalldübel in sehr harten Materialien wesentlich besser. Ein weiterer Vorteil besteht in ihren besseren Wärmeleitungseigenschaften.

Verbundanker

Eine weitere Möglichkeit, Wände und Bauteile belastbar zu verbinden, besteht in einem Verbundanker. Das Besondere an dieser Variante ist die zusätzliche Zugabe von Zweikomponentenharz. Man bringt den Anker dabei zusammen mit dem Harz im Bohrloch an. Dabei wird er nicht auseinandergespreizt. Man spricht bei dieser Verbindungsart von einem Stoffschluss. Zur Befestigung dient ein Gewindestab, mit dem das Harz zusammenwirkt. Der Kleber befindet sich in einer Ampulle aus Glas oder einem Beutel. Eine Schneide an der Spitze des Ankers öffnet das Gefäß und lässt das Harz gleichmäßig austreten. Das Harz kann auch über Injektionssysteme eingebracht werden. Der Vorteil gegenüber Spreizdübeln besteht darin, dass keine Radialkräfte auf das Innere der Wand wirken. Unter Radialkräften versteht man Kräfte, die in Richtung des Radius eines Bauteils nach außen wirken.

Hinterschnittanker, Schraub- und Stabdübel

Für die Schwermontage verwendet man weiterhin Hinterschnittanker. Das Bohrloch wird vor dem Einführen des Dübels so präpariert, dass das hintere Ende aufgeweitet wird. Hierfür nutzt man einen Spezialbohrer. Der Dübel wird anschließend so eingebracht, dass er den Hohlraum am Ende des Bohrlochs vollständig ausfüllt. Die besonderen Eigenschaften des Hinterschnittankers liegen in seiner Widerstandsfähigkeit begründet. Er ist ideal für schwere Lasten geeignet.

Schraubdübel und Stabdübel sind die letzten beiden Ausführungen von Schwerlastdübeln. Beim ersten handelt es sich um ein vergleichsweise neues System. Man führt den Dübel in ein Loch von zylindrischer Form ein. Das Dübelgewinde schneidet dabei ein Innengewinde in das Material. Die Befestigung erfolgt durch Formschluss. Es ist vom Materialgrund abhängig, ob diese Form verwendet werden darf. Schraubdübel werden teilweise im Verbund mit Mörtel verarbeitet. Im Innenbereich sind sie vor allem für die Befestigung von Hängeregalen geeignet. Stabdübel entsprechen optisch den Holzdübeln. Man verbindet damit Holz und Holz sowie Holz und Stahlblech. Der wichtigste Aspekt ist bei ihnen die Widerstandsfähigkeit gegen Biegung.

Sicherheitsrelevante Aspekte bei der Auswahl von Dübeln

Halten Sie sich immer vor Augen, dass Dübel in vielen Fällen großen mechanischen Beanspruchungen dauerhaft widerstehen müssen. Beim Versagen eines Dübels besteht eine Gefahr für die Gesundheit. Herunterbrechende Regale bergen ein großes Verletzungsrisiko in sich. Um das Risiko einer solchen Gefährdung zu minimieren, sollten Sie Dübel nur entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendungsart nutzen.

Dübel, die für sicherheitsrelevante Baumaßnahmen zugelassen sind, weisen eine gesonderte Kennzeichnung auf. Beachten Sie dies. Viele Kunststoffdübel, die frei verkauft werden, sind von der Bauaufsicht für diesen Bereich nicht zugelassen. Die Eignung für bestimmte Bauvorhaben erkennen Sie an einem Beipackzettel oder einer Anleitung auf der Verpackung. Sie können die Zulassung der Bauaufsicht beim Hersteller erfragen. In der Regel ist sie auch auf seiner Homepage vorhanden. In der Zulassung sind alle wichtigen Verwendungsaspekte geklärt. Sie betreffen Bemessung, Verankerung, Bohrlocherstellung und Einbau. Halten Sie sich vor Augen, dass diese Anleitung von rechtlicher Relevanz ist. Sie muss in jedem Fall vom Bauherrn aufbewahrt werden.

Die wichtigsten Kenngrößen eines Dübels

Die wichtigsten Kenngrößen eines Dübels sind die Verankerungstiefe, der Abstand, den die Dübel mindestens zueinander haben müssen, und die zulässige Belastungsgrenze. Ein weiteres Merkmal, auf das geachtet werden sollte, ist die Risstauglichkeit. Besonders bei Beton kann es im Bereich der Verankerung zu derartigen Mängeln kommen. Vergessen Sie weiterhin nicht, dass der Putz in die Dicke des Verankerungsmaterials mit eingerechnet werden muss.

Um eine möglichst umfassende Festigkeit des Dübels zu gewährleisten, sollten Sie das Bohrloch nach dem Ausbohren immer zuerst reinigen. Hierzu nutzen Sie idealerweise einen Staubsauger. Es verbleiben auf diese Weise keine Partikel im Loch, die den Kontakt zwischen Dübel und Mauerwerk unterbrechen könnten.

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