Mein Bewertungsvorgehen

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Grundsätzlich ist ein Kaufvertrag bei Ebay nach den gesetzlichen Regelungen Zug-um-Zug zu erfüllen.
Zug-um-Zug bedeutet Ware gegen Geld. Fast immer jedoch findet der Zahlungsvorgang vor der Warenlieferung statt.
Derjenige der vorleistet, trägt ab diesem Moment das Risiko, daß er auch die Gegenleistung erhält.
Und das ist dann eben der Käufer, der im Voraus bezahlt.

Ich betrachte die Bewertungen als wichtiges Instrument, um einen Verkäufer und Käufer einschätzen zu können.
Demzufolge gehe ich bei der Vergabe der Bewertungen nach der Reihenfolge der Erfüllung der Pflichten vor.
Derjenige, der seine Pflicht vollständig und richtig erfüllt hat, bekommt eine Bewertung.
Mittlerweile jedoch hat sich, vor allem bei gewerblichen Verkäufern, die eigene Vergabe von Bewertungen als Instrument zum Schutz vor dem Erhalt von negativen Bewertungen ausgebreitet.
Ich kann dieses Vorgehen nicht unterstützen und lasse mich auch nicht darauf ein.
Auch nachdem Ebay die Bewertungsgrundlagen verändert hat, werde ich mich nicht anders verhalten und auch kein anderes Vorgehen empfehlen.
Der Grund dafür ist schnell genannt; wenn der Verkäufer sich nichts zu Schulden kommen lassen hat oder wenn der Verkäufer nach Erhalt der Zahlung keine Schlechterfüllung beabsichtigt (falsche Artikelbeschreibung, falsche Menge, falscher Artikel, gar keine Lieferung etc.), dann spricht nichts dagegen, daß der Verkäufer sofort nach Erhalt der Zahlung seine Bewertung abgeben sollte.
Der Käufer hat ein nicht unbeträchtliches Vertrauen in den Verkäufer gesetzt und sein Geld bereits überwiesen, insofern sollte der Verkäufer allemal darauf vertrauen, daß der Käufer eine wahrheitsgemäße Bewertung abgibt. Auch gibt es andere Möglichkeiten, womit sich der Verkäufer über den Zustand der angebotenen Ware vor Versand und auch den Vorgang des Versendens oder der Versandbeauftragung absichern kann.

Alles andere würde den Zweck der Bewertungen widersprechen - dieser ist es nicht, sich damit vor negativen Bewertungen zu schützen, sondern die Pflichterfüllung seines Vertragspartners zu bewerten.
Sobald der Käufer seine Pflicht der ordnungsgemäßen Bezahlung erfüllt hat, gebietet es der Anstand, daß der Verkäufer unverzüglich und noch vor Auslieferung der Ware eine Bewertung für den Käufer abgibt.
Immerhin ist der Käufer das Risiko eingegangen, einem eventuellen Verlust seines Geldes zu erliegen und keine Ware zu erhalten.

Im Ergebnis bedeutet das:
  • Wenn ich als Käufer auftrete, bewerte ich den Verkäufer, sobald ich die Ware erhalten habe,
    jedoch nicht vor Erhalt einer Bewertung vom Verkäufer für meine Zahlung.
  • Wenn ich als Verkäufer auftrete, bewerte ich den Käufer, sobald ich die Zahlung erhalten habe,
    ohne dabei auf die Bewertung des Käufers zu warten.
Bitte bedenken Sie, wenn Sie bei einem Versandhaus oder einem anderen Online-Händler bestellen, zahlen Sie auch nicht gern im Voraus, sondern versuchen immer erst nach der Belieferung der Ware zu bezahlen oder aber nehmen es widerwillig hin, den Kaufpreis per Lastschriftverfahren zu bezahlen. Jedoch tragen Sie bei beiden letztgenannten Zahlungsmöglichkeiten nie das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.
Ebenso nehmen Sie sich in einem Geschäft die Ware und gehen damit zur Kasse, um Ihre Pflicht der ordnungsgemäßen Bezahlung zu erfüllen.
Darum darf bei der Vergabe der Bewertungen nur die Pflichterfüllung eine Rolle spielen und das Bewertungsinstrument nicht als Schutzfunktion vor negativen Bewertungen missbraucht werden.


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Falls auch Sie als Käufer auf Bewertungen warten und von mangelhafter Bewertungsmoral betroffen sind, können Sie gern Ihren Vertragspartner auf diesen Ratgeber hinweisen. Wenden Sie aber dann den gleichen Maßstab an, wenn Sie als Verkäufer auftreten.
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