Medion Pocket PC MD 40600

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1. Teil: Vorbemerkungen

Die Beschreibung und Bewertung des PDAs bezieht sich im Folgenden auch auf das Betriebssystem Windows Mobile 2003; insoweit gelten die Ausführungen auch für jeden anderen PDA mit Windows. Da PDA und Betriebssystem aber eine untrennbare logische Einheit bilden und da sich der Hersteller des Betriebssystems bedient, halte ich es für gerechtfertigt, dessen Stärken und Schwächen in die Gesamtwertung einfließen zu lassen.
Beworben wurde das Gerät vor allem als Navigationssystem. In Wirklichkeit leistet ein PDA natürlich viel mehr. Da das Navi-System aber eine erhebliche Aufwertung des PDAs darstellt und für viele sicher auch den alleinigen Kaufgrund, unterteile ich den Bericht in die Abschnitte "PDA allgemein" und "Navigationssystem". Das macht nicht nur Sinn, weil der PDA auch ohne Navigationssystem einsetzbar ist, sondern umgekehrt das Navi-System auch mit anderen PDAs.

2. Teil: PDA allgemein
I. Kurzeinführung PDA

PDA steht für Personal Digital Assistent, und wenn man sich nicht gerade zum Sklaven seines Kalenders und seiner To-do-Liste macht, ist der Name treffend: Ein kleiner Computer, der kaum etwas wiegt und in jede Jackentasche passt, dient als elektronischer Sekretär. Er verfügt über wichtige Grundfunktionen, die das Betriebssystem bereitstellt, und lässt sich ferner durch weitere Programme erweitern.
Dabei verfügt der PDA grundsätzlich nur über ROM und RAM und über keine Festplatte. Sämtliche Daten werden also im Hauptspeicher erhalten, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist, was mit anderen Worten bedeutet: Eigentlich ist es niemals ganz ausgeschaltet, und: Der Akku darf niemals wirklich leer gehen, denn sonst sind die Daten unwiderruflich verloren. Einer Sicherungsbatterie und der Backup-Möglichkeiten wegen ist dies eine eher theoretische Gefahr.

Das Gerät besteht auf der Vorderseite zum Großteil aus dem Display, das gleichzeitig als Eingabefeld dient. Die Dateneingabe erfolgt im Wesentlichen über einen Stift, der auf dem (Touch)Screen wie auf einem Blatt Papier geführt wird.
II. Lieferumgang

Der MD 40600 wurde im Spätherbst 2003 zumindest bei Aldi Süd wie folgt ausgeliefert: Der PDA selbst (Wert für vergleichbare Geräte: mind. 300 Euro) inkl. zweier externer Speicherkarten zu je 256 MB (Einzelpreis: ca. 80 Euro pro Stück), GPS-Mouse (Wert über 100 Euro), Autohalterung für den PDA und Navi-Software. Für letztere ist mir der Einzelpreis nicht bekannt, aber selbst wenn nur 100 Euro veranschlagt würden, was vermutlich weit unter dem tatsächlichen Wert liegt, würde das einen Gesamtwert von mind. 660 Euro bedeuten. Der Preis lag bei lediglich ca. 500 Euro, ein typisches Aldi-Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die beiden MMC-Speicherkarten sind standardmäßig mit Kartenmaterial für das Navigationssystem versehen, können aber auch mit anderen Daten bespielt werden, z.B. MP3s. Ich selbst habe eine der Speicherkarten ständig im PDA stecken und benutze die andere als Speichermedium für meine Digitalkamera.

Zum PDA selbst gehört übrigens noch ein Akku, was hier vor allem deswegen erwähnenswert ist, weil er nicht fest installiert, sondern austauschbar ist. Auch ein Craddle (eine "Station") zum Anschluss am PC und zum Aufladen des Akkus sind im Lieferumgang enthalten, eine Ledertasche für unterwegs und Ohrhörer ebenso. Neben der Synchronisationssoftware, die allerdings auch im Internet kostenlos erhältlich ist, so wie der Navigationssoftware gehört schließlich auch noch Microsoft Outlook 2002 als Vollversion (Einzelpreis: ca. 130 Euro) dazu. Vor allem auf dieses Programm sind die Datenaustauschfunktionen des PDAs zugeschnitten.
III. Äußeres

Das Gerät ist im Vergleich zumindest zu meinem alten PDA, einem iPAQ, und wohl auch im Vergleich zu den meisten anderen Geräten seiner Art recht klein, flach und vor allem angenehm leicht. Es ist außerdem im schicken Silber gehalten und gefällt durch schlichte Eleganz.
Das Display ist scharf und leuchtet in schönen Farben.

Auf den ersten Blick erscheint das Äußere des Gerätes auch erfreulich gut durchdacht zu sein. So lässt sich der Stift zusammenschieben. Zieht man ihn nun aus dem PDA heraus, so zieht man ihn auch automatisch in die Länge. Ebenso wird er automatisch zusammen geschoben, wenn man ihn wieder zurücksteckt.
Beim Herausnehmen des PDAs aus der Ledertasche allerdings betätigt man nahezu zwingend einen Schiebregler, der das Akkufach öffnen. Auch wenn der Akku natürlich fest sitzt und nicht heraus fällt, so dass alle Daten verloren gehen, ist dies doch als kleine Schwäche des MD 40600 anzumerken.

IV. Dateneingabe
Wer große Mengen an Daten eingeben möchte, nutzt am besten seinen PC und überträgt die Daten anschließend auf den PDA. Da aber gerade die Mobilität des Gerätes den Vorzug gegenüber dem heimischen Computer darstellt, kann auf eine Dateneingabe direkt am PDA nicht verzichtet werden.

Die einfachste Möglichkeit stellt die Sprachaufnahme dar; der PDA dient gewissermaßen als Diktiergerät. Die Funktion kann schnell über eine Taste am Gerät aufgerufen werden und muss nicht langwierig durch die Software gestartet werden, relativ spontane Aufnahmen sind also kein Problem.
Die wichtigste Möglichkeit der Dateneingabe ist aber wie erwähnt der Stift, mit dem auf dem Display wie auf einem Blatt Papier geschrieben werden kann. Das Gerät lässt sich dabei in verschiedene Modi setzen. Zum einen können bestimmte Zeichen, die unseren Buchstaben sehr ähnlich oder teilweise auch mit ihnen identisch sind, aufgezeichnet werden, die dann vom Gerät erkannt und in Buchstaben umgewandelt werden. Zum anderen können auch beliebige Zeichenfolgen, also z.B. ganze Wörter, in mehr oder weniger beliebiger Druck- oder Schreibschrift geschrieben werden; auch diese werden vom PDA mit recht hoher Trefferquote erkannt und in Zeichen konvertiert. Und nicht zuletzt steht auch eine kleine Tastatur zur Verfügung, die im Display eingeblendet werden kann und auf der die gewünschten Tasten mit dem Stift gedrückt werden.

Dateneingabe kann auch eine Zeichnung sein, die mit dem Stift vorgenommen wird, wobei eine Zeichnung natürlich auch ein beliebiger Text sein kann, der dann aber vom PDA einfach nicht in Buchstaben umgewandelt wird.
V. Gundfunktionen

Von den Funktionen und Programmen, die zum Betriebssystem Windows Mobile 2003 (Nachfolger von Windows CE) gehören, seien die wichtigsten hier kurz erklärt.
a) Kalender

Der Kalender ist der ideale Ersatz für seine Kollegen aus Papier. Die Darstellung erfolgt wahlweise für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder auch das ganze Jahr, wobei bis zur Monatsansicht zumindest zu erkennen ist, an welchen Tagen bereits Termine eingetragen sind. In der Wochenansicht lässt sich in einer graphischen Übersicht bereits erkennen, an welchen Tagen die Termine zu welcher Uhrzeit stattfinden. Die Tagesansicht schließlich stellt zu jedem Termin neben der Uhrzeit auch noch den dazugehörigen Text dar, also etwa "Meeting mit dem Bundeskanzler".
Der Kalender ist komfortabel, wenn es darum geht zu erkennen, wann bereits Termine vorliegen und zu wann noch welche gemacht werden können. Er ist aber auch hilfreich, wenn es darum geht, die Termine wahrzunehmen. Natürlich lässt er sie wie gedruckte Kalender durchblättern, darüber hinaus werden bald anliegende Termine aber auch in der Hauptansicht des PDAs angezeigt, und auf Wunsch erinnert der kleine Assistent auch Minuten, Stunden, Tage oder Wochen vorher daran, grafisch wie ggf. auch akustisch.

Die Ähnlichkeiten zu MS Outlook sind nicht etwa Zufall, sondern natürlich beabsichtigt. Im Grunde handelt es sich bei den Grundfunktionen a) bis e) nämlich um die Outlookfunktionen in PDA-Version, was einen besonders zuverlässigen Informationsaustausch zwischen den beiden Computern ermöglicht.
b) Aufgaben

Dasselbe gilt also auch für die Aufgaben-, die "To-do-Liste". Eine Aufgabe ist ähnlich wie ein Termin, lässt sich aber auch ohne konkretes Datum eintragen. Natürlich kann sich der Anwender auch hier wieder an fällige Aufgaben erinnern lassen.
c) Notizen

Die Notizfunktion ist ein großer Schritt auf dem Weg zum papierlosen Schreibtisch. Nicht ganz grundlos werde ich gelegentlich darum beneidet, dass der meine so aufgeräumt ist. In der Tat existieren alle meine Notizen nur noch rein virtuell, ganz gleich was ich mir aufschreibe.
Notizen können zum einen aus Text bestehen, der über die virtuelle Tastatur oder die Texterkennung eingegeben wird. Darüber hinaus lassen sich auch Zeichnungen erstellen und speichern. Auch die Diktiergerätfunktion gehört hierher, denn die gesprochenen Aufnahmen werden als Notiz gespeichert.

d) Kontakte
Die Kontaktliste ist das Adressbuch, das in jeder Hinsicht jedem Papierwerk zu bevorzugen ist. Es bietet verschiedenste Eintragsmöglichkeiten, darunter mehrere Adressen, etliche Telefon, Handy- und Faxnummern und natürlich solche Selbstverständlichkeiten wie das Geburtsdatum, das dann automatisch in den Kalender übertragen wird, so dass der Anwender Jahr für Jahr den Geburtstag des Kontaktes im Kalender stehen hat, ohne ihn aber in einem ewigen Geburtskalender oder Jahr für Jahr aufs Neue in einem Jahreskalender eintragen zu müssen. Dank der automatischen alphabetischen Sortierung und der Suchfunktion lassen sich auch in sehr langen Kontaktlisten einzelne Einträge schnell finden und ergänzen, bearbeiten oder einfach nur lesen.

e) eMail
Auch eMails zu lesen und zu schreiben ermöglicht der PDA. Interessant ist diese Funktion zum einen für jene, die mit dem PDA online gehen wollen, zum anderen aber auch deswegen, weil die E-Mails mit der Outlook-Software des PCs abgeglichen werden.

f) Office
Weiterhin verfügt das Programm über Excel und Word als Pocket-Edition, zwei kaum sehr nützliche Programme. Insbesondere das Schreiben langer Texte ist mit einem PDA doch eher mühselig und unpraktisch. Natürlich lassen sich die erstellten Dateien auf den PC übertragen.

g) MP3-Player
Recht hübsch ist hingegen die MP3-Player-Funktion. Der Anwender kann beliebige MP3-Files auf den PDA überspielen und mit einem kleinen, nicht sehr funktionellen, aber völlig ausreichenden Programm abspielen. Insbesondere die Speicherkarten bieten mehr als genug Platz für eine ordentliche Sammlung, natürlich können auch weitere Speicherkarten hinzugekauft werden.

h) Sonstige
Schließlich fehlt es dem MD 40600 auch nicht an zwei Bildbetrachtungsprogrammen (mit dem einen kann zumindest ich die Fotos meiner Digitalkamera direkt anzeigen lassen), am MSN Messenger, einer kleinen Spielesammlung, einem Datei-Explorer, einem Taschenrechner usw.

Zusätzliche Software kann über den PC auf den PDA überspielt werden.
VI. Synchronisation

Der PDA lebt nicht zuletzt von seiner Möglichkeit, Daten mit dem PC auszutauschen. Hierzu wird er einfach in den Craddle gesteckt, in dem der Akku zugleich aufgeladen wird und der über USB mit dem PC verbunden ist. Auf diesem Wege können etwa neue Programme überspielt werden, können mit dem Windows-Explorer das Gerät durchsucht und Dateien bearbeitet werden, und auch Backup-Funktionen stehen natürlich zur Sicherung der Daten und Einstellungen des PDAs zur Verfügung.
Ganz besonders interessant ist aber die Synchronisierungsfunktion. Über das mitgelieferte und im Internet frei erhältliche Programm Microsoft ActiveSync oder über kostenpflichtige Konkurrenzprodukte, deren Vorteile mir nicht bekannt sind, die aber welche haben mögen, werden die Daten mit Outlook, auf Wunsch auch mit MS Works, synchronisiert.

Das bedeutet, dass Änderungen des einen Geräts bei bestehender Verbindung auf das andere Gerät übertragen werden. Gibt der Anwender also einen neuen Kontakt in Outlook ein oder ändert einen bestehenden, so muss er dies auf dem PDA nicht wiederholen. Genauso wenig muss er, wenn er in der U-Bahn sitzend einen Termin im PDA gestrichen hat, diesen auch in Outlook noch entfernen. ActiveSync übernimmt jede Änderung automatisch und arbeitet standardmäßig permanent im Hintergrund, auf Wunsch aber auch nur, wenn der Anwender es manuell startet.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch erstens, dass die Notizen, die auf dem PDA ja auch Zeichnungen oder Tondokumente sein können, auch in Outlook auf dem PC dann als solche dargestellt werden können, was Outlook-Anwender, die noch nicht mit einem PDA gearbeitet haben, zunächst überrascht.

Zweitens macht die Synchronisierungsfunktion auch die eMail-Funktion des PDAs erst richtig interessant, denn die Mails aus Outlook werden automatisch auf das mobile Gerät übertragen, so wie umgekehrt jede im Posteingang des Gerätes gelöschte Mail auch auf dem PC gelöscht wird und jede geschrieben und im Postausgang befindliche Mail auf den PC übertragen und dann automatisch verschickt wird.
Erfreulich ist die nahezu 100%-ige Kompatibilität der PDA-Software zu MS Outlook. Wer etwa sein Nokia 7650 oder einen Palm mit Outlook synchronisiert, hat zumindest eher mit Inkompatibilitäten zu kämpfen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß und sagen kann.

3. Teil: Navigationssystem
I. Einführung

Wer heutzutage über ein Navigationssystem verfügt, wird mitunter so behandelt wie vor einigen Jahren noch die Handybesitzer. Am Vorabend einer Zeit, in der jeder Autobesitzer sich durch eine elektronische Stimme durch die Welt navigieren lässt, ist die allgemeine Einsicht in eine Notwendigkeit solcher Technik noch sehr gering.
In der Tat ist sie ja auch gar nicht notwendig, sondern einfach nur ungemein praktisch, für denen einen mehr, für den anderen weniger.

Die Navigation funktioniert dabei über eine so genannte GPS-Mouse, die einfach ins Auto gelegt wird und dann mit Satelliten (in der Regel mind. vier oder fünf, ggf. aber auch acht oder neun) kommuniziert. Das Gerät kann auf diese Weise auf wenige Meter genau seinen aktuellen Standpunkt bestimmen und durch das Kartenmaterial der Software den Weg zu einem gewünschten Ziel beschreiben. (Ich wüsste ja zu gern, wie ungefähr der Algorithmus lautet, der das ermöglicht).
Hierzu wird der PDA einfach in die Autohalterung gesteckt und dient sodann als Ergänzung der Armaturen. Ein Stromkabel bedient über den Zigarettenanzünder sowohl das Gerät selbst als auch die GPS-Mouse, die natürlich auch mit dem PDA verbunden ist und es mit den nötigen Informationen versorgt.

II. Vorbereitungen
Bevor der PDA als Navigationssystem verwendet werden kann, muss es mit dem nötigen Kartenmaterial versorgt werden. Hierzu wird es über den Craddle mit dem PC verbunden. Am PC hat der Anwender dann die Möglichkeit, Karten zu erstellen und auf den PDA zu übertragen. Ihm stehen dabei sämtliche Straßen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zur Verfügung, ferner die Hauptverbindungsstraßen übriger europäischer Länder. Weiteres Kartenmaterial lässt sich nachkaufen.

Das Erstellen einer Karte funktioniert überaus einfach. Im PC-Programm markiert der Anwender einen beliebigen Bereich als Rechteck, etwa das Gebiet von der Nordsee bis Bonn, vom westlichsten Zipfel Deutschlands bis Göttingen und gibt der Karte einen Namen, etwa "Chris' Karte". Genauso kann eine Stadt eingegrenzt werden, und die Karte erhält dann einfach den Namen dieser Stadt. Oder aber der Anwender definiert eine Strecke, die er abfahren möchte, z.B. von Flensburg nach Zürich, und lässt die Karte alle Straßen, die hierzu befahren werden müssen, nebst der Straßen rundherum als Karte erstellen (sog. Korridor).
Im Übrigen werden auf CD-ROM drei fertige Karten mitgeliefert, nämlich "Norddeutschland", "Süddeutschland" sowie "Österreich und Schweiz". Die ersten beiden sind zudem bereits auf den beiden mitgelieferten Speicherkarten installiert, so dass das Navigationssystem noch auf dem Aldi-Parkplatz in Betrieb genommen werden konnte.

Sowohl die Erzeugung der Karten als auch ganz besonders deren Übertragung auf den PDA ist - je nach Größe der Karte - eine sehr langwierige Angelegenheit. Diese Vorgänge laufen natürlich voll automatisch ab, benötigen aber auch etliche Stunden, bis sie fertig sind. Da es sich hierbei um einmalige oder doch sehr seltene Vorgänge handelt, ist diese Zeitintensivität aber erträglich. Wer oft ins europäische Ausland reist, sollte neben weiterem Kartenmaterial aber auch zusätzliche Speicherkarten kaufen, so dass er die Karteninstallation nicht immer wieder aufs Neue vornehmen muss, weil nicht alle seine Karten Platz auf dem Gerät und den beiden mitgelieferten Speicherkarten finden. Nach der Übertragung einer oder mehrerer Karten auf den PDA kann der Anwender mit dem Navigieren innerhalb dieser Karten beginnen.
III. Die Navigation

Die nötigen Handgriffe im Auto sind schnell getan, das Navigationsprogramm ist allerdings bei der Eingabe der Zieldaten relativ langsam. Nach Wahl des Zielortes - d.h. Straße und in größeren Städten auch Hausnummer (und wer die Aachener Straße in Köln als Ziel hat, die vom Stadtkern bis zur Stadtgrene führt, wird das zu schätzen wissen) -, errechnet der PDA die Route, was dann aber nur wenige Sekunden dauert. Die Berechnung setzt natürlich voraus, dass der Standort bekannt ist, was wiederum nur funktioniert, wenn die GPS-Maus angeschlossen ist. Insofern ist eine Navigation für Spaziergänger und Radfahrer mit dem MD 40600 bzw. dem dazugehörigen Navigationssystem nicht möglich. Als Ersatz kann hier lediglich der inbegriffene Routenplaner dienen, der allerdings auch nicht zu unterschätzen ist.
Über die mitgelieferte Navigationssoftware habe ich einen überaus umfangreichen Testbericht gelesen, der in vielen Punkten Bestnoten gegenüber Konkurrenzprodukten vergab. Mir selbst fehlen diese Vergleichsmöglichkeiten, aber mit dem Programm, das übrigens unter anderem Namen auch einzeln erhältlich ist, bin ich sehr zufrieden.

a) Ziel auswählen
Die Zielauswahl erfolgt entweder aus der Kontaktliste (vgl. oben) oder über Postleitzahl und Ort. Die Straßen des gewählten Ortes werden alphabetisch aufgelistet und aus der Liste oder durch Eingabe ausgewählt. Möglich ist außerdem eine Umkreissuche, etwa nach Tankstellen, Restaurants, einem Theaterhaus und vielem mehr. Natürlich sind auch Aldi-Märkte verzeichnet.

Bevor die Route berechnet wird, entscheidet der Anwender noch, ob Mautstraßen (die es ja schon in unseren Nachbarländern gibt), Autobahnen und Fähren ausgeschlossen werden sollen. Außerdem wählt er zwischen der kürzesten und der schnellsten Route.
b) Navigationsanweisungen

Das Kernstück der Navigation ist die Sprachausgabe. Eine auch bei hohen Geschwindigkeiten und dem damit verbundenem Lärm noch recht gut hörbare Frauenstimme weist dem Fahrer den Weg durch mehrere hundert mögliche Kommandos wie z.B. "Bitte biegen Sie rechts ab". Begriffe wie "Kreisverkehr", "Einbahnstraße" und "Autobahn" (inkl. der einzelnen Autobahnnummern) finden natürlich Verwendung, und am meisten Freunde hat mir wohl der Satz gemacht: "Sie befinden sich in einer Sackgasse!" (wo ich aber auch hinwollte).
Des Weiteren bekommt der Fahrer seine Position in einer Karte angezeigt, die im Stadtverkehr recht genau, bei hohen Geschwindigkeiten natürlich etwas gröber ist. Hier deutet eine blaue Linie den Weg, und bei Sprachausgaben, die unklar sind, hilft mir ein kurzer Blick auf das Display in aller Regel weiter. Ich verfüge allerdings über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, und ein Minimum an eben solchem sollte vorhanden sein.

Ein kurzes Fingertippen auf eine beliebige Stelle des Displays lässt die Anzeige allerdings umspringen in einen Pfeil, der nur die Richtung angibt, so dass die Straßenkarte ausgeblendet ist.
Während der Fahrt werden zudem der Name der aktuellen Straße, der der nächsten Straße, auf die abgebogen wird, die restliche Gesamtstreckte und die geschätzte restliche Fahrtzeit angezeigt. Höhenangaben (in Relation zu Normalnull) und andere Extras fest installierter Navigationssysteme fehlen, sind aber meines Erachtens mehr als entbehrlich und vereinfachen durch ihr Fehlen zudem die Bedienung der Software.

c) Effektivität
In Ausnahmefällen kann es während der Fahrt zu kleineren Fehlern in der Navigation kommen. Anweisungen wie "Bitte biegen Sie rechts ab", während die Grafik nach links weist, sind sehr, sehr selten, aber möglich. Bisher hat es sich bei mir aber noch nie begeben, dass ich mich dadurch wirklich verfahren hätte. Denn in diesen Situationen gilt, was auch gilt, wenn man eine Anweisung zu befolgen verpasst hat oder wenn eine unvorhergesehene Begebenheit, etwa eine Baustelle, die durch das System errechnete Strecke teilweise unbefahrbar macht: Der PDA errechnet sofort im Hintergrund einen neuen Weg. Wer fünf Minuten lang bewusst einen anderen Weg fährt, als das System ihn vorschlägt, wird von jeder Stelle, die ihm beliebt, aus wieder zum gewünschten Ziel geführt.

Oder mit anderen Worten: Man kommt auf jeden Fall an! Es ist zwar ein Irrtum zu glauben, dass die "kürzeste" Strecke in jedem Fall alle Schleichwege beinhaltet, die weitere 100 Meter einsparen. Sinn und Zweck ist es aber ja auch eigentlich, sich in unbekannten Gegenden zurecht zu finden, und nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dem System vertraue ich demselben vollends. Ich würde mich in einer völlig fremden Stadt absolut nicht orientierungslos fühlen, weil ich genau wüsste, dass das Navigationssystem mich schnell und sicher an mein gewünschtes Ziel bringt. Oder mit noch anderen Worten: Es funktioniert!
Die Anweisungen sind dabei meistens eindeutig und auch frühzeitig. So wird man z.B. innerorts das erste Mal 200 Meter vor einem Abbiegevorgang darauf vorbereitet, um sich z.B. rechtzeitig in eine Abbiegespur einfädeln zu können. Auf Autobahnen erfolgt der erste Hinweis bereits 3 km vor einer Ausfahrt. Auf Wunsch werden auch sämtliche Anweisungen jederzeit wiederholt. Im Großen und Ganzen kann nicht viel schief gehen, auch wenn zwei, drei Probefahrten anfangs hilfreich sind, um einschätzen zu lernen, in welchen Situationen sich das System wie verhält, woraus dann später der Rückschluss gezogen werden kann, was es in einer nicht eindeutigen Situation meint.

Fazit
Der MD 40600 inkl. seines Navigationssystems ist ein ungemein praktischer Assistent, der sich nicht nur meine Termine merkt, sondern mich auch durch die Weltgeschichte navigiert. Ich möchte ihn nicht mehr missen und kann ihn nur wärmstens empfehlen!

5. Teil: Annex
Dies ist ein Nachtrag vom 28. Februar 2004: Ich habe inzwischen (wieder) herausgefunden, um welche Software es sich bei dem Navigationsprogramm handelt. Zwar gibt es sich als Medion-Programm aus, tatsächlich ist es aber von der Firma Navigon (www.navigon.de). Das Programm erhält Bestnoten in Testberichten und hat zumindest in dem Bericht, den ich gesehen habe, mit Platz 1 sogar den berühmten TomTom Navigator abgehängt.

Weitere Informationen auf der Homepage des Herstellers. Dort findet sich auch eine Beispielgrafik (Produkte - Navigation PDA), wie sie auf dem Display während der Fahrt erscheinen könnte.
 
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