Media Server / Network Attached Storage (NAS)

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Einleitung

Vor allem umfangreiche Multimedia-Daten wollen verwaltet, sicher gespeichert, archiviert oder von mehreren PCs zugegriffen werden. Dazu dienen Network Attached Storage (NAS) oder Media Server (Medien Server, Multimedia Server usw.).

Alle Netzwerk-Hersteller bieten Lösungen für diese Problematik an. Ich habe mir selbst bisher drei Lösungen angeschafft und getestet. Hier schreibe ich mal meine Eindrücke dieser Geräte auf (s.u.).

Allgemeines

Allgemein gibt es Out-Of-The-Box Lösungen mit meist einer ab Werk eingebauten Festplatte. Seltener gibt es leere Gehäuse, die man selbst bestücken kann. Grundsätzlich unterscheiden sich viele Lösungen in der Art und Anzahl der Anschlüsse. Wenige bieten Gigabit-LAN (1000 MBit). Meist wird Fast Ethernet (10/100 MBit) geboten. Wirklich gute Performance, um auch Filme auf einen Media Player streamen zu können, gewährleistet ein Gigabit Netzwerk.
Weitere Anschlüsse wie USB 2.0 und eSATA sind natürlich durchaus sinnvoll. Funktionen wie integrierte Print-Server sparen meist die separate Anschaffung solcher Geräte. Umfassend ausgestattet ist dabei das Freecom Storage Gateway FSG-3. Dieses Gerät bietet einen FTP-Server, Backup-Server, Print-Server, reichlich USB-Anschlüsse, eSATA-Schnittstelle, Mail-Server, DHCP-Server, DSL-Router uvm.
Je nach Aufstellort ist die Geräuschentwicklung sehr wichtig. Es gibt Lösungen mit aktiver Kühlung (Lüfter) und passiver Kühlung (nur mit Kühlrippen). Passive Kühlung heisst dabei nicht unbedingt besser, da hier sicherlich die Wärme nicht so effizient abgeführt wird. In einer warmen Umgebung kann dies durchaus zu Kühlproblemen und somit Fehlfunktionen oder kürzeren Lebensdauer der Festplatten führen.

Viele Geräte, die auf den Heimbereich ausgerichtet sind, enthalten Stromsparfunktionen. Erfolgen keine Zugriffe auf die Festplatten werden die Festplatten geparkt, ggf. die Lüfterdrehzahl reduziert usw. Je nach Modell kann dabei die Zeit bis zum Stand-By festgelegt werden. Andere Geräte bieten keine Einstellungen, unterstützen aber Stromsparfunktionen (welche bleibt oftmals offen).

Sollen die Daten möglichst sicher gespeichert werden, müssen diese entweder mit einem regelmässigen Backup auf gesichert werden, oder der NAS unterstützt RAID 1. Im ersteren Fall ist eine Backup-Software nötig. Diese wird oft mitgeliefert oder ist schon unter 50 EUR erhältlich. Je nach Datenmenge ist eine Speicherung auf einer weiteren Festplatte notwendig. Diese kann dann, falls vorhanden, per USB oder eSATA am NAS angeschlossen werden. Einfacher und sicherer ist jedoch die komplette Spiegelung der Daten im RAID-Verbund. Somit werden alle Daten auf zwei getrennten Festplatten gespeichert. Tritt auf einer Festplatte ein Defekt auf, sind die Daten komplett auf der zweiten Festplatte sicher aufbewahrt. Die Argumentation, dass somit zwei Festplatten erforderlich sind und somit die Investition nach oben geht ist leider etwas zu oberflächlich. Nutzt man einen NAS mit einer Festplatte, ist eine zweite Festplatte (meist noch im externen Gehäuse) erforderlich. Diese Festplatte enthält sinnvollerweise auch nur die Backups (und somit die gleichen Daten). Generell sind jedoch NAS zum Einbau zweier Festplatten teuerer (meist ab ca. 300 EUR). Die günstigste Lösung Netgear SC101 (ca. 100 EUR) ist dagegen komplett proprietär aufgebaut und somit kaum vergleichbar.

Meine Testberichte

Freecom FSG-3 Storage Gateway

Das Freecom FSG-3 Storage Gateway ist ein überzeugendes Multitalent. Neben der Speicherung von Daten im Netzwerk besitzt das Storage Gateway einen FTP-Server, Mail-Server, Webserver, Router, DynDNS, USB-Printserver und USB-Server. Eine integrierte Firewall ist da schon selbstverständlich. Besonders gut gefallen mir die vielen Anschlußmöglichkeiten. Der externe S-ATA Anschluß für eine weitere Festplatte, insgesamt 4 USB 2.0 Ports (Vorderseite und Rückseite) und 3 LAN-Ports (10/100 MBit) sowie der WAN-Port (für das DSL-/Kabel-Modem) bieten sehr viele Erweiterungsmöglichkeiten.
Die Geräusche des FSG-3 sind angenehm gering. Die Festplatte ist fast nicht zu vernehmen. Der Lüfter der aktiven Kühlung ist angenehm leise. Die Festplatte wird bei Inaktivität abgeschaltet und das gesamte Gerät geht in eine Art Stand-By.
Die Freigaben können mit Benutzerrechten auf Benutzer- oder Gruppenebene ausgestattet werden. Eine Freigabe wird dynamisch verwaltet. D. h. es wird nicht wie bei einer Partition eine fixe Größe festgelegt. Der gesamte Speicherplatz des Laufwerks steht theoretisch jeder Freigabe zur Verfügung und jede Freigabe verringert den gesamten Speicherplatz.
Die Bedienung des FSG-3 ist durch eine Weboberfläche möglich. Ein ambitionierter Benutzer, der einen DSL-Router oder eine Telefonanlage einrichten kann, sollte auch mit dem Storage Gateway keine Probleme haben. Jedoch ist es von Vorteil die im Netzwerk- und Serverbereich üblichen Ausdrücke (z.B. DynDNS, IP, SMTP) zu kennen.
Das FSG-3 Storage Gateway baut auf einem Linux Betriebssystem auf. Auf der CeBIT wurde inoffiziell die Möglichkeit zugegeben auf das verwendete Linux Root-Zugriff zu erhalten. Durch die Verwendung von Linux und dem Root-Zugriff ist der FSG-3 sicher ein sehr offene und flexible Lösung.

Fazit

Das Freecom Storage Gateway FSG-3 hinterließ bei mir einen sehr guten Eindruck. Die Funktionsvielfalt hatte ich eigentlich nicht gesucht. Aber überzeugt hat sie mich trotzdem. Die geringen Geräusche, das schicke Gehäuse und die einfach Installation fallen ebenfalls sehr positiv ins Gewicht. Leider ist ein Backup des FSG-3 nur auf eine externe Festplatte möglich. Somit ist die Zielgruppe eher im Heimbereich zu finden. Kaufargument ist sicherlich die Verwendung von Linux und die dadurch entstehenden Möglichkeiten.

Netgear SC101 Storage Center

Das NETGEAR SC101 habe ich beschafft um durch das Spanning und Mirrorring höchste Flexibilität der Datenspeicherung zu erreichen. Besonders wichtig war mir die Datensicherheit durch die Verwendung des Mirroring. Es können mehrere Mirrors in beliebiger Größe (soweit die freie Kapazität einer HD nicht überschritten wird) angelegt werden.
In das Storage Center lassen sich eine oder zwei 3,5" IDE Festplatten einbauen. Auf der Website von NETGEAR finden sich jedoch Einschränkungen. Mindestens ATA-6 müssen die Festplatten unterstützen. Der Einbau erfolgt ohne Schrauben durch Einschieben der HDs in das Gehäuse.
Die mitgelieferte Software lässt sich kinderleicht bedienen. Auch unerfahrene Benutzer, die keine Ahnung von Partitionen haben, sollten damit zurecht kommen. Leider ist die Software nur für Windows verfügbar (siehe Website des Herstellers). Das hatte ich beim Kauf leider übersehen. Meine Linux Rechner können somit auf die im SC101 gespeicherten Daten nicht zugreifen.
Der SC101 verwendet ein Filesystem das bei professionellen File-Servern eingesetzt wird. Deshalb können die Festplatten nicht in einen PC eingebaut werden und gelesen oder beschrieben werden! Ein Treiber/Dienst regelt den Zugriff auf das Storage Center. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die Partitionen des SC101 nicht als Netzlaufwerke verbunden werden, sondern in Windows wie lokale Festplatten behandelt werden.
Die Betriebsgeräusche sind durch passive Kühlung sehr gering. Es sind nur die Festplatten hörbar (wie in einem normalen PC auch). Das Storage Center schaltet die Festplatten ab, wenn diese nicht verwendet werden.

Fazit

Die Performance im Netzwerk hat mich nicht überzeugt. Dagegen bringt die passive Kühlung nur Festplattengeräusche. Die Software ist m.E. noch sehr fehlerhaft. Positiv ist der sehr einfache Einbau ohne Schrauben. Ein paar zusätzliche Anschlüsse würden dem Gerät sehr gut stehen.

Thecus YES Box N2100 Digital Media Server

Die Thecus Y.E.S. Box N2100 lässt sich mit zwei SATA-Festplatten betreiben. Auch der Betrieb mit einer Festplatte ist möglich. Der Einbau ist sehr einfach zu öffnen. Der Einbau gestaltet sich ähnlich wie bei einem PC-Gehäuse. Die YES Box wird geöffnet. Der Festplattenkäfig durch gesicherte Schrauben aus dem Gehäuse entfertn. Durch die Sicherung bleiben die Schrauben am Käfig und fallen nicht in das Gehäuse und der Wiedereinbau endet nicht in einem Geduldsspiel. Schrauben zum Befestigen der Festplatten im Käfig sind der YES Box beigelegt. Danach wieder zusammen bauen und anschliessen.
Die Anschlüsse sind ausreichend. Zwei Gigabit-LAN Schnittstellen, ein USB-Anschluß an der Frontseite und zwei weitere USB-Schnittstellen an der Rückseite. Durch den Ein-/Ausschalter lässt die die Thecus YES Box ausschalten.
Der USB-Anschluß an der Front kann zum einfachen kopieren von Dateien auf die YES Box verwendet werden. Einfach eine exterene USB-Festplatte oder externes DVD-Laufwerk verbinden und mit Druck auf die Copy-Taste wird der gesamte Inhalt des Laufwerks auf den File-Server kopiert. Ein Drucker lässt sich per USB-Anschliessen. Die Thecus YES Box fungiert dann als zusätzlich als Print-Server.
Werden zwei Festplatten eingebaut lässt sich in der Web-Konfigurations-Oberfläche JBOD (Just a Bunch of Disk), RAID 0 (Spanning) oder RAID 1 (Mirroring) einstellen. In der Konfiguration kann auch der iTunes Server konfigurieren. Die Ordner, Gruppen- und Benutzerverwaltung sowie Schreib-/Leserechte können einfach eingestellt werden. Die Web-Oberfläche ist in der Bedienungsanleitung (PDF-Dokument) erklärt. Ein erfahrener Benutzer wird kein Handbuch benötigen.
Das Kopieren auf die Thecus YES Box geht sehr schnell. Ich habe bisher ca. 60 GB auf den NAS (Network Attached Storage) über mein Gigabit-LAN kopiert und war positiv überrascht. Im Verlgeich zum Netgear Storage Center SC101 ist die YES Box Lichtjahre voraus. Im Vergleich zum Freecom Storage Gateway FSG-3 ist ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs zu erkennen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass SC101 und FSG-3 nur 100 MBit-Schnittstellen besitzen.

Fazit

Einziges Manko m.E. ist der hohe Preis, der sich jedoch auf dem Niveau vergleichbarer Produkte bewegt. Der Kunststoff des Gehäuses wirkt leider etwas billig. Die Leistung überzeugt, vor allem der Datendurchsatz ist absolut traumhaft. Die Verwendung des iTunes Servers ist kinderleicht und hat mich trotz Skepsis vor dem Kauf sofort überzeugt.
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