Memory, Zicke zacke Hühnerkacke & Co: Mit diesen Spielen trainiert Ihr Kind das Gedächtnis

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Memory, Zicke zacke Hühnerkacke & Co: Mit diesen Spielen trainiert Ihr Kind das Gedächtnis

Bis zum Eintritt in die Schule, aber auch darüber hinaus, stellt das Spielen die effektivste Methode des Lernens dar. Im Spiel entwickeln Kinder ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und bilden ihre Motivation zur Leistungserbringung aus. Durch das Entdecken eigener Handlungsspielräume wird das Selbstvertrauen gestärkt, nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum werden Lernerfahrungen gesammelt und Handlungskonsequenzen erkannt. In der Welt des Spiels erleben Kinder die Lust am eigenen Wissen und Können und deren Umsetzung. Spielen stellt einen hochkomplexen Vorgang dar, der schrittweise erlernt wird. Es bildet die Grundlage für das weitere Lernen, zunächst in der Schule, später in Ausbildung oder Studium und im Beruf. Und nicht zuletzt im Privatleben, denn Spielen trägt auch zur Ausbildung und Stärkung sozialer Kompetenzen von Kindern bei. Unter anderem werden die Frustrationstoleranz erhöht und Problemlösekompetenzen entwickelt.

Welchen Nutzen Gedächtnisspiele für Kinder haben

Neben den genannten Effekten gibt es Spiele für Kinder, die noch einen weiteren Nutzen haben. Dabei handelt es sich um die sogenannten Merk- und Gedächtnisspiele, die entscheidend die Entwicklung der kindlichen Merkfähigkeit fördern. Bereits im Kindergartenalter sind solche Spiele sinnvoll und werden von den meisten Kindern mit Begeisterung aufgenommen. Ob es dabei darum geht, sich Formen, Farben oder Objekte einzuprägen, ist meist zweitrangig. Wichtiger ist die Interaktion und das Erfolgserlebnis, beides wichtige Faktoren zum wirkungsvollen Training des Gedächtnisses. Dabei ist, wie bei jedem Training, regelmäßiges Wiederholen grundlegend.

Auch Kinder im Vorschul- und Grundschulalter profitieren von altersgerechten Gedächtnisspielen. Hier sind häufig sogar deutliche Auswirkungen auf die schulischen Leistungen auszumachen, denn Gedächtnisspiele fördern neben der Merkfähigkeit auch die Konzentration und Aufmerksamkeit, was sich positiv auf schulische Lerninhalte auswirken kann. Und wer sich besser konzentrieren und Dinge besser merken kann, wird aufgrund des daraus resultierenden Erfolgs mit mehr Motivation und Spaß am Unterricht teilnehmen.

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht über ausgewählte Spiele, die das Gedächtnis und die Merkfähigkeit fördern – übrigens nicht nur bei Kindern. Auch auf Erwachsene können sich solche Spiele sehr positiv auswirken, zumal die gemeinsame Spielaktivität die Beziehung zum Kind stärkt.

Gedächtnis- und Merkspiele für Kinder ab drei bis vier Jahren

Für die ganz Kleinen im Kindergartenalter gibt es einfache, ansprechend gestaltete Gedächtnisspiele, die sich sowohl für den Einsatz in Kindertagesstätten als auch für zu Hause eignen. Am besten sollten diese Spiele in Sicht- aber außerhalb der Reichweite der Kinder gelagert werden. So haben Kinder die Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, was sie spielen möchten, ohne dass sie die Spiele in einem unbeobachteten Moment kaputtmachen können. Kleine Kinder werden ein Spiel, das sie noch nicht kennen, zunächst einmal genau untersuchen, also alle Einzelteile betrachten und auf ihre Funktion überprüfen. Bei Abbildungen empfiehlt es sich, diese zu benennen, um sicherzugehen, dass das Kind die Begriffe kennt. Somit findet häufig zugleich eine Arbeit am Wortschatz statt. Nachdem alles erforscht wurde, können Sie dem Kind oder den Kindern die Regeln erklären und das Spiel beginnen.

Wie der Name schon sagt: Memory

Der Klassiker unter den Gedächtnisspielen, das Memory, ist auch schon für kleine Kinder geeignet. Mit ansprechenden, kindgerechten Abbildungen punktet zum Beispiel das „Kinder-Memory" von Ravensburger, das auch bei eBay erhältlich ist. Das Prinzip eines Memorys ist zugleich simpel und genial: Die Spielkarten werden verkehrt herum auf den Tisch oder den Boden gelegt. Abwechselnd drehen die Mitspieler nun jeweils zwei Karten um, wobei es darum geht, Pärchen zu finden. Nachdem ein Mitspieler zwei gleiche oder zueinander passende Karten gefunden hat, darf er direkt zwei weitere Kärtchen umdrehen. Memorys begeistern seit Jahrzehnten Jung und Alt und bieten einen sinnvollen Zeitvertreib.

Darf man sagen: „Zicke Zacke Hühnerkacke"

Das Spiel mit dem frechen Namen „Zicke Zacke Hühnerkacke" aus der „Zicke Zacke"-Reihe von Zoch wurde im Jahr 1998 zum Spiel des Jahres gekürt. Es handelt sich um ein Gedächtnisspiel für Kinder ab drei Jahren, in dem sich alles um einen Hühnerhof dreht. Die 24 Wegplättchen in Form von Eiern werden im Kreis um die zwölf Hühnerhofplättchen gelegt, die zunächst verdeckt sind. Die Spielfiguren sind dicke Hühner, die zu Beginn mit jeweils einer Feder aus Holz ausgestattet sind und von unterschiedlichen, frei wählbaren Wegplättchen aus starten. Das Ziel des Spiels besteht darin, den anderen Hühnern ihre Federn abzujagen. Wird das zum jeweiligen Wegplättchen passende Motiv aus den verdeckten Plättchen in der Mitte aufgedeckt, so darf das jeweilige Huhn einen Schritt auf den Wegplättchen vorangehen und der Spieler ist ein weiteres Mal an der Reihe. Überholt dabei ein Huhn ein anderes, so darf es diesem alle Federn ausrupfen und sich selbst anstecken. Gewonnen hat, wer am Ende des Spiels alle Federn erspielt hat. Das Spiel ist für zwei bis vier Spieler ausgelegt, kann aber durch die Spielerweiterung „Zicke Zacke Entenkacke" mit bis zu sechs Spielern gespielt werden. Des Weiteren ist auch die Version „Zicke Zacke Igelkacke" erhältlich, die auf demselben Spielprinzip basiert, allerdings in einem Obstgarten spielt.

Alle deine Entchen

Ein weiteres Spiel, das ab drei Jahren gespielt werden kann und bereits viele Kinder begeistert hat, ist „Ententanz" von Hasbro. Zwölf kleine Enten, auf deren Bäuchen Symbole aufgedruckt sind, schwimmen auf dem Teich, der durch einen batteriebetriebenen Motor in Bewegung versetzt wird. Abwechselnd dürfen die Spieler ein Entchen umdrehen. Trägt das Entchen das gesuchte Symbol auf seinem Bauch, darf es behalten werden. Wer zuerst drei Entchen gesammelt hat, ist der Gewinner.

Spiele zur Förderung der Merkfähigkeit von Kindern ab fünf bis sechs Jahren

Für Kinder ab dem Vorschulalter dürfen Gedächtnisspiele ruhig schon ein wenig anspruchsvoller sein. Darauf legen vor allem die Kinder wert, die sich in diesem Alter schon als älter begreifen und zu den ganz Kleinen abgrenzen möchten. Dabei stehen Ihnen neben diversen Memorys noch viele weitere Spiele zur Verfügung.

Märchenhaft spielen mit "Sagaland"

Im Spiel „Sagaland" von Ravensburger vereinen sich Elemente aus „Mensch ärgere Dich nicht" und Memory. Kinder, die Märchen mögen, werden dieses Spiel lieben, da auf dem Spielplan unter anderem ein Schloss und ein Märchenwald abgebildet sind und sich alles um Märchen dreht. In diesem Wald befinden sich kleine Figuren in Form von Tannenbäumen, auf deren Unterseite Märchensymbole abgebildet sind. Auf einem Kartenstapel in der Tischmitte liegt die oberste Karte aufgedeckt. Die Mitspieler haben nun die Aufgabe, jeweils den Tannenbaum aufzuspüren, auf dessen Unterseite sich das zur jeweiligen Karte passende Symbol befindet. Der kompetitive Charakter des Spiels wird dadurch verstärkt, dass die Figuren der anderen Spieler hinausgeworfen werden können. Wird einer der im Märchenwald stehenden Bäume erreicht, darf der Spieler ihn umdrehen, ohne ihn den anderen zu zeigen. Ist darauf ein Symbol des gerade gesuchten Märchens abgebildet, darf der Spieler die Karte behalten. Passt das Symbol nicht zur Karte, so prägt es sich der Spieler ein, um bei einem späteren Zug darauf zurückzukommen. Sieger ist, wer als Erster drei Märchenkarten gewonnen hat.

Von Koffern, Tomaten, Prinzen und Drachen - alles Gute fürs Gedächtnis

Eine unterhaltsame Variante des beliebten Spiels „Koffer packen" eignet sich aufgrund seiner geringen Größe auch ideal für unterwegs, zum Beispiel für längere Bahnfahrten mit Kindern. In diesem Spiel geht es darum, sich eine immer länger werdende Reihe von Objekten zu merken und wiederzugeben.

Optisch besonders ansprechend und die Merkfähigkeit fördernd ist das Spiel „Planetenwanderer" aus der Reihe der „Der kleine Prinz"-Spiele. Dieses ist zudem aufgrund seines Bezugs zur anrührenden Geschichte pädagogisch besonders wertvoll. Es geht darum, dem kleinen Prinzen bei der Rettung verschiedener Planeten behilflich zu sein, wobei es darauf ankommt, sich die Planeten gut einzuprägen.

Bei „Alles Tomate!" handelt es sich um ein Gedächtnisspiel, bei dem sich die Mitspieler nicht nur Dinge einprägen müssen, sondern sich die zu merkenden Objekte auch noch ständig ändern. Es zeichnet sich durch einfache Regeln und einen lang anhaltenden Spielreiz aus. Inhaltlich dreht sich das Spiel mit seinen sieben Kategorien um das Thema Bauernhof.

Ebenfalls gut geeignet für Kinder ab fünf Jahren und für sinnvollen Spielspaß unterwegs ist das Spiel „Drachenstark" von HABA. Darin soll jeder Mitspieler seinen Drachen, auch mithilfe des Gedächtnisses, einmal rund um den Vulkan und wieder in seine Höhle schicken. Wer dort als Erster ankommt, gewinnt das Spiel.

Welche Gedächtnisspiele für Kinder ab sieben bis acht Jahren geeignet sind

Kinder ab sieben Jahren sind zumeist bereits in der Lage, die Regeln sehr komplexer Spiele zu verstehen und zu verinnerlichen. Häufig übertrumpfen Sie dabei sogar Erwachsene, denen in der Regel die Übung fehlt. Das mögliche Gewinnen gegen die sonst Überlegenen bietet somit einen zusätzlichen Anreiz.

Das Spiel „Hexentanz" ähnelt vom Spielprinzip her dem auch für jüngere Kinder geeigneten, bereits erwähnten Sagaland, ist aber vom Schwierigkeitsgrad her auf Kinder ab acht Jahren zugeschnitten. Dabei müssen die Mitspieler sich merken, unter welchen der schwarzen Hexenhüte ihre jeweilige Farbe verborgen ist und versuchen, diese als Erstes ins Ziel zu bringen. Die spannende Hexen-Thematik und die attraktive Gestaltung des Spiels sorgen für zusätzlichen Spaß beim Spielen.

In „Coco Crazy" geht es darum, als Erster sechs Affen in jeweils einer anderen Farbe zu sammeln. Dies wird dadurch erschwert, dass sich die Affen einer bestimmten Farbe in je einer goldenen Kokosnuss verbergen und diese Kokosnüsse durch die Mitspieler ständig in ihrer Position auf dem Spielplan verändert werden. Zudem wird auch der Spielplan hin und wieder gedreht, was zusätzliche Verwirrung stiftet. Hier sind also Konzentration und Merkfähigkeit gefragt.

Was es beim Kauf von Gedächtnisspielen für Kinder noch zu beachten gibt

Die Altersangaben sind Richtwerte, die keine festen Vorgaben darstellen. Je nach Entwicklungsstand kann ein Spiel auch schon vor oder erst nach Erreichen einer bestimmten Altersgrenze gespielt werden. Neben der Altersangabe ist immer auch auf die minimale und maximale Anzahl der Spieler zu achten, die teilnehmen können. Diese ist in der Regel auf dem Spielkarton vermerkt.

Davon abgesehen sollten Spiele immer in erster Linie Spaß machen und auf keinen Fall überfordern. Achten Sie daher immer darauf, Langeweile und Lustlosigkeit zu vermeiden, denn diese stellen die größten Gegenspieler zum Lernen dar. Lassen Sie Ihr Kind oder Ihre Kinder selbstständig auswählen, was gespielt werden soll und gehen Sie, wann immer möglich, auf Spielimpulse ein.

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